Zum 2. Gleichstellungsbericht

Hier war es in den letzten paar Wochen recht ruhig. Einerseits war meine Zeit knapp, andererseits gab es kein Thema, das spannend genug war, um mir die Zeit trotzdem zu nehmen.

Jetzt wurde der 2. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung veröffentlicht.
Dazu ist in den letzten Tagen schon viel geschrieben und diskutiert worden (z.B. bei Alles Evolution). Etwas wirklich neues habe ich zur Diskussion auch nicht beizutragen. Dennoch möchte ich ein paar eigene Gedanken dazu loswerden.
Da mir die Zeit fehlt, dies ordentlich zu strukturieren, wird dies wohl eher ein Rant werden.

Soweit ich es mitgekriegt habe, ist der wichtigste Punkt des Gleichstellungsberichts die Behauptung, dass Frauen benachteiligt seien, weil sie mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten als Männer.
Als Argument wird – wieder mal – der längst widerlegte Gender Pay Gap angeführt.

Das Nicht-Männerministerium will entsprechend angeblich Frauen die Wahl zwischen Beruf und Familie erleichtern, und verweist auf (diskriminierende) Strukturen.

Dabei übersieht es völlig, dass die Wahlmöglichkeit für Frauen deutlich größer ist, als die für Männer, die i.A. nur den Beruf als Option haben.
Normalerweise entscheidet sich ein Paar gemeinsam dafür, wer beruflich kürzer tritt, und wer der Familie Priorität einräumt.

  • Es steht dem Staat nicht zu, sich in die Autonomie von Paaren und Familien einzumischen. Jedes Paar soll selbst entscheiden, wie es Erwerbs- und Sorgearbeit unter sich aufteilt. Traditionelle Aufteilungen wurden in den letzten Jahrzehnten massiv vom Feminismus bekämpft, indem Sorge- und Hausarbeit abgewertet wurden. Nur weil eine Tätigkeit nicht (durch einen Arbeitgeber) bezahlt wird, bedeutet dies nicht, dass sie sinnlos oder nicht notwendig sei.
  • Es steht dem Staat nicht zu, Eltern dazu zu drängen, die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder an Dritte auszulagern. Kinderbetreuung ist eine zeitintensive Tätigkeit, die sich kaum mit einer vollen Erwerbstätigkeit vereinbaren lässt. Kinder geplant in die Welt zu setzen, um dann ihre Betreuung outzusourcen, erschließt sich mir nicht.
  • Dem Staat steht es nicht zu, jungen Menschen in deren Berufswahl hineinzureden. Durch einseitige Initiativen sollen junge Menschen in Berufe gedrängt werden, die ihnen möglicherweise nicht liegen. Jeder sollte seinen Beruf nach seinen Begabungen und Interessen wählen, unbeeinflusst von (Gender)ideologien.
  • Es steht dem Staat nicht zu, Unternehmen vorzuschreiben, welche Mitarbeiter sie einstellen und befördern sollen. Quotenregelungen und ähnliche Maasnahmen sind Gängelungen, die niemandem nützen. Wichtige Personalentscheidungen soll der treffen, der auch die Verantwortung und das Risiko einer Fehlentscheidung trägt.
  • Es steht dem Staat auch nicht zu, Selbständige zu einer Altersvorsorge in einer gestzliche Versicherung zu zwingen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Leider ist unsere Gesetzgebung stark durch feministische Lobbygruppen geprägt.

Warum akzeptieren sie nicht einfach, dass Männer und Frauen unterschiedliche Interessen, Neigungen, Bedürfnisse und Fähigkeiten haben?
Wir wollen gleiche Chancen und Möglichkeiten. Gleiche Ergebnisse – wie sie der Gleichstellungsbericht forcieren will – sind ungerecht, wenn die Voraussetzungen und Eingangsbedingungen ungleich sind.

Im Rahmen einer Besprechung des Gleichstellungberichts las ich auch irgendwo (hab‘ den Link nicht mehr) die Frage, warum überhaupt ein Ingenieur mehr verdient, als eine Erzieherin.
Ein Ingenieur muss ein mehrjähriges, akademisches Studium absolvieren, das ihn danach befähigen soll, anspruchsvolle, technische Tätigkeiten auszuführen. Normalerweise trägt er damit zumindest indirekt zu produktiver Wertschöpfung bei.
Eine Erzieherin dagegen spielt hauptsächlich mit kleinen Kindern, bespaßt und unterhält diese. OK- zwischendurch muss sie auch mal eine Windel wechseln, oder ein Pflaster auf ein aufgeschlagenes Knie kleben. Aber im Grunde ist das eine Tätigkeit, die jeder ohne besondere Begabung ausüben kann. In der Geschichte der Menschheit haben dies vorwiegend weibliche Verwandte getan, die auch keine spezielle Ausbildung dafür hatten.
Und – Überraschung! – auch Frauen können Ingenieurin werden, oder Männer Erzieher (wobei letztere allerdings mit größeren Vorbehalten rechnen müssen).

Da es naturgegeben ist, dass nun mal Frauen Kinder austragen, gebären, und stillen, wird eine völlige „Gleichstellung“ nie erreicht werden.
Durch staatliche Zwangsmaßnahmen, kann man sich diesem Ziel der Gleichheit zwar annähern, aber dies führt nur zu Zuständen, in denen die meisten Menschen unzufrieden sind, und in denen die Gesellschaft unüberbrückbar gespalten wird, weil Genderidiologen es geschafft haben, einen Keil zwischen Männer und Frauen zu treiben und Unfrieden zu stiften.

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Hinweis: Internationaler Vatertag

Heute ist der Internationale Vatertag.

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Noch ein paar Gedanken zum Ansprechen und zur Attraktivität

Schon öfter wurden mir in Diskussionen zu Blogposts neue Aspekte bewusst.
So fiel mir kürzlich bei meinem Eintrag zum Ansprechen im Dialog mit einigen Kommentatoren noch einiges ein.

Imion schrieb:

Und ganz ehrlich, ich glaube dir in diesem Fall nicht, das bei dir ein Mann erst interessant wird, wenn er dich anspricht.

Ich antwortete:

In meinem ganzen Leben sind mir gerade mal zwei oder drei Männer über den Weg gelaufen, die ich interessant genug fand, dass ich von mir aus die Initiative ergriffen hätte.
Am deutlichsten ist mir noch in Erinnerung ein Mann, den ich zufällig in einem Kaufhaus sah .. wow! .. der war rein äußerlich schon genau mein Beuteschema ..
Allerdings war ich gerade in Begleitung unterwegs. Sonst wäre mir bestimmt versehentlich eine Ware aus dem Regal neben diesem Mann auf den Boden gefallen ..
Ach, war bestimmt ganz gut so. Vielleicht hätte er sich als strunzdumm herausgestellt .. oder als schwul .. oder als impotent ..
Gutes Aussehen alleine bedeutet bei Männern halt lange noch nicht, dass sie tatsächlich interessant sind.

Alleine vom Äußeren her lässt sich nicht darauf schließen, dass jemand auch ein sympathischer Mensch und interessanter Gesprächspartner ist.
Wenn man einen bis dahin völlig Unbekannten sieht, hat man halt nur optische Informationen. Wie er sich verhält und welche Eigenschaften er sonst noch hat, kann man nicht wissen.
Ich denke, das ist mit ein Grund, warum Frauen sich normalerweise nicht den Aufwand machen, einen fremden Mann von sich aus anzusprechen. Die Wahrscheinlichkeit ist einfach zu gering, dass man tatsächlich auf jemanden trifft, mit dem man sich auch sonst gut versteht.
Für einen ONS gilt dies weniger. Aber nur die wenigsten Frauen dürften unterwegs sein mit der Absicht, einen Mann für nur ein einmaliges Erlebnis abzuschleppen. Und selbst dann muss Aussehen nicht den Ausschlag geben.

Umgekehrt ist die Situation eine ganz andere.
Für die allermeisten Männer ist attraktives Aussehen bei ihnen unbekannten Frauen ein Sine-qua-non.
Carnofis bestätigte dies:

Der visuelle Eindruck einer Frau IST wesentlich.
Klar, es gibt Männer, die behaupten, dass das für sie nicht zuträfe und nur die inneren Werte wichtig seien, aber entweder lügen die, oder sie stufen sich selbst so niedrig ein, dass sie sich und anderen ihre „3er-Frau“ rechtfertigen müssen.
JEDER gesunde Mann wählt bei gleichen „inneren Werten“ die visuell attraktivere Frau, wenn er kann.
Wir sollten uns davon frei machen, dies zu kritisieren, weil wir letztlich nur einem archaischen präkulturellen Programm folgen.

Männer nutzen also eher ein WYSIWYG-Konzept, während für Frauen selbst die schönste Blackbox dennoch eine Blackbox bleibt. (Übrigens erklärt das auch, warum Frauen von Penisbildchen nicht angesprochen werden. Selbst wenn die Hardware supertoll ist, heißt das nicht, dass auch das Betriebssystem etwas taugt. Von den installierten Anwendungen mal ganz abgesehen.)

Auch wenn aufgrund des Aussehens nur etwa 20% der Frauen „aussortiert“ werden, bedeutet es, dass diese nicht durch den initialen Filter hindurchkommen.
Eine hässliche Frau hat also von vornherein kaum eine Chance, selbst wenn sie ein noch so liebenswertes Naturell hat.

Es ist allerdings meine persönliche Hypothese, dass unattraktive Frauen alleine aufgrund der wiederholten Abweisung und Ablehnung einige unangenehme Charaktereigenschaften entwickeln (gilt für Männer entsprechend).
Insofern dürfte es einleuchtender sein, hinter einem hübschen Gesicht auch eine freundlichere Persönlichkeit zu erwarten, als hinter einem verkniffenen.
Das mag nicht für jeden Einzelfall so zutreffen, aber in sehr vielen Fällen eben schon.
Und einige Frauen wenden sich dann auch aufgrund verletzter Eitelkeit dem Feminismus zu, während Frauen mit einem entspannten Verhältnis zu Männern überhuapt keinen Grund haben, zur Feminstin zu werden.

Irgendjemand sagte mal:

„Feminism exists only because ugly women want to integrate in the society.“

Daran erscheint einiges plausibel, und es erklärt, warum Feministinnen immer wieder versuchen, einen Keil zwischen Männer und Frauen zu treiben.

Aus der Tatsache, dass Männer schöne Frauen bevorzugen, ergibt sich, dass Frauen ihre eigene Schönheit wichtig ist, da sie vornehmlich dadurch für Männer attraktiv werden.
Es gibt zwar einzelne Frauen, die sich betont hässlich durch Frisur und Kleidung darstellen, aber IMHO haben diese wohl einfach eingesehen, dass die Trauben zu sauer sind, sprich, dass sie keine Aussicht haben, im intrasexuellen Wettbewerb Konkurrenzfähigkeit zu erreichen.
Dies ist durchaus konsistent mit der Tatsache, dass viele Frauen betonen, sich nicht für Männer zu schminken, sondern für sich selbst. Für Männer wäre der Aufwand auch gar nicht nötig, aber sich selbst für schön zu halten, gibt einer Frau ein gutes Gefühl, insbesondere, wenn sie sich als schöner empfindet als die anderen Frauen in ihrem Umfeld (oder zumindest mithalten kann).
Ein weiteres Indiz dafür ist das leider unter Frauen weitverbreitete Slimshaming.

Deshalb ist es für Frauen auch meist härter zu altern als für Männer, da sie mit zunehmendem Alter körperliche Attraktivität verlieren, während Männer durch zunehmende Lebenserfahrung noch länger an Attraktivität gewinnen.
Aber dies ist wieder ein anderes Thema, das ich nur als Untermauerung meiner sonstigen Argumentation nenne, aber hier nicht weiter diskutieren möchte.


Wie immer gilt: Aussagen beziehen sich auf statistische Gesamtheiten. Individuelle Abweichungen und Ausnahmen sind möglich, widerlegen aber die grundsätzlichen Aussagen nicht.

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Ein Dank an die Väter! //1553

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Heute ist außer Handtuch-Tag auch Christi Himmelfahrt, was traditionell als Vatertag gefeiert wird.

Wenn ich mich an meiner Kindheit erinnere, so war der Muttertag das größere Ereignis. Für meine Mutter gab es Geschenke, und wir Kinder und mein Vater versuchten an diesem Tag, ihr möglichst viel Arbeit abzunehmen.
Beim Vatertag beschränkten wir uns dagegen darauf, meinem Vater zu gratulieren. Wenn das Wetter schön war, nahm unser Vater uns Kinder dann mit zu einem Ausflug. Manchmal kam auch unsere Mutter mit.

In meiner Wahrnehmung als Kind war es die Mutter, die ihre Arbeitskraft in die Fürsorge für ihre Kinder steckte. Sie war es, die für uns kochte, die dafür sorgte, dass immer saubere Kleidung und Handtücher (!) vorhanden waren, und die sich um alle sonstigen Belange von uns Kindern kümmerte.
Der Vater war normalerweise den ganzen Tag lang weg, und wenn er abends heim kam, war er müde. Auch am Wochenende…

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(Psychische) Auswirkungen von Strafanzeigen wegen Sexualdelikten

Eine Diskussion gestern erinnerte mich daran, dass ich selbst einmal wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“, also Sex in der Öffentlichkeit angezeigt worden war.
Es gelang mir, die Angelegenheit einigermaßen locker zu sehen, denn ich dachte, dass mir als Frau eigentlich nichts allzu schlimmes passieren kann, im worst case eine Geldstrafe.
Aber der damals beteiligte Mann war davon äußerst beunruhigt und besorgt, und sah sich schon als verurteilten Sexualstraftäter mit allen denkbaren Implikationen.
Nach mehreren Wochen wurde das Verfahren dann wegen mangelndem öffentlichen Interesse und Geringfügigkeit eingestellt. (Hausverbot habe ich aber immer noch.)
Auch wenn das Verfahren im Sande verlief, und es um eine relativ harmlose Angelegenheit ging, war diese Zeit doch äußerst belastend gewesen.

Ein Freund meines Mannes hatte weniger Glück, als er vor wenigen Jahren von seiner (Ex-)Geliebten falschbeschuldigt wurde.
Da Aussage gegen Aussage stand, wurde er zwar wegen Mangel an Beweisen freigesprochen, aber bis dahin war er auch völlig am Boden zerstört.
Diese Anzeige bedeutete für ihn auch die Entfremdung von seiner Familie sowie einen beruflichen Karriereknick.
Er hat lange gebraucht, bis er wieder halbwegs darüber hinweg kam.

Gerade bei sexuell konnotierten Delikten stehen oftmals die Folgen einer Anzeige in krassem Missverhältnis zu einer eventuellen Schuld.

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Nachtrag zu „Der Staat dringt ein in unsere Betten“*

IANAL, und habe nur mangelhafte juristische Kenntnisse. So entging mir bei meinem kürzlichen Eintrag zur „Vergewaltigung in der Ehe“ eine ganz wesentliche Implikation, die mir erst später bewusst wurde.

Ich zitiere einfach mal aus einem Dokument der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages:

Die Vergewaltigung als besonders schwerer Fall der sexuellen Nötigung ist gem. § 177 Abs. 2 Nr. 1 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter 2 Jahren zu bestrafen. Es handelt sich um ein Offizialdelikt, d.h. die Vergewaltigung in der Ehe ist von Amts wegen zu verfolgen, auch wenn das Opfer kein Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung hat oder die Veranlassung einer solchen scheut.
Eine Privilegierung der Vergewaltigung in der Ehe gegenüber der außerehelichen Begehung, wie es sie in anderen europäischen Ländern gegeben hat, hat sich bei der Gesetzesreform nicht durchsetzen können. Sowohl eine „Versöhnungsklausel“ (SPD) als auch eine „Widerspruchsklausel“ (CDU/CSU), die jeweils vorsahen, von der Strafe bzw. von weiterer Strafverfolgung abzusehen, wenn das Opfer diesem widerspricht bzw. wenn dies der Aufrechterhaltung der Ehe dient, scheiterten. Es wurde befürchtet, dass diese Möglichkeit dazu genutzt werden könnte, das Opfer unter Druck zu setzen.

(Hervorhebungen von mir.)

Das heißt, jeder beliebige Beobachter kann Anzeige erstatten, und die Staatsanwaltschaft muss dem nachgehen. Dabei ist es völlig unerheblich, was das vermeintliche „Opfer“ aussagt.
Dies läuft auf eine Kriminalisierung o.B.d.A. des Ehemannes und eine Bevormundung und Entrechtung der Ehefrau hinaus.

Es ist furchtbar, wie der Staat sich erdreistet, sich in die privatesten Belange von Eheleuten einzumischen. Und das wurde 1997 auch noch als Fortschritt gefeiert.
Die autonome Selbstbestimmung eines Ehepaares ist in sexueller Hinsicht dadurch weitgehend verlorengegangen, obwohl Artikel 6 des Grundgesetzes in Absatz 1 ausdrücklich besagt:

Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Was ist das denn für ein „Schutz“, der außenstehenden Dritten mehr Zuständigkeit und Deutungshoheit zubilligt, als den Betroffenen selbst.


*Nicht auf Betten beschränkt.

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Gedanken zum Ansprechen und Ansprechbarkeit

Auf Alles Evolution gab es diese Woche einen Eintrag, bei dem es um einen Comic ging, bei dem ein Mann, der eine Abfuhr von einer Frau erhielt, sich daraufhin beleidigend äußerte. Ich habe den Comic selbst nicht gelesen, aber das was ich gehört habe, erinnert mich an das Saure-Trauben-Phänomen.
Miria und Henry haben bereits Aspekte des Themas aufgegriffen.

Im folgenden möchte ich einige Überlegungen zum Ansprechen, Angesprochen-Werden und Ansprechbarkeit machen.
Sofern nicht anders angegeben, meine ich hier mit „Ansprechen“ den Versuch der Erstkontaktaufnahme zu vornehmlich privaten Zwecken, von Personen, die sich bisher noch nicht kennengelernt haben, und üblicherweise in der Öffentlichkeit.
Obwohl für mich persönlich dieses Thema nur noch von akademischem Interesse ist, formuliere ich trotzdem in der Gegenwart.

Grundsätzlich fällt es geselligen, extrovertierten Menschen sicherlich leichter, ihnen fremde Personen anzusprechen, als introvertierten, schüchternen Menschen (Pickup ist hier zumindest eine erwägenswerte Option). Dies gilt völlig unabhängig von einem eventuellen sexuellen Kontext.

Ob Ansprechversuche häufig vorkommen, hängt darüber hinaus von einer Reihe weiterer Parameter ab.
In einer weltoffenen Metropole wird es öfter zum Ansprechen kommen, als in einem provinziellen Dorf, wo eh schon jeder jeden kennt.
Die Umgebung macht einen Unterschied. In einer Kneipe wird die Hemmschwelle niedriger sein als in einem Museum.
Das persönliche Umfeld oder Milieu übt einen Einfluss aus, und auch das Land oder die Region, wo man sich aktuell befindet.

Wiederholt habe ich gelesen, dass nur 20% der Frauen für Männer zu unattraktiv sind. Diese werden sie also bei ihren Kontaktversuchen ignorieren. Andererseits rechnen sich die meisten Männer bei sehr attraktiven Frauen keine Chancen aus, so dass sich das Ansprechen wohl auf das große Mittelfeld der Frauen konzentriert. (Wobei sich der Geschmack der Männer ja durchaus unterscheidet.)

Die „Ansprechbarkeit“ von Frauen unterscheidet sich ebenfalls. Manche wirken offener und zugänglich, manche unnahbar oder gar abweisend (zu letzteren gehörte ich wohl früher, habe diese Ausstrahlung aber inzwischen verbessern können).

Immer wieder höre ich, dass Männer sich wünschen, dass das Ansprechen nicht nur ihnen überlassen ist, sondern auch von den Frauen ausgehen soll.
Ich kann hier nur für mich sprechen, aber für mich wird ein Mann erst dann (sexuell) interessant, wenn er die Initiative ergreift (oder ich ihn bereits kenne).
Wenn ich irgendwo hingehe, sehe ich normalerweise keinen Mann, der mich so sehr reizen würde, dass ich ihn einfach so ansprechen würde. Und warum sollte ich einen Mann ansprechen, wenn er mich gar nicht interessiert?
Es ist auch zu berücksichtigen, dass viele Männer irritiert sind, wenn man als Frau zu initiativ auftritt. Erfahrungsgemäß reagieren sie weit günstiger, wenn man ihnen den Eindruck vermittelt, sie hätten den ersten Schritt gemacht.

Eine Abfuhr ist niemals angenehm, selbst wenn sie freundlich und respektvoll ausgesprochen wird.
Leider gibt es zunehmend Auswüchse, in denen die angesprochenen Frau den betreffenden Mann nur noch niedermacht – vermutlich um ihr eigenes Ego zu pushen.
Diese Entwicklung ist äußerst negativ. Kontaktanbahnung wird dadurch in steigendem Maße erschwert. Die Auswirkungen tragen junge Männer und Frauen gleichermaßen.

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