#breakthought: Beispiel für Frauenfeindlichkeit

Im Internet habe ich zufällig dieses Bild gesehen.

Ich weiß nichts über die Hintergründe, möchte nur kurz ein paar Gedanken dazu loswerden.

Wieviel Neid und Missgunst muss hinter den geradezu bösartigen Äußerungen von Frau Seitz stehen! Sie impliziert, dass Frau Schuster ihre weiblichen Reize einsetzt, um Kompetenzmängel zu verdecken. Als ob sich beides ausschließen würde.
Nach üblichen Maßstäben ist Frau Schuster eine attraktive Frau. Von Frau Seitz ist das nicht bekannt.
Die Kompetenz von Frau Schuster kann ich ohne weitere Informationen nicht beurteilen. Ja, soll sie sich denn verstecken, oder in Sack und Asche gehen, damit Frau Seitz zufrieden ist?
Es ist hochgradig misogyn und sexistisch, andere Frauen so abzuwerten, bloß weil sie ein angenehmes Aussehen haben. IMHO setzt sich Frau Schuster auf den Wahlplakaten nicht übertrieben in Szene, sondern wirkt sympathisch und authentisch.
Frau Seitz mahnt das Fehlen „inhaltlicher Positionen in Sachfragen“ an, kritisiert aber selbst völlig ohne Sachbezug die Darstellung von Frau Schuster auf den Wahlplakaten (die sehr wohl in Sachfragen Stellung beziehen). Doppelmoral aus dem Bilderbuch. Ist das die vielgepriesene Solidarität unter Frauen?

Diese gehässigen Äußerungen von Frau Seitz sind außerdem auch bevormundend den Wählern gegenüber. Die Wähler entscheiden selbst, nach welchen Kriterien sie die Wahlkandidaten beurteilen. Ob das Frau Seitz nun passt, oder nicht.

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„Zur Unterrepräsentation von Frauen in MINT“

Das wird diesmal wieder ein längerer Beitrag.
Ich verlinke auf einen Artikel bei Heise, der sich auf eine soziologische Studie bezieht, die im nächsten Bundesgleichstellungsbericht veröffentlicht wird. (Das Dokument habe ich zwar ebenfalls heruntergeladen, aber schon nach wenigen Zeilen aufgehört zu lesen, als das Underscore-Innen-Gegendere anfing.)
Im Text wird munter Informatik und Naturwissenschaft durcheinander geworfen. Ich rede hier allgemeiner von MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bzw. STEM (Science, Technology, Engineering, Mathematics).

Nach der Überschrift „Studie: \“Nerd\“-Klischee schreckt Frauen vom Informatik-Studium ab“ folgt die Einleitung:

MINT-bezogene Geschlechter-Stereotype könnten ein Grund dafür sein, dass Frauen in den Naturwissenschaften unterrepräsentiert sind, belegt eine aktuelle Studie.

Wie gesagt – Informatik ist keine Naturwissenschaft. Ein präzisere Terminologie wäre schon mal wünschenswert.

„Berufsbilder wie Ingenieur oder Informatiker sind noch immer männlich konnotiert“, erläutert Jeanrenaud die Hintergründe. Insbesondere klischeehafte Rollenbilder wie die des „Computer-Freaks“ würden so gut wie ausschließlich für junge Männer gebraucht. „Viele Frauen fürchten sich davor, von ihrer ‚Weiblichkeit‘ einzubüßen, wenn sie sich auf dieses männlich besetzte Terrain vorwagen“, hat der studierte Soziologe herausgefunden.

Wie kann man nur auf die Idee kommen, durch die Beschäftigung mit männlich konnotierten Berufen, würden Frauen ihre „Weiblichkeit einbüßen“? Sicher gibt es einige Frauen, die mit Hosen und kurzen Haaren herumlaufen, um sich optisch Männern anzugleichen. Aber das dürften Ausnahmen sein.
Niemand nötigt Frauen, Klischees zu entsprechen. Die Weiblichkeit ist nirgends in Gefahr.
Wer sich so leicht von irrigen Vorurteilen beeinflussen oder gar abschrecken lässt, ist in MINT fehl am Platz. Also Mädchen und Frauen, die ihr um eure Weiblichkeit fürchtet, sucht euch besser einen anderen Job, macht was „mit Menschen“ oder so. MINT braucht keine Leute, die sich so leicht ohne jegliche stichhaltige Fakten verunsichern lassen. Macht was anderes!

Außerdem orientieren sich junge Frauen laut dem Schweizer bei der Berufswahl oft noch an bestimmten sozialen Mustern und wünschen sich berufliche Tätigkeiten, „bei denen sie mit anderen Menschen zu tun haben oder das Gefühl haben, etwas Sinnstiftendes zu tun“.

Wenn sie das doch so wollen, sollte man sie einfach lassen, anstatt sie zu bevormunden und in unerwünschte Berufsfelder zu drängen.
Ganz davon abgesehen, gibt es wohl kaum etwas „Sinnstiftenderes“ als Innovationen voranzubringen, wie dies nur in MINT-Berufen der Fall ist.

Vielen MINT-Berufen hafte dagegen noch „das Image der isolierten Beschäftigung mit Dingen statt mit Menschen an“.

Und das ist gut so!
Auch wenn es nicht immer um konkrete Dinge geht, sondern etwa auch um Zahlen, Konzepte, Algorithmen, .. hach!
Mit Menschen hat man deshalb immer noch mehr als genug zu tun. Das lässt sich leider nicht völlig vermeiden.

Eine Umfrage im Auftrag von Microsoft hatte 2017 schon ergeben, dass Informatik & Co. bei Mädchen oft als zu wenig kreativ gelten.

Was könnte kreativer sein, als selbst etwas Neues zu entwickeln, und sei es nur etwas Quellcode.
Die Beschäftigung mit Menschen ist dagegen vor allem reaktiv. Da bleibt kaum Raum für Kreativität.

Auf jeden Fall seien „mehr weibliche Vorbilder und positive Rollenmodelle“ nötig, so der Gender-Forscher.

Wozu braucht man Vorbilder? Und selbst wenn, warum sollen die weiblich sein?
Überall sonst soll das Geschlecht einer Person ignoriert werden, und hier ist es auf einmal relevant?
Wer unbedingt ein Vorbild braucht, findet es auch abseits seiner eigenen Gruppenzugehörigkeiten.
Wenn ich überhaupt jemals ein Vorbild gehabt haben sollte, so war das Mr. Spock, der noch nicht einmal der gleichen Spezies angehört.

Das müssten nicht immer nerdige Superheldinnen sein wie Lisbeth Salander, die Hackerin aus den Krimis des schwedischen Autors Stieg Larsson.

Von diesem Film habe ich nur ein paar kurze Ausschnitte gesehen. Da kam eine unsympathische Frau mit gefärbten Haaren und Piercings vor. So ein Styling ist allerdings abstoßend, man muss sich aber nicht damit gemein machen. Mit Nerdigkeit hat es nichts zu tun. Nerds erkennt man nicht an ihrem Aussehen, sondern daran, wie sie denken.

Mitunter werde Mathematik im Informatik-Studium, in dem der Anteil des weiblichen Geschlechts mit 22 Prozent besonders niedrig ist, überbetont

Abgehobene Mathematik ist normalerweise in Informatik nicht nötig, aber ohne vertiefte Kenntnisse, die deutlich über den Abiturstoff hinausgehen, in Algebra, Geometrie, Analysis, Stochastik und vor allem Numerik sowie Logik geht es auch nicht.

„Wir müssen gerade auch die normal begabten Schülerinnen für ein Informatik- oder Technik-Studium begeistern.“

Warum? Auf Mittelmaß können wir verzichten.
Wir sollten besser alle überdurchschnittlich begabten Schüler – unabhängig von ihrem Geschlecht – begeistern und fördern. Beispielsweise den Girls‘ Day auch für Jungen öffnen.

Weibliche Charaktere in Computerspielen seien „noch immer viel zu oft als Sexobjekte angelegt“.

Und das ist gut so. Schließlich wollen auch Frauen einen Avatar, mit dem sie sich identifizieren können.
Man kann nicht einerseits behaupten, Nerdberufe würden Frauen ihre Weiblichkeit nehmen, andererseits darüber klagen, wenn dies offensichtlich doch gerade nicht so ist, also Frauen ausdrücklich weiblich dargestellt werden.
Letzendlich gehört zum Mindset von (Computer)-Nerds auch eine ausgeprägte Objektorientierung.


Schließlich habe ich meinen Widerwillen gegenüber den Gender_innen überwunden, und die oben verlinkte Studie doch noch grob überflogen.
Dabei habe ich noch eine Stelle entdeckt, die hier ganz leicht off-topic führt, die ich aber trotzdem noch kurz besprechen möchte.

Interessant ist in diesem Zusammenhang aber auch eine aktuelle fMRT-Studie (Siegmund et al. 2020), die aufzeigt, dass für Programmiertätigkeiten, also vornehmlich die Analyse von Quelltexten, vielmehr Sprachverständnis und nicht wie landläufig angenommen
mathematisch-logische Fähigkeiten gefragt sind. Diese Vermutung wurde innerhalb der Informatik schon in den 1980er-Jahren diskutiert (exempl. Denning 1989). Der Forschungsbedarf ist auch hier groß, doch sind solche Erkenntnisse gerade vor dem Hintergrund des Berufsbildes und der Vorstellung, welche Voraussetzungen eine Informatikerin mitbringen sollte, höchst relevant. Wenn es gelingen würde, Mädchen und jungen Frauen zu erklären, dass eine Bestnote in Mathematik nicht nur kein Garant für einen guten Informatik-Abschluss, sondern bei weitem keine Voraussetzung für das IKT-Studium ist, wäre vermutlich viel gewonnen. Gerade auch weil Sprachverständnis dem weiblichen Stereotyp entsprechen würde. Hier wäre es sicherlich lohnend, weitere Forschung sowie praktische Maßnahmen und Projekte anzustoßen.

Das ist nichts Neues. Auf die Ähnlichkeit mit der Auftröselung eines lateinischen Textes hatte ich schon mehrfach hingewiesen.
Die verschachtelte Struktur eines lateinischen Satzes zu erfassen, übt es ungemein einen (unbekannten oder vergessenen) Quellcode zu überblicken.
Diese sprachliche „Textanalyse“ nützt einem aber wenig, wenn man aktiv selbst programmieren muss, bzw. erst einmal die Architektur entwerfen und neue Algorithmen entwickeln muss.
Zu bedenken ist außerdem, dass die Aufgaben von Informatikern vielfältig sind. Die wenigsten beschäftigen sich hauptsächlich mit der Analyse bestehenden Quellcodes (dafür gibt es extra Software, weil es sich automatisieren lässt).


Nachtrag:
Zu den tatsächlichen Gründen für Geschlechterunterschiede in STEM/MINT finden sich auf AllesEvolution überzeugendere Studien:

  • Teil 1: Präferenzen und Prioritäten
  • Teil 2: Kognitive Fähigkeiten
  • Teil 3: Variabilität
  • Teil 4: Vorurteile und Diskriminierung am Arbeitsplatz

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Reblogged: Ausgeehrt //2493

breakpoint

Nachdem ich eine Online-Bestellung abgeschickt hatte, bekam ich eine Bestätigungsmail.
„Hallo Anne, wir haben deine Bestellung erhalten und werden dir Bescheid geben sobald wir dein Paket verschickt haben.“
Hoppla? Was soll denn das? Wie kommen die dazu, mich ungefragt zu duzen?
Das ist der deutsche Online-Shop eines großen, asiatischen Herstellers. Die sollten eigentlich besser wissen, wie man mit Kunden umgeht. Es muss jetzt nicht wirklich förmlich sein, aber in solchen Belangen erwarte ich als zahlender Kunde schon eine gewisse Höflichkeit. Das Duzen in einer gerade erst aufkeimenden Kundenbeziehnung ist hart an der Grenze zur Respektlosigkeit.
Ob ich bei denen jemals wieder bestelle, werde ich mir noch sehr überlegen.

Das Anschreiben einer Behörde begann mit „Guten Tag“. Keine Anrede, kein Name, nur ein schnödes „Guten Tag“, das ich als ausgesprochen schroff und irritierend empfinde. Wer dermaßen kurz angebunden ist, soll doch bitte solch eine Floskel lieber ganz unterlassen.
Wo ist das…

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Rechte: 21. Bildaufnahmen des Intimbereichs

Die Liste mit den unterschiedlichen Rechten von Männern und Frauen wird als lose Folge von einzelnen Einträgen für jeden Punkt fortgeführt. Die Reihenfolge bedeutet keine Priorisierung oder Gewichtung, sondern ergibt sich aus der ursprünglich eher zufälligen Reihenfolge, wie ich sie in der Liste aufgeführt habe.
Da ich mich selbst nicht mit jedem Thema auskenne, werde ich mich nicht unbedingt an der Diskussion beteiligen.


21. Bildaufnahmen des Intimbereichs
Am 1. Januar 2021 ist §184k StGB „Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen“ in Kraft getreten. In der Öffentlichkeit ist die Thematik als „Upskirting“ bekannt, also das Fotografieren unter den Rock.
Bestraft wird demnach, wer

absichtlich oder wissentlich von den Genitalien, dem Gesäß, der weiblichen Brust oder der diese Körperteile bedeckenden Unterwäsche einer anderen Person unbefugt eine Bildaufnahme herstellt oder überträgt, soweit diese Bereiche gegen Anblick geschützt sind

oder diese Aufnahmen anderen zugänglich macht.
Ausnahmen gibt es z.B. für Kunst und Wissenschaft.

Das neue Gesetz schützt zwar ebenso den Intimbereich von Männern, aber nur die „weibliche Brust“. Oben-ohne-Fotos von Frauen (und nach Gesetzeswortlaut auch von vorpubertären Mädchen) sind verboten, die von Männern erlaubt.
Beispielsweise bleiben auch Fotos des Schrittes eines bekleideten Mannes, um die Ansicht von „Manspreading“ dauerhaft festzuhalten, also straffrei.

Im gegenseitigen Einvernehmen hergestellte oder weitergegebene Aufnahmen sind von der Gesetzesänderung nicht betroffen, wobei dies ggf. bestimmt schwer zu beweisen ist.

Ergänzend zu erwähnen gibt es noch das Recht am eigenen Bild, und auch noch einige andere Gesetze, die mit Bildaufnahmen im Zusammenhang stehen.

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Codeschnipsel

Die kleinen Codeschnipsel, die im Rahmen einer Twitterdiskussion mit einer Feministin über Konsens entstanden sind, möchte ich nicht völlig in Vergessenheit geraten lassen.


Die feministische Forderung:

//Opt-In
if (obj.Consent()){
  Do(obj);
}

Entspanntes Trial-and-Error:

//Opt-Out
try {
  Do(obj);
}
catch(err) {
  exit();
}

Je nach Implementierung können außenrum noch Wiederholungsschleifen gesetzt sein.

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Reblogged: Männerrechte //2479

breakpoint

Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich mich auch für die Rechte von Männern einsetze.
Hin und wieder fragt mich jemand, was es damit auf sich hat. Im Folgenden werde ich versuchen, einige Antworten zu geben. (In ein paar Tagen werde ich den Eintrag voraussichtlich auf meinem #auschfrei-Blog rebloggen.)

Männerrechtler, Maskulisten oder MRAs sind zwar keine exakten Synonyme, es gibt aber auch keine trennscharfen Abgrenzungen. Meines Wissens existiert keine allgemein anerkannte Definition. Unbestritten ist lediglich, dass die Bezeichnung „Maskulinisten“ (mit zusätzlichem „ni“) ein femiministischer Kampfbegriff ist. Um die Verwirrung noch zu verstärken, gibt es weitere Begriffe, die in ähnliche Richtung gehen, wie Männer[rechts]bewegung, Manosphere oder Feminismuskritik. [Hinweis: für derartige Themen liefert die (deutsche) Wikipedia keine neutrale, unabhängige Information, sondern ist in hohem Maße voreingenommen und tendenziös, und verbreitet durch Nutpicking unzutreffende, ja sogar diffamierende Behauptungen.]

Eine große Gruppe sind die Väterrechtler: Trennungsväter, entsorgte Väter, Kuckucksväter.
Andere setzen sich…

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#breakthought: Studium von Vorständen

Ich bin auf eine interessante Aufschlüsselung der akademischen Bildung von Vorständsmitgliedern der DAX-Unternehmen gestoßen. Leider von 2018, und daher nicht mehr so ganz aktuell.

Von den 131 berücksichtigten Vorstandsmitgliedern haben akademische Abschlüsse in folgenden Feldern:

  • Wirtschaft: 60
  • Ingenieurwissenschaften: 28
  • Naturwissenschaften: 19
  • Recht: 14
  • Sozialwissenschaften: 5
  • Sprachen: 1

(Die fehlenden vier Vorständsmitglieder haben vermutlich keinen akademischen Abschluss. Das ging nicht so ausdrücklich aus dem Artikel hervor.)

Wenn die neuesten Pläne der Plagiatorin Franziska Giffey umgesetzt werden, also mindestens eine Frau in jeden Vorstand (mit mindestens 4 Mitgliedern) kommt, wird es unweigerlich darauf hinauslaufen, dass der Anteil der MINTler sinkt.
In einem Land wie Deutschland, das keine Rohstoffe hat, aber in der Vergangenheit dies durch Innovation wett gemacht hatte, ist es ein Rückschritt. Schließlich sind nicht nur etliche DAX-Unternehmen, sondern auch viele kleinere börsennotierte Unternehmen in technologischen Branchen (z.B. Automobil, Chemie, Elektrotechnik) tätig.

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Der schale Verzicht der Franziska G.

Nicht völlig überraschend hat Bundes-Nicht-Männer-Ministerin Franziska Giffey angekündigt, zukünftig auf das Führen ihres Doktortitels zu „verzichten“.
Nach 27 nachgewiesenen Plagiaten („objektive Täuschung“ mit „bedingtem Vorsatz“) war ihr letztes Jahr von der Freien Universität Berlin eine „Rüge“ erteilt worden, eine reine Fantasiesanktion ohne jegliche Rechtsgrundlage. Deshalb war die ganze Angelegenheit jetzt wieder aufgekocht, und es war abzusehen dass Frau Giffey ein zweites Mal nicht so glimpflich davonkommen würde.

Dieser „Verzicht“ ist Schadensbegrenzung. Dadurch hat sie sich die Blamage und Beschämung erspart, wenn ihr der Titel öffentlichkeitswirksam entzogen worden wäre.

In ihrem Brief an den Präsidenten der Freien Universität Berlin hat sie geschrieben:

Um weiteren Schaden von meiner Familie, meiner politischen Arbeit und meiner Partei abzuwenden, erkläre ich, den mir am 16. Februar 2010 von der Freien Universität Berlin mit der Gesamtnote „magna cum laude“ verliehenen Titel Dr. rer. pol. ab sofort und auch zukünftig nicht mehr zu führen.

Halte nur ich es für deplaziert und anmaßend, an dieser Stelle noch mit der erschlichenen Note zu prahlen?

Ihre Formulierung, dass das höchste Gremium der Universität den

vor über einem Jahr einstimmig gefassten Beschluss und Ihre bisherige fachliche und rechtliche Auffassung ohne Vorliegen eines neuen Sachverhalts

revidiert hätte, lässt nicht gerade auf Selbstreflektion schließen, von Reue oder Zerknirrschung keine Spur. Stattdessen scheint sie eher beleidigt, als wäre man im Begriff, ihr als einer Unschuldigen Unrecht tun.

Frau Giffey schreibt, sie habe ihre

Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.

Wenn 27 nachgewiesene Plagiate ihr „bestes Wissen und Gewissen“ sind, so wissen wir nun, was wir von ihrem „besten Wissen und Gewissen“ halten dürfen: besser kann sie nicht, und Abschreiben macht ihr keine Skrupel.

Auch wenn sie zukünftig darauf verzichtet, den Titel zu führen, hat sie ihn offiziell immer noch.
Man kann nur hoffen, dass das höchste Gremium der FUB die Angelegenheit jetzt nicht auf sich beruhen lässt, wenn die mediale Aufmerksamkeit nachlässt, und ihr den akademischen Grad doch noch in aller Form entzieht.
Erst das wäre ein guter Tag für alle Doktoren, die ihren Titel redlich und rechtmäßig erworben haben, unter der Einhaltung aller wissenschaftlicher Standards.

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#breakthought: Zugehörigkeit zu einem Geschlecht

Wenn ich etwas Zeit habe, beteilige ich mich gerne an einer Studie, in der Hoffnung, dass damit auch meine Sicht der Dinge in die Ergebnisse eingeht.
So war ich vor ein paar Tagen auf eine Untersuchung der Universität Heidelberg gestoßen zum Thema „Psychosoziale Auswirkungen der Corona-PandemiE“.

Gleich die erste Frage ließ mich innehalten:

Warum wird nicht direkt nach dem Geschlecht des Teilnehmers gefragt, sondern welchen Geschlecht er sich „zugehörig fühlt“?
Ein Gefühl der Zugehörigkeit ist Wischiwaschi und ohne jede Verbindlichkeit. Dieses „Gefühl“ kann auf Solidarität, Sympathie, Verbundenheit, Affinität, Wesensähnlichkeiten oder einzelnen Gemeinsamkeiten beruhen, ohne dass es etwas mit dem biologischen Geschlecht des Teilnehmers zu tun hat, und es kann sich minütlich ändern.

So ein Vorgehen ist äußerst unwissenschaftlich und disqualifiziert die gesamte Studie.
Es ist erschreckend, dass solche Formulierungen offiziell von einer der renommiertesten deutschen Universitäten benutzt werden.

Es ist auch ein Affront gegenüber Personen, die nicht in jeder Hinsicht ihrem typischen Geschlechterbild entsprechen, und denen damit Unzufriedenheit subtil vermittelt wird, wenn ihr biologisches Geschlecht nicht mit dem übereinstimmt, dem sie sich vielleicht zeitweise „zugehörig fühlen“.

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#breakthought: Quotenfrauen

Als ich vor soundsovielen Jahren erst ein MINT-Studium begonnen, und später berufstätig war, waren Frauen in der Wissenschaft noch respektiert und angesehen. Wenn damals eine Frau beruflich erfolgreich war, dann aufgrund ihrer eigenen Leistung. Dies war allgemeiner Konsens. Durch ihre arrivierte Beteiligung an einer Männerdomäne belegte sie ihre Kompetenz. Ohne entsprechende Fähigkeiten hätte sie das nicht geschafft.
Inzwischen haben sich Frauenquoten und -förderung immer mehr in der Gesellschaft eingenistet.

Kompetente und hochqualifizierte Frauen werden häufig in dieselbe Schublade gesteckt wie Quotinnen, die ihre berufliche Position nur deshalb erreicht haben, weil sie niemals mit Männern in fairer Konkurrenz standen.

Der Anlass für den oben zitierten Tweet war (soweit ich das mitgekriegt habe), dass eine Virologin in einer Fernsehsendung auftreten sollte.
Leider muss sie in solch einer Situation damit rechnen, als Quotenfrau eingeladen zu werden. Medien und Veranstalter bevorzugen mittlerweile ziemlich offensichtlich Frauen, sofern diese einigermaßen etwas zum Thema sagen können. Ihre tatsächliche Qualifikation ist dabei zweitrangig.

Bei den Vorträgen, die ich in den letzten Jahren gehalten habe, war ich mir zwar ziemlich sicher, dass es den Veranstaltern um meine fachlichen Beiträge ging, nicht um mein Geschlecht. Trotzdem muss man als Frau damit rechnen, dass zumindest ein Teil des Publikums einen als Quotentussi sieht.
Das haben wir dem Feminismus zu verdanken.

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