Interview: Coaching für Ingenieurinnen

Die VDI nachrichten haben ein Interview veröffentlicht, in dem es um eine spezielle Frauenförderung, nämlich Coaching und entsprechende Seminare für Frauen im Ingenieurberuf (FiB), geht.

http://blog.vdi.de/2015/06/coaching-speziell-fuer-ingenieurinnen/

Leider fehlt mir die Zeit, detailliert darauf einzugehen. Deshalb greife ich nur mehr oder weniger willkürlich ein paar Punkte heraus.

 

Häufig sind den Ingenieurinnen die hier vorherrschenden Unterschiede in Verhalten und Kommunikation nicht bewusst, sie kennen und erkennen die impliziten Regeln nicht oder lehnen sie ab. Ich halte es deshalb für wichtig, hier Unterstützung zu leisten und zu motivieren und Frauen gezielt zu fördern, damit sie sich eigene, zu ihnen passende Handlungsstrategien für ihr Arbeitsumfeld erarbeiten können.

Mir drängen sich zwei Fragen auf:

  1. Wieso sollten Frauen die „impliziten Regeln“ weniger kennen als Männer? Auch Männer sollten, falls Bedarf besteht (und das tut er, wie ich immer wieder bei meinen Mitarbeitern feststellen muss) entsprechend gefördert werden.
  2. Warum traut man es Frauen nicht zu, gleichermaßen wie Männer neue Erfahrungen zu sammeln und zu lernen? Üblicherweise haben MINT-Studentinnen schon während des Studiums reichlich Gelegenheit, im männlich geprägten Umfeld zurechtzukommen und sich daran zu gewöhnen.

 

In den speziellen Frauenseminaren herrscht dagegen meist eine sehr entspannte, aber konzentrierte Arbeitsatmosphäre, in der ohne Druck Neues ausprobiert werden kann.

Der so genannte Safespace.
In der Praxis müssen Frauen dennoch mit Männern zusammenarbeiten. Da gibt es auch keinen Schonraum.

 

Auch ich hatte die Einstellung, „das kann ich alleine“, wie leider anscheinend viele jüngere Ingenieurinnen.

Wieso leider?
Ich halte es für wichtig, möglichst wenig auf andere angewiesen zu sein. Bevor man delegieren kann, sollte man zuerst selbst in der Lage sein, die jeweiligen Aufgaben auszuführen. Sonst wirkt man schon bald unglaubwürdig.

 

Mädchen sollten meiner Meinung nach so früh wie möglich mit Naturwissenschaften und Technik in Berührung gebracht werden, am besten schon in der Grundschule, wenn noch unvoreingenommene Neugier herrscht.

Sofern das überhaupt schon die Aufgabe der Grundschule ist, sollte dies doch ganz genauso auch für Jungen gelten.
Meiner Meinung nach bricht sich ernsthaftes Interesse auch so Bahn.
Nur deshalb ein MINT-Studium zu beginnen, weil es in der Schule mal Spaß gemacht hat, eine elektrische Schaltung zusammenzustecken, oder weil es beim Girls‘ Day nette Werbegeschenke gab, halte ich für verfehlt.
Gewisse Widerstände sind sinnvoll, weil sie verhindern, leichtfertig einen Beruf zu ergreifen, für den man nicht die notwendige Eignung mitbringt.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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8 Antworten zu Interview: Coaching für Ingenieurinnen

  1. Matze schreibt:

    „sehr entspannte, aber konzentrierte Arbeitsatmosphäre“

    Und das ist bei Männern nicht so? Teilweise scheint mir diese besondere Abhebung von Männern zum besseren herbeiphantasiert.

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  2. *hint* Was diesem Blog übrigens noch fehlt ist eine schöne Blogroll *hint*

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