Rechte: 9. Häusliche Gewalt

Die Liste mit den unterschiedlichen Rechten von Männern und Frauen wird als lose Folge von einzelnen Einträgen für jeden Punkt fortgeführt. Die Reihenfolge bedeutet keine Priorisierung oder Gewichtung, sondern ergibt sich aus der ursprünglich eher zufälligen Reihenfolge, wie ich sie in der Liste aufgeführt habe.
Da ich mich selbst nicht mit jedem Thema auskenne, werde ich mich nicht unbedingt an der Diskussion beteiligen.


9. Häusliche Gewalt

Bei häuslicher Gewalt gehen die Behörden automatisch vom Mann als Schuldigen aus.
Dabei ist häufig die Frau ebenfalls (oder auch alleine) gewalttätig. Viele Auseinandersetzungen werden initiiert, weil die Frau handgreiflich wird. Die meisten Männer haben eine Hemmung, Gewalt gegen Frauen auszuüben.
Zwar ist ein durchschnittlicher Mann körperlich kräftiger als eine durchschnittliche Frau. Dies kann aber durch Einsatz von Waffen oder Hilfsmitteln (Klischee: „Nudelholz“) mehr als ausgeglichen werden.

Dass Gewalt durch Frauen gegenüber Männern keine seltene Ausnahme ist, wird z.B. auf diesen Seiten thematisiert:
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Maedchen-die-ihren-Freund-schlagen/story/31532839
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/311741.html
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article124329318/Na-hat-dich-deine-Frau-geschlagen.html

Trotzdem herrscht in der Öffentlichkeit die vorherrschende Meinung, dass nur von Männern ausgeübte Gewalt ein Problem sei.
Dazu passt gut, dass es einen Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen gibt, und Gewalt gegen Männer ignoriert wird.

Es passt ebenfalls ins Bild, dass das Ausmaß bei Bestrafungen bei Männern deutlich stärker zu sein scheint als bei Frauen.


Es existiert das Duluth-Modell, das in polizielichen Leitlinien angewandt wird.

It is based in feminist theory positing that „domestic violence is the result of patriarchal ideology in which men are encouraged and expected to control their partners“.

Bei meiner Recherche bin ich auf ein Dokument des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestoßen, das sich ausdrücklich nur mit „männlichen Tätern“ beschäftigt.

Unter häuslicher Gewalt wird im vorliegenden Papier die Gewalt von Männern gegen ihre (Ex-)Partnerinnen verstanden.

Auch das Berliner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt, das ich nur exemplarisch nennen möchte (ähnliche Äußerungen in offiziellen Dokumenten gibt es reichlich), geht von Männern als Täter aus.

Darüber hinaus hat die polizeiliche Intervention nach den Erfahrungen von DAIP in Duluth und anderen ausländischen Interventionsprojekten auch einen stark vorbeugenden und gewaltabbauenden Effekt: Gerade bei Männern, die noch nie mit der Polizei zu tun hatten, wirkt eine polizeiliche Ingewahrsamnahme abschreckend. Ein Nicht-Eingreifen der BeamtInnen jedoch ist für den Täter eine Ermutigung und Bestätigung dafür, dass er mit „seiner“ Frau machen kann, was er will. Die Frauen werden dadurch entmutigt und in ihren Ohnmachtsgefühlen bestätigt. Damit steigt die Gefahr für erneute und eskalierende Gewalt.


Aus einem Kommentar von Bombe 20:

für Berlin bin ich kürzlich über die Leitlinien „Polizeiliches Handeln in Fällen häuslicher Gewalt“ gestolpert, herausgegeben vom Polizeipräsidenten. Diese wurden von der feministischen Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e.V.) nach dem Duluth-Modell entwickelt, und entsprechend lesen sie sich auch. In der Einleitung kommen Männer als Opfer ganze zwei Mal vor (Frauen als Täter aber überhaupt nicht), und in den konkreten Handlungsanweisungen wird dann regelmäßig “Frau” benutzt, wenn das Opfer gemeint ist, und wenn vom Täter die Rede ist, meist “Mann”. (z.B.: “Um eine sachbezogene Aussage zu erreichen, muss ausgeschlossen werden, dass der Mann […] auf die Frau einwirken kann […].”, S.9)

Daß gerade in Berlin der Anteil der männlichen Opfer häuslicher Gewalt im polizeilichen Hellfeld konstant steigt (AFAIK sind es derzeit 25%), zeigt zwar, daß die Polizisten dort nicht so doof sind, diesen einseitigen Blödsinn zu glauben, aber vom Polizeipräsidenten herausgegebene Leitlinien halte ich schon für so etwas wie eine Dienstanweisung.

(Übrigens gibt der gleiche Verein auch eine Broschüre “Empfehlungen für Jugendämter in Fällen häuslicher Gewalt” heraus, die den Anschein erweckt, 99% als häuslichen Gewalttäter seien Männer, aber diese “Empfehlungen” haben wohl keinen normativen Charakter.)

Aus einem Kommentar von krams:

Die Leitlinien kannte ich noch nicht, vielen Dank! Wäre interessant, ob sie bei der Berliner Polizei noch in Benutzung sind (die Veröffentlichung ist ja von 2001). Angesichts des Anteils von ~24,3% männlicher Opfer und 23,8% weiblicher Tatverdächtiger (Quelle: Gender-Datenreport Berlin 2014, Punkt “Gewalt gegen Frauen”) wirklich extrem einseitig.

Der entsprechende Abschnitt des Datenreports ist übrigens auch ansonsten interessant – so werden nur Frauen und Kinder erwähnt, denen Plätze in Gewaltschutzeinrichtungen (Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen) vermittelt wurden. Was mit den männlichen Betroffenen passiert – es wird bezeichnenderweise mit keinem Wort erwähnt.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Rechte: 9. Häusliche Gewalt

  1. Michael Baleanu schreibt:

    An den Umgang mit den Zahlen zur häuslichen Gewalt lässt sich die ganze Verlogenheit des feministischen, politischen Diskurses entlarven:

    Die Tatsache, dass die Partnergewalt paritätisch zwischen den Geschlechtern verteilt ist, ist seit Jahrzehnten bekannt. Eine der seltenen deutschen Veröffentlichungen dazu, findet mann hier: http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=30710972

    Dass die Partnergewalt sogar einen weiblichen Überhang hat, lassen die Studien der Kath. Univ. Eichstätt erahnen:

    Seite 30: „Der Anteil der „gewalterfahrenen“ Männer war erstaunlich hoch: 84% (847) hatten in ihrer derzeitigen bzw. in der letzten Partnerschaft, mindestens einmal Gewalt erfahren und 27% (271) lebten sogar in einer stark Gewalt belasteten Beziehung.“ http://www.ku.de/fileadmin/190302/Agora/Agora_1_2009.pdf

    Seite 9: „Es ist bemerkenswert, dass Männer signifikant häufiger als Frauen angeben, schon einmal Opfer geworden zu sein (6,0% gegenüber 2,7%).“ http://www.ku.de/fileadmin/190302/Agora/Agora_1_2002_01.pdf

    Die einzige Polizeistatistik der Länder, die auch Daten zur häuslichen Gewalt bringen, ist meines Wissens nach, die Berliner Polizeistatistik.

    (Es gab mal auch eine Statistik aus St. Gallen. Nachdem die Daten aus St. Gallen-Land die 50%-Grenze zu sprengen drohte, verschwand die Statistik aus dem Netz: http://mann-om-man.blogspot.de/2014/12/statistik-in-hauslicher-gewalt.html)

    Interessant ist sicherlich, was mit den ganzen Anzeigen passiert. Auch hier, ist Berlin vorbildlich, man suche bitte nach der Zahl eingestellter Verfahren: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&uact=8&ved=0CC4QFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.berlin.de%2Fsen%2Ffrauen%2F_assets%2Fkeine-gewalt%2Fhaeusliche-gewalt%2Fpdfs%2F2013_bericht_fortschreibung_datenerhebung_und_statistik_hg_bf.pdf&ei=oDQdVYz1I5Taapb6gZgF&usg=AFQjCNEd4AQ_ddzK01uwknNvd5SxnK4AcA&sig2=TUpDgsFPZ-oyzhjd30mZdQ

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  4. gripseljagd schreibt:

    Ich habe vor einiger Zeit die Verbreitung von Flyern in meinem Arbeitsbereich abgelehnt, weil sie nur einseitig Hilfe für Frauen bei Häuslicher Gewalt angeboten haben. Da gibt es dann plötzlich keinen Gender Aufschrei. Dabei wäre es ganz einfach dort von Gewalt von und gegen Menschen zu sprechen und eine Notrufnummer und Hilfe für betroffene Menschen anzubieten.
    Trotzdem, die Häufigkeit von betroffenen Frauen schätze ich höher ein als umgekehrt. Die Dunkelziffer bei Männern ist aber erheblich größer, den die Gesellschaft erkennt hilfebedürftige Frauen an, bei Männern sieht es anders aus.
    Letztlich ist es aber wichtig, dass wir alle so weit kommen, es uns nicht gefallen zu lassen, denn den ersten Schritt raus aus so einer Beziehung muss jeder selbst gehen.

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    • Für einen Mann ist es bestimmt erheblich schwerer, zuzugeben, dass er von häuslicher Gewalt betroffen ist.
      Es wäre, glaube ich, schon viel gewonnen, wenn dies gesellschaftlich nicht mehr totgeschwiegen würde.

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      • schleifmatt schreibt:

        Also mir erzählen Freunde ganz offen von den Marotten ihrer Weiber. Das ist natürlich nicht immer Gewalt, schon gar nicht körperliche,
        aber doch häufig genug. Speziell im Aufbauen von Druck jedweder Art haben diese Damen ein Talent und ich finde besonders auffällig, wie rücksichtslos die häufig mit ihren Kindern umzugehen scheinen. Sicher, ich höre ja nur die eine Seite, aber wenn der 4jährige regelmäßig kotzen muss, wenn sich bei Mama wieder ihre „speziellen fünf Minuten“ ankündigen, sagt das schon auch was. Diese Kinder haben Probleme in ihrer Entwicklung, lernen langsamer, haben Sprachentwicklungsstörungen oder verhalten sich unsicher. Tja und meine Kumpels sind aber den ganzen Tag arbeiten und abends hat er „die probleme“ ja nicht so, also wird das Thema – so es denn von irgendwem, gern der kita, zu einem gemacht wird – immer wieder vor einander her geschoben.
        Die Männer machen sich definitiv Sorgen darüber, wissen aber um ihre geringen Einflussmöglichkeiten (selbst wenn sie mehr Zeit dafür hätten, wer redet einer Mutter rein?) und um die latente Gefahr, der sie unterliegen. (O-Ton einer dieser Mamis „jetzt halt die fresse sonz lass ich dich von den bullen abholen“)
        Deswegen versuchen sie sich smart mit Tipps, Nachfragen und eingestreuten Informationen an Verbesserungen zu beteiligen, aber eben: das wirklich Schreckliche ist, dass die Frauen, die ja das selbst gezeugte Problem den ganzen tag vor Augen haben, so gänzlich ignorant bezüglich jeglicher Form von Ursachenforschung sind.

        Sie wollen es einfach nicht wissen, woher „das problem“ kommt; sie wollen es nicht wissen, warum der junge nicht richtig sprechen lernt, das Mädchen hoch allergisch ist, oder was auch immer vorliegt. Sie wollen es einfach nicht wissen, sie wollen es weg haben. Bestenfalls.
        Mann könnte es als Zuweisung der Lösungskompetenz an den Mann verstehen, aber, Herrgott: wie unreflektiert ist das?

        Anekdotische Evidenz, ja, ich weiß. Aber ist nicht jede Evidenz zu Beginn erstmal nur aus Einzelfällen gestrickt, in denen wir irgendwann ein Muster zu erkennen glauben?

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        • schleifmatt schreibt:

          Ach so, was ich eigentlich sagen wollte…die Väter sprechen zwar mit MIR darüber, aber Hilfe bei Ordnungsbehörden hat sich noch keiner geholt. Die hat einfach niemand als Helfer auf dem Schirm und nach hinten los gegangen sind solche Versuche ja auch schon. Und Wenn die Chance eh nur 50/50 ist, dass man mich dort helft, kann ich es mir auch knicken.

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  5. Pingback: Männerschutz //2251 | breakpoint

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