Rechte: 16. Öffentliche Toiletten

Die Liste mit den unterschiedlichen Rechten von Männern und Frauen wird als lose Folge von einzelnen Einträgen für jeden Punkt fortgeführt. Die Reihenfolge bedeutet keine Priorisierung oder Gewichtung, sondern ergibt sich aus der ursprünglich eher zufälligen Reihenfolge, wie ich sie in der Liste aufgeführt habe.
Da ich mich selbst nicht mit jedem Thema auskenne, werde ich mich nicht unbedingt an der Diskussion beteiligen.


16. Öffentliche Toiletten

Bei meinen Recherchen, rechtliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu finden, hatte ich ursprünglich eigentlich schon erwartet, auch rechtliche Vorteile von Männern zu finden.
Stattdessen waren alle Unterschiede zu Gunsten von Frauen.
Nun – im Nachhinein wundert es mich nicht. Wenn es irgendwo bedeutende rechtliche Benachteiligungen von Frauen geben würde, hätten Feministinnen dies sicherlich schon längst thematisiert und skandalisiert.

Einen Unterschied habe ich schließlich doch gefunden. Allerdings schlägt der sich höchstens in kommunalen Verordnungen o.ä. nieder. Trotzdem möchte ich ihn nicht unterschlagen, da mir an Objektivität und Vollständigkeit gelegen ist.

Es kommt vor (z.B. bei Volksfesten oder anderen öffentlichen Ereignissen), dass die Toilettenbenutzung (üblicherweise nur einfache Pissoirs) für Männer kostenlos sind, während für die Benutzung der Damentoiletten (also Einzelkabinen) ein festgelegter Geldbetrag (typisch sind 50 Cent) bezahlt werden muss.

Aus den Kommentaren:

Von bombe 20:

ich glaube gar nicht mal, daß es auf Volksfesten mehr Herren- als Damenklos gibt. Die üblichen Toilettenwagen, die ich so kenne, haben auf der Herrenseite drei oder vier Urinale und zwei Kabinen. Die Damenseite habe ich zwar noch nie genauer in Augenschein genommen, aber es sieht für mich so aus, als könnten da durchaus fünf oder mehr Kabinen zu finden sein.
Die unterschiedliche Länge der Schlangen dürfte eher etwas mit biologischen Unterschieden zu tun haben.

Und dann kommt noch dazu, daß viele Frauen es offenbar als ihr Recht ansehen, die wenigen Herrenkabinen auch noch mitzubenutzen, und zwar ohne jede Rücksicht auf die Intimsphäre oder das Schamgefühl der Männer an den Pissoirs. Da habe ich schon einige Geschichten gelesen und selbst erlebt…

Wobei es bei dem Thema tatsächlich eine Bevorzugung von Männern durch öffentliche Stellen für Deine Liste gibt: In (einigen?) öffentlichen Klos in Köln müssen Frauen 50 Cent bezahlen, während sie für Männer kostenlos sind. Begründet wird das mit den vielen männlichen Wildpinklern.

(Dabei mußte ich spontan an Babyklappen denken: Die wurden ja eingerichtet, weil zu viele Mütter ihre neugeborenen Babys umgebracht haben, und da gab es aus Männerrechtlerkreisen die zynische –und nein, nicht ernst gemeinte– Frage, wie viele Väter das wohl tun müßten, bevor der Gesetzgeber ihnen das Recht gibt, die Vaterschaft auszuschlagen.
In diesem Sinne müssen sich wohl nur genug Kölnerinnen hinter –der besser noch: sichtbar vor– irgendwelche Büsche hocken, damit auch sie kostenlose WCs bekommen.)

Und die Stadt Frankfurt hat wohl aus dem gleichen Grund auch einige sehr öffentliche Pissoirs aufgestellt. Ich habe so ein Ding das erste Mal auf dem Museumsuferfest gesehen und mich gefragt, ob das jetzt Kunst oder ernst gemeint ist. Wobei Frankfurt ja auch mal Experimente mit mit Damenpissors gemacht hat — dem Vernehmen nach wurden die nicht wirklich begeistert angenommen.

und

Durch die Medien ausführlich dokumentiertes Verwaltungshandeln. Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, daß die Toiletten keineswegs generell für Männer frei sind, sondern daß der Zugang zum Urinal kostenlos, der zur Schüssel aber zu bezahlen ist. Die Verwaltung hätte hier eine Ungleichbehandlung also durch Installation eines Unisex-Urinals leicht vermeiden können.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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10 Antworten zu Rechte: 16. Öffentliche Toiletten

  1. Gerhard schreibt:

    Es wäre eigentlich ziemlich einfach, Geschlechtsunterschiede und Gleichbehandlung zu vereinen. Einfach Kabinen für alle und Pissoirs für Stehpinkler. Gerne auch für stehpinkelnde Frauen (siehe Punkt 1). Dafür, daß Stehpinkeln manchmal kostenlos ist, habe ich schon Verständnis. Man kann einfach deutlich mehr deutlich einfacher abwickeln. Vom Aufwand her betrachtet ist es ja auch irgendwie unfair, fürs Pinkeln auch die normalen 50 Cent zahlen zu müssen, obwohl man als Mann die Hälfte der Zeit, die Hälfte des Platz und die Hälfte des Aufwands zum Saubermachen verursacht.

    Zwei Sachen fallen mir bei der Diskussion noch ein.

    1. Ich hätte gerne diese Trennwände zwischen den Pissoirs überall. Die Dinger verbrauchen keinen Platz und sind nichts weiter als schmale Bretter. Eigentlich gibt es keine Entschuldigung, die nicht überall anzubringen, sie sind aber recht selten. Ich hätte auch gerne ein bisschen Privatsphäre beim Pinkeln.

    2. Schüsseln/Brillen sind anatomisch nicht an Männer angepaßt. Es gibt nichts ekligeres als insbesondere in öffentlichen Toiletten vorne anzustoßen. Die Dinger müssen dem Ding entsprechend vorne länger sein. Ein wichtiger Grund übrigens auch weshalb sitzpinkeln für Männer ziemlich widerlich ist.

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    • Mit Unisex-Toiletten wie man sie etwa in Zügen oder Flugzeugen findet, sollte eigentlich jeder klarkommen.
      Wo genügend Platz vorhanden ist, zusätzlich Pissoirs mit Sichtschutz.

      In einigen anderen Ländern gibt es Stehtoiletten für Frauen (also ein Loch im Boden). Die sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber funktionieren schon, sobald man den Bogen raus hat.

      zu 2. Das kann ich mir vorstellen.
      Ich bin ja schon lange Verfechterin des Stehpinkelns.
      Aber als ich darüber vor ein paar Jahren gebloggt habe, widersprachen mir überraschend viele Männer.

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      • Irenicus schreibt:

        zu 1.)
        Das ist ein länderspezifisches Problem. In anderen Ländern (kenne es aus der Ukraine), sind auch die Toiletten ohne Trennwände. Da kann man sich beim großen Geschäft gegenseitig zugucken. Und ja mir ist bewusst, dass wir über Deutschland reden.

        zu 2.)
        Japp, das ist echt super eklig! Genauso wie die Klos, wo die Ausscheidungen direkt ins Wasser fallen, und das dann hochspritzt. Bei meiner eigenen toilette ist mir das total egal, aber bei ner öffentlichen sit es einfach nur BÄH!

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  2. Gerhard schreibt:

    Die alte Diskussion ist interessant. Kann ja wirklich jeder machen was er will und eigentlich muß man sich im Internet gar nicht über sowas austauschen, aber…:)

    Einige Diskutanten haben angemerkt, daß der abprall- und spritzeffekt beim Stehpinkeln unschön sei. Wenn ich mich hinsetze und die Schüssel 2cm vorm Harnausgang ist, wie stark spritzt es da und welche Körperregion ist betroffen? Tja… „Nick31“ wechselt immerhin die Position je nach öffentlicher oder privater Toilette.

    Interessant war auch der Tupfer, der meinte er würde sich nach dem pinkeln gerne mit Klopapier säubern, schon allein wg Oralsex. Nun, ich habe vorhin beim Pinkeln extra nochmal hingeschaut, da bleibt nach dem Abschütteln bei mir nichts mehr zum Putzen übrig. Wenn, dann würde ich (spätestens vorm Oralsex) mal meinen Rüssel ins Waschbecken halten, zum saubermachen ist so ein Penis sehr praktisch und Klopapier ist nicht gerade gründlich. Überhaupt ist Oralsex kein Argument, außer er praktiziert Cunnilingus ausschließlich an gerade gewaschenen Frauenunterkörpern.

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    • und eigentlich muß man sich im Internet gar nicht über sowas austauschen

      Man muss nicht. Man kann aber. :mrgreen:

      Hygienischer (und appetitlicher) ist es sicherlich, möglichst viel Abstand von Kloschüsseln u. dgl. zu halten.

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    • Irenicus schreibt:

      Überhaupt ist Oralsex kein Argument, außer er praktiziert Cunnilingus ausschließlich an gerade gewaschenen Frauenunterkörpern..

      1. Beim Cunilingus hält man seine Zunge normalerweise nicht an den Harnsaugang der Frau, sondern wohl meistens eher an den Kitzler, der ziemlich weit weg ist.
      2. Ist Oralsex ein wunderbares Argument :p
      3. Gibt es nicht immer die Möglichkeit seinen Penis zu waschen (auf öffentliche Toiletten, oder auf Arbeit geht es meistens gar nicht, dann lieber mit Klopapier tupfen)
      4. ist eine frisch geduschte, oder gerade duschende Frau durchaus auch angenehm

      Kann ja wirklich jeder machen was er will und eigentlich muß man sich im Internet gar nicht über sowas austauschen

      Man muss überhaupt nicht ins Internet. Es gibt aber keinen Grund sich nicht darüber im Internet auszutauschen.

      back to topic:
      Wieviele dieser „öffentlichen“ Toiletten sind denn wirklich öffentlich (also vom Staat betrieben), und werden nicht privat betrieben? Ich kenne nur privat-betriebene Toiletten und da ist es genau wie bei der Diskothek mit freiem Eintritt für Frauen, allein Sache des Betreibers, welche Preise er nimmt. Ich kenne jedenfalls kein „gesetz“ welches vorschreibt, dass Männer auf öffentlichen Toiletten nichts zahlen müssen.

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      • 1. Kann ich nicht beurteilen – zumindest nicht aktiv.
        2. Wenn du das sagst. 😎
        3. Ist wohl so.
        4. Napoleon sah das anders (Ne te lave pas, je reviens).

        Wenn ich ein solches Gesetz gefunden hätte, hätte ich es zitiert.
        Bei Volksfesten, bei denen die Kommunen zumindest mitzureden haben, ist es jedoch nicht unüblich, nur Frauen zur Kasse zu bitten (was besonders ärgerlich ist, wenn man erst 10 Minuten durch die Menschenmenge hinlaufen muss, und dann noch länger anstehen – und dabei ist Bier enorm harntreibend!)

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  3. Gerhard schreibt:

    1. Cunnilingus geht vom Damm bis zum Bauchnabel, Mindestens.
    2. Wegen 1 und weil das Pipiaroma bei Frauen nicht am Harnausgang bleibt, ist Sitzpinkeln-weil-Abtupfen beim Mann kein besonders gewichtiges Argument. So meinte ich das.
    3. Unbestritten.
    4. Beides. 🙂

    Ich kann mich nur an eine Gelegenheit erinnern, wo ich nicht fürs pinkeln zahlen mußte. Da waren Miniatur-Pissoirs aufgestellt. Nüchtern und im Hellen war das eher unangenehm. Falls die überlegung war, Männern fürs Pinkeln weniger abzunehmen könnte es der Verwaltungsaufwand sein, der den Preis auf 0 reduziert.

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