Artikel: Tauziehen um Frauen im Ingenieurberuf

Noch von letzter Woche stammt der Artikel „Mühsames Tauziehen um junge Frauen im Ingenieurberuf“ in den VDI-Nachrichten, zu dem ich wieder einige Anmerkungen machen möchte.

Seit Jahren wird versucht, mehr Frauen für Mathe und Technik zu begeistern.

Begeisterung alleine genügt nicht. Davon abgesehen, sollten diese Versuche Männer einschließen.

„Ich hatte nie den Eindruck, dass ich benachteiligt gewesen wäre und dass ich besondere Hilfe gebraucht hätte“,

So ist es. Warum redet man das dann jungen Frauen ein?

die jahrelangen Anstrengungen, Mädchen und jungen Frauen Technik schmackhaft zu machen. Rund 260 Initiativen gibt es bundesweit, heißt es im 2013 veröffentlichten VDI-Report. Ob Klassiker wie der Girls‘Day, spezielle Coachings für Frauen, Karrierekongresse, bundesweite Netzwerkinitiativen oder Mint-Slams, bei denen Ingenieurinnen auf unterhaltsame Weise ihren Beruf präsentieren. Es wird viel geworben und doch steigen die Zahlen nicht wie erhofft.

Diese „Anstrengungen“ sollte man sich sparen. Die dadurch eingesparten Kosten wären sinnvoller zu investieren in Veranstaltungen, die allen Interessierten – also auch Männern – zugute kommen.

Frauen, die sich für ein Technikstudium entschieden, möchten aber noch lange nicht alle Karriere machen. [..] Sie beobachtet außerdem einen „Rollback“. Frauen schüfen sich nicht unbedingt eine „Basis als unabhängige Selbstversorgerin“, so die fib-Frau. „Sie wollen in der Familie Geborgenheit aufbauen und verzichten zu oft auf eine stabile Berufstätigkeit.“

Und das ist die persönliche und individuelle Entscheidung jeder einzelnen Frau.
Männer dagegen haben diese Wahl i.A. nicht.

„Angebote für Frauen sind sicherlich hilfreich, aber sie schrecken auch ab, wenn es speziell etwas für Frauen ist.“

Angebote speziell für Frauen sind schlicht unnötig. Man stelle sich den #Aufschrei vor, wenn es entsprechende Angebote gäbe, die ausschließlich Männern vorbehalten wären.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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6 Antworten zu Artikel: Tauziehen um Frauen im Ingenieurberuf

  1. idgie13 schreibt:

    Vor allem haben die guten Frauen keine Lust nur mit Weibern zu arbeiten, die ihren Job nur wegen ihres Geschlechts haben.
    Die guten Frauen haben nämlich kein Problem mit fachlich guten Männern zusammen zu arbeiten.
    Der Schuss geht einfach nur nach hinten los und die sind zu doof, um das zu begreifen.

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    • Du drückst das drastischer aus als ich, aber es stimmt schon.

      Ich habe es auch satt, wie versucht wird, irgendwelche ungeeigneten Tussis anzuwerben, deren einzige „Qualifikation“ ihr Geschlecht ist.
      Wozu? Besser wenige gute Frauen, als viele schlechte, die nur das Niveau senken und ein schlechtes Licht auf kompetente Frauen werfen.

      Frauen, die auf dem Niveau der Männer mithalten können, sind willkommen. Die anderen suchen sich besser eine für sie passendere Beschäftigung.

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  2. Matze schreibt:

    „In den Medien geht es immer wieder um Sexismus: Glaubt man den Überschriften, dann sind sexistische Belästigung, sexistische Beleidigung, sexistische Diskriminierung und sexistische Werbung an der Tagesordnung. In der neuen Ausgabe des wissenschaftsmagazins Nature kritisiert eine Biologieprofessorin jetzt subtilen Sexismus. Hinter scheinbar harmlosen Bemerkungen verberge sich oft ein aggressives Potenzial, das ihrer Meinung nach Frauen aus der Wissenschaft – und analog wohl auch anderen Arbeitsbereichen – treiben kann. Was hat es auf sich mit den von ihr so genannten Mikroaggressionen?“

    http://www.heise.de/tp/artikel/48/48134/1.html

    Und wenn es keine konkreten Anhaltspunkte gibt, die klar benannt werden können, dann erfindet man eben welche…

    Wie soll es Frauen helfen ihnen weiß zu machen das sie überall unerwünscht sind, für ihre Arbeit nicht gewertschätzt/schlechter bezahlt werden oder das sie, wenn sie in einem „Männerbereich“ arbeiten wollen, mit ziemlicher Sicherheit sexuell belästigt werden, was dann so dermaßen schlimm und übertrieben dargestellt wird, als ob jede Frau dann erstmal Therapie machen müsste, wenn ein Mann auf der Arbeit ihr gegenüber ein anzüglichen Kommentar macht (Frauen machen sowas ja nicht, niemals! ^^) . Und teilweise ist es ja dann in der Realität auch noch genau anders herum, als wie von diesen Leuten behauptet und man freut sich über jede Frau.

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    • Ja, Feminismus vermittelt ein völlig verzerrtes und realitätsfremdes Bild.
      Deshalb versuche ich ja auch immer wieder, dies zurecht zu rücken.

      In MINT-Berufen stehen fachliche Aspekte im Vordergrund. Wer da kompetent ist, wird akzeptiert.
      Und wenn mal ein (anzüglicher) Scherz gemacht wird, tja, bleibt man gelassen und souverän, lacht mit, und setzt noch einen oben drauf. :mrgreen:

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  3. idgie13 schreibt:

    Also in punkto anzügliche Bemerkungen steh ich meinen männlichen Kollegen in keinster Weise nach. Im Gegenteil … B)

    Ich habe mich noch nie unerwünscht gefühlt und noch nie weniger verdient als meine männlichen Kollegen. Sexuell belästigt wurde ich auch noch nie – zumindest nicht dann, wenn ich es nicht wollte 😉 und dann ist es ja auch keine Belästigung. Wer gut ist, hat kein Problem in dem Job – die unfähigen Tussis schon eher…

    Die sollen die Frauen, die technisches Interesse haben, in Ruhe ihr Fach studieren lassen und die Frauen, die es nicht interessiert, nicht zu etwas überreden, was ihnen eh keinen Spass macht.

    Es gibt auch keine Boys Days, um sie dazu zu bringen, Kindergärtner zu werden oder Zahnarzthelfer.

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