Cybermentor: „Mentorinnen begeistern Mädchen für MINT“

CyberMentor ist Deutschlands größtes E-Mentoring-Programm für Mädchen in MINT.

So beginnt die Beschreibung auf der Cybermentor-Website.
Es geht weiter mit:

Schülerinnen der 6. bis 12. Klasse werden ein Jahr von einer persönlichen Mentorin begleitet, die als Rollenvorbild zu MINT-Aktivitäten anregt und Hinweise zur Studien- und Berufswahl gibt.

Und spätestens hier stellen sich die Fragen, warum das Cybermentor-Angebot sich auf Mädchen beschränkt, und ob es auch ein ähnliches Angebot gibt, das Jungen offensteht.

Cybermentor wirbt mit:

71% aller ehemaligen Teilnehmerinnen wählen nach Verlassen des Programms ein MINT-Fach als Studienfach oder Ausbildungsrichtung, was für die Nachhaltigkeit des Programms spricht.

Dabei ist diese Angabe bedeutungslos. Viele der Teilnehmerinnen hätten dies wohl ohnehin, da bereits die Teilnahme an so einem Programm samt Zeitaufwand für ein starkes Interesse spricht.
Um eine Aussagekraft zu haben, müsste eine Vergleichbarkeit mit entsprechenden Zahlen von männlichen Teilnehmern ähnlicher Programme gegeben sein. Aber Jungen brauchen so was ja nicht.

Die Projektleitung und -koordination des Cybermentor-Programms besteht aus Pädagogen und Psychologen, also Personen, deren MINT-Verständnis eher gering sein dürfte.

Auf dem Infoflyer für Schülerinnen findet sich hervorgehoben die Frage:

Du interessierst dich dafür, wie mit einer Essiggurke ein Smartphone aufgeladen werden kann und willst dich mit anderen Schülerinnen darüber austauschen?

Als müsse man sich für Essiggurken und Smartphones interessieren, um einen Bezug zu MINT zu haben.
Ich persönlich habe überhaupt kein Interesse daran, irgendetwas mit Smartphones zu machen.
Wäre das nur eine Frage unter mehreren gewesen, OK. Aber es scheint den Zuständigen nichts anderes eingefallen zu sein.

Der entsprechende Flyer für „MINT-Frauen“ fragt stattdessen:

Möchten Sie als Rollenvorbild Schülerinnen für Ihren MINT-Bereich begeistern und als Expertin Mädchen zu mehr MINT-Aktivitäten anregen?

Wieder frage ich mich, wieso Jungen nicht ebenso begeistert und angeregt werden sollen.
Und warum werden nicht auch Männer als Mentoren angesprochen?

Finanziert wird das für Mentorinnen und Mentees kostenlose Projekt von einigen namhaften Unternehmen, die es wohl als Marketingmaßnahme sehen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Cybermentor: „Mentorinnen begeistern Mädchen für MINT“

  1. aliasnimue schreibt:

    „Du interessierst dich dafür, wie mit einer Essiggurke ein Smartphone aufgeladen werden kann und willst dich mit anderen Schülerinnen darüber austauschen?“ Selten dämlicher Spruch. Hab ihn eben meiner Tochter vorgelesen. Sie hat mich völlig entgeistert angeschaut.

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  2. elmardiederichs schreibt:

    Mich würde interessieren, wie sich die Quote der Frauen in Informatik und bei den Ingenieuren entwickeln würde, wenn beides ein Pflichtfach in der Schule wäre. Schließlich hat die Quote der Frauen an der Uni über Jahrzehnte mit der Chance, Lehrer zu werden, korreliert.

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  3. only_me schreibt:

    Der Zweck ist wohl, dass Deutschland im MINT Bereich an Boden verlieren soll.

    https://sciencefiles.org/2016/05/12/hausgemachte-katastrophe-wie-staatsfeminismus-aerztemangel-schafft/

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  4. Danny schreibt:

    Die neue Akkutechnologie aus Deutschland: Essiggurken.

    Aber warum nicht, in Deutschland plant man ja auch, dass Flüchtlinge die Rente bezahlen.

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