Bigotterie – das Messen mit zweierlei Maß

Vor mehreren Monaten, als ich unter dem Einfluss einer feministischen Spamattacke (und PMS) gerade etwas dünnhäutig war, spülte mir ein Retweet dieses Bild samt Message

in meine Timeline bei Twitter.

Ich war entsetzt über diese Gehässigkeit.
Umso überraschender war, dass dieser Tweet von der Gründerin von OAPI (Online Abuse Prevention Initiative) stammt, einer Organisation, die angeblich Online Harassment bekämpfen will.

Von einer Organisation, die von sich selbst behauptet

dedicated to reducing and mitigating online abuse

seeks to help others understand the patterns and behaviors common in online abuse and what can be done to mitigate it quickly and easily

we can quickly identify the critical items that allow sustained online harassment campaigns to go unchecked

to create tangible changes that result in increased support for targets of online harassment as well as enacting barriers to discourage further negative behavior

würde ich Unabhängigkeit und Neutralität erwarten.
Stattdessen hetzt die Gründerin höchstpersönlich einseitig gegen eine bestimmte Gruppe.

Zwar war ich von ihr geblockt, obwohl ich niemals Kontakt mit ihr gehabt hatte, sah jedoch gelegentlich auch andere Tweets von ihr, wenn sie von anderen Twitterern zitiert wurde. Dabei entdeckte ich einige bösartige und beleidigende (ich habe z.B. noch einen mit „whiny white men“ in Erinnerung, habe den Link aber nicht aufgehoben).
Auch einige andere Angelegenheiten (z.B. im Zusammenhang mit Gamergate, FreeBSD, Github, Twitter, Milo), in die sie verwickelt war, kamen mir zur Kenntnis, und auch da fiel sie äußerst negativ auf.

Diese double standards veranlassten mich dann zu einem Rant in einem Blogeintrag, bei dem ich damals aber aus Rücksichtnahme auf eine bestimmte Person (X.) keinen Namen nannte.

Inzwischen hatte ich die Angelegenheit längst vergessen, und wohl auch abgehakt. Dann entdeckte ich gestern in meiner Twitter-Timeline folgenden Tweet, auf den jemand hinwies:

Mehr möchte ich gar nicht dazu sagen. Es reicht, dass ich dies jetzt hier dokumentiert habe.

Für den Fall, dass die beiden eingebundenen Tweets irgendwann gelöscht werden:
Der erste zeigt eine blauhaarige, lippengepiercte Frau, die eine obszöne Geste (erigierter Mittelfinger) zeigt. Darunter der Text: „A message for all the fat-shaming, feminist-hating men in my mentions right now.“
Auf dem zweiten sieht man Screenshots, auf denen ihr Kampf gegen Hate Speech bezweifelt wird, und darunter der Text: „LOL @marthadear did you see this? Already upsetting German assholes“.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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18 Antworten zu Bigotterie – das Messen mit zweierlei Maß

  1. George schreibt:

    Mir geht das alles mittlerweile dermaßen auf den Senkel, wenn ich nicht ohnehin viel im RL zu run hätte, würde ich mich alleine deshalb mehr von Twitter (und dem Netz überhaupt) fernhalten.

    Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es nicht mehr darauf ankommt was man sagt und tut, sondern wer es sagt und tut. Gutes Beispiel dazu ist Antifa und Bürgerwehr, oder eben das ganze Gewäsch von Unterdrückung und weißen Männern. Bei der taz kennt man das ja, aber auch bei SZ oder Spiegel wird sowas geschrieben.
    Gegen Männer zu pöbeln war schon immer einfach und akzeptiert, in der Werbung lief das immer ironisch und subtil, z.B. wenn die Frau augenrollend um die Ecke kommt, weil der Mann zu doof ist die Waschmaschine zu bedienen; jetzt aber ist es offene Hetze.

    Wir könnten ja mal ein kleines Spiel machen. Finde drei (in Zahlen 3) Kampagnen, die sich an Männer richten. Gesundheit, Förderung, Hilfsangebote. Ich spiele dieses Spiel schon einige Zeit und finde nichts. Wobei mir wieder einfällt daß sich z.B. die Kampagne zur HPV Impfung nur an Mädchen richtet, die Impfempfehlung wurde schon vor Jahren auf Jungs und Männer erweitert. Brustkrebs? Können auch Männer bekommen, wird aber als absolute Frauensache behandelt. Warum regt sich nimand über das „Unsichtbarmachen“ der Männer auf? Es gibt einen Internationalen Tag gegen die Genitalverstümmelung bei Frauen, keinen für Männer. Hast du schon von einer Feministin etwas zum Thema Beschneidung gelesen? Ich ja. Genau von einer, und das rechne ich ihr hoch an.

    Es gibt sie schon, die Alltagsfeministinnen, die unverkrampft und toll sind. Aber die Hashtag-Tussis tun der Sache keinen Gefallen. Aber sie müssen natürlich ständig neue Bedrohungen erfinden, sonst rutschen sie in der Intersektionalen Unterdrückungsskala nach unten und werden rausgeworfen, wie es bei den Schwulen schon passiert ist.
    Hier habt ihr Antidiskriminierungsgesetz, Lebenspartnerschaft, gesellschaftliche Akzeptanz, und jetzt tschüß, ihr seid nicht mehr unterdrückt.
    http://everydayfeminism.com/2015/01/homonormativity-101/

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    • Da kann ich dir nur zustimmen.
      Mir ist auch keine Aktion bekannt, die sich ausdrücklich an Männer oder Jungen richtet. Das kann sich niemand mehr leisten. Der feministische Protest wäre zu groß.

      Etliche der von dir angesprochenen Punkte hatte ich hier ebenfalls schon thematisiert (HPV-Impfung, Brustkrebs, Genitalverstümmelung).
      Als Blogger kann man Benachteiligungen von Männern zwar immer wieder nennen, das mediale Echo ist aber vernachlässigbar.

      Während etwa #article7 von den Medien völlig ignoriert wurde, bekommen feministische Hashtagaktionen wie #imzugpassiert oder #wasichlernte sofort Resonanz in der Presse.
      Von der kürzlichen „Gleichberechtigung“sserie der SZ mal ganz zu schweigen, die rund 20 profeministische Artikel brachte, und in dem einzigen über Männerrechte das Thema extrem zum Negativen hin verzerrte (sh. Blogpost von Lucas Schoppe).

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  2. sevens2 schreibt:

    PMS plus göttlicher Zorn. (Andere hätten statt „Bigotterie“ von „double standards“ gesprochen.)

    Die sind so scheu wie bescheuert. Rufen Beleidigungen in den Wald, und laufen vor dem Echo „backlash“ kreischend davon. Das hat auch was erheiterndes, besonders in Verbindung mit dämlichen Bildern.

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    • Erheitern tut mich das schon lange nicht mehr.
      Angeblich Cybermobbing verhindern wollen, aber selbst das Web mit Hassreden und Beleidigungen überschütten.
      Leider ist so etwas kein Einzelfall, nur ein leider prominentes Beispiel.

      Verschärfend kommt noch hinzu, dass Frau Harper durch ihr Verhalten und Auftreten das öffentliche Bild einer Programmiererin prägt.
      Davon kann ich mich nicht oft genug distanzieren.

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      • sevens2 schreibt:

        Dein gerechter Zorn ist… sympathisch. Andere Elemente wahrzunehmen erlaubt einem über den Dingen zu stehen.

        Berufsehre?

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        • Berufsehre .. hm .. trägt bestimmt einiges dazu bei.
          Diese Frau ist in so vielen Punkten das genaue Gegenteil von mir. Die Programmierei dürfte die einzige Gemeinsamkeit sein.
          Es ist einfach ärgerlich, dass sie das – ohnehin nicht ganz unkomplizierte – Image der Programmiererin mit ihren Hasstiraden so negativ beeinflusst.

          Aber auch wenn sie einen ganz anderen Beruf hätte (oder wie viele Feministinnen gar keinen richigen) würde ich ihre double standards und Verunklimpfungen Andersdenkender ablehnen.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Frauen mit kurzen dicken Fingern fand ich schon immer unsympathisch !
    *iieeeehhh*

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  4. Sci Fanboi schreibt:

    So. Dank archive.today wird da nichts mehr gelöscht!
    https://archive.is/ARnPo

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  5. Pingback: Artikel im Spiegel: Sexismus in der IT | ☨auschfrei

  6. Pingback: Zwölfhundertvierundsiebzig | breakpoint

  7. pıʌɐp schreibt:

    Ich glaube, dass das für diese Leute tatsächlich kein Hatespeech darstellt. Noch nicht mal eine Meinung, denn das wäre ja subjektiv und dazu könnte man auch eine gegenteilige Meinung haben; sondern einfach eine objektive Tatsache resp. eine in jeder Hinsicht korrekte Mitteilung.

    Wenn man so sehr mit seinem Weltbild eins geworden ist, dann muss man es auch bis zum Äußersten verteidigen. Dazu gehört, dass man jede noch so geringe Kritik daran als Hatespeech bezeichnen MUSS und dass keine noch so üble Aktion der eigenen Seite auch nur im geringsten falsch sein kann.

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    • Wenn man Leute, die anders denken, als „Assholes“ oder als „Idioten“ (wie z.B. bei diesem Tweet)

      bezeichnet, dann ist das zumindest kein Angebot eines konstruktiven Dialogs.

      Wer sich damit brüstet, gegen Hate Speech oder Online Harassment vorzugehen, sollte mit gutem Beispiel vorangehen.

      Aber vermutlich fehlt diesen Pharisäern tatsächlich jegliches Vermögen zur Selbstreflektion und Differenzierung.

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