Artikel im Spiegel: Sexismus in der IT

Auf Twitter wurde ich auf einen Spiegel-Artikel hingewiesen,

auf den im Folgenden aus Zeitgründen nur kurz eingehe (ist eher als Rant zu verstehen).

Poe’s Law hat wieder einmal zugeschlagen.
Ich weiß nicht, inwieweit der Artikel „Meine Brüste behindern mich beim Programmieren“ über Sexismus in der IT ernst gemeint ist, oder nicht.

Da gibt es die Aussagen

  • „Mein Dekolleté lenkt mich einfach ständig ab.“

  • „Meine Brüste behindern mich beim Programmieren.“

  • „Wegen meiner langen Wimpern kann ich kaum den Bildschirm sehen.“

  • „Wenn ich nicht meine Tage habe, dann habe ich meinen Eisprung. Also habe ich keine Zeit zum Programmieren.“

die ich erst einzeln kommentieren wollte, aber ich lass‘ es doch besser, in der Hoffnung, dass es sich dabei um ironische Scherze handelt (sicher bin ich mir aber nicht).
Sofern die Aussagen jedoch ernst gemeint sind, ist es ganz gut, dass diese Mädchen möglichst weit von der IT wegbleiben.

Angeblich möchte eine Organisation „Girls Who Code“ „verdeutlichen, mit welchen Vorurteilen Frauen in der Informatik noch immer zu kämpfen haben [..] warum Mädchen nicht in männerdominierte Bereiche wie Technologie einsteigen“.
Soweit dies die o.g. Aussagen sind, kann ich dazu nur sagen, dass ich froh bin, dass keine solchen Tussis versuchen, in der IT mitzumischen.

Weiterhin wird behauptet:

Anzügliche Witze und frauenfeindliche Sprüche sind an der Tagesordnung.

Wer fachlich gut ist, findet ein kooperatives Umfeld vor. Nerdhumor ist teilweise gewöhnungsbedürftig, so dass leider nicht alle Frauen damit klarkommen. Die sollten sich dann besser einen anderen Beruf suchen.

Doch schon in der Schule interessieren sich Mädchen kaum für das Fach. In einer deutschlandweiten Studie aus dem Jahr 2014 bekundeten sechs Prozent der Oberstufenschüler, die zumindest eine ungefähre berufliche Vorstellung hatten, Interesse an IT-Berufen; bei den Schülerinnen waren es weniger als 0,5 Prozent.

Daraus sollte man die Folgerung ziehen, dass es ineffizient ist, ausschließlich Mädchen für MINT begeistern zu wollen.

Laut „Girls Who Code“ liegt das unter anderem am schlechten Image der Branche. Männlich, pickelig, unfrisiert ist das Klischeebild des Technik-Nerds. Unter Programmierern stellen sich viele Mädchen kontaktscheue Männer mit Pizzakartons und langen schwarzen Mänteln vor.

Zu schade nur, dass gewisse Programmiererinnen das Bemühen anderer um ein besseres Image bösartig hintertreiben.

Advertisements

Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Antworten zu Artikel im Spiegel: Sexismus in der IT

  1. tevsa schreibt:

    Ich glaube die meinen das Ernst.
    Wer im Beruf nichts schafft, die nimmt gerne die Feminismuskarte und behauptet es klappte wegen der bösen Männer nicht. Und nicht wegen eventuell mangelder Leistung.

    Wird sehr gerne benutzt. Und mit Frauen, die so denken arbeite keiner gerne zusammen.
    Die Gefahr einer „Attake von hinten“ besteht ja immer ….

    Gefällt mir

    • Danke, da hat der Spiegel im wesentlichen wohl abgeschrieben.

      Gefällt mir

      • aliasnimue schreibt:

        Ich kenne die amerikanischen Verhältnisse nicht. Das Video soll wohl Satire sein.
        Im übrigen kann ich mich gut an meinen Physiklehrer erinnern. Der meinte immer „Mädchen haben keine Ahnung von Physik“ und belegte das mit seinen 4 Töchtern.

        Gefällt mir

        • Es ist zu hoffen, dass es nur eine Parodie ist.
          Aber ich habe inzwischen schon so viel in dieser Hinsicht gesehen, das ernsthaft so vertreten wurde, dass ich mir da überhaupt nicht sicher bin.
          Ja, ich habe einiges für Satire gehalten, bei dem sich herausstellte, dass es das nicht war (z.B. https://auschfrei.wordpress.com/2016/02/19/satire-rationaler-feminismus/ ).

          Wenn es Satire ist, so muss man dies eindeutig klarstellen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.
          Mit solchen dümmlichen Aussagen schreckt man die Zielgruppe ab.

          Dein Physiklehrer wusste vermutlich recht gut, dass Töchter oft nicht nach ihren Vätern (bzw. allgemein Kinder nicht nach ihren Eltern) kommen, und hat diese Aussage bestimmt mit einem Augenzwinkern getan. Oder nicht?

          Gefällt mir

          • aliasnimue schreibt:

            Mein Lehrer meinte das völlig ernst. Deswegen war ich froh, nur ein Jahr Physik in meiner Schullaufbahn gehabt zu haben.

            Gefällt mir

            • Naja, dann hat er ausgehend von seinen Töchtern zu sehr generalisiert. So etwas gibt es.
              Heutzutage würde er sich diese Äußerung sicher verkneifen.

              Gefällt mir

              • aliasnimue schreibt:

                Er stand damals schon kurz vor der Rente und war sicher auch zu seiner Zeit eine Ausnahme.

                Gefällt mir

                • Immerhin vertrat er offen seine Meinung, was man respektieren sollte.

                  Außerdem hat Schulphysik (vom Leistungskurs vielleicht mal abgesehen) nur wenig mit Physik zu tun, wie sie im Studium gelehrt wird.
                  Das spiegelt sich auch darin wieder, dass Lehramtsstudenten nur wenige und einfache Vorlesungen gemeinsam mit den Diplom-Studenten besuchen.
                  Dafür haben sie noch ein anderes Fach, und den Schwerpunkt auf Didaktik.

                  Gefällt mir

                  • aliasnimue schreibt:

                    Ich weiß nicht mal, wie viel Jahre Physik überhaupt unterrichtet wird. Meine Tochter hatte erst ein Jahr in der 5ten Klasse, was sie auch wenig begeistert hat. Übrigens unterrichtet von einer Lehrerin.

                    Gefällt mir

                  • Das hängt wohl von Schultyp und Bundesland ab, und kann sich auch im Laufe der Zeit ändern.
                    Ich hatte damals™ ab der 8. Klasse Physik. In der Kollegstufe haben die meisten Schüler Physik abgewählt. Ich kann nur froh sein, dass ein Leistungskurs zustande kam.
                    Zwei oder drei Jahre lang hatte ich eine Physiklehrerin. Das war abschreckend, aber ich habe trotzdem Physik studiert.

                    Gefällt mir

  2. mitm schreibt:

    „Ich weiß nicht, inwieweit der Artikel „Meine Brüste behindern mich beim Programmieren“ über Sexismus in der IT ernst gemeint ist, oder nicht.“

    Kommt mir nicht so vor, aber unterstellen wir mal, er sei ironisch gemeint. Dann würde ich das wörtlich nehmen und noch etwas ironischer antworten:
    Also wenn die Brüste wirklich die Tastatur verdecken oder massenhaft Tastenklicks auslösen, dann gibt es dafür neuerdings eine spezielle technische Abhilfe

    Gefällt mir

    • Ein <BH| ist zwar ein Workaround, aber keine Lösung des Problems.
      Das Problem mit den Brüsten ist meiner Erfahrung vor allem, dass man manchmal an der Kaffeetasse hängenbleibt, deren Inhalt sich im worst case über die Tastatur ergießt.
      Das kann aber bei anderen Computertätigkeiten genauso passieren, und ist nicht auf’s Programmieren beschränkt.
      Gelegentlich wurde mir auch schon von Männern berichtet, dass sie versehentlich ihr Getränk auf die Tastatur geschüttet haben.
      Es besteht also keine allzu strenge Gender-Korrelation.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s