Die andere Straßenseite

Die Spiegel-Kolumnistin Margarethe Stokowski beendet einen ihrer Artikel mit

Wir halten es für eine verdammte Selbstverständlichkeit, dass eine Frau in der Dämmerung nicht mehr im Wald joggen gehen sollte. Eine Frau. Immer sind es die Frauen, die ihr Verhalten anpassen sollen. Vielen Männern ist nicht klar, wie sehr Frauen die Angst und den Schutz vor Gewalt in ihren Alltag integrieren. Wie sehr wir ein Klima von Bedrohung für normal halten. Wie oft wir ein Taxi nehmen, um nach Hause zu kommen, nicht aus Bequemlichkeit, sondern um sicher nach Hause zu kommen. Wenn wir das Geld haben.

Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.

und zeichnet damit ein weltfremdes Bild überängstlicher Frauen, und ihrer permanenten eingebildeten Bedrohung durch Männer.

Für mich soll bitte kein Mann die Straßenseite wechseln. Das empfände ich als respektlose, ausgrenzende Geste, als wolle er mir zu verstehen geben, dass er mich für eine hysterisch-ängstliche Tussi hält, die nicht in der Lage ist, die Situation realistisch einzuschätzen.

Natürlich gibt es auch Orte, in denen ich nachts nicht alleine herumlaufen möchte. Aber dort habe ich eher um meine Handtasche Angst, und es sind die gleichen Orte, die auch Männer meiden, wenn es nicht unumgänglich ist.
Die schlimmsten Bedrohungen, an die ich mich erinnere, gingen von pöbelnden Gruppen alkoholisierter Jugendlicher aus, bei denen einzelne Mädchen die Jungs aufstachelten.

Ich kann nur an alle hier lesenden Männer appellieren, nicht allen irrationalen Forderungen paranoider Feministinnen nachzugeben.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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75 Antworten zu Die andere Straßenseite

  1. rotepilleblog schreibt:

    Spiegel ist wirklich lächerlich mittlerweile. Wieso kriegen eigentlich so dumme Menschen wie diese Autorin soviel Unterstützung durch die Massenmedien?!

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  2. uepsilonniks schreibt:

    bei denen einzelne Mädchen die Jungs aufstachelten.

    In der Situation befand ich mich auch mal. Ein Frau versuchte ihre Klicke auf mich zu hetzen. Wäre sie erfolgreich gewesen wäre dies wieder ein Fall von Männergewalt. Sie selbst wäre – obwohl sie ihren Gorilla auf mich losgehen lassen wollte – in keiner Gewaltstatistik aufgetaucht. Das trägt auch zur Verfälschung des Geschlechterbildes bei: Zu Gewalt aufstachelnde Frauen werden nicht erfasst. Man denke an den Klassiker: „Warte bis dein Vater nach Hause kommt!“ Oder in der Nazi-Szene auch sehr beliebt: „Der hat mich angemacht, gibs ihm!“

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    • Ooops, war tatsächlich im Spam gelandet. Bis auf den „Test“ habe ich deine Kommentare jetzt freigeschaltet.

      Ja, diese Beobachtung, dass tatsächlich Frauen Gewalt erst auslösen, habe ich ebenfalls schon gemacht, und da war es mir wirklich nicht ganz geheuer, obwohl in der Nähe viele andere unbeteiligte Personen waren.
      Geht aber wohl in keine Statistik ein.

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  3. uepsilonniks schreibt:

    Zum Zweiten: In der Situation, dass ein Mädchen ihre Klicke auf mich hetzen wollte, befand ich mich auch mal. Wäre sie erfolgreich gewesen, hätte dies zu einem weiteren Eintrag in der Männergewalt-Statistik geführt.

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  4. Gereon schreibt:

    Mal abgesehen davon, dass Paranoia und Angststörungen behandlungsbedürftig sind, sollten Frauen, die lautstark die vergewaltigenden Elemente im Land begrüsst haben und Parteien zugetan sind, die diese rechtswidrig ins Land liessen und gewähren lassen auch so konsequent sein und die Folgen bejubeln.
    Die angesprochenen Männer werden den Apell nicht verstehen oder lesen können, denn selbst wenn der Spiegel auf arabisch, marokkanisch und Kisuaheli erscheint, müsste man lesen können.

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  5. Novalis schreibt:

    Androphobie behandelt man mit Verhaltenstherapie. Desensibilisierung oder Flooding. Aber nicht, indem man versucht, den angstauslösenden Faktor dazu zu bewegen, Rücksicht zu nehmen. Bitten wir in Zukunft die Spinne, das Haus zu verlassen? Wieder mal bestärkt der Feminismus Frauen in ihren Ängsten. Davon lebt er. Und es geht natürlich auch um Macht. Je mehr den Forderungen, und mögen diese auch noch so irrational sein. nachgegeben wird, desto mehr neue, noch verrücktere Forderungen werden kommen.

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    • So ähnlich sehe ich es auch.
      Diese übertriebenen Ängste sind nicht das Problem der Männer, die zufällig die gleiche Straße entlang laufen, sondern derjenigen Frauen, die in ihrer Weltsicht so weit von der Realität entfernt sind, und die vermeintliche Gefahr enorm überschätzen.

      Das allgemeine Lebensrisiko z.B. von einem Auto angefahren zu werden, oder eine Treppe hinunterzufallen, dürfte um einiges größer sein.

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  6. only_me schreibt:

    „Ich kann nur an alle hier lesenden Männer appellieren, nicht allen irrationalen Forderungen paranoider Feministinnen nachzugeben.“

    Tut mir leid.
    Allein die Existenz von Frauenparkplätzen und die komplett fehlende Empörung darüber von Seiten von Frauen sind für mich ausreichendes Indiz, dass so gut wie alle Frauen hysterisch ängstliche Tussis sind.

    Ich werde dich trotzdem nicht durch einen Wechsel auf die andere Straßenseite ausgrenzen, weil mir diese weibliche Hysterie zunehmend egal ist.

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  7. Plietsche Jung schreibt:

    Wundert mich beim Spiegel nicht. Grad, wo in der Hafencity so viele fiese Männer herumlaufen. Und der Wald dort erstmal….oh Gott, oh Gott…

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  8. aliasnimue schreibt:

    Also wenn ich mich in so eine Situation hineinversetze:
    Doch, das würde helfen, damit ich mich wohler fühle.
    Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber solche Situationen können wirklich bedrohlich wirken.
    Das sind einfach Instinkte. Und sowas ist völlig natürlich.

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    • Völlig natürlich ist es auch, dass man die Straße nicht für sich alleine hat, sondern sich die Welt mit anderen Menschen teilen muss.
      Davon sind dir einige wohlgesonnen, einige vielleicht nicht, und den allermeisten bist du völlig egal.

      Meinst du ernsthaft, dass gerade jemand, der dir tatsächlich etwas antun will (z.B. ausrauben – das kann Männern genauso passieren), die Straßenseite wechseln würde?
      Vielleicht würde er es ja sogar, aber sobald er auf gleicher Höhe ist, kommt er dann doch wieder zu dir.

      Oder stell dir vor, es wird tatsächlich zum Standard, dass der Mann die Straßenseite wechselt.
      Was machst du dann, wenn einer es einmal nicht tut? Das kann ja völlig harmlose (z.B. hat er dich schlicht nicht bewusst wahrgenommen) oder legitime (z.B. er ist praktisch an seinem Ziel angelangt) Gründe haben.
      Bekommst du dann nicht erst recht Angst?

      Nee, ich sehe da keinerlei Vorteil, sondern lediglich Abgrenzung und vielleicht sogar Verachtung, und für die Männer ein absolut sinnloser Aufwand.

      Mit solchen unnötigen Diskussionen wird nur unbegründete Angst und Panik geschürt.

      Für wie groß hältst du die Wahrscheinlichkeit, dass ein wildfremder Mann auf unbelebter Straße einfach über dich herfällt?
      Da gibt es nun wirklich erheblichere Risiken, z.B. im Straßenverkehr.
      Wenn man jegliches Risiko vermeiden will, den das Alltagsleben mitbringt, sollte man am besten sein Bett gar nicht mehr verlassen.

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      • aliasnimue schreibt:

        Ich habe mich einzig in die beschriebene Situation eingefühlt. Ohne darüber nachzudenken. Und der Bauch sagt: ja, das würde sich besser anfühlen.
        Das ist nichts rationales. Sondern es gibt Urinstinkte. Ein großer Hund würde das wahrscheinlich auch auslösen.
        Vom Kopf her weiß ich das alles, was Du geschrieben hast. Aber nachts um 23 Uhr, alleine in einer dunklen Straße? Das kann schon unangenehm sein und man geht einen Schritt schneller und schaut sich um.

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        • Ein gewisses gruseliges Gefühl ist schon normal, wenn man alleine und schutzlos ist.
          Das wird aber genauso hervorgerufen, wenn die andere Person eine Frau (insbesondere mit einem freilaufenden Hund – dann ganz besonders!) ist.

          Ich hätte an manchen Orten nachts allein auch Angst, aber nur wenn die wirklich unsicher sind – auch für Männer.

          Auf ganz normalen Straßen oder im Wald habe ich nicht generell vor Männern Angst. Und ich finde es nicht OK, solche Ängste in der Presse zu suggerieren. Die allerallerallermeisten Männer wollen einfach nur zu ihrem Ziel laufen, und haben nichts Böses im Sinn.

          Was mir an gruseligem Gefühl vielleicht bleibt, ist mein eigenes Problem, und ich finde es anmaßend, pauschal von Männern zu erwarten, auf die andere Seite zu wechseln.

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        • lh schreibt:

          Es ist aber nicht der Verantwortung „der Männer“ dafür zu sorgen, dass Du Dich besser fühlst. Das ist Dein Problem.

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          • aliasnimue schreibt:

            Ich halte das jetzt überhaupt nicht für ein Männer-Frauen-Problem. Zudem habe ich mir die Situation vorgestellt und kann es nachempfinden, dass man sich dabei besser fühlt.
            Was spricht dagegen, sich empathisch zu zeigen? Ich würde das nicht fordern, sage nur, wie es sich anfühlt.
            Generell sollte etwas Empathie und Rücksichtnahme aufeinander selbstverständlich sein. Völlig genderfrei.

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            • lh schreibt:

              Gerade in der Debatte fehlt aber jegliche Empathie der fordernden Frauen für harmlos auf der Straße gehende Männer. Und dann stellen die Männer eben irgendwann die Empathie auch ein.

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            • aliasnimue schreibt:

              Ich sehe in dem Artikel keine Forderung. Ich hab das eher als Vorschlag verstanden. Mir scheint viele Männer suchen laufend nach Diskriminierungen, genau wie die Feministinnen.

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            • Hugh Waldem schreibt:

              Zitat Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite./Zitat

              Das ist also keine Forderung? Richtig Forderung ist etwas schwach. Für mich klingt das eher wie ein Befehl. Und die Gleichsetzung von „großen Hunden“ und Männern durch Sie ist auch so ein feministischer Ausrutscher. Vielen Dank. Ich wechsle immer die Straßenseite, damit sich mein großer Hund nicht wegen einer „ängstlichen“ Frau erschrickt. Allerdings fällt mir das auf Waldwegen etwas schwer.

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            • aliasnimue schreibt:

              Nein, das ist keine Forderung. Sondern nur ein Vorschlag.
              Ich bin sicher keine Feministin.
              Die meisten Menschen haben im Dunklen alleine kein gutes Gefühl. Und große Hunde lassen einen einfach an Wölfe denken. Da kann der arme Hund ja auch nichts für. Wir haben da einfach die Steinzeit nicht abgelegt.
              Ich persönlich habe keine Angst vor Hunden. Kenne aber viele Menschen, denen es anders geht. Deswegen sollte es selbstverständlich sein, seinen Hund entsprechend zu kontrollieren oder anzuleinen.

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            • Hugh Waldem schreibt:

              @aliasnime, wenn Sie das nicht als Forderung verstehen, haben sie noch nie mit einer weiblichen Vorgesetzten gearbeitet. Ich schon, daher verstehe ich das als Forderung, Befehl. Ich habe nie von einer weiblichen Vorgesetzten einen direkten Befehl gehört, sondern immer nur in dieser Art „Vorschlag“. Nichts desto trotz waren das knallharte Anordnungen. Wehe man(n) versteht das als unverbindlich….. hat mich zweimal den Job gekostet.
              Und btw. Wölfe sind klein, etwas kleiner oder gleich wie ein Deutscher Schäferhund. Große Hunde mit einem Wolf zu verwechseln ist denn doch etwas irrational.

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            • lh schreibt:

              Na dann sind wir uns ja einig, dass Frau Stokowski und Du ihre Wohlbefindensprobleme alleine lösen sollen. Mir geht es nur darum, damit nicht behelligt zu werden.

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            • aliasnimue schreibt:

              Dann lies doch sowas nicht. Ist ohnehin nur ein Seitenfüller. Gehört halt heute dazu solche „Frauenthemen“ zu behandeln. Wahrscheinlich aus einer Art „Political correctness“. An mir geht sowas jedenfalls völlig vorbei.

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            • lh schreibt:

              Ich kann mich auch ganz gut davon abgrenzen. Aber das geht vielen meiner Geschlechtsgenossen, die netter und fürsorglicher sind als ich, leider nicht so. Und deshalb bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man Frauen mit solchen Vorstellungen auch mal klar sagen muss, wie verfehlt das ist, dass „die Männer“ dafür nicht zuständig sind.

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    • ngw16 schreibt:

      Mal für einen Mann, welcher sich so verhalten möchte:
      Jetzt laufen aber auf beiden Straßenseiten solche ängstlichen Hascherln.

      Mann bleibt dann auf der Straße stehen bzw. läuft dort, bis ihn ein Auto überfährt?

      Oder dürfen Frauen dann nur eine Straßenseite benutzen?

      Es bleibt eine selten dumme Forderung.

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      • Diese Situation bezog sich, denke ich, auf menschenleere Straßen, wo nur – unabhängig voneinander – ein Mann und eine Frau unterwegs sind.
        Trotzdem ist diese Forderung völlig daneben.

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        • Carnofis schreibt:

          Mein täglicher Arbeitsweg führt mich etwa 3km über die siedlungsferne Feldmark, davon einige hundert Meter durch einen Hohlweg. Wenn es nicht regnet, begegne ich an nahezu jedem Abend – manchmal nach 21 Uhr – Frauen, die dort joggen, oder Kröten stechen.
          Ich stell mir gerade die beruhigende Wirkung vor, wenn ich angesichts einer mir entgegenkommenden jungen Frau den Hang des Hohlwegs emporklimme und damit aus ihrem Gesichtsfeld entschwinde.
          Die wird danach bestimmt sehr viel beruhigter ihren Weg fortsetzen 😀

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          • Hast du den Eindruck, dass deine Anwesenheit diese Frauen beunruhigt?
            Oder nehmen sie es ganz gelassen?

            Ich glaube, dass die meisten Frauen bei weitem nicht so ängstlich sind, wie Frau Stokowski es darstellen möchte, sondern solche Situationen durchaus realistisch sehen.

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            • Carnofis schreibt:

              Beunruhigen? Eigentlich nicht.
              Ob sie es gelassen nehmen, kann ich aufgrund der waltenden Dunkelheit nicht beurteilen. Allerdings kann man einer Frau irgendwie Angst anmerken, und daran kann ich mich jetzt ad hoc nicht erinnern.
              Ich denke, den Frauen, denen ich begegne, ist bewusst, dass sie um die Zeit weitgehend allein sind und dass sie fremden Männern begegnen können. Dass sie trotzdem dort auftreten, deute ich als einen Mangel feministischer Angst.
              Das größere Problem ist, dass es aufgrund der ständigen Debatten MICH beunruhigt.
              Ich verhalte mich also vorauseilend gehorsam, ohne dass das vor mir laufende Frauchen ein Stöckchen geworfen hätte.

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            • Genau diese Debatten sind es, die eventuell erst Angst auslösen.

              Aber wie du gerade sinngemäß in einem anderen Kommentar geschrieben hast: Wer auf einsamen Wegen Angsr hat, soll die halt nicht benutzen.

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            • Joachim schreibt:

              Das sehe ich auch so.
              Ich bin Bergwanderer, und treffe öfter auf Frauen, meist in mittleren Lebensjahren, die allein In den Bergen wandern.
              Hallo,Grüß Gott oder Servus, und gut ist , Sehr selten wird mal nen Flirt und mehr riskiert.
              Angst haben diese Frauen nicht, sonst würden sie ja auch nicht allein rumwandern.

              Frauen die abends allein durch Städte ziehen gibts auch, aber doch seltener. Das trauen sich mehr Männer. und auch als Mann muss man umsichtig sein und das Umfeld studieren. Der Staat kann halt keine 24 Stunden Sicherheit überall und zu jeder Zeit garantieren, das ist aber kein Geschlechterthema.

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            • Das entspricht ziemlich genau meinem Eindruck.
              Ich bin hin und wieder alleine unterwegs, und treffe gar nicht so selten auch einzelne Frauen, die ebenfalls kein Problem zu haben scheinen.

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      • aliasnimue schreibt:

        Wenn auf der anderen Seiten Menschen laufen, ist man ja nicht mutterseelenalleine. Und nein, ich verstehe das nicht als Forderung, sondern als Anregung.
        Da ich weder Feministin noch diskriminierter Mann bin, lese ich vielleicht ein bisschen objektiver.
        Der Artikel ist für mich ein Seitenfüller, letztendlich ist mir der Inhalt völlig wumpe.
        Ich hab mich nur mal in die Situation eingefühlt und kam zu dem Schluß, dass es sich besser anfühlen würde.
        Ohne damit jegliche Wertung abzugeben.

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    • George schreibt:

      Männer haben auch Ängste. Es ist immer unangenehm, „ungebetene Gesellschaft“ zu haben, aber es lässt sich nicht vermeiden, wenn man im öffentlichen Raum unterwegs ist. Gerade nachdem Prügelattacken von Gruppen aber auch Einzeltätern immer häufiger werden, sollte man auch als Mann auf der Hut sein.
      Andererseits will man sich ja auch nicht einschränken lassen. Sonst wäre ich, nachdem ich vor über 30 Jahren von einem Schwulenhasser aufs Maul bekommen habe, nie wieder abends aus dem Haus gegangen.
      Es gibt leider kaputte Gestalten, und es gibt keine 100%ige Sicherheit. Für niemanden.

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      • Genau. Mit einem kleinen Restrisiko muss jeder leben.
        Wer aus lauter (meist völlig grundloser) Angst nirgends mehr hingeht, beschneidet sich selbst in seiner Freiheit.

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      • aliasnimue schreibt:

        Eben.

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      • maddes8cht schreibt:

        „Männer haben auch Ängste“

        Das ist aber bloß grundloses Mimimi.

        Nee, im Ernst:
        Ich empfinde es gelegentlich als wirklich unangenehme Situation, allein auf offener Straße einer Frau zu begegnen.

        Situation z.B, die immer mal wider vorkommt.: Mit der Straßenbahn nach Hause fahren.
        An der Zielhaltestelle steigt eine (junge?) Frau mit aus, aber weiter vorn (bei nem Doppelwagen können das schon mal 20, 30 Meter sein), so dass ich hinter ihr herlaufe. Sie hat blöderweise die gleiche Richtung wie ich.

        Nach so spätestens 50 bis 150 Metern, wenn die Bahn weitegefahren und die Geräusche verebbt sind, muss sie eigentlich bemerken, dass ich hinter ihr her laufe.
        Nu hab ich einen flotten Schritt, und viele Frauen laufen eher langsamer, also hole ich schnell auf. Ich will, wenn ich aus der StraBa komme, normalerweise schlicht und einfach bloß nach Hause.

        Also ist im Grund das einfachste, einfach flott weiter zu laufen, und die Frau zu überholen, wenn man soweit ist.
        Was macht die Frau aber, je näher ich ihr komme?
        Sie läuft schneller !

        Normalerweise sollte es einfach möglich sein, einfach in seinem eigenen Tempo und ohne all zu große Gedanken an andere die paar hundert Meter nach Hause zu gehen.

        Ist es aber nicht. Ich Spüre geradezu das Kopfkino bei der Frau vor mir.
        Soll ich nun langsamer laufen, bloß wegen der Frau? Noch schneller laufen, um zu überholen? Das mutet dann schon wie eine Verfolgung an.
        Gar umständlich die Straßenseite wechseln, obwohl ich in 300 Metern wieder auf diese Seite muss, weil ich dort in die Seitenstraße einbiege?
        Man stelle sich vor:
        Ich geh auf der anderen Straßenseite flott an ihr vorbei. Die Chance, das gerade geschafft zu haben, bis ich auf Höhe meiner Seitenstraße bin, sind ziemlich gut. Dann würde ich GENAU VOR DER FRAU wieder zu ihr rüberlaufen – direkt auf sie zu. DAS ist dann RICHTIG Creepy.

        Durch die Lage meiner Wohnung relativ zur Haltestelle ist das eine Situation, die mir tatsächlich immer wieder begegnet. Allein die dahinter liegende Unterstellung mir gegenüber als Mann empfinde ich als belastend.

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        • maddes8cht schreibt:

          Eine Stokowski wird mir natürlich empfehlen, bitteschön mit Rücksicht auf die Frau einfach kurz an der Haltestelle zu warten oder eben sdeutlich langsamer hinter der Frau herzulaufen, so dass der Abstand sich nicht verkleinert, sondern vergößert.

          Es ist aber nunmal so, dass es durchaus vorkommt, dass solche unverfolgt aleine laufenden Fauen durchaus ziemlich langsam werden können. Weiß man vorher nicht, aber kann sein.
          Und wenn ich Hunger oder Durst hab oder, noch schlimmer, aufs Klo muss, hab ich dazu beonders keine Lust.

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        • Das kann ich gut nachvollziehen.
          Es ist natürlich leicht, Rücksicht einzufordern, aber bei der konkreten Umsetzung gibt es eben auch Situationen, in denen das geforderte Verhalten widersinnig wird, und nur noch eine Zumutung darstellt.

          Wenn eine Starßenbahn in der Nähe ist, kann die Gegend doch auch gar nicht so einsam sein, um nicht notfalls Hilfe erwarten zu können.

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          • maddes8cht schreibt:

            „Wenn eine Straßenbahn in der Nähe ist, kann die Gegend doch auch gar nicht so einsam sein, um nicht notfalls Hilfe erwarten zu können.“

            Es ist eine Linie, die aus der Stadt rausführt in die umliegnden Gemeinden. Dahinter gibts noch drei Stationen, dann ist Ende.
            Es ist also dörflich-ländliche Gegend.
            Karlsuhe ist halt kein Ballungsraum wie der Ruhrpott oder Großstädte wie Hamburg und Berlin.

            Klar, wenn da jemand laut um Hilfe rufen würde, dann würde man das schon mitbekommen.

            Aber, um Simon Hurz zu zitieren:
            „Ich empfinde es als anmaßend, @marga_owski und anderen Frauen zu sagen, wovor sie Angst haben müssen und wovor nicht.“

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            • Nun ja, es ist wohl jede Stadt anders.
              In der hiesigen Gegend fahren Straßenbahnen (zumindest die, die ich kenne) nur sehr zentral in den Städten.
              Mit einigen Buslinien mag es anders sein.

              Tja, da hat der Herr Hurtz sogar mal recht.
              Zu schade, dass Feministinnen so gar nicht auf sein Mansplaining hören.

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        • Carnofis schreibt:

          „Ich empfinde es gelegentlich als wirklich unangenehme Situation, allein auf offener Straße einer Frau zu begegnen.“

          Jetzt, wo Du es schreibst, fällt mir Gleiches auf. Frauen, die spät abends in meine Richtung wandern, können da durchaus ein Problem werden, da mein Arbeitsweg von 4 km schon einen gewissen Zeitaufwand – selbst bei meinen 6 km/h – verlangen.
          Selbst eine Freizeit-Power-Walkerin hält da oft nicht mit – und ich seh mich dann geNÖTIGT, langsamer zu gehen, um ihr kein Gefühl der Bedrohung zu bieten.
          Das kann ziemlich frustrierend sein, denn im Gegensatz zu der Frau habe ich einen oft sehr langen Arbeitstag hinter mir und möchte gern noch vor dem Schlafengehen gepflegt etwas essen und nicht einer Freizeit-Sportlerin hinterher bummeln.

          Ich finde, wer Angst vor dem Butzemann hat, der soll nachts einsame Wege schlicht meiden.

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        • Alex ii schreibt:

          Schwierig.
          Ich versuche in ähnlichen Situationen mir immer einzureden, dass frauen auch vollwertige menschen seien, und lauf einfach weiter.

          Ihr Kopfkino -> ihr Problem

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  9. Pingback: Männer sollten auf die Ängste der Frauen Rücksicht nehmen und die Straßenseite wechseln | Alles Evolution

  10. Kommentator schreibt:

    Ich werde ganz sicher keine 4-Spurige Straße + Mittelstreifen + Parkspur + Radweg = 50m überqueren, nur weil sich eine Frau ängstigt. Hatte sowas aber auch schon mal, die hat ihre Schritte beschleunigt, weil ich einfach 20m hinter ihr mit einer etwas schnelleren Gehgeschwindigkeit (ist in der großen Stadt nötig) gegangen bin. Ich hab dann irgendwas zugerufen wie „ich will doch überhaupt nix von Dir, laufe einfach hier entlang“ oder sowas, die hat mich echt genervt… Da muss ich sagen, war es mit Hund noch einfacher, denn mit dem habe ich während des Laufens geredet, gespielt, Stöckchen geworfen oder Ziehspiele gemacht, dadurch war ich einerseits selbst viel entspannter, und habe für Beobachter auch gleich ein viel harmloseres Bild abgegeben…

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    • Ich könnte mir vorstellen, dass sie gerade das Ansprechen noch mehr verängstigt hat (auf Entfernung und von hinten vermutlich akustisch nur schwer verständlich).

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      • Kommentator schreibt:

        Nein, das habe ich erst getan, als bereits eine Angstreaktion erkennbar war. Allein die Situation war bereits so bizarr, da läuft man nichtsahnend eine Straße entlang, und dann hat plötzlich jemand Angst vor eine, obwohl man ganz normal aussieht – hat ein dickes WTF auf mein Gesicht gezeichnet, wenn es zu der Zeit jemand gesehen hätte.

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        • Kann ich nicht beurteilen.
          In der Situation hätte mich das Ansprechen aber vermutlich noch darin bestärkt, dass da was nicht geheuer ist, oder du mich nur in Sicherheit wiegen willst, um mich leichter einzuholen.

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          • Kommentator schreibt:

            Es war eher ein hinterher-Rufen als ein Ansprechen. Ich wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen, sie anzusprechen, wenn sie sich nicht so lächerlich verhalten hätte…

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            • Na, eben, diese „Cat-Caling“.

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            • Kommentator schreibt:

              Den Brgeiff „Cat-Calling“ habe ich vor ein paar Tagen zum ersten mal gehört. Sowas würde ich eben nie machen, und so hat es auch sicher nicht geklungen, was ich ihr hinterher gerufen habe. Trotzdem finde ich es erbärmlich, dass jemand nicht nur mit Angst durch die Stadt geht, sondern sie dann auch so offen zeigt. Wenn ich ihr wirklich „ans Leder“ gewollt hätte, hätte ich sie mit etwas Laufen doch locker einholen können…

              Bemerkenswert (und belustigend) fand ich zu dem Thema „Cat-Calling“ allerdings, als ich vor vielen Jahren mit meinem Hund unterwegs war, und mit ihm auch über schnalzende bzw. knack-Laute mit der Zunge kommuniziert habe, nicht nur über Worte, dass sich ein gewisser Typ von Frau öfters mal danach umgedreht hat, und dann etwas verstört war, weil ich mit meinem Hund kommunizierte, anstatt – wie sie wohl dachten – dass ich einen „Cat-Call“ an sie initiieren würde (die waren das aus bestimmten Gegenden der Stadt mit einem hohem Anteil muslimisch sozialisierter Männer wohl gewohnt, weil das dort wohl so üblich ist). Ich war sehr belustigt über die Reaktion dieser Frauen (die sich dadurch vielleicht auf die Stufe eines Hundes erniedrigt gefühlt haben, wenn ihnen das nächste mal ein Mann derart „nachgeschnalzt“ hat…)

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            • Interessant.
              Jetzt überlege ich gerade, ob mein Zungenknacksen, wenn ich Katzen begrüße oder Kontakt aufnehme, irgendetwas mit diesem Begriff zu tun hat.

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            • Kommentator schreibt:

              Scheint nicht so zu sein. Die Bedeutung des Begriffes hat sich wohl immer mal wieder geändert, seit dem 17. Jahrhundert, und ist heute eben bei einem Synonym für „street harrassment“ angekommen: http://www.innovateus.net/innopedia/what-origin-cat-call – zumindest wenn die Information auf der Seite stimmt, hat es einen ähnlichen Ursprung wie „Katzenmusik“…
              Aber unter Betrachtung dieses Begriffs ist es natürlich besonders amüsant, dass ein dog-call für ein cat-call falsch verstanden wurde 😉

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  11. Leser schreibt:

    Whoa, probier ich’s hier nochmal (alles nur damit der Kommentar nicht übersehen wird): Nebenan, einen Artikel neuer als dieser (der Link zum Interview), werden meine Kommentare nicht freigeschaltet Bitte mach doch mal was dagegen!

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  12. Danny schreibt:

    Viel schlimmer finde ich, dass die weibliche Art zu denken immer mehr den öffentlichen Diskurs beeinflusst.

    In dem Fall: Es ist unwichtig wie sicher sich Frau (oder Mann) fühlt; wichtig ist die OBJEKTIVE Sicherheit und (sekundär) die Genauigkeit der Wahrnehmung.

    Ich krieg jedesmal die Krise wenn irgendein Politiker Unsicherheitsgefühle reduzieren will anstatt Unsicherheit (also Kriminalität).

    Man reduziert die objektive Sicherheit einer Frau ausserdem, wenn man bewusst den Abstand zw. ihr und der einzigen Person über deren gesetzestreue man sicher sein kann (einem selbst) reduziert. Ursache weiblicher Angst ist glaub ich in erster Linie Schutzlosigkeit, d.h. fehlende Begleitung. Will man in so einer Situation die Unsicherheit reduzieren und sieht seriös genug aus ist es vllt am besten die Frau anzusprechen und ihr so zu ermöglichen die eigene Gefährlichkeit besser einzuschätzen. In den neuen Terrorslums des Ruhrgebiets merkt man auch manchmal, dass europ. Frauen freiwillig die Nähe zivilisierter (also europ.) Männer suchen. Allerdings wollen natürlich auch viele Frauen vergewaltigt werden (sonst würden sie da ja nicht alleine rumlaufen).

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    • ist es vllt am besten die Frau anzusprechen

      Halte ich für keine gute Idee (Ausnahmen kann es geben).
      So ein Ansprechen signalisiert der Frau: „ich will was von dir.“
      So würde ich das zumindest verstehen, und wenn ich ohnehin schon beunruhigt wäre, würde mich das noch weiter verunsichern.
      IMHO dürfte Ignorieren meist die beste Lösung sein. Einfach nicht weiter beachten, gar nicht hinschauen.

      Vor Hunden, die einfach ruhig an mir vorbeigehen, habe ich auch weniger Angst als vor denen, die mich anbellen oder anknurren.

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  13. Pingback: Zwölfhundertneunundneunzig | breakpoint

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