Gedanken zu getrenntem (MINT-)Schulunterricht

Bei einem kürzlichen Eintrag auf AllesEvolution ging es um Benachteiligung von Jungen in der Schule.
In der Diskussion kam die Idee auf, Unterricht getrennt für Jungen und Mädchen zu halten.
Ich sprach mich dagegen aus, da die Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen nicht so erheblich sind, dass dies eine Trennung rechtfertigen würde, und durch eine Trennung besonders die jeweils begabteren Schüler ihre Stärken nicht einsetzen können.

Der Kommentator Peter Müller wies mich in diesem Zusammenhang auf einen etwas älteren Artikel in der Welt hin, in dem behauptet wird, dass „Mädchen ohne Jungs besser lernen“.

Darin wird eine reine Mädchenschule in Oberbayern beschrieben – ein „Hanni-und-Nanni-mäßig“es Gymnasium mit etwa 400 Mädchen, das bezeichnenderweise jedoch einen männlichen Schulleiter (anstatt eines Fräuleins Theobald) hat.

Es wird behauptet, dass dieser monoedukative Unterricht „Vorteile beim Lernen \“klassischer Jungsfächer\““ habe.
Angeblich „nennen [die Mädchen] Physik zum Beispiel häufiger ihr Lieblingsfach“.
Und was besagt das?
Die Schulphysik hat nicht besonders viel mit richtiger Physik zu tun. Da werden ein paar elektrische Schaltungen aufgebaut – hurra! Die Glühbirne leuchtet! – oder sonst einfache Experimente vorgeführt. Dahinter fehlt aber die Struktur und Systematik. Klar – wie will man auch Physik betreiben, ohne die mathematischen Grundlagen wie etwa Differentialgleichungen zu beherrschen.
Wenn man also diese Art Schulphysik mag, spricht das nicht unbedingt für Verständnis.
Ich habe trotz der Schulphysik Physik studiert. In der Schule war das nie mein Lieblingsfach.

Eine im Welt-Artkel zitierte OECD-Studie besagt:

In Deutschland können sich demnach nur vier von hundert 15-jährigen Mädchen vorstellen, später einmal in Ingenieur- oder Computerwissenschaften zu arbeiten.

Hätte ich mir damals auch nicht vorstellen können. In dem Alter wollte ich Chemie studieren.

Auch die Eltern bremsen ihre Töchter bei einer Mint-Karriere (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) aus, so die OECD. So ermuntern Eltern hierzulande 40 Prozent der Jungs zu einem naturwissenschaftlichen Beruf, aber nur 15 Prozent der Mädchen.

Meine Eltern sind herzensgute Menschen, aber sie verstehen bis heute nicht richtig, was Physik überhaupt ist, und was ich beruflich mache.
Sie haben mir aber nie Steine in den Weg gelegt, und waren immer stolz auf mich.

Die Augsburger Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich Schülerinnen an der Mädchenschule in naturwissenschaftlichen Fächern im Unterricht deutlich wohler fühlen als ihre Altersgenossinnen, die gemeinsam mit Jungs lernen.

Ja, und? Schule ist keine Wellness.
Es kommt doch nicht auf das „Wohlfühlen“ an, sondern auf die Lernergebnisse, also auf das, was auch noch dauerhaft hängenbleibt.

Generell sei eine gute Lernumgebung für die „Mädchenschüler“ wichtiger. Diese ist nach Einschätzung der Wissenschaftlerinnen in einer monoedukativen Schule erfüllt. Ein Grund hierfür sei, dass Freundschaften viel intensiver gepflegt werden können als in gemischten Klassen.

Ist „Mädchenschüler“ die neueste Gender-Syntax?
Der letzte Satz ist nicht überzeugend, es sei denn, die Schule hätte tatsächlich einen Lindenhof-artigen Internatsbetrieb.

Dass der Mädchenunterricht gut für die Leistungen ist, davon ist auch Schulleiter Beck überzeugt. Jedes Jahr liefern seine Abiturientinnen im Schnitt bessere Abschlüsse ab als andere Jahrgänge in Bayern. Im vergangenen Jahr haben nur zwei Mädchen die Versetzung nicht geschafft.

Eine Schule, die Schulgeld verlangt, hat zumindest elitären Touch (und von vornherein eine ambitioniertere Schülerschaft, deren Eltern bestimmt auch leichter zu zusätzlichen privaten Fördermaßnahmen greifen), so dass man mit Vergleichen mit anderen Schulen, sehr vorsichtig sein sollte.
Bessere Noten können auch auf laxerer Bewertung beruhen. Eine objektive Vergleichbarkeit ist fraglich.

Damit die Schülerinnen sich auch für Technik und Naturwissenschaft begeistern, bekommen sie Kurse in Informatik, machen Projekte zum Thema Flugsimulation oder zum Modellbau.

Es werden also zusätzliche Maßnahmen ergriffen, die auf einer staatlichen Schule nur in deutlich geringerem Maße überhaupt möglich sind.

„Mädchen sind auch in den Naturwissenschaften nicht unbegabter als Jungen, aber sie werden in diesen Fächern gerne von den Jungen an den Rand gedrängt“, sagt Beck.

Reine Behauptung des Schulleiters. Eine direkte Vergleichsmöglichkeit mit Jungen fehlt ihm.

Später geht es weiter im Text über Mädchenschulen und ehemalige Schülerinnen:

Prominente Beispiele sind die Unternehmerin Gloria von Thurn und Taxis und Marie zu Liechtenstein, die Ehefrau des Staatsoberhaupts des Fürstentums. Etliche erfolgreiche Schriftstellerinnen oder Musikerinnen absolvierten ihre schulische Laufbahn ebenfalls an einer solchen Schule.

Ein modernes Beispiel einer Frau, die eine reine Mädchenschule besucht hat, und später in einem MINT-Beruf erfolgreich war, haben sie wohl nicht gefunden.

Es wird noch der Girls‘ Day erwähnt, jedoch:

Nur eine langfristig angelegte Monoedukation könne die positiven Einstellungen von jungen Frauen zu den Mint-Fächern fördern, heißt es in ihrer Studie.

Was nützt es, einen auf die typischen Interessen von Mädchen und jungen Frauen ausgelegten Unterricht anzubieten, wenn die Realität des Berufslebens eine andere ist.

Der Artikel bleibt einen Beleg schuldig, dass Mädchen, die reine Mädchenschulen besuchen, später häufiger und v.a. erfolgreich in MINT-Berufen tätig sind, als Mädchen von gemischten Schulen.

Als große Gefahr des geschlechter-getrennten Unterrichts sehe ich u.a., dass sich – fachabhängig – unterschiedliche Leistungsniveaus nicht nur verfestigen, sondern sogar noch weiter auseinanderdriften.
Diejenigen Schüler, die problemlos das höhere Leistungsniveau hätten halten können, haben das Nachsehen.

Einen anderen großen Nachteil des getrennten Unterrichts sehe ich darin, dass die Kinder und Jugendlichen kaum noch Kontakt mit Gleichalterigen des anderen Geschlechts haben.
Wie sollen sie da lernen, wie man miteinander umgeht? Das sind im Extremfall safe spaces oder Ghettos schon im Kindesalter. Da muss man sich nicht wundern, wenn auch im Erwachsenenleben noch so völlig das Verständnis für das andere Geschlecht fehlt.

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68 Antworten zu Gedanken zu getrenntem (MINT-)Schulunterricht

  1. MartinTriker schreibt:

    Wenn schon, dann Mädchenschüler*innen.

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  2. idgie13 schreibt:

    Ich war in der 5. Klasse in einer reinen Mädchenklasse und ich hab es gehasst.

    Die meisten Mädels waren in Mathe und Physik deutlich schlechter und uninteressierter als ich – mit wem hätte ich mich denn messen und mit wem hätte ich diskutieren sollen?

    Ich halte von dem Konzept Geschlechtertrennung gar nix und bin froh, dass wir das hinter uns haben – und hoffe, das bleibt auch so.

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    • Tja, so ähnlich abschreckend hätte ich mir das auch vorgestellt.
      Es muss schrecklich sein, wenn die eigenen Interessen und Begabungen so sehr von den der Geschlechtsgenossinnen abweichen, aber man trotzdem in dieselbe Schublade Klasse gesteckt wird.
      Naja, wenigstens stricken wir gern.

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      • idgie13 schreibt:

        Noch dazu habe ich mich einfach auch nicht wohlgefühlt, weil ich schon immer besser mit Jungs konnte als mit Mädels.

        Stricken konnte ich (wie auch Lesen) schon, bevor ich in die Schule gekommen bin.

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        • Außer in der Schule hatte ich eigentlich gar keinen Kontakt mit Jungen.
          Auch in der Schule nur wenig, aber immerhin so viel, dass ich erkennen konnte, dass sie in vieler Hinsicht doch völlig anders ticken als Mädchen.
          Ohne diese Einsicht hätte ich es später viel schwerer gehabt.

          Wer weiß – vielleicht wäre ich sonst nach dem ersten „Praxisschock“ feministisch geworden. 🙄

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          • idgie13 schreibt:

            Ich hab ja 2 Brüder und bin selber wie ein Bub aufgewachsen – Geld für eigene Klamotten und Spielzeug war nicht da, das wurde alles geteilt. Als Kind hatte ich kurze Haare und wurde immer für einen Buben gehalten, was vielleicht auch daran lag, dass ich mich total gern dreckig gemacht hab 😉

            Dieses ewige „Probleme bereden“ und Gequatsche von den Mädels ging mir schon immer auf den Senkel – ich hab mich dann in die Mathematik geflüchtet oder Socken gestrickt. Damit war ich zwar Aussenseiter, hatte aber meine Ruhe.

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  3. Gereon schreibt:

    Ich fände einen getrennten Untericht gut. Denn er wäre besser für die Jungs.
    Wir wissen alle, das Jungs und Mädchen unterschiedlich reifen und das grösste Hindernis für die Jungs in der Schule sind wahrscheinlich die Mädchen. Würde ich im Nachhinein jedenfalls aus eigener Anschauung behaupten. Gemeinsame Schulen mit getrennten Klassen wäre mein Vorschlag. Gerne mit genormtem Lehrstoff, sodaß man vergleichen kann.

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    • Wenn schon Trennung, dann nach individuellem Leistungsstand (eventuell jahrgangsstufenübergreifend), aber nicht nach Geschlecht.
      Das würde dann, weil man die einzelnen Fächer berücksichtigen sollte, auf ein Kurssystem ohne Klassenverband hinauslaufen, weshalb es für die unteren Klassen nicht geeignet wäre.

      Bei solch einem Kurssystem (ähnlich wie es zu meiner Zeit in der Kollegstufe üblich war) ergibt es sich dann automatisch, dass die Jungen in leistungsorientierten Fächern wie Mathematik, Physik, Informatik größtenteils unter sich sind. Aber interessierte Mädchen haben zumindest die Chance mitzuhalten.
      Umgekehrt müsste man z.B. sprachlich eher unbegabte Jungen nicht mehr mit Fremdsprachen quälen, als unbedingt nötig.
      Aber denjenigen, die das schaffen und wollen, sollte man nicht verwehren, gemeinsam mit Mädchen z.B. Französisch zu lernen.

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    • MartinTriker schreibt:

      Da ich ein paar Jahre auf einer reinen Knabenschule verbracht habe: nein, es ist nicht besser für die Jungs. Vielleicht für die sportlichen aggressiven Typen. Für den Rest nicht.

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Und die Inklusion drehen wir auch wieder zurück, oder was ?
    Was für ein Rückschritt wäre das !

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  5. netsmurf schreibt:

    Bei meiner Schwester waren die Ergebnisse vor ein paar Jahrzehnten genauso. Reine Mädchenschule 70% Mint Studiengänge. Anspruch höher als bei den anderen Schulen, hatte da einen Spion bei den Abiturkonferenzen.

    Um staatliche Förderung zu erhalten wurde aus der Schule ein gemischtes Gymnasium, der Anteil der Schülerinnen, die ein MINT-Studium ergreifen wollten sank auf 30%. Mir wurde gesagt, dass es ausreichen würde die Geschlechter nur für eine bestimme Altersperiode und dann auch nur für MINT zu trennen für ein ähnliches Ergebnis.

    Eine Schule nur mit Mädchen hat andere Dynamik als eine gemischte Schule (->Kleinkriege) und wie DU schon richtig bemerkt hast wurde meiner Schwester viel Zeit zum Kontakt zum anderen Geschlecht verloren.

    Es scheint eine Güterabwägung zu bleiben – ist der gemischte Kontatk wichtiger oder das hohe Interesse an MINT.

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    • heubergen schreibt:

      Mädchen und Jungs lenken sich also ab? Na und, später müssen sie ja auch miteinander auskommen ohne ständig in einander zu verfallen.
      Ich sehe da keine grossen Vorteile die Heranwachsenden in einer verkehrten Realität aufwachsen zu lassen.

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      • Das finde ich auch.
        Während Schule (und Studium) lässt sich eine Apartheid vielleicht noch durchführen, aber spätestens beim Eintritt im Berufsleben muss man sich dann arrangieren. Das geht am besten, wenn man bereits Erfahrung im Umgang mit dem anderen Geschlecht hat.

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    • Meines Wissens sind reine [Mädcben|Knaben]schulen grundsätzlich Privatschulen, bei denen man davon ausgehen kann, dass die Eltern überdurchschnittlich gebildet bzw. einkommensstark sind.
      Der Vergleich mit öffentlich finanzierten Schulen ist also kritisch zu sehen.

      Eigentlich verstehe ich nicht, dass es einen Vorteil darstellen soll, wenn die MINT-Quote unter den Abiturientinnen steigt.

      Dass die Trennung bei MINT-Fächern in einigen Jahrgangsstufen manchen Mädchen gut tun kann, will ich nicht ausschließen. Ich für meinen Teil bin jedoch froh, dass mich das nicht betroffen hat.

      Die Anwesenheit gegengeschlechtlicher Schüler (zumindest zeitweise in einigen Fächern) ist tatsächlich äußerst hilfreich, um überhaupt ein einigermaßen zutreffendes Bild von „den anderen“ zu bekommen.
      Gerade heute, wenn es vor allem Einzelkinder gibt, haben viele Schüler sonst gar keine Gelegenheit zu sehen, wie das andere Geschlecht sich verhält. Spätere Missverständnisse sind vorprogrammiert.

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      • netsmurf schreibt:

        Ja, das traf auch für die Schule zu.

        Deswegen spreche ich ja von Güterabwägung. Im Moment werden die Geschlechterquoten hoch gehalten, da ist es dann konsequent getrennten MINT-Unterricht einzuführen.

        Und das schöne an Schule ist, dass getroffene Entscheidungen idR 20 Jahre brauchen, bis Ergebsnisse messbar sind. Entscheidung – 5 Jahre Umsetzung – 10 Jahre Schule – 5 Jahre Studium und Berufserfahrung und dann kann man schauen, ob sich wirklich substanziell etwas geändert hat. Nur wird in der Schule idR in 4 Jahren reguliert. Also bevor man überhaupt sehen kann, ob die vorangegangenen Maßnahmen überhaupt sinnvoll waren.

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    • idgie13 schreibt:

      Es fällt mir schwer, das zu glauben. Gibt es da offizielle Zahlen dazu?

      Wie viel der 70% haben denn nicht nur angefangen / anfangen wollen, sondern auch tatsächlich angefangen UND erfolgreich abgeschlossen?

      Gerade nur Mädchen führen gegeneinander Kleinkriege.

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      • netsmurf schreibt:

        Das musst Du dann auch mit anderen Studiengängen wieder querrechnen. Z.B. war es zu meiner Zeit in Mathe so, dass im Sommersemester viele ein Parksemester studiert haben – also 80% Abbrecher. Fürs Winter waren es dann 50%.

        Meine Schwester ging in einem frauenlastigen Mintstudiengang – hatte einen Kommilitonen, der sich nach 2 Semestern ein anderes Umfeld suchte.

        Das von meiner Schwester ist eine Stichprobe – es gibt zum getrennten Unterricht so weit ich weiß auch passende wissenschaftliche Untersuchungen, die bestätigen, dass der getrennte Unterricht die Geschlechterunterschied in den Interessen abschwächt. Auf der anderen Seite ist mir keine Untersuchung zu den Sprachen bekannt, bei denen Mädchen idR stark sind. Vielleicht ist dort ein Geschlechtsspezifischer Unterricht für Jungen hilfreich.

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        • idgie13 schreibt:

          Was ist denn ein frauenlastiger Mintstudiengang?

          Für mich wäre das der Horror gewesen – ich bin in Mathe, Physik, Chemie sehr gut gewesen, in den Sprachen grottig schlecht. Ich BIN aber Ingenieur geworden (Maschinenbau), die anderen Mädels nicht.

          Studien bestätigen ja gern das eigene Weltbild und kann man so oder so auslegen. Ich bin froh, dass ich nicht unter lauter Weibern gross werden musste.

          Du redest von Abbrechern, ich wollte aber wissen, wie viele tatsächlich abgeschlossen haben.

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          • Was ist denn ein frauenlastiger Mintstudiengang?

            Da fällt mir vor allem Biologie ein. Das ist aber keine exakte Wissenschaft.
            Bei Pharmazie ist der Frauenanteil, soweit ich weiß, auch recht hoch.
            Psychologie hat einen naturwissenschaftlichen Anteil, und wird von manchen Leuten als Naturwissenschaft betrachtet.
            Eventuell kämen noch Archäologie oder bestimmte Geowissenschaften in Frage.

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            • idgie13 schreibt:

              Sowas wie Meeresbiologie?
              Das ist doch aber alles kein richtiges MINT und wird in der Wirtschaft auch kaum gebraucht. Da kann man gleich „was mit Medien“ studieren.

              Wenn das bei den Mädchenschulen rauskommt, hat man auch nix gewonnen.

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              • Das sehe ich ja auch so.
                Hoher Frauenanteil und ein anspruchsvolles Fach scheinen sich irgendwie auszuschließen.

                Aber was heißt „nix gewonnen“?
                Einen höheren Frauenanteil in den „harten“ MINT-Berufen würde ich nicht als „Gewinn“ betrachten.

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          • netsmurf schreibt:

            Ökotrophologie- Ich glaube es war 26:1. NC 1.3. Ich glaube am Ende waren es 13 in dem Studiengang.

            Grundstudium war wohl Mathe, Chemie, Biologie, Biochemie, Physikalische Chemie, …

            Als sie mit dem Diplom fertig war, waren offene Stellen nur im Gesundheitssektor (Ernährungspläne) und sie wollte forschen. Sie promovierte dann Richtung Toxikologie und konnte danach in die Forschung.

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            • Die Mutter einer Schulfreundin war Ökotrophologin. Sie unterrichtete Ernährungslehre an einer Realschule.
              Auch wenn dies schon irgendwie zu MINT zählt, fehlen dennoch die Aspekte, die für mich das MINTige ausmachen.

              Toxikologie dagegen hat schon wieder deutlich mehr MINT-Bezug.

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            • idgie13 schreibt:

              Ernährungswissenschaften sind MINT? Ernsthaft?

              Wenn da ein so hoher Frauenanteil ist, ist zum Ablegen der Hemmung wohl keine Mädelschule erforderlich..

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              • netsmurf schreibt:

                Dort wo sie studiert hatte war das schon eher Bio/Chemie, deswegen war sie später dann so geschockt mit all dem Wissen Ernährungspläne in irgendwelchen Kliniken zu erstellen.

                So wie E-Technik studiert und dann Kosmos-Baukästen vertreiben.

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                • idgie13 schreibt:

                  Tja. Hätt sie mal was vernünftiges studiert … 😉

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                • GOI schreibt:

                  Naja, es soll auch Leute geben, die Physik studieren und dann z.B. Programmierer werden.
                  Wenn man nicht gerade Forscher wird, hat man im Beruf später selten hauptsächlich mit seinem Studienfach zu tun. Oder ist das bei den hier anwesenden MINT’lern anders?

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                  • Sogar relativ viele Physiker landen in der Software(entwicklung).
                    Was mich betrifft, habe ich (da in technischer Branche) sogar noch gelegentliche Bezüge zur Physik.
                    Das ist z.B. bei denjenigen, die bei SAP sind, nicht der Fall.

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            • GOI schreibt:

              Eine Kollegin von mir ist Oecotrophologin. Hat 10 Jahre im Entwicklungsbereich eines Herstellers für Nahrungsergänzungsmittel gearbeitet.

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          • GOI schreibt:

            Was sind eigentlich MINT-Studiengänge?
            Habe hier eine interessante Auflistung. Die Seite beruft sich auf das statistische Bundesamt:
            https://www.komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten/Das-zaehlt-zum-MINT-Bereich

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            • GOI schreibt:

              Interessanterweise werden auch Architektur und Innenarchitektur als MINT gezählt. Biochemie, Lebensmittelchemie, Textil- und Bekleidungstechnik würde ich als frauenlastig einschätzen (aufgrund von Aussagen mir persönlich bekannter Personen, die das in den letzten 15 Jahren studiert haben).

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            • idgie13 schreibt:

              Das ist interessant. Danke!

              Da ist aber (wie bauchgefühlt) keine Ernährungswissenschaft dabei.
              Dass Architektur dazu gehört, war mir gar nicht bewusst.

              Mit Maschinenbau und E-Technik bin ich dabei – wusste ich aber vorher schon 🙂

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              • Architektur hängt sehr eng mit Bauingenieurwesen zusammen.
                Ich glaube, dass die Grenzen da durchaus fließend sind. Kommt eben darauf an, ob man eher die künstlerischen oder technischen (z.B. Statik) Aspekte sieht.

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                • idgie13 schreibt:

                  Naja. Die halten sich schon für die grossen Künstler. Zumindest an der ETH .. 😉

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                  • Viele Architekten müssen durchaus ingenieursmäßig planen: Wo kommen Treppenhaus und Kamin hin, wo Rohre oder Kabel? Wie müssen Fenster und Türen eingesetzt werden, damit nichts kollidiert? ..
                    Ich halte es für eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, ein größeres, komplexes Bauprojekt so zu entwerfen, dass alles wirklich passt, und sogar noch ansprechend designt ist.

                    Was passiert, wenn so etwas schief geht, siehst du z.B. beim Berliner Flughafen.

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                  • idgie13 schreibt:

                    Ob Architekten sich mit so „Kleinkram“ aufhalten?

                    Beim BER stinkt der Fisch vom Kopf her – das würd ich jetzt nicht den Architekten anlasten.

                    Vielleicht hab ich auch ein falsches Bild von Architekten und bin da etwas voreingenommen – ich kenns nur von der Uni her und da kommen die sehr abgehoben daher. Gibt wohl wie immer solche und solche.

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                  • Klar gibt’s solche und solche.
                    Ich kannte+ mal einen Architekten, bei dem die nerdigen Züge sehr deutlich ausgeprägt waren.
                    Höhere Mathematik war zwar nicht sein Thema, aber ansonsten dachte er auffallend systematisch und strukturiert – das ist IMHO eine notwendige Voraussetzung, um in MINT gut zu sein.

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                  • GOI schreibt:

                    Naja. Ich ärgere mich manchmal mit Architekten rum, die nicht einsehen, dass es Vorschriften für Fluchtwege gibt.
                    Mitten in Köln steht ein leeres Bürohaus. Da es keine Abblendmöglichkeiten an den Fenstern gibt, wirds im Sommer so heiß, das da drin keiner arbeiten kann. Der Architekt hat die Rechte an der Außenfassade und will nicht, dass da Sonnenblenden installiert werden.
                    Für mich als Ingenieur ist Funktionalität wichtiger als Aussehen. Für den Architekten wohl nicht. Ist eher ein Künstler…

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                  • idgie13 schreibt:

                    In so einem Gebäude musste ich mal arbeiten. Das war sogar noch mit einem Preis ausgezeichnet.

                    Weil (baurechtlich? / weiss ich nicht mehr weshalb) der Einbau einer Klimaanlage nicht ging, haben die Mitarbeiter aus Not heraus grosse Pappkartons in die Fenster gestellt. Der Herr Architekt war davon sehr wenig begeistert, aber letztendlich machtlos.

                    Für mich ist der Zweck auch wichtiger und heiligt in dem Fall die Mittel.

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            • Dankeschön für den Link.
              Diese Fächer werden vom Statistischen Bundesamt zu MINT gezählt. Das ist eine gewichtige und anerkennenswerte Aufzählung, aber sicher nicht der Weisheit letzter Schluss.

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  6. PfefferundSalz schreibt:

    Ich würde eine Trennung nach Geschlechtern super finden. Genau wie beim Sport sind auch beim Lernen die Geschlechter anders entwickelt und daher denke ich wäre das für alle von Vorteil. Auf jeden Fall wären dann Jungs nicht mehr benachteiligt. Hätte ich Kinder würde ich die auch nur auf monoedukative Schulen schicken – notfalls im Ausland.
    Das andere Geschlecht kann man auch noch nach Schulschluss kennen lernen.

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    • Das sehe ich überhaupt nicht so, habe ich ja auch schon im Beitrag und anderen Antwortkommentaren näher begründet.

      Wenn ich mich jetzt o.B.d.A auf MINT-Fächer beziehe, dann sind die besten Mädchen eben besser als durchschnittliche Jungen, und die schlechtesten Jungen schlechter als durchschnittliche Mädchen.
      Wenn man hier ohne Berücksichtigung der individuellen Leistung alleine aufgrund des Geschlechts separiert, so schadet man damit sowohl den überdurchschnittlichen Mädchen als auch den unterdurchschnittlichen Jungen.
      Bei Sprachen (bzw. Fächern, in denen Mädchen im Mittel besser sind als Jungen) wäre es genau umgekehrt.

      Nicht jeder hat passende Möglichkeiten, außerschulisch noch andere Menschen kennenzulernen.

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      • PfefferundSalz schreibt:

        Oh, ich hatte übersehen, dass es bei dir nur um MINT Fächer geht. Ich schrieb natürlich von der Schule generell – also alle Fächer incl. Pausen, Schulausflüge, usw.
        Außerdem mache ich mir weniger Sorgen um die Mädchen sondern eher um die Jungen. Was eine weitergehende Separation von Hochbegabten angeht – das kann ja noch zusätzlich geschehen.
        Es geht übrigens nicht darum, dass man „gute“ Mädchen mit Jungs zusammen unterrichten sollte, sondern generell um ein Bewertungsschema das gerade für Jungs unfair ist und vor dem sie geschützt werden müssen. Abgesehen davon sollen sich Schüler auf das Lernen konzentrieren. Weswegen ich an einer Jungenschule auch keine weiblichen Lehrer sehen möchte.

        „Nicht jeder hat passende Möglichkeiten, außerschulisch noch andere Menschen kennenzulernen.“
        Dann würde ich einfach mal sagen, dass dieser jemand Pech gehabt hat. Kann auch nicht jeder ein Auslandsjahr in den USA machen und trotzdem muss er gut in Englisch sein.

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        • Es ging schon allgemein um eine generelle Trennung, aber im speziellen auch um die Trennung (nur) in MINT-Fächern.

          Ich stimme mit dir überein, dass gerade für Jungen mehr in der Bildungspolitik getan werden müsste, habe aber kein Patentrezept dafür, kenne mich auch in dieser speziellen Thematik zu wenig aus.
          Eine Trennung von den Mädchen hätte aber meiner Ansicht nach auf lange Sicht mehr negative Auswirkungen als positive – insbesondere auch für die weniger begabten Jungen.

          dass dieser jemand Pech gehabt hat.

          Natürlich kann man alles auf „Pech“ herunterbrechen, aber Schülern solche Chancen ohne wirklich überzeugenden Grund vorzuenthalten, finde ich halt auch nicht in Ordnung.

          Hey, beim Schüler-Technik-Tag nächste Woche habe ich dieses Mal sowohl Jungen als auch Mädchen!

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  7. Peter Müller schreibt:

    Wer sich vertiefter mit der Thematik auseinandersetzen möchte, findet in dieser Tendenzstudie (Pro-Koedukation) ein schönes Literaturverzeichnis zum Start:

    http://sinus-transfer.uni-bayreuth.de/fileadmin/MaterialienBT/Expertise.pdf

    Der derzeitige Tenor ist wohl, dass die Aufhebung der Koedukation insgesamt den Frauen schadet (einer signifikanten Stärkung der MINT-Orientierung steht eine Verflachung des Unterrichts und der Verlust sozialer Fähigkeiten bei den Frauen gegenüber).

    Im Sinne einer Optimierung ist folgerichtig eine fächerweise bzw. zeitweilige Aufhebung der Koedukation der am ehesten akzeptierte Kompromiss (also Trennung wo es den Mädchen nutzt und keine Trennung wo es den Mädchen nicht nutzt oder gar schadet)

    Bezeichnend ist halt schon, dass es keine Untersuchungen und Diskussionen zum Thema Vor- und Nachteile von Jungenschulen gibt. Der Fokus rein auf Mädchen-/Fraueninteressen ausgerichtet ist.

    Kucklick lässt grüßen 😉

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    • Danke für den Link. Leider habe jetzt nicht gleich Zeit, mir das Dokument anzusehen, das bereits 2004 geschrieben wurde.

      Einseitig nur die Interessen von Mädchen zu berücksichtigen, ist natürlich nicht OK.
      Ich habe es aber wohl klar gemacht, dass ich es für Mädchen nicht positiv sehe, wenn sie in MINT von Jungen getrennt werden.
      Das mag für einige kurzfristig von Vorteil sein, auf lange Sicht jedoch gibt es zu viel Kollateralschäden.

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    • Inzwischen habe ich das Dokument überflogen.
      Ehrlich gesagt – teilweise hat es mich gefröstelt. Gerade das, was als positiv für Mädchen dargestellt wird, führt weit weg von dem, was Mathematik und Naturwissenschaften eigentlich ausmachen.

      MINT darf doch nicht „verwei[ch|b]licht“ werden. Interessierte und begabte Frauen können sich MINT anpassen, aber MINT sollte sich keinesfalls an den Bedürfnissen und Fähigkeiten nur mittelmäßig begabter Frauen zu sehr orientieren.

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      • Peter Müller schreibt:

        Ja, die Gefahr bestünde natürlich, dass sich – ähnlich wie im Sport – zwei verschiedene MINTs herausbilden: Hardcore-MINT für die Jungs mit Meilensteinen des technischen Fortschritts und softiges MINT für das Wohlfühlbedürfnis der Mädchen.

        Aber im Grunde ist die Diskussion ja vom Tisch und wenn die Koedukation wieder abgeschafft werden sollte, wird die Begründung auch wenig mit unterschiedlichen Lernkurven und Begabungsmustern sondern mehr mit religiösen Verpflichtungen und der allgemeinen Sittlichkeit zu tun haben…

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        • Ja, zum Glück ist diese Diskussion nur rein akademisch.
          Trotzdem bin ich froh, dass ich zu einer Zeit in die Schule ging, als Genderidiologinnen noch nicht versucht haben, sich dort auszutoben.
          Und ich hoffe, dass fähige Mädchen auch weiterhin nicht von „Hardcore-MINT“ ausgeschlossen werden.

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  8. gripseljagd schreibt:

    Statistik ist eine gefährliche Sache, wenn man nicht genau auf die Ursachen von Ergebnissen achtet. Die Beispiele aus Internatsschulen, getrennt nach Geschlecht sind da typisch. Mit genügend finanzieller Rückendeckung, kann man sich ausprobieren. Mit entsprechenden Beziehungen durch die Eltern ist ein Start des eigenen Unternehmens auch einfacher. Wenn dann der xte Versuch glückt und als positiv in der Statistik erscheint ist das kein Beweis für die bessere Schule. Wer immer darauf bedacht sein muss Morgen seine Miete bezahlen zu können, kann diese Risiken bei gleicher Bildung gar nicht eingehen. Da gibt es keine gleichen Chancen.
    Jungen werden in der Grundschule benachteiligt, da gehe ich mit. Zu viele Lehrerinnen und Texte/Aufgaben die Jungen eher weniger ansprechen als Mädchen. Das gleichen sie aber oft in späteren Jahrgängen aus, wenn sie es schaffen sich zu motivieren und nicht zu stark abzulenken. Mädchen neigen dazu, sich typisch schlechter bezahlte Jobs zu wählen….Das wird man alles nie ganz abfangen können.

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    • Darauf dass es sich bei diesen monoedukativen Schulen um Privatschulen handelt, hatte ich hingewiesen.
      Sicherlich kann man diese nicht mit öffentlich finanzierten Schulen vergleichen.

      Ein Problem ist sicher, dass Mädchen sich zunächst schneller entwickeln als Jungen. Ich schätze, so etwa in der 7. oder 8. Klasse dürfte der Unterschied am größten sein.
      Danach holen die Jungen aber rasant auf.
      Diese unterschiedlichen Entwicklungsstände angemessen zu berücksichtigen, ist wohl nicht trivial.

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