Auf @EditionF_com von @_die_sara: „Wie ich das Programmieren für mich entdeckt habe“

Die Überschrift eines neuen Artikels auf Edition F war vielversprechend und machte mich neugierig: „Wie ich das Programmieren für mich entdeckt habe“.

Leider hielt der Titel dann bei weitem nicht, was er versprach.

Der Untertitel zum Titelfoto „Programmieren macht vor allem gemeinsam Spaß“ weckt zunächst mal Assoziationen zu Agilem Programmieren. Hm. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich war also neugierig, wie es weitergehen würde.

Die Zwischenüberschrift „Was ist eigentlich ein Backend?“ sprang mir ins Auge, und erweckte die Hoffnung, dass der folgende Text auf halbwegs professionellem Niveau sein würde (Spoilerwarning: Dem war nicht so, und die Frage wurde nicht beantwortet).

Die üblichen unbegründeten Forderungen nach mehr Frauen in IT-Berufen schlossen sich an. Darüber habe ich mich schon oft genug geäußert, und will das diesmal nicht wiederholen.

Eine, die das ändern will, ist Anja Schumann. Sie ist Vorstandsvorsitzende von Moinworld e.V., einer Non-Profit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil der weiblichen Software Entwickler und Manager im IT Bereich auf 50 Prozent zu erhöhen.

In einer Non-Profit-Organisation mag eine 50%-Quote möglich sein.
(Was bin ich heute wieder böse! 👿 )

„Wir wollen die IT-Welt positiv verändern, in dem wir mehr Frauen und Mädchen für das Programmieren begeistern und sie in Ihrem Werdegang unterstützen“

Einfache und ergebnisoffene Frage: Wieso verbessert es die IT-Welt, wenn mehr Frauen programmieren?

Es wäre ein großer Vorteil, wenn ein größerer Teil der Bevölkerung diesen Code lesen und schreiben kann.

Welchen Code? Es gibt zig unterschiedliche Programmiersprachen. Niemand kann die alle lesen und schreiben. Zudem ist der Code eines einigermaßen komplexen Projekts dermaßen umfangreich, dass ihn nur einige wenige Spezialisten, die sich konkret damit lange beschäftigen, überblicken können.

Damit das gelingt, bietet sie neben Netzwerkveranstaltungen auch verschiedene Programmierkurse für Frauen an: In Blöcken von zehn Unterrichtsstunden kann man bislang HTML & CSS, JavaScript oder Python lernen.

😯
HTML ist keine Programmiersprache, sondern eine Markup-Sprache.
Javascript und Python sind Skriptsprachen, werden also vom ausführenden Rechner nur interpretiert.
CSS ist .. naja, dient zur Formattierung von Webseiten.
Was hat das alles mit Programmierung zu tun?

Und warum sind diese Kurse nur für Frauen und schließen Männer aus (sofern sich diese überhaupt mit diesem Niveau zufriedengeben wollen)?

Weitere Kurse für Android Prgrammierung und Java sind in Planung.

Android Äpps erstellt man durch ein wenig Rumgeklicke und Zusammenstellung einzelner Kontrollelemente.
Java ist sooo langsam, und macht nur Probleme, wenn die richtige Version der Runtime Engine nicht installiert ist. Wer fängt heutzutage noch neu mit Java an? Das ist nicht zukunftsfähig.

(Für Programmierbeginner mag es durchaus sinnvoll sein, die ersten Schritte mit Javascript zu machen. Denn dies kostet nichts, benötigt keine Installation, und macht auch sonst keinen Aufwand. Man kann sofort loslegen und braucht nur einen einfachen ASCII-Text-Editor.
Sobald man die grundlegenden Programmierkonzepte verstanden hat, kann man sich immer noch überlegen, eine höhere Programmiersprache wie C++ zu erlernen. Dafür ist natürlich ein Compiler unumgänglich und eine Entwicklungsumgebung sinnvoll.)

Aber selbst Webseiten programmieren?

Webseiten „programmiert“ man nicht, sondern bastelt sie aus HTML und CSS zusammen. Fortgeschrittene können dann server- (z.B. PHP) oder client- (z.B. Javascript) -seitige Skripten hinzufügen.
Trotzdem ist Webdesign und Webentwicklung etwas, das ich nicht als ernsthafte Programmierung begreifen würde. Für „richtige“ Softwareentwicklung braucht man einen Compiler. Skripten und interpretativen Sprachen eignen sich nur für einfache, kleinere Projekte, für die man keine Performance braucht.
(Natürlich lassen die Webseiten sich auch als HTTP-Server programmieren. Das war jedoch in diesem Text nicht gemeint.)

So geht das noch ein wenig weiter, aber es ist enttäuschend, wie hier das simple Erstellen von Webseiten mit Programmieren gleichgesetzt wird.
Ich wage es kaum, darauf hinzuweisen, dass professionelle Software-Entwicklung und Software-Engineering noch um einiges anspruchsvoller sind als das reine Schreiben von Code.

Wer sich schon für einen Programmierer hält, bloß weil er eine (statische) Webseite schreiben kann, der überschätzt sich gewaltig.
Leider wird in diesem Artikel gerade dieser Eindruck vermittelt, den ich nicht unwidersprochen stehen lassen wollte. Das Verständnis, was Programmierung ausmacht, scheint zu fehlen.

Als kontrastierenden Abschluss verlinke ich noch den Blogeintrag, „wie ich das Programmieren für mich entdeckt habe“.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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87 Antworten zu Auf @EditionF_com von @_die_sara: „Wie ich das Programmieren für mich entdeckt habe“

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Programmierkurse für Rentner und alleinerziehenden Müttern mit mindestens drei Kindern, die Langeweile haben.

    Die sollen mal mit einer Problembeschreibung und dem Flow Chart beginnen.

    Mehr dazu im Web.

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    • Solche Darstellungen wie in diesem Text ärgern mich in doppelter Hinsicht:
      Einmal als Programmierer, weil dabei Programmierung auf ein wenig Webseitenspielerei reduziert wird.
      Und andererseits als Frau, weil Frauen mit so Pipifax-„Programmierung“ abgespeist werden. Wohlgemerkt nur von anderen Frauen, die selbst keine Ahnung haben, aber Frauen und Mädchen „begeistern wollen“.

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    • Carnofis schreibt:

      „Programmierkurse für Rentner …“

      Äh – die Rentner sind vielleicht inzwischen die Einzigen, die Programmieren noch zwingend von der Pieke auf an gelernt haben.
      Ich hab zwar noch ein paar Jahre vor mir, aber für die Uni hatte ich (hab ich immer noch, mein Sohn arbeitet heute mit ihm) einen Sharp PC (für Pocket Computer) 1500 mit riesigen 10 kB und einem 1983 sehr fortschrittlichen BASIC.
      Im Studium hatte ich mir dann PASCAL beigebracht, DIE angesagte Hochsprache für Ings und in der Version „Turbo PASCAL“ von Borland für ca. 350 DM inc. Compiler, Editor und Laufzeitbibliothek auch für einen Studenten leicht finanzierbar.
      Andere Compiler forderten schnell über 2.000 DM und hatten dabei noch nicht einmal einen Editor. War das Programm fehlerhaft, stürzte der Rechner ab und nahm die gesamte Arbeit mit in den Orcus, da nur ein System-Neustart den Rechner wieder zum Arbeiten motivieren konnte.
      Bei TurboPASCAL durfte man sogar eine Routine durch „0“ teilen lassen, ohne dass das Motherboard abrauchte 😀

      Also – nix gegen die Rentner, Plietsche Jung

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      • Da ist schon einiges dran.
        Wir haben z.B. noch ein paar alte Programme, die mit Fortran programmiert wurden.
        Früher (vor meiner Zeit) war Fortran „die“ Sprache für Physiker („Als Physiker braucht man zwei Sprachen: Englisch und Fortran“).
        Für Fortran findet man auch kaum noch Programmierer.
        Ich muss mal das Projekt angehen, diese Fortran-Programme auf eine zeitgemäße Sprache portieren zu lassen.

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        • Carnofis schreibt:

          „Früher (vor meiner Zeit) war Fortran „die“ Sprache für Physiker („Als Physiker braucht man zwei Sprachen: Englisch und Fortran“).“

          Fortran war meine erste Berührung mit der IT an der Hochschule. War damals aber schon ein Auslaufmodell, hatte ähnliche Strukturprobleme, wie das jüngere Basic später.

          *KREISCH*

          Ich hab gerade mal im Regal nachgesehen und mein allererstes Programm noch als Listing in meinem IT-Ordner gefunden, eine Fortran-Routine zum Sortieren von Zahlen 😀 .
          Das Ding muss aus dem Frühjahr 1983 stammen.

          Wahnsinn!
          Und ich kann’s sogar noch lesen 😀

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          • Die Disketten, auf denen ich meine ersten Programme gespeichert hatte, sind leider nicht mehr lesbar. Hätte ich doch damals auf CD gebrannt ..

            Aber wenigstens habe ich die Listings ausgedruckt. Notfalls könnte ich sie einscannen, OCR drüber laufen lassen, .. aber dann fehlt mir immer noch der passende Compiler und konfigurierte Umgebung.

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        • idgie13 schreibt:

          Wir haben sogar noch Fortran lernen müssen an der Uni. War auch im Maschinenbau DIE Sprache. Die E-Techniker durften schon C lernen.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Ich kenne dem Sharp und ich kenne TP 😁

        Ich habe nichts gegen Rentner, sondern höchstens gegen Leute, die Rentnern etwas verkaufen wollen. Nicht falsch verstehen.

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  2. only_me schreibt:

    „Für „richtige“ Softwareentwicklung braucht man einen Compiler. “

    Weil compilierte Algorithmen ganz andere Algorithmen sind als interpretierte.
    Klar doch.

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    • Mit Bedacht hatte ich die Quotes gesetzt.

      Gerade wenn es um hochperformante Realtime-Anwendungen oder wissenschaftlich präzise numerische Berechnungen geht, stößt man mit Skripten sehr schnell an die Grenze.
      Beispielsweise Pointeroperationen oder Assemblerroutinen werden da nur unzureichend unterstützt. Das wirkt sich freilich darauf aus, welche Algorithmen sinnvoll sind.

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      • pingpong schreibt:

        Mit anderen Worten, man wählt die richtige Sprache für das anstehende Problem.

        Ob es sich dabei dann um Softwareentwicklung handelt ist ist wieder ein anderer Punkt. Das Entscheidungskriterium „kompiliert“ vs „interpretiert“ taugt jedenfalls nicht dazu, Softwareentwicklung von nicht-Softwareentwicklung zu unterscheiden.

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      • only_me schreibt:

        „stößt man mit Skripten sehr schnell an die Grenze.“

        Sicher haben interpretierte Sprachen Performancegrenzen.
        Es gibt allerdings so unglaublich viele Anwendungsfelder, in denen diese vollkommen irrelevant sind, dass m.E. auch die Anführungszeichen die Hochnäsigkeit des Satzes nicht sinnvoll abflachen.

        Wenn diese Mädchen tatsächlich lernen würden, wie in JavaScript Kapselung funktioniert und wie man mit Prototypen umgeht und sie dann IMMER NOCH Lust haben, weiterzulernen, dann fände ich die Aktion vollkommen gerechtfertigt.
        Aber wie es klingt pitschern die ein bischen mit <h2> und
        .rot {
        color: #ff0000;
        }
        rum und sind davon völlig erschöpft.

        Waste

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        • OK, OK. Ich wollte scripten gar nicht abwerten. Das ist in vielen Fällen durchaus sinnvoll.
          Aber so ein wenig mit HTML und Stylesheets rumhantieren, ist trotzdem noch weit vom Programmieren entfernt.
          Wenn die Teilnehmerinnen der beschriebenen Kurse es schaffen, danach eigenständig eine Website mit einem nicht nur gecopy’n’pasteten, sondern selbstentwickeltem Javascript aufzusetzen, dann haben sie schon etwas gelernt, auf dem sie aufbauen können.

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  3. Dieter schreibt:

    Das erinnert mich sehr an die Zeit, als Excel aufkam und ich von Anwendern damit begrüßt wurde „Ich hab da schon mal was in Excel programmiert“

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    • Carnofis schreibt:

      Naja nu, streng genommen kann man in Excel programmieren.
      Sieht zwar anders aus, ist aber nix anderes.

      Als Entwickler von Chemikalienmischungen hab ich mittlerweile über 1.000 davon zu verwalten und ich hab mittlerweile recht komplexe Routinen, mit denen ich aus verschiedenen Tabellen Werte und Bezeichnungen zusammentragen und Mischungsansätze ausgeben kann. Das verringert die Gefahr von Übertragungsfehlern.

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      • Broken Spirits schreibt:

        Du mußt ja fast einen ähnlichen Werdegang haben wie meine Wenigkeit – als Schlabofant angefangen, dabei immer mehr Excel-Tabellen (natürlich alles GxP-konform) und nu bin ich da irgendwie auf verschlungenen Pfaden komplett gelandet. 🙂

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        • Carnofis schreibt:

          „… , dabei immer mehr Excel-Tabellen … “

          Ich bin gerade dabei, die Tabellen der letzten 25 Jahre zu einer großen Tabelle zusammenzufügen.
          Frustrierend groß und ich bin nicht sicher, ob das Ergebnis wirklich eine Vereinfachung ist.
          Aber noch frustrierender ist, wenn man nach Monaten der Entwicklungsarbeit feststellt, dass man dieses Rad schon vor 20 Jahren entwickelt hat und wesentlich weiter wäre, hätte man die Daten parat gehabt.
          Auf meine Routinen in einigen Excel-Zellen bin ich ziemlich stolz, hoffe aber, dass nie jemand von mir verlangt zu erläutern, was dort im Einzelnen passiert 😀
          PASCAL war da doch übersichtlicher.

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        • Broken Spirits schreibt:

          Aber noch frustrierender ist, wenn man nach Monaten der Entwicklungsarbeit feststellt, dass man dieses Rad schon vor 20 Jahren entwickelt hat und wesentlich weiter wäre, hätte man die Daten parat gehabt.
          Ich leide mit Dir 😛

          25 Jahre alte Excel-Tabellen???? Weia. Ich will davon nix wissen… sonst hätte ich Dir nen Dienstleister empfohlen (der zufällig mein Brötchengeber ist – aber dann bleibt das ja an mir hängen…. ).

          Im Ernst: wenn Du Hilfe brauchst… Die Wahrscheinlichkeit bei 25 Jahre alten Tabellen, an denen womöglich noch zig Leute gearbeitet haben… ist ziemlich hoch, daß ich eine grüne Wiese vorschlage. Durchaus mit Excel. Eventuell aber nicht nur, und einen Teil an Kollegen abgebe 😀

          Ich bin hier jedoch privat unterwegs…. privat sage ich: das ist unnötiger Streß im Berufsleben 😀 😀

          (und irgendwie klingt das reizvoll – trotz allem. Ach, so eine Haßliebe ist wirklich schwer – auch bei Excel).

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    • Mit Excel lassen sich schon tolle Dinge anstellen.
      Insbesondere mit VBA-Macros erhält man schon einen Einblick in die Programmierung. Wer das wirklich in allen Feinheiten beherrscht – Respekt!

      Aber wenn man größere Anwendungen braucht, nutzt man lieber ein eigenständiges Programm, ohne den Excel-Overhead.
      Für spezielle Features lässt sich Excel dann auch über die COM-Schittstelle anzapfen.

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      • Dieter schreibt:

        Zu dieser Zeit gab es diese Optionen noch nicht, da war Excel einfach nur ein Rechenblatt.

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      • Broken Spirits schreibt:

        Und ich VBA-Entwickler (Quereinsteiger) frag mich immer, ob ich mich schon zu den Programmierern zählen darf (ich tendiere ja eher zu „nein“)….

        Sagt auch die Tabelle im Handelsblatt… da stehen VBA-Entwickler nicht drin….

        BTT: Der erste Absatz schon mit „weibliche Vorbilder“ – da warst Du immer noch neugierig? Ich frag mich ja immer, was die eigentlich sein wollen: „Frau“ oder „Programmierer“? Eine Person als Vorbild finde ich sowieso problematisch – da himmelt man ja strenggenommen auch die schlechten Eigenschaften an. Dann doch lieber die persönliche Zielsetzung „Ich will genauso gut programmieren können, wie X“. Da ist dann sogar das Geschlecht egal,…
        Aber das mit den weiblichen Vorbildern werde ich wohl nie verstehen. Oder diese Frauen nicht. Einer liegt definitiv falsch 😉

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        • Ja, wozu braucht man überhaupt Vorbilder? Und warum müssen die weiblich sein?
          Es ist schon fast peinlich, wie versucht wird, immer mehr Frauen in IT-Berufe zu drängen.
          Was nützen tausende Frauen, die low-level etwas rumkodieren? Besser ist es doch, wenn nur die wenigen, die das Potential haben, gut darin zu sein, es auch wirklich machen.
          Wir brauchen keine Masse statt Klasse. Willkommen sind Menschen, die das auch ohne externe „Vorbilder“ und fremd-induzierte „Begeisterung“ machen wollen.

          was die eigentlich sein wollen: „Frau“ oder „Programmierer“?

          Das schließt einander nicht aus. Aber einen Grund, die Kombination zu propagieren, sehe ich auch nicht.

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          • Carnofis schreibt:

            „Ja, wozu braucht man überhaupt Vorbilder? Und warum müssen die weiblich sein?“

            Weil Frauen eigentlich die besseren Programmierer wären, würden sie nicht von den Männern unterdrückt.
            Und es spielt wohl auch der Mythos von einer besseren weiblichen Welt hinein, in der alle Menschen glücklich, friedlich und in Wohlstand leben. Das soll sich eben auch in den Programmen widerspiegeln, die von den Männern in Wirklichkeit ja nur Herrschaftsinstrument sind 😉

            Programmierst Du etwa nicht anders?

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            • Programmierst Du etwa nicht anders?

              Ähhm .. das ist eine Gewissensfrage.
              Ich denke, dass jeder so seinen eigenen Stil hat.

              Der eine legt Wert darauf, so ziemlich alles, was sich refaktorieren lässt, auszureizen.
              Der andere bläht seinen Code durch Kommentare und zusätzliche Leerzeilen bis zur Unkenntlichkeit auf.
              Der nächste schreibt mehrere Anweisungen in eine Zeile, und verzichtet auf Variablendeklarationen, wo immer es geht.
              Wieder ein anderer versucht die Prinzipien von Clean Code durchzuhalten, wird aber dabei langsam und ineffizient.
              ..

              Tja, da fehlen statistische Untersuchungen und Auswertungen, inwieweit eine Korrelation zwischen Geschlecht und Programmierstil besteht.
              Meines Erachtens dürfte die nur gering ausfallen – aber wer weiß ..

              Da erinnere ich mich gerade an eine ellenlange, sehr lebhafte Diskussion, wie viele Leerzeichen man bei neuen Zeilen mit untergeordneten Befehlen einrücken soll.
              Solche Themen sind Glaubensfragen bei Programmierern.

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          • Broken Spirits schreibt:

            Das schließt einander nicht aus.
            Das meinte ich damit auch nicht. Trotzdem ist es auffallend, daß Vorbilder in feministischen Kreisen zwingend weiblich sein müssen. Den Satz danach unterschreibe ich sofort 😉

            Ich kann jetzt hier nur für mich reden, aber wenn sich jemand für meinen Job begeistern kann/ will, dann passieren bei mir genau zwei Dinge: fordern und fördern.

            Fordern heißt: ermuntern zu eigenen Gedankengängen, hinterfragen, ins kalte Wasser schmeißen.

            Fördern heißt: Wenn brenzlig wird, da zu sein, zu unterstützen, helfen.

            Das Geschlecht ist mir da egal.

            Allerdings heißt der erste Punkt auch, daß irgendwelche Krawalltussies eben auf Granit beißen, wenn sie wollen, daß ich die Arbeit mache und die Tanten meinen, sie können sich auf meinen Lorbeeren ausruhen.

            Mittlerweile finde ich es jedoch auch immer schwieriger, zwischen diesen beiden Extremen zu unterscheiden. Ich fürchte (nein: bin mittlerweile davon leider langsam überzeugt), daß da eine ganze Generation gnadenlos betrogen wurde.

            Ein Beispiel aus der VBA-Validierung: ich sollte da einer Kollegin Excel beibringen, mit GxP-Besonderheiten (allgemeingültige FDA-Anforderungen an ein Excel-Template), Testfälle schreiben, Testdurchführung, GxP-konforme Doku – den ganzen Kram eben. Daß das in der zugestanden Zeit von 8 Wochen eigentlich nicht geht (bei einer zwei Tage-Woche der Kollegin erst recht nicht), mal außen vor.

            Die Kollegin ist 20+, max. 25, und durchaus nicht auf den Kopf gefallen. Kurz: die Arbeit hat wirklich Spaß gemacht, Anlernen ist zeitintensiv aber es kam sogar wirklich sehr viel zurück.
            Soweit alles wirklich perfekt.

            Dann kam die praktische Durchführung der Tests.

            • Excel-Template sagt als Ergebnis einer Berechnung: 0,03
            • Taschenrechner sagt 3,3E-2.
            • Kollegin sagt: Der Taschenrechner rechnet falsch. Da steht ein „Error“ hinter der Zahl. Was heißt „Error 2“?
            • Ich sag erst mal – nix mehr….

            Ungelogen, exakt so passiert.

            Ich hab‘ s ihr dann in zwei Minuten erklärt, länger hat es nicht gedauert. Ich konnte mir allerdings nicht die Frage verkneifen, wo sie in der Schule war, als diese Schreibweise Thema sein sollte…. Angeblich kam das im ganzen Schulunterricht nie vor (man muß dazu sagen, die Kollegin hat ihren B.Sc. und macht gerade ihren Master).
            Zu meiner Zeit war das Stoff der 6/7 (?) Klasse Gymnasium.

            Ich weiß nicht, was ich von dem „das hat mir nie jemand erklärt“ halten soll – Im Alter von 20+ sagt man sowas schnell (und hatte „damals“ ne ganze Menge andere Dinge im Kopp – in ihrem Fall wohl irgendwelche Jungs). Ist ok, war bei mir mit umgekehrten Vorzeichen auch nicht anders. Was anders war: ich wußte das im ersten Job trotzdem noch – warum auch immer.

            Trotz gewisser Vorbehalte bin ich versucht, ihr das zu glauben – denn ich hatte zu meinen Laborantenzeiten Lehrlinge betreut (überwiegend männlichen Geschlechts), die sich ähnlich „dämlich“ angestellt haben. Das ist ein paar Jahre her… es wurde mittlerweile immer schlimmer. Zwei Jobs, die vom Berufsbild her kaum unterschiedlicher sein könnten (wenn man mal davon absieht, daß ich Excel im Labor gelernt habe) und die gleichen Probleme.

            Was die Chemie betrifft, hatte ich zu meine Laborantenzeiten ja teilweise „Verschwörungstheorien“ entwickelt: der 11. September hat wegen möglicher Bombenbastelerfahrungen zur Folge gehabt, daß der Laborantenlehrplan kastriert wurde.

            Mittlerweile sehe ich das etwas anders: Ich tendiere dazu, daß genau solche Artikel wie auf EditionF solche Begebenheiten befeuern: Mädchen sollen gefördert werden ohne Ende (teilweise offen propagiert, zum Beispiel durch den dpg).

            Die Eigendynamik wird wohl nicht berücksichtigt: Jungs kommen sich (zurecht) veralbert vor, wenn die Mädchen permanent die einfacheren Aufgaben bekommen (steht sogar tatsächlich als Empfehlung in dem Link oben) und Mädchen kommen sich (zu unrecht) toll vor.
            Da wird eine ganze Generation nach Strich und Faden betrogen. Ich habe viel mit jungen Leuten zu tun gehabt in meinem Berufsleben. Nur bei einigen wenigen Ausnahmen war wirklich Hopfen und Malz verloren (tatsächlich sind genau zwei dauerhaft in Erinnerung geblieben, ein dritter hat die Kurve gerade noch so gekratzt). Der Rest (die Mehrheit, egal welchen Geschlechts)?
            Da gab es…
            …Defizite ohne Ende, das war/ ist teilweise wirklich erschreckend.
            …Frust (Zitat: „ich bin sooooo schlecht“)
            …Protest (Zitat: „Wenn mir das niemand sagt!!“)
            …Kaltschnäuzigkeit (Zitat: „Das ist effizient, wenn ich diese drei Proben mit unterschiedlichen Chargennummern zusammenkippe und eine Eintopf-Analytik mache“)

            und einiges mehr…

            Und wenn ich dann lese, daß HTML/CSS und ein bißchen PHP Frauen „die Programmierei“ über eine NGO mit ideologischen Zielen nahebringen soll…. dann…. Gute Nacht!

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            • Aua! Die Story mit dem Taschenrechner erinnert mich daran: https://breakpt.wordpress.com/2013/05/27/vierhundertvierundzwanzig-16042236/

              Jungs kommen sich (zurecht) veralbert vor, wenn die Mädchen permanent die einfacheren Aufgaben bekommen (steht sogar tatsächlich als Empfehlung in dem Link oben) und Mädchen kommen sich (zu unrecht) toll vor.

              Genau das kritisiere ich immer (aber auf mich hört ja niemand). Für beide Geschlechter sollten gleiche Standards und Anforderungen gelten.

              die sich ähnlich „dämlich“ angestellt haben

              Klar, Jungs stellen sich oft genauso dämlich oder begriffstutzig an. Viele Defizite liegen auch am Bildungssystem.
              Auch die meisten Männer sind nicht als Programmierer geeignet. Für so einen Job muss man nerdige Wesenszüge haben.

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          • Broken Spirits schreibt:

            Oh, einen Spruch habe ich vergessen (der fällt in die Kategorie „Lacher“): Angehende Laborantin zieht das erste Mal einen Kittel an, dreht sich vor der Abzugsscheibe und stellt fest:“Wenn ich nen Laborkittel anhabe, sieht man ja meine Brust gar nicht!“

            Angehender Laborant, gleicher Jahrgang stellt trocken fest: „Ohne Kittel auch nicht.“

            Mein spontan geplanter Vortrag, daß ein Laborkittel nicht weibliche Reize unterstreichen soll, sondern durchaus dem persönlichen Schutz dienen soll, fiel einem plötzlich dringenden Stuhlgang zum Opfer (jaja, als Azubibetreuer hat man es manchmal sehr sehr schwer…. 😛 )

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            • Carnofis schreibt:

              So einen Lacher kann ich auch bieten.
              Ich arbeitete weiland in einem Forschungslabor und wurde immer mal wieder mit der Betreuung von Schülerpraktikanten beauftragt.
              Ein undankbarer Job, vor dem sich jeder nach Möglichkeit drückte, weil die Schüler a) in aller Regel nur chemische Grundkenntnisse besaßen, b) mitten in der Pubertät steckten und eigentlich den ganzen Tag bemüht waren, cool zu wirken und c) selten mehr als rudimentäre Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft hatten.
              Die Mädel waren dabei die größere Herausforderung. Für die war ich ein alter (28 Jahre), hochpeinlicher Idiot. Sie betonten mit jeder Faser ihres Körpers ihr Desinteresse, indem sie mit dem Kuli konzentriert ihre Jeans bemalten, während ich ihnen die Funktionsweise einer HPLC zu erklären versuchte. Alle paar Minuten wurde ich mit der Fachfrage „Wann ist denn endlich Feierabend?“ motiviert.
              Die Jungs machten auch auf obercool und desinteressiert, aber wenn man beiläufig fallen ließ, dass das auf dem Tisch stehende und zum Desinfizieren benutzte Döschen Natriumazid (NaN3) extrem giftig sei und dazu noch in eine Gruppe hochbrisanter Sprengstoffe gehörte, waren sie in einer Millisekunde hellwach und hochkonzentriert.
              Einer war dabei, der wollte das Zeug gleich selbst im Keller herstellen.
              Auf meine Frage, wo er denn den Stickstoff (N) für die Synthese herbekommen wolle, erwiderte er, den würde er durch das chemische Abspalten des „a“ vom Natrium (Na) gewinnen.
              Man muss sich nur zu helfen wissen 😀 😀 😀

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            • Hihi ..
              Und ich hatte erst „NaN“ (Not a Number) gelesen.

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  4. pingpong schreibt:

    Das lästige an solchen Beiträgen wie dieser von Edition F ist, dass es sich hier um versteckte ideologische Propaganda handelt. Versteckt deshalb, weil der Titel und die Zwischenüberschriften etwas anderes suggerieren. Du hast das ja in deinem Beitrag erwähnt, die Zwischenüberschrift „Was ist eigentlich ein Backend“ steht völlig isoliert da, im Text wird diese Frage nie beantwortet sondern geht es um etwas ganz anderes. Auch als Erfahrungsbericht, wie sie ihre ersten Schritte beim programmieren erlebt hat, taugt der Text nur bedingt. Zwar schreibt sie ein bisschen über den Kurs und was sie gelernt hat, aber es ist ständig auf eine Art und Weise von ideologischen Seitenhieben durchsetzt, dass man es nur penetrant nennen kann.
    IT ist weiblich, wir brauchen mehr Frauen die programmieren, gemischte Teams sind besser… Was hat das mit dem Thema „Wie ich das Programmieren für mich entdeckt habe“ zu tun? Als Leser muss ich mich da nach 3 Sätzen zwingen weiterzulesen, weil erkennbar ist dass es sich nicht um einen ehrlichen Erfahrungsbericht handelt, sondern um ideologisch motivierte Propaganda.

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  5. heubergen schreibt:

    Mir fehlt leider die Zeit, der Wille und die Geduld eine Sprache zu erlernen auch wenn es unglaublich spannend wäre 😦 Da bleib ich lieber SysAdmin und sorge dafür dass die Systeme funktionieren und die Builds schnell ausgeliefert sind 🙂

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  6. tom174 schreibt:

    Hmm… Python ist imho schon eine „echte“ Programmiersprache, wenn auch schon etwas alt und aus der Mode, da ist schon einiges an Abstand zu javascript.

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    • Mit Python habe ich keine wirkliche Erfahrung. Aber ist das nicht mit Perl oder PHP vergleichbar?

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    • pingpong schreibt:

      Python „aus der Mode“? I beg to differ! 🙂
      Python ist seit einiger Zeit meine Allzweckwaffe, damit lässt sich wirklich sehr komfortabel programmieren. Und, ja, es ist ohne Zweifel eine richtige Programmiersprache.
      In der wissenschaftlichen Community (zumindest da wo ich unterwegs bin) beobachte ich einen massiven Trend zu python. Liegt ws. daran dass die ganzen Frameworks für neuronale Netze und deep learning fast alle in python geschrieben sind (na gut, bei facebook verwenden sie torch, das basiert auf lua… mal sehen wie lange noch :p ). Und deep learning ist halt momentan der heiße shit, aus der mode ist python daher bestimmt nicht. Mit numpy und matplotlib ist python außerdem ein veritabler Ersatz für matlab! Mit dem Vorteil dass man in python ordentlich programmieren kann, das war ja in matlab immer so ein krampf…

      Ich schau mal in die Glaskugel und prophezeie einen weiteren Trend hin zu python. Momentan bereits knapp hinter den Platzhirschen Java und C/C++
      https://www.tiobe.com/tiobe-index/

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      • Vielleicht habe ich Python zu negativ eingeschätzt, aber ich lerne ja gerne dazu.
        Gibt es dafür eine empfehlenswerte Entwicklungsumgebung mit integriertem Debugger?

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        • pingpong schreibt:

          Kommt darauf an was du machen willst. Für scientific computing (also als matlab Ersatz) empfiehlt sich spyder
          https://github.com/spyder-ide/spyder
          Am einfachsten bekommt man spyder indem man sich eine der scientific python distributionen installiert, da ist spyder und alles andere fix fertig dabei, z.b.
          https://www.continuum.io/downloads

          Leider muss ich sagen dass ich mit dem integrierten debugger nicht warm geworden bin… Ansonsten fühlt man sich in spyder wie zuhause wenn man von matlab herüber wechselt. Sogar mit F5 skript starten funktioniert wie gewohnt, und durch die ipython Integration hat man auch gleich eine interaktive console dabei – sehr praktisch. Überhaupt ist ipython fast ein muss, egal was man mit python machen will.

          Ansonsten gäbe es noch pycharm
          https://www.jetbrains.com/pycharm/
          das ist wohl eher auf general purpose programmierung bzw. webentwicklung ausgelegt. Kenne ich persönlich aber nicht und kann keine Erfahrungen damit berichten.

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          • Ach, ich bin jetzt schon neugierig auf Python geworden.
            Aber die Zeit fehlt, um mir das genauer anzuschauen und einfach mal damit herumzuspielen.

            Trotzdem, danke für die Links!
            Ich werde aber mal meinen Mann darauf hinweisen. Der matlabt in seiner spärlichen Freizeit gelegentlich.

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      • pingpong schreibt:

        „bei facebook verwenden sie torch, das basiert auf lua… mal sehen wie lange noch“

        Na bitte:
        http://pytorch.org/
        😀 xD

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  7. luisman schreibt:

    Ich muss auch immer lachen wenn sich sogenannte (insbesondere weibliche) IT-Experten ueber den heiligen Gral der HTML „Programmierung“ auslassen. Und wenn ich dann noch hoere dass die dazu einen Kurs oder ein Studium brauchen tut mir die Bauchdecke weh.

    Mein Vater brachte so um 1978-80 einen PC aus dem Buero nach Hause. So einer der fruehen Desktops mit flackernden gruenen Monitor bei dem man nach ner Stunde Kopfschmerzen bekam, weil er von 60 auf 50Hz runter getunt wurde. Da war ein BASIC Interpreter drauf und das Wurmspiel/Schlangenspiel.

    Im Miraculix-Elektronix Studium habe ich dann Assembler gelernt, im sog. Digitallabor. Man bekam eine 8080 Platine mit Prozessor-Handbuch und eine Peripherie-Platine und musste jede Woche was anderes aufbauen, z.B. Disketten-Lese/Schreibkopf-Steuerung oder eine Routine wie man die gedrueckten Tasten der Tastatur aufzeichnet, usw. Als HiWi habe ich dann ein altes Fortran-Programm in Pascal uebersetzt (Pascal war die einzige Sprache die ich offiziell in einem Kurs mit Benotung gelernt habe, weil Pflichtkurs). Dann weiter als HiWi mit einer Uralt-dBase Version eine institutsinterne Datenbank gebastelt. In der Diplomarbeit dann nebenbei C lernen muessen, immer den decompiler angeworfen, weil der Compiler/Linker so Kacke war und den reservierten Speicher fuer die Peripheriebaugruppe ueberschrieben hat. C++ fand ich dann eher schwierig, weil man oft nicht wusste was Microsoft denn in ihren kaum dokumentierten DLL’s (standard library) so fuer einen Mist gebaut hat.

    Ich bleibe dabei: Wer von „Programmieren“ spricht und nicht mal weiss was Assembler ist u/o nichts damit anfangen kann, hat keinen blassen Dunst vom programmieren. Dann heult doch.

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    • Danke für deine Erfahrungen.
      Den letzten Absatz unterschreibe ich.

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    • idgie13 schreibt:

      Oooh … wir haben fast den gleichen Werdegang 🙂
      Und Wurm war das einzige Spiel, das ich je gespielt habe.

      Pascal hatten wir in der Schule, an der Uni dann Assembler, Fortran und Modula. Meine Diplomarbeit hatte ich in C++ geschrieben, da hab ich mich auch schwer rein gefunden, bin dann aber erstmal für ein paar Jahre dabei geblieben.

      Unsere Generation ist halt mit den Rechnern und Sprachen „mitgewachsen“ – im Rückblick ist das schon ein Vorteil zu dem ganzen Überfluss, den es heute schon gibt.

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  8. Herr Unbekannt schreibt:

    @echo off

    https://moinworld.de/women-techmakers-hamburg/
    -> Team
    Fällt da jemanden etwas auf?

    „Die IT-Branche braucht mehr weibliche Vorbilder“ forderte die Zeit schon vor über einem Jahr. 2017 heißt es aber immer noch: „Das Silicon Valley ist männlich und weiß“.

    Das ist etwa so sinnvoll wie:
    „Ich hab` gestern `nen Pflaumenbaum gepflanzt. Wieso trägt der immer noch keine Früchte?“

    // ***************************************************************

    “ und meine eigene Website online.“

    Und wieso verlinkt sie diese nicht? Würde mich nicht wundern, wenn man dort im Quelltext etwas von Dreamweaver oder gar MS Office liest.

    REM ————————————————————

    „Die IT-Branche braucht mehr weibliche Vorbilder“

    Wer von euch brauchte eigentlich erst ein Vorbild, um mit dem Programmieren anzufangen?

    :: ________________________________________

    „Programmierkurse für Frauen an: […] HTML & CSS“

    Für diese Damen ist notepad++ dann vermutlich eine Weiterentwicklung von C++
    Aber wenn sie hinterher keinen Job als Programmierer bekommen, ist natürlich das Patriachat schuld!

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    • Wer von euch brauchte eigentlich erst ein Vorbild, um mit dem Programmieren anzufangen?

      In der Schule begonnen, im Studium ausgebaut. In die professionelle SW-Entwicklung bin allerdings eher zufällig reingeraten. Aber irgendwelche „Vorbilder“ hatte ich nicht.

      Aber wenn sie hinterher keinen Job als Programmierer bekommen, ist natürlich das Patriachat schuld!

      Wer sonst? 🙄
      (obwohl ich zugebe, dass ich gerade wegen femikratischer Errungenschaften wie AGG, Elternzeit, Lohn“gerechtigkeit“sgesetz, etc. auch Abstand davon nehme, Frauen als Entwickler einzustellen)

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    • Herr Unbekannt schreibt:

      „Die Erkenntnis, dass ich Jahre bräuchte, um diese Sprache auch nur im Ansatz zu verstehen.“

      https://sarawesterhaus.wordpress.com/

      JAHRE? Um HTML und CSS auch nur im Ansatz zu verstehen?

      Mädel, laß die Finger davon, bringt nix!

      Und dann von Programmieren zu sprechen ist in etwa so, als würde jemand eine Konservensuppe aufwärmen – und sich als Koch bezeichnen!

      „Bei allen Frustmomenten überwiegt aber die Faszination über den strikt logischen Aufbau der Befehle[sic!]“

      „Am Ende jeden Kurses hast Du eine Website online, die Du der Welt zeigen kannst und eine Bescheinigung über Deine Teilnahme.

      Meine Website findet ihr hier: https://saras-erste-website.firebaseapp.com/

      Mädel, verlang` dein Geld zurück!
      Und bitte, hör auf dafür Werbung zu machen!

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    • idgie13 schreibt:

      „Wer von euch brauchte eigentlich erst ein Vorbild, um mit dem Programmieren anzufangen?“

      Also ich hab mit Programmieren angefangen, weil ich einen Pulli mit Fraktal drauf stricken wollte und mein Bruder sich geweigert hat, mir das zu programmieren. Da war ich 13.

      Später hab ich mit Programmieren mein Studium (teil-)finanziert. Den Rest hab ich am Band mit Autos zusammenschrauben verdient.

      In die richtige Software-Entwicklung bin ich dann auch nach dem Studium reingerutscht. Vorbilder hatte ich keine – den Beruf gab es ja noch gar nicht so richtig.

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  9. Miria schreibt:

    In der Schule habe ich mal Python gelernt und denke, dass das tatsächlich schon als Programmiersprache durchgehen kann (obwohl viele vorgefertigte Bibliotheken).
    HTML mal so nebenbei im Praktikum, wobei ich bei der Bezeichnung von HTML als Programmiersprache auch als erstes dachte, das ist doch keine Programmiersprache… Und eigentlich auch kein großes Kunststück, die zu beherrschen.
    Die wirklich richtige Programmiersprache, die ich gelernt habe, ist C. Sehr sinnvoll zur SPS Programmierung, was man als Elektrotechniker eben können sollte. Wobei ich da auch denke, dass ich mich mittlerweile erst wieder einmal einarbeiten müsste, wenn ich was programmieren wollen würde.

    Aber mit deiner Kritik am Artikel hast du recht. Obwohl es durchaus Sinn macht, Schülern evtl. mal zu zeigen wie einfach z.B. HTML ist und was man damit schon alles basteln kann 😉

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    • Python kann ich nicht wirklich beurteilen, aber C ist in Ordnung.

      Es spricht absolut nichts dagegen, in der Schule HTML zu lehren. Ich befürworte das sogar.
      Zu sehen, dass man mit ein paar einfachen Tags das Aussehen eines Textes beeinflussen kann, ist sicher eine wertvolle Erfahrung.
      Bloß geht es zu weit, dies dann gleich als „Programmierung“ darzustellen.

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  10. GOI schreibt:

    Wir alle hatten in der Schule mal „Mathematik“. Die wenigsten haben da aber mehr gemacht als zu rechnen.
    Daher sollten alle Programmierer hier mal vom hohen Ross absteigen und einsehen, dass auch ein Chemie-Nobelpreis-Träger mal mit Kipp-und-Schütt-Versuchen angefangen hat.
    Einen Haushalt führen hat wenig mit Verfahrenstechnik zu tun. Dennoch kann man sich dabei Techniken und Denkweisen angewöhnen, die einem weiterhelfen (oder umgekehrt, wie bei mir).
    Solche Kurse sollen eben grundsätzlich zeigen, dass Programmieren kein Hexenwerk ist, sondern Schritt für Schritt (und zwar VIELE Schritte) gelernt werden kann.
    Der verlinkte Artikel entspringt eben dem Geist, dass gerne alle Menschen, die „Hi, my name is [Name]“ sagen können als Englisch-Sprecher bezeichnen.

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    • GOI schreibt:

      …bezeichnet werden… sollte es heißen

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    • Klar, jeder muss erst mal anfangen.

      Es ist mir aber schon sehr sauer aufgestoßen, dass der Fokus bei diesen „Programmierkursen“ auf HTML/CSS liegt.
      Wenn das Angebot wenigstens z.B. mit C# oder Assembler abgerundet würde, könnte man nicht auf die Idee kommen, dass Frauen dabei gezielt verdummt werden sollen.

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    • Herr Unbekannt schreibt:

      Vor allem müsste in so einem Kurs erstmal klar gesagt werden, daß man dort NICHT programmieren lernt!

      Kannst du dir vorstellen, wie diese Frauen dastehen, wenn sie sich mit Leuten unterhalten, die Ahnung haben?

      „Ich kann auch programmieren!“
      „Welche Sprache nutzt du denn?“
      „HTML und CSS!““

      Diese Frauen stehen hinterher als Volldeppen da!

      if($volldepp == 1) $motivation = 0;

      Projekte wie diese helfen nicht, sie schaden!

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      • SG schreibt:

        Sorry, aber das ist keine Sache des Geschlechtes. Ich erinnere mich noch gut an ein „Gespräch“ beim Einschreiben – als wir Erstis gewartet haben. Da quatscht mich einer von der Seite an, was ich denn alles könne. Ich zähle also auf „(Object)Pascal, C/C++, FoxPro, SQL, ..“. Er so mit ganz geschwollener Brust „Ich kann HTML!“. Erstmal das Lachen verkneifen, denn es geht weiter. „Ich auch.“ „Und womit programmierst Du?“ „Notepad“ – damals kannte ich noch kein Linux. Er kann damit nichts anfangen, aber mit noch weiter geschwollener Brust „Ich programmiere mit Dreamweaver!“ (Ein gehypter und teurer HTML Editor mit WYSIWYG, etc.). Dann konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen, und ich hatte einen potentiellen Freund weniger – den ich aber eh nur ein/zwei Wochen gehabt hätte..

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        • LOL.
          Von solcher Selbstüberschätzung sind Männer keinesfalls ausgenommen.

          Ich suche ja derzeit selbst einen Entwickler, und würde unter bestimmten Umständen sogar einem Berufsanfänger eine Chance geben.
          Wenn allerdings HTML/CSS-„Programmierung“ seine einzige Qualifikation dafür wäre, dann doch lieber nicht.

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          • SG schreibt:

            Nur mal interessehalber – weil mich das mal persönlich betroffen hatte:

            Sucht Ihr unbedingt studierte, oder sind auch gelernte OK? (FIAW z.B.)

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            • Studium muss nicht sein, aber eine gewisse Programmiererfahrung schon.
              Selbst wenn ein Bewerber nur als Hobby ein ernstzunehmendes Projekt entwickelt hätte, wäre das eine beachtenswerte Qualifikation.

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            • Carnofis schreibt:

              Sehr gute Einstellung 😉

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            • SG schreibt:

              Finde ich auch. Nur das:
              „unter bestimmten Umständen sogar einem Berufsanfänger eine Chance geben.“
              lässt mich etwas stocken. Daher hatte ich die andere Dimension erfragt.

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            • Für einen guten Entwickler ist die rein formale Qualifikation nicht entscheidend.
              Kriterien sind, dass ich ihm zutraue, dass er seine vorgesehenen Aufgaben ordentlich bewältigen kann, und dass er ins bestehende Team passt.
              Der (formal) am besten qualifizierte Bewerber kriegt nicht unbedingt den Job, sonst habe ich zum Schluss einen promovierten Informatiker da, der aber zu theorielastig arbeitet, um effizient zu sein.

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  11. Yeph schreibt:

    Ich bin wie üblich sehr spät mit meinen Kommentaren. Es gibt ja so eine Art Hitparade der Programmiersprachen. Anscheinend liegt Java immer noch vorn und es wird immer noch gefördert z.B. für öffentliche Ausschreibungen. Jeder sagt, dass es eine Katastrophe ist, aber es liegt anscheinend immer noch vorn, d.h. dass ein Programmierer der einen sicheren Job sucht sich das (gefälligst) aneignen sollte.

    Und m.E. ist Python eine echte Programmiersprache, wogegen JavaScript eher eine Verschönerungssprache für Webseiten war/ist? Ich bin kein Programmierer. Ich tue das hie und da als Hobby oder um die Arbeit zu erleichtern.

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    • Die Verbreitung von Java ist für mich auch ziemlich unverständlich.
      Java ist so träge, macht nur Probleme, und ich sehe keinen wirklichen Vorteil (früher vielleicht noch weitgehende Plattformunabhängigkeit).
      Naja, irgendwann wird es damit auch bergab gehen, so wie es auch Flash ergeht.
      Noch gibt es halt viele Legacy-Anwendungen, die weiter gepflegt werden.

      Javascript sollte man nicht unterschätzen. Gerade für interaktive Webanwendungen ist es unverzichtbar (etwa für AJAX im Zusammenspiel mit XML).
      Man sollte sich nur nicht einbilden, nach solch einem 10-stündigen Kurs bereits in der Lage zu sein, aufwändige Skripten zu erstellen.

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      • Yeph schreibt:

        Ja, das ist wie mit der Musik. Hat man erst einmal die erste Sprosse erklommen, merkt man dass die Leiter fast unendlich hoch ist. 😉

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  12. Pingback: FORmula TRANslation//1545 | breakpoint

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