Algorithmische Ethik – wer ist entbehrlicher?

Auf Heise ist ein Artikel erschienen, bei dem es um eine Untersuchung bei Fahrsimulatoren geht. Die Ergebnisse sind für Autonome Autos möglicherweise von Belang.
Ich wurde auf diesen Artikel aufmerksam gemacht (vielen Dank!), und stelle ihn hiermit kurz vor, obwohl er nur marginal mit dem Blogthema zu tun hat.

Bei der genannten Studie wurden Probanden im Fahrsimular mit dem Dilemma konfrontiert, unter Zeitdruck entscheiden zu müssen, welches von zwei Zielen sie im Notfall mit ihrem Auto überfahren würden.
Das Ergebnis war folgendes:

Hatten die Probanden vier Sekunden Zeit, versuchten sie durch ihre Handlung den aus ihrer Sicht geringsten gesellschaftlichen Schaden anzurichten. So wurden in diesem Szenario Männer eher überfahren als Frauen, Alte eher als Junge und Ziegen eher als Hunde. Hatten die Probanden jedoch nur eine Sekunde Zeit für ihre Entscheidung, blieben die Tendenzen zwar gleich, aber weniger stark ausgeprägt. Während im langsamen Szenario 80 Prozent aller Männer überfahren werden, sind es im schnellen nur noch 58 Prozent.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Algorithmische Ethik – wer ist entbehrlicher?

  1. luisman schreibt:

    Mich wuerde folgendes Testergebnis interessieren:
    Die Probanden sind alles alleinerziehende Frauen.
    Alle Zahlvaeter duerfen sich einen grossen gelben Stern auf die Brust kleben.
    Evil grin

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Naja … das ist so eine Sache mit dem Simulator.

    In Realität würde ich eher kleine als große Tiere umfahren und bei Menschen versuchen, keine Kinder zu erwischen. Das Geschlecht wäre mir egal, Hauptsache, die Beule im Auto ist nicht so groß.

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  3. SG schreibt:

    Ich würde gerne mal wissen, was die Feministen hierzu sagen. Quote? >:->

    Interessant: Sobald man Zeit hat, werden die Männer aufs Korn genommen. Unter Zeitdruck ist das schon fast Fehlerrate..

    Ich hoffe nur, die Ergebnisse werden nicht wirklich implementiert. Sonst muss ich mir irgendeine Verteidigung überlegen…

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    • Vielleicht könnten Männer die Geschlechtserkennung ja durch geeignete Kleidung austricksen. :mrgreen:

      Ich hoffe aber auch, dass bei solchen Entscheidungen ein Zufallszahlengenerator zum Einsatz kommt, anstatt irgendeiner Implementation politisch korrekter Grundsätze zu vertrauen.

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      • SG schreibt:

        Ich hoffe, die verzichten auf den Scheiß. Die Karren sollen sich an die Regeln halten und bei unvorhergesehenes in die Eisen gehen: Wenn sich alle an die Regeln halten sollte es zu keinem Problem kommen. Es wird erst Probleme geben wenn der Mensch regelwidrig agiert. Und wenn dieser Mensch dann „gedetscht“ wird – selbst schuld. Ansonsten ist es allgemeines Lebensrisiko.

        Zurück zum Thema: Wenn man nur einfachste Regeln verwendet, vermeidet man Sexismus. und noch viele andere „-ismen“. Mich würde viel eher interessieren, wieso dieses Ergebnis kommt. Ich kann mir das zwar biologisch erklären, aber nicht zivilisatorisch.

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        • Solange sich alle an die Regeln halten, sollte es keine Probleme geben.
          Aber es wird auch immer Ausnahmefälle geben (ein Kind rennt auf die Straße, ein großer Ast bricht vom Baum und landet unmittelbar vor dem Auto auf der Straße, ..) in denen eine schnelle Reaktion nötig ist, um schlimmeres zu verhindern.

          Es wäre interessant, die Studie in anderen Kulturkreisen zu wiederholen, um zu prüfen, ob anderswo die Ergebisse ähnlich sind, oder stark abweichen.

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