Das Geschenk des Lächelns

Filterblasen versperren den Blick nach Außen und machen eine objektive Perspektive unmöglich.
Um meine Scheuklappen auf ein Minimum zu reduzieren, ist es mir wichtig, gelegentlich aktuelle Texte moderner Feministinnen zu lesen (und hin und wieder hier zu besprechen).

Häufig habe ich den Eindruck, dass es diesen Feministinnen nur darum geht, ein Haar in der Suppe zu finden, das sie dann Männern vorhalten können, um das Geschlechterverhältnis weiter zu vergiften.
Da regen sie sich auf über vermeintliches Mansplaining, Manspreading, Manterupting, Hepeating, .. und pushen dies zum Skandal oder ungeziemlichen Verhalten hoch.

In einem neuen Text geht es um die angeblich nervig häufige Aufforderung von Männern an Frauen zu lächeln.

Man steht im Supermarkt vor dem Shampooregal und plötzlich reckt jemand neben einem den Kopf und sagt „Lächel doch mal!“. Jemand ganz Fremdes, Unbeteiligtes.

Man starrt in der Bahn vor sich hin und plötzlich kommt jemand auf einen zu und sagt „Hey, warum so finster?“.

Also ich wurde nie auf ähnliche Weise in der Öffentlichkeit von völlig unbekannten Männern so angesprochen. Aber das liegt wohl auch daran, dass ich nicht mit verkniffenem, griesgrämigem Gesicht herumlaufe.
Auch wenn ich in Gedanken versunken irgendwo sitze, äußern sich so ähnlich höchstens Personen, die ich bereits kenne.

Die Autorin ist sogar der Ansicht, dass solche Bemerkungen nicht grundsätzlich als Anmache zu verstehen sind, sondern dass manche Männer damit Frauen auch „glücklich machen“ wollen, was ja ein anerkannt positives Ziel wäre. Allerdings schränkt sie gleich wieder ein, und verweist (ohne Beleg) auf Psychologen, die behaupten, solche Aufforderungen dienten zur Kontrolle. 🙄

Später stellt sie die Frage:

Doch ist es nicht sogar viel selbstbewusster, mit einem natürlichen Gesichtsausdruck herumzulaufen, als ständig mit einem gekünstelten Lächeln?

Sie impliziert damit, dass das Lächeln „gekünstelt“, also unecht sei. Ein „natürlicher Gesichtsausdruck“ ist ihrer Ansicht nach dann wohl eher unfreundlich und mürrisch.

Es sei „sexistisch“ und ein

Übergriff, wenn Männer Frauen unvermittelt um ein Lächeln bitten.

Wie kann eine höflich vorgetragene Bitte ein „Übergriff“ sein? Einer Bitte kann man entsprechen, oder eben auch nicht. Das soll jeder so halten, wie er mag. Es wird niemand gezwungen, einer Bitte nachzukommen.

Die Autorin beendet ihren Text mit:

Liebe Frauen: Ihr seid genauso wunderschön, wenn Ihr nicht lächelt!

Und das ist natürlich Unsinn. Ein offenes Lächeln entspannt und erhellt die Gesichtszüge, gibt somit eine wesentlich sympathischere Ausstrahlung als ein verbiesteter, miesepetriger Gesichtsausdruck.
Es gibt längst Studien, die belegen, dass Lachen gesund ist. Allein durch das Hochziehen der Mundwinkel (auch wenn man gar keinen Grund zum Lachen hat), werden Muskeln angespannt, wodurch Serotonin und Endorphine ausgeschüttet werden. Dadurch geht es einem sofort besser.
Mir ist deshalb jede solche Aufmunterung willkommen, gerade wenn mir eigentlich gerade mal nicht zum Lachen zumute ist.
Wie kommen Femistinnen dazu, derart anmaßend Männer aufzufordern, Bitten um ein Lächeln zu unterlassen? Sie sollten es besser selbst bleiben lassen, Aussagen im Namen anderer Frauen zu tätigen.

Die Gesamtheit des Lächelns ist unbeschränkt. Dafür gibt es weder Obergrenze noch Erhaltungssätze. Wer jemandem ein Lächeln schenkt, verliert nichts, sondern gewinnt dabei selbst.

Wenn sich auf einem vormals finsterem oder traurigem Gesicht plötzlich ein Lächeln zeigt, so ist das ein schöner Moment, ähnlich dem unvermittelten Durchbruch des Sonnenscheins durch eine dichte Wolkendecke.
Lassen wir uns solche Augenblicke nicht durch biestige, freudlose und missgünstige Feministinnen vermiesen!

Advertisements

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

25 Antworten zu Das Geschenk des Lächelns

  1. idgie13 schreibt:

    Häh?
    Noch nie hat mich ein Mann zum Lächeln aufgefordert. Ich hab das auch noch nie bei jemand anders mitbekommen. Feministinnen sind scheinbar schon sehr weltfremd und leben in ihrer eigenen Blase.

    Ich hab das allerdings auch schon zu Freunden (m wie w) gesagt – aber nur bei engen Freunden, die ich aufmuntern wollte.

    Gefällt 3 Personen

    • Was bei Feministinnen nicht ins eigene Weltbild passt, wird einfach weggeblockt.
      So nehmen sie unkritisch nur noch das wahr, was sie eh schon glauben, und so wird ihre ursprüngliche Sicht verstärkt und endet dann in self-fulfilling prophecies.

      Um so wichtiger ist es, über den eigenen Tellerrand zu schauen, und auch ganz andere Auffassungen zu aufgeschlossen zu überdenken – aber immer auch mit eigenen Erfahrungen abzugleichen.

      Gefällt 2 Personen

  2. Miria schreibt:

    Ich wurde tatsächlich schon so angesprochen von fremden Männern. Meist war es so, dass ich nicht ehrlich schlecht gelaunt, sondern einfach in Gedanken versunken war.
    Also die Behauptung, dass das gar nicht vorkommt ist vermutlich genauso weltfremd wie die, dass das ständig passiert 😉
    Ich finde das aber jetzt auch nicht so unglaublich schlimm, dass es mich groß gestört hätte.
    Ich selbst versuche auch fremde Menschen aufzumuntern, wenn ich über längere Zeit den Eindruck habe, dass es der Person nicht gut geht. Habe zum Beispiel in der Bahn mal jemandem Schokolade geschenkt mit einem Lächeln und den Worten, dass Schokolade glücklich macht, weil er die ganze Fahrt über grimmig geschaut hat. Es schien als hat er sich wirklich gefreut darüber.
    Ich denke nicht, dass man damit aufhören sollte, anderen – auch fremden Menschen – eine Freude zu machen oder zu versuchen, sie aufzumuntern!

    Gefällt 1 Person

    • OK, solche Situationen können schon vorkommen, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß, das dieses Artikel suggeriert.

      Aber es steht niemandem zu, Männern pauschal verbieten zu wollen, solche Aufmunterungen zu machen.
      Wenn mich mal jemand entsprechend anprechen würde, so möchte ich selbst entscheiden, wie ich darauf reagiere.
      Das kann – je nach Situation – positiv, neutral oder auch negativ sein.
      Und ob mich so ein Spruch erfreut oder nervt, ist auch alleine meine Sache. Da brauche ich niemanden, der meint, mich bevormundend davor abschirmen zu müssen.

      Gefällt 1 Person

  3. only_me schreibt:

    Vermutung: Die, denen das passiert, haben ein „Resting Bitch Face“

    http://edition.cnn.com/2016/02/03/health/resting-bitch-face-research-irpt/index.html

    Die feministische Klage ist also mal wieder: „Ich habe eine Scheiß-Eigenschaft und werde darauf aufmerksam gemacht. Die Gesellschaft muss sich ÄNDERN, damit ich mich nicht selbst um meine persönlichen Probleme kümmern muss.“

    Gefällt 1 Person

    • Es ist nicht überraschend, dass sich häufige Gefühlsregungen ins Gesicht eingraben.
      Wenn das hauptsächlich negative Emotionen sind, zeigt sich das halt früher oder später im Gesicht.
      Wer häufig lacht, kriegt Lachfältchen, aber die sind wenigstens mit einer positiven Ausstrahlung verbunden.

      Diese Forderungen, dass sich die Gesellschaft ändern soll, stammen von Einzelpersonen, die sich den Anschein geben wollen, sie sprächen für alle Betroffenen.

      Gefällt mir

      • only_me schreibt:

        Ich würde nicht davon ausgehen, dass RBF jedenfalls selbst verursacht ist.
        Fast alle Basis-Gesichtszüge (Breite des Munds, Lage der Augen) sind weitgehend vorgegeben, warum nicht auch die Position der Muskulatur?

        Aber das „ICH habe ein Problem, also haben das ALLE Frauen und es müssen ALLE Männer was ändern“ ist tatsächlich der Inbegriff der Feministin.

        Gefällt mir

        • Sagen wir, das RBF ist nicht monokausal. Es gibt auch noch andere Ursachen, die seine Entstehung begünstigen können.

          Solche (Fehl-)Schlüsse von sich selbst auf andere sind in der Tat äußerst nervig, insbesondere wenn man sie nicht einfach unwidersprochen so stehen lassen will.

          Gefällt mir

  4. Plietsche Jung schreibt:

    Schenk ihr ein Duplo, die längste Praline der Welt, denn Schoki macht glücklich.
    Oder halt nen Dildo mit neuen Batterien, kommt auf’s Gleiche raus.

    Gefällt mir

  5. Imion schreibt:

    Was wird denn bei Feministinnen nicht übertrieben oder herbeigelogen? Gerade heute wieder in Zeit einen Artikel, wo behauptet wird, das Frauen in der Arbeitswelt tagtäglich durch Sexistische Kommentare diskriminiert werden. Wieder so eine reine heulorgie

    Gefällt mir

  6. Fiete schreibt:

    Da es ja heutzutage scheinbar „völlig normal“ ist im Namen anderer zu sprechen, antworte ich jetzt mal als mittelalterliche, schlechtgelaunte Feministin:
    Das kannst Du sowieso alles gar nicht beurteilen, da es offensichtlich gar keinen Zweifel geben kann, daß Du gar keine Frau bist, sondern einfach nur klischeehaft den Männern nach dem Mund redest, so!
    ( Wer darin jetzt irgendwelche Widersprüche zu entdecken meint, ist natürlich ein weißer alter heteroperverser Maskunazitroll! )

    Gefällt mir

  7. Pingback: Die Zeit: „Sexismus am Arbeitsplatz“ | ☨auschfrei

  8. Matze schreibt:

    „Liebe Frauen: Ihr seid genauso wunderschön, wenn Ihr nicht lächelt!“

    Ich bin mir fast sicher das es dazu schon eine Studie gibt die wenig überraschend feststellt das lächelnde Gesichter als schön und attraktiver angesehen werden – von Männern und Frauen.

    Gefällt mir

    • Gibt es bestimmt schon. Ich meine sogar, mich vage zu erinnern, auf Alles Evolution mal von solch einer Studie gelesen zu haben.

      Kann es daran überhaupt einen Zweifel geben, dass lächelnde Gesichter positiver wahrgenommen werden als nicht lächelnde?

      Gefällt mir

  9. Pingback: Artikel auf @zeitonline: „Lachen als Geste der Demütigung“ von @jana_hensel | ☨auschfrei

  10. StonecoldLaughter schreibt:

    Hi, das klingt aber zusammen mit dem US Hintergrund doch sehr nach leichter Kulturverwirrung. 😉 In Deutschland machen sich wenige Menschen Sorgen darum wenn man mal mit versteinerter Miene vor sich hindenkt oder einfach wartet das die Scheissbahnfahrt endet und entsprechend wenig wird man angesprochen, wir sind doch etwas reservierter. In den USA hab ich das durchaus anders erlebt, es scheint dort für manche Gesellen nahe an einer persönlichen Beleidigung zu sein wenn man sie nicht grenzdebil angrinst persönlich wurde ich dann noch beleidigt als ich dieser Aufforderung nicht nachkam sondern mit typischem deutschem Ingenieurstodesblick klar gemacht habe das man mich gerade in Ruhe lassen darf, von den dortigen Kollegen hab ich dann erfahren das es gelegentlich vorkommt das man auf solche Spezialisten stößt. Bei Männern wäre das wohl eher ungewöhnlich bei Frauen kommt das aber scheinbar öfter vor, es wird eher erwartet das Frau lächelt, gut aussieht und einen auf FriedeFreudeEierkuchen macht. Kurz, es wundert mich nicht das es uns hier sehr seltsam vorkommt das man über sowas diskutiert und die US Amis sind imo mal wieder viel zu schrill unterwegs.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s