Artikel bei Edition F: „Was wirklich jeder Vorgesetzte gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz tun kann“

Allen Lesern noch ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2018!

Nach der feiertäglichen Pause lasse ich es auch hier langsam angehen, und beginne quasi als Fingerübung zum Warmwerden mit einem auf Edition F erschienenen Text: „Was wirklich jeder Vorgesetzte gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz tun kann“.

Der Titel hatte mich neugierig gemacht. Also schauen wir mal, was da als einfache Maßnahmen vorgeschlagen wird.

1. Kein Schutz für Täter
[..]
Sie plädierte auf dem Panel dafür, Täter nicht dadurch zu schützen, dass betroffene Frauen von Vorgesetzten dazu gedrängt werden, Geheimhaltungsvereinbarungen zu unterschreiben.

Zunächst mal geht die Bezeichnung „Täter“ implizit davon aus, dass der Beschuldigte tatsächlich etwas verwerfliches getan hat.
Zum anderen empfiehlt es sich für eine gutes Betriebsklima, eventuelle, vielleicht ungerechtfertigte Anschuldigungen nicht wild in der Gegend herumposaunen zu lassen.
Stillschweigen ist zunächst also auf jeden Fall angebracht.

2. Den Opfern unbedingt Glauben schenken
[..]
Man solle den Überlebenden glauben

Welch drastische, unangemessene Sprache! „Opfer“, „Überlebende“ .. nur weil jemand angeblich etwas unwillkommenes getan hat.
Es gibt grundsätzlich keinen Grund, der Beschuldigerin von vornherein mehr zu glauben, als dem Beschuldigten. Im Zweifel gilt in dubio pro reo.

3. Den vorgesehenen Rechtsweg nutzen
[..]immer von ihrer Möglichkeit Gebrauch zu machen, Täter nach geltenden Gesetzen zur Verantwortung zu ziehen.

Der Rechtsweg steht jedem offen. Allerdings ist ein unerwünschtes Kompliment oder ein misslungener Scherz nicht gleich justiziabel, so dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann.

4. Für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sorgen
Arbeiten für ein Unternehmen in etwa gleich viele Frauen und Männer, und das auf allen Hierarchieebenen, könnten sich sexuelle Übergriffe von selbst erledigen, [..] „Wenn du bei der Hälfte angelangt bist, fallen viele Probleme automatisch weg.“

Das wird hier einfach so behauptet, ohne es näher zu begründen.
Wer das Risiko von sexuellen Belästigungen minimieren will, sollte eher auf strikte Geschlechtertrennung setzen. In homogenen Teams gibt es meist weniger Konfliktpotential und Reibungsverluste.

5. Lass dein Gesicht für dich sprechen
[..]man könne trotzdem etwas verändern: „Allein indem du die Stirn runzelst oder missbilligend blickst, wenn jemand einen Kommentar oder einen Witz macht, der dir nicht gefällt.“

Na, toll! Ein verkniffenes, missbilligendes Gesicht wirkt sich auf Dauer bestimmt auf die Arbeitsatmosphäre aus.

Ansonsten versäumt es die Autorin nicht, auf Gleichstellungsbeauftragte und das bundesweite Hilfetelefon hinzuweisen, das jedoch nur Frauen offen steht.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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51 Antworten zu Artikel bei Edition F: „Was wirklich jeder Vorgesetzte gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz tun kann“

  1. Plietsche Jung schreibt:

    1,2,4,5 sind hirnrissiger Blödsinn und dummes Gequatsche.

    Der Rechtsweg ist immer offen, allerdings für beide Seiten. Sollte sich eine Anschuldigung nicht beweisen lassen, gehört der/die Anklagende verknackt, aber nicht zu knapp.

    Der Arbeitgeber muss nur eines tun: Regelmäßig aufklären. Dazu gibt es genug (e-)Seminare, dessen Teilnahme man sich als AG bestätigen lässt,

    Sollte eine Anschuldigung zu einem Urteil führen, ist der AN fristlos zu entlassen. Das gilt für beide Seiten.

    Gefällt 1 Person

    • Sollte eine Anschuldigung zu einem Urteil führen, ist der AN fristlos zu entlassen.

      Auf welcher Grundlage denn?
      Das liegt doch im Ermessen des Arbeitgebers, der dies situationsabhängig entscheiden sollte.

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    • radikalfair schreibt:

      „Der Rechtsweg ist immer offen, allerdings für beide Seiten.“

      Dem ist bislang nicht so gewesen. Amerikanische Firmen haben bislang die Möglichkeit gehabt und genutzt, den Rechtsweg arbeitsvertraglich auszuschliessen. Allerdings rücken immer mehr Firmen von dieser Verfahrensweise ab.

      „Sollte sich eine Anschuldigung nicht beweisen lassen, gehört der/die Anklagende verknackt, aber nicht zu knapp.“

      Das sollte sich meiner Meinung nach an dem zu erwartenden Strafmaß für den Beschuldigten orientieren. Eine Falschbezichtigung der Vergewaltigung sollte mit demselben Strafmaß für die beschuldigende Person geahndet werden, die die angeklagte Person bei einem Schuldspruch zu erwarten gehabt hätte.

      „Der Arbeitgeber muss nur eines tun: Regelmäßig aufklären. Dazu gibt es genug (e-)Seminare, dessen Teilnahme man sich als AG bestätigen lässt, …“

      Vor allem sollte man als Arbeitgeber für die Begrifflichkeiten in diesem Zusammenhang interessieren und hier ggf. Wortdefinitionen „schulen“. Was heutzutage als „sexuelle Belästigung“ bezeichnet wird, war noch vor ein paar Jahren unterhalb jedweder Wahrnehmungsschwelle. Wenns nach einigen Feministinnen geht, ist ja schon ein unerwünschter Blick, ein nett gemeintes Kompliment und eine Hand auf dem Knie eine Grenzverletzung und sollte als Vergewaltigung geahndet werden. Die Gefahr besteht darin, dass durch die medial forcierte Entgrenzung der Worte und Entkoppelung der Worte von ihrem Inhalt, eine riesige Kluft zu den juristisch relevanten Straftatbeständen hergestellt wurde. Man projiziere das mal in die Zukunft. Die heutigen Mädchen wachsen mit der Vorstellung auf, dass ein Blick quasi schon eine vollendete Vergewaltigung sei.

      „Sollte eine Anschuldigung zu einem Urteil führen, ist der AN fristlos zu entlassen. Das gilt für beide Seiten.“

      Auch hier würde ich sagen, dass es sehr auf die Anschuldigung ankommt. Nicht jede erwiesene Anschuldigung sollte zu einer Entlassung führen.

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    • maddes8cht schreibt:

      “ Sollte sich eine Anschuldigung nicht beweisen lassen, gehört der/die Anklagende verknackt, aber nicht zu knapp.“
      zuerst einmal gilt auch da: Bitteschön den Rechtsweg einhalten.
      Desweiteren:
      Dass eine Anschuldigung sich „nicht beweisen lässt“, bedeutet genau nur das: Dass sie sich nicht beweisen lässt. Es bedeutet nicht automatisch das Gegenteil, dass die Anschuldigung unberechtigt war.
      Erst, wenn sich auch beweisen lässt, dass die Anschuldigung falsch war und dies dem beschuldigenden klar gewesen sein muss, darf es Konsequenzen wegen Falschbechuldigung geben.

      Allerdings würde ich als Arbeitgeber im Fall einer Falschbeschuldigung erheblich deutlicher zu entlassung tendieren als bei Schuldspruch wegen wasweißich. Bei wasweißich würde ich immer erst mal die Umstände anschauen, was das denn nun war. Aber wer sich eine falschbeschuldigung egal in welcher Größenordnung gegen Kollegen ausdenkt: So jemand ist derart zersetzend, sowas sollte man schleunigst entfernen, das ist absolutes Gift für jedweden Betrieb.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Niemand kann entlassen werden, dem nichts nachgewiesen oder der nicht verurteilt wurde.

        Alles andere wäre ein Verstoß gegen das Arbeitsrecht und hätte Konsequenzen für den Arbeitgeber.

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        • maddes8cht schreibt:

          Schön, dass wir uns da einig sind. Das klang weiter oben noch ganz anders.

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          • Plietsche Jung schreibt:

            Eigentlich nicht.
            Einer der beiden Parteien ist immer diejenige, die verurteilt wird. Entweder die, die belästigt hat oder die, die falsch anschuldigt.

            Bei Aussage gegen Aussage wird es demnach immer problematisch für den Kläger.

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            • maddes8cht schreibt:

              Wer hat dir denn das erzählt?
              Das ist schlicht falsch.
              Im Fall einer Strafanzeige wird entschieden, ob der Bekalgte schuldig ist oder nicht.
              Wenn er nicht schuldig gesprochen wird, bedeutet das für den Kläger erst mal gar nichts, außer dass er die Prozesskosten zu tragen hat.
              Aber um wegen einer falschbeschuldigung belangt werden zu können, muss zuerst mal der freigesprochene seinerseits eine Klage wegen Falschbeschuldigung einreichen. Was er im übrigen sogar bei Schuldspruch tun könnte, bzw. zumindest bevor das Verfahren beendet und er schuldig gesprochen ist, alerdings verbessert ein freispruch natürlcih seine Chancen ganz erheblich.
              Aber es handelt sich immer um zwei völig getrennte Verfahren, einen von dir behaupteten Automatismus gibt es da nicht.
              Und das ist sogar richtig so.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Das habe ich auch nicht behauptet. In der Realität ist es aber meist so und ich würde es auch so machen.

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            • maddes8cht schreibt:

              Nein, „in der Realität“ ist das meist nicht so. In der Realität ist mit Freispruch vielleicht noch ein weitergehenderer gang durch die Instanzen möglich, aber mit letztem Freispruch ist die Angelegenheit meist beendet, ohne das es eine Gegenklage gäbe.
              Selbst Kachelmann hat lange überlegt, und die meisten Juristen haben ihm von einer Gegenklage ausdrücklich abgeraten. Kachelman ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Dann denken wir wohl unterschiedlich.

              Ich persönlich würde mir eine solche Unterstellung nicht bieten lassen, denn schon der Vorwurf ist eine Rufschädigung mit erheblichen Folgen.

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            • maddes8cht schreibt:

              Im Fall Kachelmann gab es handfeste Beweise, dass die Frau gelogen hat, bewise bewusst gefälscht hat, etc.
              Wenn du eine reine Situation hast von Aussage gegen Aussage, kannst du froh sein, wenn du mit Freispruch davonkommst. Freispruch hat genau das zu bedeuten, dass du als unschuldig zu gelten hast, auch wenn dir das in der Praxis nur begrenzt was nutzt – die Rufschädigung bleibt, wie du feststellst, trotz freispruch.
              Aber glaubst du wirklich, dass du bei einer reinen Aussage gegen aussage Konstellation nochmal eine Gegenklage durchdrücken würdest, die du vermutlich ebenso verlieren würdest wie deine anklägerin? Und der deinem Ruf nur ebenfalls erneut schaden würde, denn dann hättest du den Prozess verloren?

              (Und ja, genau das ist durchaus möglich: Dass du von der ursprünglichen Anklage freigesprochen wirst, aber die eigene Anklage wegen Falschbeschuldigung ebenfalls in einem Freispruch für die als faloschbeschuldigerin endet. Genau das ist bei dünner Beweislage zu erwarten.)

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Ich habe Kachelmann gar nicht erwähnt.

              Ich würde Jeden und Jede verklagen, der mir mit einer Falschaussage schadet.

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            • maddes8cht schreibt:

              Im übrigen:

              Wenn der Freispruch z.B. so aussieht, dass die behaupteten/festgestellten Handlungen als nicht stafwürdig im Sinne des Gesetzes befunden werden?

              Also damit endet, dass die Handlungen nicht als Belästigung zu werten sind?

              Auch darum kann es nämlich gehen.
              John Lasseter z.B. umarmt gerne Leute.
              Ich glaube nicht, dass das selbst in Amerika als strafwürdig durchgehen würde. Getan hat er’s aber wohl schon.
              Ein Freispruch bedeutet dann einfachb nur, dass das Verhalten als nicht strafwürdig gesehen wid. Da kannst du nicht wg Falschbeschuldigung klagen. Du köntest es höchstens (in D) wegen Rufschädigung, übler nachrede o.ä. versuchen.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Im übrigen ist die juristische Lage in den USA eine völlig andere und da konnte ich Sachen erzählen, die kaum zu glauben sind.

              Tu ich aber nicht.

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            • maddes8cht schreibt:

              „ist die juristische Lage in den USA eine völlig andere und da konnte ich Sachen erzählen,“
              ich weiß, kenne ich.
              Kachelmann ist aber nicht in den USA. Außer dem Beispiel John Lasseter habe ich mich ziemlich ausdrücklich auf deutsche Verhältnisse bezogen.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Ich habe den bemitleidenswerten Herrn Kachelmann noch immer nicht in diese Diskussion gebracht.

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            • maddes8cht schreibt:

              Aber ich.

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            • maddes8cht schreibt:

              „Ich würde Jeden und Jede verklagen, der mir mit einer Falschaussage schadet.“

              Du scheinst davon auszugehen, dass im Falle deiner Unschuld immer eine Falschbeschuldigung vorliegt (unabhängig davon, ob das korrekt vom Gericht erkant wird). Aber das ist falsch.
              Das KANN der Fall sein, muss es aber durchaus nicht.

              Es aknn darum gehen, wie eine Handlung bzw. ein Vorgang zu bewerten ist, und da kann die klägerseite eine andere Aufassung haben, als das gericht. Deshalb ist die Klägerseite aber nicht einer falschbeschuldigung schuldig.
              Sie verliert deshalb auch einfach nur den prozess und bleibt als Verlierer auf den Kosten sitzen, was als Folge dramatisch genug sein kann – aber sie macht sich deshalb noch lange keines Verbrechens schuldig (was eine falschbeschuldigung nämlich ist).

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Ich werde das bei Gelegenheit mit meiner Nachbarin besprechen. Sie ist Volljuristin.

              Danke für deine Hinweise.

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            • Carnofis schreibt:

              „Ich würde Jeden und Jede verklagen, der mir mit einer Falschaussage schadet.“

              Das wäre wirklich nicht „plietsch“, da hat maddes8cht recht.
              Mit Falschbeschuldigungen war bei uns in der Ortsgruppe des VAfK vielleicht jeder 4. Vater konfrontiert. Dass einer von ihnen erfolgreich dagegen vorgegangen wäre, kann ich nicht behaupten. In aller Regel wurden die Verfahren gar nicht erst eröffnet, weder in die eine, noch in die andere Richtung.
              In einem Fall wollte ein Vater – Polizeibeamter – auf eine Untersuchung der Beschuldigung und damit auf einen blütenweißen Freispruch bestehen. Der Staatsanwalt drohte ihm dann damit, dass man „auch was finden“ könne, wenn er nicht mit der Nichteröffnung des Missbrauchsprozesses einverstanden sei.
              Gegen einen solchen Vorwurf vorzugehen, ist nur dann sinnvoll, wenn garantiert sicher ist, dass man seine Unschuld BEWEISEN kann, also z.B. im Tatzeitraum noch nicht geboren war, oder schwerverletzt im Koma in einem nepalesischen Gebirgskrankenhaus lag.
              Alles andere ist juristischer und sozialer Selbstmord.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Ich verstehe, dass man sich „tot“-ermitteln kann und deshalb der Staatsanwalt zu solchen Blüten neigt. Trotzdem ein krasses Statement und nicht gerade nach „Recht und Gesetz“.

              Ich hab mich vielleicht mit der Falschaussage etwas laienhaft ausgedrückt, denn ich meinte wohl eher die Verleumdung. Wenn ich allerdings so einen Staatsanwalt sehe, vergeht mir jeglicher Glaube an diese Judikative.

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            • Fiete schreibt:

              Es gibt hier keine „Judikative“ ( i.s.v. „Rechtsumsetzung“ ), sondern lediglich eine Jurisdiktion, die – soweit sie nicht in der Legislative mitmischt, sich als Teil der Exekutive versteht ( was die Bewohner dieser Wagenburg selbstverständlich vehement bestreiten würde, wenn jemand es wagte, das tatsächlich so zu untrstellen ). Habe ich so in der Schule gelernt ( dammals … ).

              Ansonsten kann ich die Vorkommentatoren grundsätzlich bestätigen.
              In meinem Fall wurde vor dem Familiengericht behauptet, ich wäre ein „irgendwie gearteter“ hochgefährlicher Schläger, gewohnheitmäßiger psychischer Folterer u.ä.m..
              Sämtliche Versuche meinerseits diese Anschuldigungen vor ein Strafgericht zu kriegen ( inkl. Selbstanzeige plus Nachhaken ), wurden vollständig ignoriert. Worauf das FamG zu der „Überzeugung“ kam sie wären „bewiesen“.
              Merke: Richter und deren Zulieferer dürfen verleumden ( übel nachreden, rufmorden ) wen und wie sie es gerade für praktisch für ihre geschäftsstrategische Planung halten.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Gute Nacht, Deutschland.

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  2. Peter Müller schreibt:

    Diese „Maßnahmen“ sind in der Praxis weitgehend für die Tonne. Naja, Edition F halt

    „1. Kein Schutz für Täter“

    Ist Abwägungssache und damit immer auf den konkreten Fall bezogen zu entscheiden. Es kann im Sinne eines Erhalts des Unternehmens (und damit der Gesamtheit der Arbeitsplätze) durchaus sinnvoll sein, den Vorfall sehr diskret zu behandeln. Das ist dann aber immer Unternehmensschutz und kein Täterschutz.

    Auf jeden Fall stört eine Frau, die fortlaufend an der Arbeitsstätte ihren selbstverliehenen Status als „Überlebende“ raustrompetet, den Betriebsfrieden.

    „2. Den Opfern unbedingt Glauben schenken“

    Never ever. Eine Medaille hat immer zwei Seiten.

    „3. Den vorgesehenen Rechtsweg nutzen“

    Steht jedem frei. Allerdings ist dies unerwünschte Publicity für ein Unternehmen und auch in der Realität, also jenseits des Edition F-Ponyhofs, kein Mittel erster Wahl. Wenn es sich als Falschbeschuldigung herausstellt, fliegt die Verleumderin hochkant raus. Wenn es zu einer Verurteilung kommt, hat sie einen Ruf, der eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit seeehr erschwert.

    „4. Für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sorgen“

    Wäre mir neu. Vermutlich ist eher im Gegenteil eine starke Schlagseite im Geschlechterverhältnis ein besserer Schutz, da dann die jeweilige Majorität sich untereinander diszipliniert und individuelle Annäherungen unterbindet. Bei Parität könnte eher eine beginnende Pärchenbildung die anderen animieren, auch zu balzen.

    „5. Lass dein Gesicht für dich sprechen“

    OK, Frau muss nicht über jeden dummen Sex-Witz vom Chef gequält mitlachen. Wenn sie es mit der Gouvernanten-Taktik allerdings übertreibt, hat sie schnell einen entsprechenden Ruf weg. Mein (ernstgemeinter) Praxis-Tipp für Frauen: Macht lieber ein trauriges Gesicht, das wirkt besser. Zuviel Stirnrunzeln macht Falten 😀

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    • radikalfair schreibt:

      „5. Lass dein Gesicht für dich sprechen.“

      In vielen Fällen wird ein Stirnrunzeln sicherlich ausreichen, um den Menschen das eigene Mißfallen zum Ausdruck zu bringen. Wenn das so läuft ist ja alles in Ordnung. Denn dann haben die Betroffenen eine Möglichkeit zu reagieren und können Witze mit sexuellem Bezug künftig unterlassen. Es ist jedenfalls besser, als sich nichts anmerken zu lassen und dann hinter dem Rücken zu intrigieren o.ä.

      Allerdings wird das vermutlich kaum eine machen. Zum einen, weil man sich dadurch schnell von der Gruppe isoliert (Humor als Gruppenkonstituierendes Element) und zum anderen, weil man seinen Gegenüber eine Möglichkeit zur Reaktion gibt. Danach befindet man (bzw. „frau“) sich nicht mehr in der machtvollen Opferposition.

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      • Peter Müller schreibt:

        Darum ist ja ein trauriges Gesicht so wirkungsvoll. Damit geht frau nicht halbaktiv in die Offensive (verlässt also nicht die Opferposition) sondern bleibt in der reaktiven Passivität und macht sich daher auch nicht angreifbar. Sendet aber trotzdem ein Signal des Missfallens.

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      • Wenn es in einem Betrieb häufig irgendwelche Äußerungen (egal zu welchem Thema) gibt, die missfallen, so dass sie die Grenzen des Tolerablen überschreiten, ist es auch eine Option, sich woanders einen neuen Job zu suchen.

        Oder man heult halt mit den Wölfen und arrangiert sich.
        Hinhaltender Widerstand ist auf Dauer keine Lösung.

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        • Peter Müller schreibt:

          Die Option gibt es in der Tat. Dürfte heute sogar einfacher sein als noch vor 20-30 Jahren wenn der/die MA hinreichend qualifiziert ist.

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    • maddes8cht schreibt:

      „1. Kein Schutz für Täter“

      Wenn man die Aussage Ernst nimmt, dann hätte sie zu bedeuten:
      Kein Schutz für Verurteilte. Denn ohne Verurteilung sind sie auch nicht als täter zu betrachten, sondern als Beschuldigte oder höchstens als „mutmaßliche Täter“.

      In dem Sinne kann man sich dem ja anschließen, aber alles spricht dafür, dass genau das nicht gemeint ist, sondern genau das Verhalten VOR einem Verfahren.
      Und dann sit die Formulierung falsch, und zwarabsichtsvoll falsch, weil die korrekte Formulierung entlarvend wäre und sympathiepunkte kosten würde. Es müsste dann heißen:
      „Kein Schutz für Beschuldigte.“
      Und das ist ein Satz, der jeglicher Mobbing-aktivität die Türen weit aufmacht.
      Das wäre jedem klar, der diesen Satz liest.
      Deshalb schreibt man es nicht so, sondern verschleiert.

      „2. Den Opfern unbedingt Glauben schenken“
      Hier gilt natürlich das selbe: Ohne Verurteilung steht nicht fest, wer das Opfer ist – im Falle einer Falschbeschuldigung ist es der Beschuldigte.
      Ganz offensichtlich ist das aber nicht gemeint, sondern: Dem kläger unbedingt Glauben schenken. Das klingt nach der Maxime der Inquisiton. Und öffnet ebenfalls Mobbing Tür und Tor.

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      • Peter Müller schreibt:

        „Das klingt nach der Maxime der Inquisiton. “

        Möglicherweise lieben die Schreiber_ixe von Edition F die Sitten und Gebräuche der Inquisition und bekommen bei dem Gedanken nasse Höschen? 😉

        Im Kontext des Artikels wird mit „Kein Schutz für Täter“ vermutlich aber eher nicht das Strafrechtsverfahren sondern der innerbetriebliche Versuch kritisiert, Vorfälle diskret zu handhaben.

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  3. Matze schreibt:

    „Wenn du bei der Hälfte angelangt bist, fallen viele Probleme automatisch weg.“

    Den Nachweis hätte ich auch gerne man gesehen. Es ist so das man in den USA durch das einsperren von ca. 10% der Verbrecher 80% der Straftaten verhindern könnte. Die Menschen sind nicht alle gleich.

    „Allein indem du die Stirn runzelst oder missbilligend blickst, wenn jemand einen Kommentar oder einen Witz macht, der dir nicht gefällt.“

    Das die wirklich erwarten das man Kollegen beim Chef ankreidet wegen Witzen, die man selbst nicht mag. Denunziantentum!

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  4. Ich würde in den Arbeitsvertrag ein Verbot sich sexuell Belästigen zu lassen reinschreiben. 🙂

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  5. PfefferundSalz schreibt:

    Ganz einfache Lösung: Einfach keine Frauen mehr einstellen wenn man ein Mann als Unternehmer ist und keine Männer wenn man eine weibliche Unternehmerin ist. Der ganzen andere Scheiß ist nur Unsinn. Außerdem hat man als Mann dann seine Ruhe und kann sich auf seinen Job konzentrieren.
    Wer etwas anderes macht bekommt von mir kein Mitleid.

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    • radikalfair schreibt:

      Generell keine Menschen eines bestimmten Geschlechts einzustellen klingt zwar „schmissig“ und vermeintlich pragmatisch. Ist aber unrealistisch, wenngleich auch „verständlich“.

      Aber nach Geschlechtern getrennte Büros bzw. ein Großraumbüro scheinen zukünftig unabdingbar zu werden.

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      • Peter Müller schreibt:

        Im angloamerikanischen Raum sind Großraumbüros bereits weit verbreitet. Da die rape-Hysterie dort auch schon länger grassiert, sind viele große Unternehmen (also bei denen via Gericht was zu holen wäre) dazu übergegangen, die Einzelbüros mindestens gangseitig, besser noch zum Großraumbüro hin vollzuverglasen und dabei auf Milchglas zu verzichten.

        D.h. jede/r sieht den Chef sitzen und jede/r sieht eben auch wenn der Chef ein Einzelgespräch mit einer weiblichen Angestellten hat. Das unterbindet sowohl Falschbeschuldigungen als auch rumfingern vom Chef eigentlich ganz zuverlässig…

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      • PfefferundSalz schreibt:

        “Generell keine Menschen eines bestimmten Geschlechts einzustellen klingt zwar „schmissig“ und vermeintlich pragmatisch. Ist aber unrealistisch, wenngleich auch „verständlich“. “
        Warum sollte es unrealistisch sein? In vielen Ländern ist das Usus also nix besonderes sondern der Standard. Außerdem hat es mich viele andere Vorteile da Männer in fast allen Punkten effizienter arbeiten als Frauen. Deswegen soll die Konkurrenz auf gemischte Teams setzen, ich setze auf Männerteams.

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        • radikalfair schreibt:

          „Unrealistisch“ ist es, weil es alle politischen Bemühungen um paritätische, gleichberechtigte Teilhabe beider Geschlechter untergräbt. Eine 100%ige Männerquote würde zukunftig – wenn überhaupt – nur noch in Kleinst- und Kleinbetrieben gesellschaftlich geduldet. Spätestens dann, wenn dein Betrieb eine Größe erreicht, die einen Betriebsrat verpflichtend macht, wirst du ein paar Gute Erklärungen für die geschlechtliche Homogenität deiner Angestellten liefern müssen. Es kann auch sein, dass zukünftig öffentliche Aufträge nur an Betriebe gehen können, die gewisse Quoten einhalten. Unrealistisch ist es auch, weil ein Unternehmen, das eine Stelle ausschreibt, ja mit der Stellenbesetzung ein bestimmtes Problem gelöst bzw. bestimmte Aufgaben erledigt haben will. Eine Festlegung auf ein bestimmtes Geschlecht ist hier nicht nur klar diskriminierend, sondern auch trategisch „ziemlich blöd“. Was ist, wenn die beste und günstigste Besetzung nun gerade eine Frau ist? Darüber hinaus trägt dein Modell nur dann, wenn es etwa gleich viele Unternehmer wie Unternehmerinnen gäbe …

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          • PfefferundSalz schreibt:

            „„Unrealistisch“ ist es, weil es alle politischen Bemühungen um paritätische, gleichberechtigte Teilhabe beider Geschlechter untergräbt. “
            Das ist nicht mein Bier aber generell ist mir das was die Gesellschaft will auch vollkommen egal. Ist vermutlich der Unterschied zwischen Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft.

            „Eine 100%ige Männerquote würde zukunftig – wenn überhaupt – nur noch in Kleinst- und Kleinbetrieben gesellschaftlich geduldet. “
            Ach das ist kein Problem, du kannst im Notfall auch Tochterergesellschaften gründen die dann wieder klein genug sind um unter den radar zu fallen. Bzw. du kannst auch bestimmte Abteilung rein weiblich machen. das hätte zudem den Vorteil, dass du den einzelnen Teams immer wieder sagen kannst wie schlecht sie im Vergleich zum Männer- bzw. Frauenteam sind.

            „Es kann auch sein, dass zukünftig öffentliche Aufträge nur an Betriebe gehen können, die gewisse Quoten einhalten. “
            Da setze ich auf den Backlash der bereits in Gange ist. Ich vermute, dass bei den kommenden Wahlen die konservativen Parteien deutliche Stimmzuwächse erhalten werden und damit wird auch eine konservativere Gesetzgebung verbunden sein.

            „Unrealistisch ist es auch, weil ein Unternehmen, das eine Stelle ausschreibt, ja mit der Stellenbesetzung ein bestimmtes Problem gelöst bzw. bestimmte Aufgaben erledigt haben will.“
            Ich kenne keinen Fall wo ein Mann eine Aufgabe nicht effizienter erfüllen kann als eine Frau – mit Ausnahme dort wo die Sexualität eine Rolle spielt und die damit von vorne herein Sexistisch ist und sein muss (Prostitution, Schauspielerei, Fashion usw).

            „Darüber hinaus trägt dein Modell nur dann, wenn es etwa gleich viele Unternehmer wie Unternehmerinnen gäbe …“
            Ne, nicht wirklich da mir es eigentlich scheißegal ist ob mehr Frauen arbeitslos sind oder nicht. Das ist nicht mein Bier. Wenn Frauen keine Unternehmen gründen wollen weil sie das Risiko scheuen dann haben sie halt Pech gehabt.
            Frauen sind per Definition Egoisten also sollten das Männer auch sein. Altruismus ist jedenfalls keine Lösung mehr.

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        • Nicht (nur) aus Neugier, aber um deine Aussagen einordnen zu können:
          Wie viele Mitarbeiter hast du denn, und wie lange führst du dein Unternehmen schon?

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    • Das ist höchstens möglich bis zu einer bestimmten Betriebsgröße.
      Je nach Branche, Art der Stelle und gewünschter Qualifikation findet man nicht (genügend) Mitarbeiter des gewünschten Geschechts.
      Teilweise realisierbar – was wir soweit möglich umsetzen – ist es, die einzelnen Arbeitsgruppen und Teams nur mit einem Geschlecht zu besetzen.
      Oft kommt man aber nicht um Kompromisse herum.

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      • PfefferundSalz schreibt:

        „Oft kommt man aber nicht um Kompromisse herum.“
        Das ist mir leider schon aufgefallen. Letztlich will ich ja vor allem Geld verdienen und nicht ideologisch handeln. Allerdings sehe ich Männer im Schnitt als die besseren Arbeiter an und daher sind diese meine bevorzugte Wahl. Außerdem können sie nicht schwanger werden, was ich durchaus als massiven Vorteil empfinde. Wir hatten das bereits 2 Mal und es war jedesmal ein Krampf neue Leute einzuarbeiten. Das ist eigentlich auch der Hauptgrund warum ich keine Frauen mehr möchte.

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