Heiko Mell: „Karriere als Mutter“

Seit vielen Jahren lese ich (auch wegen des unterhaltsamen Stils) in den VDI-Nachrichten die Serie „Karriereberatung für Ingenieure“ von Dr. Heiko Mell.
Dies ist eine regelmäßige Kolumne, in der Leserfragen zu Karrierethemen beantwortet werden.
Ich kann die Lektüre uneingeschränkt weiterempfehlen. Auch wenn sich die Themen auf Ingeneure fokussieren, ist vieles auch für andere Berufe zutreffend.

Aktuell gibt es die Frage einer jungen Ingenieurin, die derzeit in Elternzeit ist, und bald in Teilzeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehren möchte.
Für alle, die es interessiert verlinke ich hier auf die Antwort von Herrn Mell, der ich (vielleicht nicht in jedem Detail, aber) im Großen und Ganzen zustimme.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Heiko Mell: „Karriere als Mutter“

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich kann da nur aus meiner Warte berichten.
    Elternzeit ist sehr wertvoll und trägt ungemein zur Persönlichkeit bei.
    Ich will das jetzt nicht verallgemeinern, aber es kann durchaus dazu befähigen, ein Team entsprechend zu leiten. Das mag mit der Verantwortung zu tun haben, die man durch ein Kind annehmen muß, der Einsicht, dass die Dinge nicht so laufen, wie man es gerne hätte, oder der Geduld, die man entwickelt.

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    • Meine Schwester sagte mal, seit der Geburt ihrer Kinder hätte sie sich noch ein paar extra Arme wachsen lassen.
      Was Organisation und Logistik betrifft, so erwerben Mütter IMHO durchaus zusätzliche Fertigkeiten, werden vielleicht sogar stressresistenter.
      Bei Führung macht es allerdings durchaus einen Unterschied, ob man (kleine) Kinder führt, oder Erwachsene.

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      • Fiete schreibt:

        Nun, daß die ElternSCHAFT ( beginnt mit der Zeugung und dauert offiziell bis mindestens zum 18. Geburtstag des Kindes ) etwas sehr wertvolles auch im sozialen Sinne ist, stimmt natürlich.
        Allerdings nur, wenn Mama Staat sie einem ( bei unverheitateten Vätern per se nur ausnahmsweise mal ) erlaubt.
        Die Elternzeit ist ein Nonsenseterminus, den ich v.dh. eher negativ konnotiere ( müßte zumindest Elternfreizeit heißen ).
        Und sicherlich kann es passieren, daß jemand, der vorher kaum teamfähig war ( Egozentrker bspw. ) dadurch ( durch die Elternschaft, nicht die „Elternzeit“ ) seine sozialen Kompetenzen etwas verbessern kann. So er denn will.

        Mehr aber auch nicht. Daß jede Mutter durch ein paar Monate Freizeit mehr mit dem Kind nun im Erwerbsleben einen regelrechten Sprung auf die Gruppenleitungsebene machen würde, ist bestenfalls romantischer Quatsch.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        „Bei Führung macht es allerdings durchaus einen Unterschied, ob man (kleine) Kinder führt, oder Erwachsene.“ *überleg*…nö. Klare Ansagen funktionieren bei beiden gleichermaßen gut, genau wie Motivation.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Ein großartiger Bericht, der auch zeigt, dass wieder und wieder versucht wird. eine Minderheitenpolitik durchzusetzen. Das scheint ein deutscher Trend zu sein. zu fordern, wo es nur irgendwie geht. Bei Arbeitszeit, bei Kitaplätzen, bei finanziellen Engpässen.

    Eltern werden bringt einen erheblichen Einfuss auf das Leben mit sich. Jeden Tag und bei einiger finanzieller Last. Hier ist zumindest das eigene Verantwortungsbewusstsein gefragt und nicht der dauernde Ruf nach dem Staat (dem Steuerzahler).

    Karriere macht, wer präsent ist. Genau so ist es, denn zuhause auf der Couch oder mit dem Kinderwagen im Park wird das eher nichts. Vielleicht versetzt sich eine karrierehungrige Mutter mal in die Lage einer verantwortungsvollen Führungskraft.

    Alternativ geht noch eine Karriere bei den Grünen (Strickzeug mitnehmen) oder den Linken. Bestimmt sogar.

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  3. Matze schreibt:

    „Längst nicht jede Mutter wird nicht deshalb schwerer oder gar nicht befördert, weil sie Kinder hat oder gerade erwartet. Das einfachste Beispiel: Sehr viele Männer werden ebenfalls nie befördert. Auch wenn Frauen keine Kinder mehr bekämen, würden nicht alle Teamleiterinnen – auch nicht alle, die das unbedingt wollten. Herausragende Fähigkeiten und ein erkennbares Potenzial für Aufstiegspositionen ist stets unabdingbar – und keinesfalls überall vorhanden.“

    Wenn um das Thema geredet wird, ist dieser Punkt nur selten ein Thema. Guter und gut formulierten Kommentar.

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  4. Peter Müller schreibt:

    Im angloamerikanischen Raum (und auch in Frankreich) ist Mutterschaft jetzt kein so gravierendes Karrierehemmnis. Dies liegt im wesentlichen daran, dass Mutterschaft dort eben nicht Abwesenheit vom Betrieb bedeutet. Und das wiederum liegt daran, weil die Betreuung des Nachwuchs ausgelagert wird. Kinder laufen nebenher, sind aber nicht Nummer 1 auf der Liste.

    Die reine Ausfallzeit beschränkt sich daher im wesentlichen auf wenige Tage, wobei moderne Kommunikationsmittel das teilkompensieren können. Mir wurden schon Fälle erzählt, da hat frau im Kreisssaal zwischen den Wehen mit ihrem Blackberry Präsenz im Betrieb gezeigt.

    Aber auch unmittelbar vor und nach der Entbindung ist in Zeiten von Videokonferenzsystemen u.a. vieles möglich wenn der Wille da ist.

    Mutterschaft im Wortsinn bedeutet also erstmal kein Verzicht auf Karriere an sich. Sondern die Ausgestaltung der Mutterschaft ist entscheidend. Und da gibt es halt hierzulande ein gluckenhaftes Mutterbild. Hinzukommt, dass Kinder von Frauen auch über die Säuglingsphase hinaus als Ego-Projekt der Frau gesehen werden.

    Um das Problem zu lösen, müsste in der Gesellschaft ein „swing“ herbeigeführt werden:

    Das Kind als Hauptprojekt der ICH-AG darf keinen Bonus mehr bringen. Vielmehr müsste „kein Kind haben“ als Malus gelten. Zudem müsste die Gesellschaft Wert auf eine stabile Mann-Frau-Beziehung mindestens in der Lebensphase Schwangerschaft bis zur Einschulung legen, damit die Organisation der Betreuung nicht auf einer Person alleine lastet.

    Das würde schon einiges bewirken.Und vor allem dem AG eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit zusichern, dass sich die i.d.R. aufwändig geförderte Nachwuchsführungskraft nicht bei der erstbesten Gelegenheit an der Nabelschnur abseilt…

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    • Andere Länder, andere Sitten.

      Zudem müsste die Gesellschaft Wert auf eine stabile Mann-Frau-Beziehung mindestens in der Lebensphase Schwangerschaft bis zur Einschulung legen, damit die Organisation der Betreuung nicht auf einer Person alleine lastet.

      Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

      Früher™ wurden Kinder innerhalb von Großfamilien aufgezogen. Da waren Tanten und andere Verwandte enge Bezugspersonen und stets bereite Babysitter.
      Heutzutage sind oftmals noch nicht einmal Großeltern verfügbar, so dass die Kinderaufzucht voll an den Eltern hängt. Solange die Kinder noch klein sind, ist das ein Fulltimejob. Nicht jeder will deren Betreuung/Erziehung an fremde Personen outsourcen. Da man sich nicht mit voller Kraft sowohl den Kindern als auch der beruflichen Karriere widmen kann, muss man eines davon priorisieren. Viele Frauen wählen dann doch lieber ihre Familie.

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      • rano64 schreibt:

        Wie wahr, wie wahr. Auch wir sind natürlich dahin gezogen, wo es (lukrative) Jobs gab. Und auch zu zweit waren das teilweise große Herausforderungen. So lange alles nach Plan läuft, geht das noch so gerade, aber Kinder werden ja auch mal krank. Und immer schön flexibel sein! Wenige Wochen vor Geburt meiner Tochter (2. Kind) wurde ich in eine Stadt 150 km entfernt versetzt. Da waren wir echt am Arsch eine Zeitlang. Frau hatte die ganze Arbeit und ich habe meine Kinder nicht gesehen.

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  5. Pingback: Kurz notiert – KW 18/2018 | ☨auschfrei

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