Einladung zum Mentorinnenprogramm

Eine Mail der lokalen Gleichstellungsbeauftragten („Büro für Chancengleichheit und Vielfalt“ des Bürgermeister- und Presseamtes) erreichte mich, die ich auszugsweise und anonymisiert hier wiedergeben möchte.

Liebe Frauen,

im Anhang finden Sie die Einladung, sich an unserem Mentorinnenprogramm im Rahmen der Veranstaltungsreihe „100 Jahre Frauenwahlrecht“ zu beteiligen.

Sie stehen auf diesem Verteiler, weil Sie eine wichtige Funktion für die Stadt $Stadt.Name ausüben, politisch aktiv sind, an der Veranstaltungsreihe „100 Jahre Frauenwahlrecht“ beteiligt sind und/oder bei beruflichen Veränderungen mutig waren.

Davon weiß ich gar nichts, aber sei’s drum.

Das heißt, Sie haben jungen Frauen und Mädchen viel voraus und einiges zu erzählen.
Es würde uns sehr freuen, wenn Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung mit der heranwachsenden Generation $Stadt.Einwohner.Plural+(‚innen‘) teilen würden, denn durch Vorbilder lernen wir, was möglich ist.

[..]

*** Folgen Sie uns auf Facebook: www.facebook.com/100FWR ***

Der Anhang ist ein PDF-Dokument auf dem Briefpapier der Stadt, in dem sich folgende Passagen finden:

[..]
Teilnahme am Mentorinnenprogramm der Stadt $Stadt.Name 2018

Liebe Frauen,

die Weichen für den späteren beruflichen Lebensweg werden für Jugendliche in Schule und Umfeld schon früh gestellt. Dabei sind Mädchen vielfach immer noch Rollenklischees und Stereotypen ausgesetzt. Mädchen trauen sich trotz gleicher Leistungen weniger zu als Jungen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Mädchen weibliche Vorbilder haben, die sie ermutigen und inspirieren, selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen, ihre eigenen Interessen zu verfolgen und sich Herausforderungen zu stellen.

Aus diesem Grund rufen wir Sie dazu auf, sich an unserem Mentorinnenprogramm für Mädchen von 10-20 Jahren zu beteiligen! Erzählen Sie interessierten jungen Frauen etwas über ihre aktuelle oder ehemalige Berufsposition oder ihr Ehrenamt, über Ihre Erfolge und Hindernisse, über Ihren Werdegang und Ihre Erkenntnisse. In der konkreten Gestaltung sind Sie dabei völlig frei und können selbst entscheiden, ob sie sich an einem oder mehreren Terminen, an Ihrem Arbeitsplatz oder im Café mit einer Schülerin treffen möchten.

Bitte melden Sie sich bis zum 08.04.2018 unter $LocalPart@stadt.$Stadt.Name.de, wenn wir Sie als Mentorin vormerken dürfen. Schreiben Sie uns bitte, in welchen Bereich Sie Einblicke ge-
währen sowie ein kurzes Statement zu Ihrem Thema. Vielleicht etwas, das Sie als 12-jährige motiviert und inspiriert hätte. Vielleicht etwas, das Ihnen erst im Rückblick klar wurde.

Wir geben Ihr Statement und Ihren Tätigkeitsbereich dann anonymisiert über die Schulen an die Schülerinnen weiter. Anschließend lassen wir Ihnen die Kontaktdaten der interessierten Mädchen zukommen, so dass Sie sich eigenständig mit ihnen in Verbindung setzen und einen Termin ver-
einbaren können.
[..]

In der Mail wird ausdrücklich darum gebeten, die Mail weiterzugeben –

Wenn Sie in Ihrem Umfeld Frauen kennen, die Sie als Mentorin für geeignet halten, leiten Sie die Einladung gerne weiter. Dieser Verteiler kann leider nicht alle beeindruckenden und engagierten $Stadt.Einwohner.Plural+(‚innen‘) umfassen und wir hoffen, dass sich keine Frau ausgeschlossen fühlt, wenn Sie unsere Einladung ggf. auf Umwegen erreicht.

– was ich hiermit getan habe (wenn auch nicht nur an „geeignete“ Frauen).

PS: Nur zur Klarstellung weise ich kurz darauf hin, dass Frauenwahlrecht nicht bedeutet, dass vorher alle Männer wahlberechtigt gewesen wären. I.A. war das Wahlrecht an die Wehrpflicht gebunden.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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8 Antworten zu Einladung zum Mentorinnenprogramm

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Das ist doch eine gute Gelegenheit etwas Vernunft in die Sache zu bringen.

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  2. Imion schreibt:

    Nicht nur an die Wehrpflicht. Preussen z. B. hatte ein drei Klassen Wahlrecht und es gab noch andere Hürden, so das nur ca 20% der Männer wählen durften. Und diese mageren 20% wurde mit Blut erkauft, natürlich nur von Männern.

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  3. Alex ii schreibt:

    “ Mädchen trauen sich trotz gleicher Leistungen weniger zu als Jungen“
    Bin ich der einzige der findet, dass sich hier schon bereits selsbt widersprochen wird?

    Sich selbst einschätzen zu können und sich entsprechend etwas zuzutrauen ist doch eine Leistungskomponente..

    Gefällt 1 Person

    • Mädchen wird die Fähigkeit abgesprcohen, ihr eigenes Leistungsvermögen richtig einzuschätzen.
      Dabei ist eine gewisse Unsicherheit bei Jugendlichen allgemein weit verbreitet – ebenso bei Jungen. Aber diese werden bei der Förderung mal wieder nicht beachtet.

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  4. rano64 schreibt:

    Wie schade, dass du keine Zeit hast. Du könntest bestimmt eine Menge dazu beitragen. Allerdings vermutlich eher nicht das, was die Frauenbeauftragte erwartet. Wäre bestimmt ein großer Spaß.

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