Sex und Macht

In meinem vorigen Blogpost bezog ich mich auf Äußerungen des Feministen Thomas Meinecke in einem Spiegel-Interview.
In diesem Interview gab es Aussagen wie:

es sind meist Männer, die in unserer Welt Probleme schaffen.

Als Mann gehöre ich ja zum Verursachergeschlecht dieser Problemlage, bin also Verursachergeschlechtsteilinhaber.

damit lassen sich Machtverhältnisse und Kriege erklären. Gewalt geht von Männern aus. Mein Traum ist eine gewaltlose Sexualität, die nicht mehr hierarchisch wäre

Ich möchte jetzt nicht im Detail darauf eingehen, sondern nehme dies nur als Anlass, auf den m.E. wesentlichen Punkt einzugehen, der sich herauskristallisiert, und eine Einstellung ausdrückt, die im Feminismus weitverbreitet ist.

In großen Teilen des Feminismus wird heterosexueller, penetrativer Geschlechtsverkehr (sorry für den Pleonasmus, der mir hier für die Verständlichkeit und Eindeutigkeit als sinnvoll erscheint) mit Hierarchie, Machtgefälle und Unterdrückung fest assoziert.
Diese Vorstellung geht wohl auf die französische Schriftstellerin Simone de Beauvoir zurück, und sieht dieses angebliche Machtgefälle nur in eine Richtung.

Meine sexuellen Erfahrungen sind damit nicht vereinbar. Sex ist intimer Körperkontakt, Vereinigung, körperliche Verschmelzung, bei dem idealerweise beide Beteiligte gleichermaßen Genuss und Vergnügen empfinden.
Im BDSM-Bereich mag das anders sein, aber ich habe mich dabei noch nie unterdrückt oder machtlos gefühlt. Auch nicht mächtig, sondern das diesbezügliche Empfinden rauschte wohl irgendwo im Kontinuum dazwischen, ohne dass das in irgendeiner Weise bemerkenswert gewesen wäre.
Nach meinem Eindruck ging es meinen Sexpartnern ebenfalls nie um Machtausübung, sondern um das gemeinsame Ausleben der Lust.

Üblicherweise besteht ein deutlicher Unterschied in der Körperkraft zugunsten des Mannes (und ich persönlich schätze diese körperliche Überlegenheit sehr, und wäre sehr enttäuscht, wenn ich bei spielerischen Rangeleien plötzlich gewinnen würde). Dieser impliziert aber keinesfalls ein Machtgefälle oder Hierarchie, sondern ist natürlicher Ausdruck des geschlechtlichen Dimorphismus (auch wenn Herr Meinecke stellvertretend für alle Konstruktivisten meint, das seien nur „sprachliche Verabredungen“).

Woher also kommt die Besessenheit vieler Feministen, dass Sex Ausdruck der Macht und Unterdrückungsinstrument sei?
Lässt sich das durch etwas anderes erklären als durch Projektion in Verbindung mit eigenartigen Vorstellungen von Sex und der Motivation dazu?
Mit solchen Darstellungen wird unerfahrenen jungen Menschen ein völlig verzerrtes Bild von Sexualität vermittelt. Sex ist doch eine wunderschöne, völlig natürliche Angelegenheit, die durch feministische Indoktrination der gesamten Gesellschaft vermiest werden soll.

Ich habe es einfach satt, wie Feministen Sex abwerten, und versuchen, Männer und Frauen gegeneinander auszuspielen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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52 Antworten zu Sex und Macht

  1. Sebastian schreibt:

    Vielen lieben Dank für diesen Beitrag!

    Bei mir hat das mit dem abwerten und vermiesen leider geklappt. Ich habe früher schon einmal hier geschrieben als ich deinen Blog gerade frisch kennen gelernt habe, dass ich in jüngeren Jahren (bin jetzt 20) für solche Theorien empfänglich war, weil große Zeitungen unwidersprochen darüber berichtet haben und die lauten zu den wahren gemacht wurden. Dass es etwas anderes daneben gibt, war mir nicht klar, und in meinem Eifer, es allen recht zu machen um kein schlechter Mensch zu sein habe ich das aufgesogen, weil ich dachte, dass diese Leute für alle reden.

    Das hat mehrere nicht unerhebliche, wenn nicht sogar zerstörerische Auswirkungen auf mein Sexualleben:

    Ich kann in meinem Inneren nicht anerkennen, dass sie es auch will. Es erscheint für mich ambivalent, dass eine Frau Lust darauf haben kann.

    Ich habe währenddessen Angst, ihr (psychisch) weh zu tun oder etwas zu machen, was sie nicht will. Ich habe Panik, etwas zu tun, was die Beziehung zerstört oder beschädigt, etwas unverzeihliches zu machen. Darüber kreisen meine Gedanken, sodass ich selbst nichts spüre oder zulassen könnte, mich zu entspannen.

    Ich habe danach Schuldgefühle, schwöre mir das nie wieder zu tun, hasse meine Triebe, die mich dazu bringen trotz früher Bedenken weiter zu gehen.

    Wenn ich mich öffentlich zu Sex äußern soll oder meine Freundin mich fragt, sage ich immer, dass ich andere Dinge schöner finde.

    Objektiv und bewusst bin ich mir natürlich im Klaren, dass ich hier falsch liege, spätestens seit ich deinen Blog kenne. Nur hat sich das ganze leider auf einer tieferen, unterbewussten Ebene festgesetzt, und es wird noch eine lange Zeit dauern, bis ich es schaffe, hier aufzuräumen und Sex genießen zu können, bzw. überhaupt etwas zu spüren. Deswegen danke ich dir, dass du diese Beiträge nicht unkommentiert lässt, und sagst, dass sie nur die Meinung weniger ausdrücken. Das hilft mir sehr dabei.

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    • Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
      Das motiviert mich, mit meinem Einsatz weiterzumachen, und feministische Dogmen richtigzustellen.

      Für gesunde Menschen ist es absolut normal, Lust auf Sex zu haben. Daran ist überhaupt nichts schlimmes oder verwerfliches, auch wenn Feministen diesen Eindruck erwecken wollen und es leider schaffen, viele Menschen zu verunsichern.

      Du bist noch sehr jung, und hast noch viel Zeit, ein glückliches Sexualleben zu entwickeln. Ich wünsche dir alles Gute dazu!

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    • rotepilleblog schreibt:

      gut, dass du diese Konditionierung relativ früh erkannt hast, bei vielen dauert es deutlich länger.
      Ich schreibe auch häufig über die Beta-Konditionierung der Männer, und sowas wie bei dir meine ich unter anderem damit.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Dazu ein Statement: Gib einer Frau ein Männerauto und sie wird fahren wie ein Mann.
    Wer dies nicht versteht, versteht den Blog schon nicht.

    Ich bin froh, dass es Mann und Frau gibt und nicht nur uniforme Individuen. Unterschiede sind erfrischend und nicht von „Verursacherschuld“ oder „Gewalt-Sex“ geprägt.

    Ich bin sicher, dass sich bei Frauen auch eine Menge „Verursacherschuld“ finden lässt, bis hin zu kriegsinitiierenden Phänomenen, sogar sexbedingte Kriege *lol*

    Lassen wir den Spacken reden. Ich werde ihm sicher nicht zuhören.

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  3. GOI schreibt:

    Vielleicht kann man die Aussagen von solchen Feministen (in allen Farben und Geschlechtsformen) in zwei Sätzen zusammenfassen:
    Du kannst dir (heterosexuellen) Sex auf Augenhöhe nicht einmal vorstellen? Arme Sau!

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  4. lh schreibt:

    Ich meine Feministinnen „beschweren“ sich mit der These über die angebliche Machthaltigkeit von Sex nur darüber, dass Frauen (im Schnitt) tendenziell mächtigere Männer attraktiv finden und konkret auf den Sex bezogen auch gerne „genommen werden“, also sich männlicher Führung überantworten.

    Das den Männern vorzuwerfen ist natürlich völlig bescheuert. Es ist eine Art Shit-Test um die Männer auszusortieren, die sich von so was beeinflussen lassen.

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    • Da mag einiges dran sein.
      Da solche Behauptungen allerdings gerade auch von lesbischen Frauen kommen, ist dies bei denen sicher kein Versuch, die weibliche Konkurrenz um die attraktivsten Männer auszuschalten, sondern vermutlich, um mehr Frauen für das Lesbentum anzuwerben.

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      • Cheffe schreibt:

        *um mehr Frauen für das Lesbentum anzuwerben.*

        Sie können es ja mal versuchen. Entweder Mann/Frau hat Lust auf gleichgeschlechtlichen Sex oder halt nicht. Da hilft auch permanentes Schlechtreden von jahrtausendalten Verhaltensweisen nicht viel weiter. Ohne Schwanz in Möse Sex mit finalem Befruchtungsschuss könnten die Leckschwestern halt schon lange nicht mehr über den „abartigen“ heterosexuellen Koitus abwertend schwadronieren. Darüber machen sich diese Intelligenzbestien scheinbar keine Gedanken?! Ich könnte jetzt noch seitenweise weiterschreiben wenn ich wollte aber ich bin zu müde mich mit diesem schizoiden Kram länger als nötig zu belasten. In diesem Sinne, so Long…

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  5. Matze schreibt:

    Ich denke mit Projektion bist du schon nahe dran. Feministinnen benutzen Sex um Macht und Kontrolle auszuüben und wie selbstverständlich unterstellen sie ihr eigenes Denken dann Männern, ihren erklärten Feindbilder.

    Vielleicht ist es auch einfach nur ihr Männerhass der dazu führt dass das was Männern wichtig ist und was sie gut in ihren Augen nur schlecht sein kann.

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  6. Imion schreibt:

    Erziehung. Da Männer ihre Triebe nicht wie Frauen mit einer Pille unterdrücken können, müsen sie diese ausleben. Das wissen auch die Feminazis. Deshalb wird den Männern eine Schuld eingeredet, damit nach dem Sex oder davor der Mann wiedergutmachung leistet.

    Durchzieht mit dem Opferstatus der Frau im übrigen unsere ganze Gesellschaft. Pornoproduzenten geben z. B. als Begründung an, das sie Männern nichts zahlen, das Frauen ja ansonsten weniger verdienen würden, weil sie Frauen sind, jetzt wäre es mal umgehkert. Auch Ladies nights, Swinger Clubs etc. nutzen dieses Erziehung durch Frauen aus, um Männer ordentlich zu Kasse zu bitten. Auslöser sind hier weibliche Manager.

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  7. Peter Müller schreibt:

    Lässt sich das durch etwas anderes erklären als durch Projektion in Verbindung mit eigenartigen Vorstellungen von Sex und der Motivation dazu?“

    Nein, die Erklärung passt m.E. sehr gut. Man könnte noch darüber spekulieren, ob diejenigen, die sowas verbreiten einfach selber keinen Spaß an penetrativen Sex haben und daher auch Missgunst im Spiel ist.

    „Mit solchen Darstellungen wird unerfahrenen jungen Menschen ein völlig verzerrtes Bild von Sexualität vermittelt.“

    Hmm, weiss nicht ob das Bild von Sexualität bei jungen Menschen nicht doch eher von youporn & co beeinflusst ist. Zumindest bei den Jungs. Ausnahmen mag es sicher geben.

    Es wäre mal interessant zu erforschen, ob durch die statistisch höhere Affinitiät von Frauen zu textbasierter und indirekter Pornographie solche Texten bei Frauen mehr Einfluss haben.

    IMHO gehört übrigens das „jungen Mädchen vor dem Sex Angst machen“ zu den am weitesten verbreitesten gesellschaftlichen Erziehungspraktiken. Wobei dies wohl im globalen Maßstab weniger durch Massenmedien denn durch das soziale Nahfeld verbreitet wird.

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    • Inwieweit Youporn tatsächlich einen wirksamen Einfluss auf junge Männer hat, kann ich nicht beurteilen.
      Junge Frauen dagegen dürften mehr von den allgemeinen Medien geprägt sein, und das sind einerseits Hollywood-Schmonzetten o.ä., andererseits aber in bedenkenswertem Maße feministisches Denkgut.

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      • netsmurf schreibt:

        Das PH-Blog gibt da eine gute übersicht. Z.B. schauen mehr Frauen BDSM-Filme…

        Gerade bei der Generation <30 sollte man mit "altem" Wissen über Pronographie vorsichtig sein. Aber in den Zeitungen hört man oft nur von 50+ Menschen.

        Der letzte Stuhl an der Uni Frankfurt zur Sexualität wurde zu gemacht und ist jetzt nur noch an die Medizin (und damit an die defizitäre Forschung) gekoppelt.

        Z.b. Lisa Eckhart hat ihre eigenen Ansichten zu Sex. https://www.youtube.com/watch?v=R5L9CCqmhGk

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  8. netsmurf schreibt:

    BDSM & Macht.

    Damit jemand Macht hat, muss es jemanden geben, der sie ihm gibt. Was viele dabei ignorieren ist, dass der „passive“ Part den leichteren Job hat.

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    • Danke für den Link.
      Den Artikel hatte ich bereits gelesen. Er ist zwar hier OT, bringt aber tatsächlich mal substanzielle Nachrichten.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Es wird die Genderfanatiker nicht tangieren, denn mit Wissenschaft und Statistiken haben sie nichts am Hut. „Ich fühle, also hab ich recht“. Dagegen ist kein Kraut gewachsen.
        Wäre man wirklich an Gleichstellung interessiert, würde man sich fragen, wie man es erreichen kann, dass man Jungs so fördern kann, dass sie auch in den vermeintlich starken Fächern von Mädchen gleichziehen können.
        Wenn man das wirklich will, dann braucht es schon in der Mittelstufe andere Konzepte. Vor allen Dingen sollte man akzeptieren, dass es Unterschiede in der Entwicklung gibt, die rein gar nichts mit Erziehung zu tun haben.

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        • Das sehe ich im Wesentlichen genauso.
          Aber auf uns hört ja niemand. 😦

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        • Fiete schreibt:

          „Wäre man wirklich an Gleichstellung interessiert, würde man sich fragen, wie man es erreichen kann, dass man Jungs so fördern kann, dass sie auch in den vermeintlich starken Fächern von Mädchen gleichziehen können.“
          James Damore hat es in Gegenrichtung versucht ( wollte was für mehr Frauen bei google tun ). Das Ergebnis ist bekannt, oder?

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          • blindfoldedwoman schreibt:

            Das eine hat wenig mit dem anderen zu tun. Ich rede davon, dass man bspw. berücksichtigt, dass es unterschiedliche Entwicklungsstufen während der Schulzeit gibt und das man dort Jungs berücksichtigen sollte.

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            • Fiete schreibt:

              Nun, ich denke, geschlechtsspezifische Eigenheiten sind geschlechtsspezifische Eigenheiten. Und die gibt es – grundsätzlich und im Durchschnitt – jederzeit und lebenslänglich, bei allen Bevölkerungsgruppen und – schichten.
              Eben deshalb ist Gleichstellung ja Bullshit.

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  9. Arthur schreibt:

    Für viele Männer, die in den 1960ern geboren sind wie ich, ist es ein festes Meme, dass jeglicher Sex Vergewaltigung ist, selbst wenn die Frau initiiert, mir das Kondom überzieht und mich reinsteckt. Alles Vergewaltigung von meiner Seite. Ich weiß nicht genau, woher das kommt, denn niemand hat das jemals so zu mir gesagt und ich habe das auch damals nirgendwo gelesen, Aber es ist in vielen Köpfen drin, und wenn ich herumfrage, geht es mehreren Männern in meiner Altersgruppe so.

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    • Hm .. meines Erachtens betrifft das eher jüngere Männer – 1980er oder 1990er.
      Mein Mann ist auch in den 1960ern geboren, und ich kenne einige andere in ähnlichem Alter. Bei ihnen ist mir eine solche Mentatlität noch nicht aufgefallen. Bei den 1970ern auch kaum, wenngleich ich bei ihnen bereits eine gewisse Tendenz sehe.

      OK – meine Erfahrungen sind nicht unbedingt repräsentativ. Es wäre interessant, mal aufzuschlüsseln, wie dies von weiteren Männern in Abhängigkeit vom Geburtsjahrzehnt gesehen wird.

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    • Sebastian schreibt:

      Da geht es nicht nur Männern aus deiner Altersgruppe so. Ich bin Jahrgang 97 und habe genau das selbe Problem, nicht nur das, ich habe auch sonst ein sehr schlechtes Bild von Sexualität. Bei mir macht sich das bemerkbar dadurch, dass ich bei meiner Freundin nichts initiiere (könnte ja schon übergriffig sein), sie abblocke, oder danach von Gewissensbissen geplagt werde, die anhalten bis ich sie wieder sehe und damit weiß, dass alles in Ordnung ist.
      Wenn du einen Tipp hast, wie du das für dich in den Griff bekommen hast, ich würde ihn gerne hören, denn das ist schon sehr ärgerlich…

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      • Arthur schreibt:

        Also, „im Griff“ habe ich das keineswegs. Interessanterweise war meine Mutter überhaupt nicht so drauf; für sie war Sex ganz natürlich, und sie hat sich nie darüber beschwert. Es ist für mich über die Jahre ein klein wenig leichter geworden durch sehr viele Erfahrungen, sehr viele Unterhaltungen mit Männern und Frauen, mehrere Ansprech-Trainings bei realsocialdynamics, usw.

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      • Arthur schreibt:

        Hast Du mal mit Deiner Freundin darüber gesprochen? Was meint sie dazu? Ich habe in den letzten 6 Monaten mal herumgefragt, und viele Frauen sind genervt von #metoo und von vielen übertriebenen Reaktionen.

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        • Sebastian schreibt:

          Ich habe mit ihr tatsächlich darüber gesprochen. Und ihre Antwort war natürlich, dass ich mir diese Sorgen nicht machen brauche. Ich darf ihr auch immer sagen, wenn sich dieses „Gewissen“ meldet, von der Kommunikation passt alles. Nur: wie Anne so schön in ihrem „Revisited“ festgestellt hat (und dafür bin ich ihr sehr dankbar), ist dank der dauernden Wiederholung der selben Phrasen und Beschuldigungen in mir das Bild der „in sexuellen Dingen unzurechnungsfähigen Frau“ festgefahren und obwohl ich bewusst weiß, dass es anders ist, beeinflusst es mich immer wieder.

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          • Arthur schreibt:

            Ja, das geht mir leider auch immer noch so. Auch nach hunderten von Akten mit quer-durch-den-Raum-Ficken, auf den Arsch hauen, Haare ziehen, Daumen in den Arsch, alles quittiert mit begeisterten Schreien nach mehr. Mehrere Frauen, die mich ihrerseits so hart reiten, dass ich wirklich Angst habe, dass mein Schwanz abreißt. Eine Freundin, die immer wieder eingefordert hat, dass ich ihre Kleidung (alte abgetragene T-Shirts) mit Zähnen und Klauen zerfetze und sie durchnehme. Trotzdem: Alles Vergewaltigung meinerseits. Eine sehr langlebige Vorstellung, tausendfach durch die Realität widerlegt, trotzdem weiterhin stabil.

            Das letzte Erlebnis dieser Art war 2011. Dann kam eine längere Beziehung mit einer Frau, die es nicht so heftig mochte. Wenn sie es nicht mag, kriegt sie es von mir auch nicht.

            Jetzt, Stand April 2018, würde ich sowas nur noch machen, wenn ich eine schriftliche Genehmigung von der Dame erhalte, in dreifacher Ausfertigung mit hebräischer (und schwedischer, höhö) Übersetzung, und zwar für jeden einzelnen Handgriff. Es ist mir jetzt einfach zu gefährlich, wo meine inneren Neurosen von äußerer Verrücktheit gespiegelt wird.

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            • Sebastian schreibt:

              Das klingt ja so, als ob das wirklich sehr tief sitzt. So ähnlich ist es eben bei mir auch, sie kann mir oft sagen, dass das okay ist. Im Inneren mache ich mir doch Sorgen und Selbstvorwürfe. Denn natürlich möchte ich meiner Liebsten nichts schlimmes/böses tun. Und genau das ist das Bild von Sex, dass ich aber habe.

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  10. Pingback: Revisited: Sex und Macht | ☨auschfrei

  11. Falk schreibt:

    „Woher also kommt die Besessenheit vieler Feministen, dass Sex Ausdruck der Macht und Unterdrückungsinstrument sei?
    Lässt sich das durch etwas anderes erklären als durch Projektion in Verbindung mit eigenartigen Vorstellungen von Sex und der Motivation dazu?“

    Ich will mal auf diese Frage kurz eingehen.
    Durch einen schwulen Bekannten (er war damals 25) vor Jahren bin ich in seine (homosexuelle) Sicht auf heterosexuellen Sex eingeführt worden.
    Er schilderte mir, daß es für ihn die Vorstellung einer nackten Frau mit ihren (geöffneten) Beinen und sichtbaren primären Geschlechtsorganen eine eklige Assoziation sei und es ihn schütteln würde, sich vorzustellen, mit einer Frau Sex zu haben.
    Er wisse zwar rational, daß wir Heteros gern Sex hätten aber er würde immer wieder in Versuchung kommen, sich zu fragen, wie ein heterosexueller Mann so etwas Ekliges tun könne – wie gesagt, obwohl er rational wisse, daß heterosexueller Sex überall und lustvoll stattfindet.
    Die meisten führenden Feministinnen und vor allem die, welche den Feminismus begründeten, sind selbst (versteckte oder bekennende) Lesben. D.h. diejenigen Frauen, die den Ton und die Meinung darüber vorgeben(!), wie das Verhältnis zwischen Mann und Frau sein solle, haben selbst kein Interesse an Männern.
    Wenn ich jetzt meine Erfahrung mit meinem schwulen Bekannten übertrage, kann ich folgern, daß für lesbische Frauen die Vorstellung von Sex mit einem Mann eine ekelbehaftete Vorstellung sein muß. (Habe ich auch so von lesbischen Frauen bestätigt bekommen)

    Aus Übertragung wird dann für eine lesbische Feministin: „Für mich ist das total eklig. Es ist unvorstellbar, daß nicht jede andere Frau auch so empfindet. Tatsächlich haben aber viele Frauen sehr häufig Sex. Wenn sie es trotz Ekel also machen, muß daß an einer Machtstellung der Männer liegen.“
    Wer sich mal umschaut wird erkennen, daß Feministinnen mit lesbischer Neigung mit Abstand die radikalsten Forderungen stellen und die abwegigsten Aussagen tätigen.
    Ich erinnere nur mal an die Aussage von Alice Schwarzer (lesbisch) in der Emma zum Thema des abgeschnittenen Penis.
    „Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. ……… Endlich!“ – Emma Nr. 2/1994, S. 34f

    Meiner Meinung nach, ist die Verquickung von Sex und Macht in der feministischen Welt ein Produkt mangelnden lesbischen Einfühlungsvermögens in hetersexuellen Sex und unheiliger Allianz mit der Meinungsführerschaft lesbischer Frauen in der femnistischen Bewegung. (siehe z.B. auch die ehemalige Verfassungsrichterin und derzeitige Ministerin Dorothee Bär und der Schwerpunkt ihrer Urteilsbegründungen)

    Nur meine 2 Cents zum Thema.

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    • Genauso wie deinem schwulen Freund geht es mir auch, wenn ich mir Lesbensex vorstelle.

      Es hat halt jeder seine spezifischen sexuellen Vorlieben, so dass der Schluss von den eigenen Präferenzen auf die anderer Menschen oft falsch ist.
      Da jedoch Heterosexualität den Normalfall (90% um mal einfach mal eine Zahl zu nennen, auch wenn es ein paar Prozent hin oder her gehen kann), und dies auch Lesben eigentlich bewusst sein sollte, sollten diese ihre Überzeugungen erst mal überdenken, bevor sie entsprechende Forderungen aufstellen.

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      • Falk schreibt:

        „und dies auch Lesben eigentlich bewusst sein sollte, sollten diese ihre Überzeugungen erst mal überdenken, bevor sie entsprechende Forderungen aufstellen.“

        So wird das aber nix. Wenn heterosexuelle Frauen sich die Normen über hetersexeullen Umgang mit Männern von Frauen diktieren lassen, die eben nichts mit Männern am Hut haben, wird das mit Freiwilliigkeit und „Einsehen“ nichts.
        Was sich viellerorts beobachten läßt, geht es vielen lesbischen und vor allem führenden Femnistinnen nur darum, ihr Schäfchen und das ihrer Sexualgenossinnen ins Trockene zu bringen. (Beispiel Dorothe Bär – im Netz zu lesen) Andere Frauen sind denen relativ egal. Es ist wie bei allen Linken, für die man entweder Werkzeug ihrer Sache oder aber zu beseitigendes Hindernis/Feind ist, niemals Mensch oder Person.

        Hier sind die in der Mehrheit befindlichen heterosexuellen Frauen gefordert, die Deutungshoheit darüber, wie sie sich das Leben mit Männern und das Verhältnis zwischen Männern und Frauen vorstellen wieder zurück zu erobern.
        Solange die Deutungshoheit und die Richtungskompetenz im Feminismus einer Gruppe von Frauen überlassen wird, deren hauptsächliche Interesse nicht die der Mehrheit der Frauen und DEREN Interessen repräsentieren, solange werde sich immer mehr Männer aus dem Umgang mit (allen) Frauen ausklinken. Der lesbische Feminismus schadet vor allem den heterosexuellen Frauen, weil er eben gegen Männer anstatt für Frauen eintritt.
        Lesbische Frauen pflegen (gerade in der Politik) viel stärkere und wirksamere Seilschaften als Männer, denen sie dies vorwerfen.

        Man muß sich zum Vergleich einfach nur mal das Symbol der Männerrechtsbewegung ansehen – es ist das Symbol für männlich mit einem Gleichheitszeichen darin. Das Symbol der Feministinnen ist das weibliche Syymbol mit eier marxisitschen Kampfesfaust darin.
        Symbole werden nicht einfach so gewählt. Sie enthalten die Aussage über die dahinterstehende Bewegung.

        Es wäre besser, die – also die an einer Kooperation und Zusammenleben und Familiengründung mit Männern interessierten – Frauen mal ab und zu wieder folgende Zeilen von Niemöller ins Gedächtnis zu holen und deren Sinngehalt auf die aktuellle Feminismusbewegung abzugleichen.

        „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte. “

        Natürlich sperrt der Feminsimus (noch) niemand ein aber es wurden bereits Leben, Beruf, Familie unschuldiger Männer in tausenden Fällen ruiniert – was häufig von Seiten der Feministen mit einem Schulterzucken und eventuell der Bemerkung (auf Twitter) kommentiert wurde: „mag sein, daß er unschuldig ist aber er ist ein Mann.“
        Nur sehr wenige Frauen haben darin auch ihre Angelegenheit gesehen. Die meisten haben doch häufig ebenfalls gedacht: „Naja, ist ein Mann, irgendwas wird schon dran sein.“ oder vielleicht auch wie Mao „Bestrafe einen, erziehe Tausende.“

        Keine Frau sollte erwarten, daß Männer hier auf Frauen zugehen sollten und gemeinsam eine Lösung zu finden, denn Männer sind per Definition der Feind der Frauen und werden daher nicht gehört. UND es ist neuerdings egal, ob ein Mann etwas sagt oder nicht – es ist beides Falsch:

        http://www.zeit.de/2018/11/metoo-maenner-schweigen-zurueckhaltung

        Übrigens: schon mal drüber nachgedacht, warum immer von „Gleichberechtigung“, niemals aber von „gleichen Rechten UND PFLICHTEN“ die Rede ist? In der Abfassung des GrundgesetzesArt. 3 sollte unsprünglich die Formulierung „Allem Männer und Frauen haben gleiche Rechte und Pflichten“ enthalten. Tatsächlich ist aber jetzt nur noch von gleichen Rechten, niemals aber von den damit verknüpften Pflichten die Rede.

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  12. thedarkside88 schreibt:

    Als überzeugter BDSMler (Frau, devot) kann ich nur unterstützen, dass auch BDSM nicht mit einseitigem Machtmissbrauch einhergeht (wenn richtig gemacht). Deutschland ist da m.E. etwas übersensibel. Ich verstehe mich als emanzipiert, weil ich Sex lebe wie er mir Spaß macht. Ich erlebe und kenne aber einige Männer, die sehr unsicher sind, weil sie z.B. auf BDSM stehen und schon sehr negative Reaktionen von Damen bekommen haben. Es ist ein Tabu Thema eine Frau zu schlagen, ich selbst bin sehr emanzipiert erzogen worden und als es das erste Mal in die Richtung ging war ich extrem verunsichert. Ich fand es reizvoll, aber es widersprach allem was ich gelernt hatte. Männer stehen gesellschaftlich viel schneller im Fokus häuslicher Gewalt, man kann ihnen schnelle einen Strick aus ihrer Neigung drehen.

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  13. Pingback: Frank und frei //2235 | breakpoint

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