(Aufdringliche) Versuche der Kontaktaufnahme

Ich weiß nicht, ob es sich bei der im folgenden beschriebenen Beobachtung um ein Geschlechterphänomen handelt. Vielleicht handelt es sich nur um einen Effekt der ganz allgemeinen Gruppendynamik, den ich nur selektiv durch meinen subjektiven Filter sehe.
Da ich in diesem Blog schon länger nichts veröffentlicht habe, schreibe ich jetzt trotzdem ein paar Gedanken dazu nieder.

Schon öfter war ich in der Situation, dass ich als eine von wenigen Frauen gemeinsam mit vielen Männern in einem Raum war.
Eine weitere Gemeinsamkeit der Situation ist, dass sich die Anwesenden zumindest teilweise noch nicht kennen.
Kürzlich ist mir das erst wieder privat bei einem geselligen Zusammensein passiert, vor einiger Zeit beruflich bei einem Weiterbildungsseminar.

In den verlinkten Einträgen beschreibe ich, wie die andere anwesende Frau versucht, sich mit mir zu unterhalten, obwohl ich daran gar kein Interesse signalisiert habe.
Warum spricht sie ausgerechnet mich, ihre Geschlechtsgenossin an, obwohl genügend andere Personen im Raum sind, die vielleicht lieber mit ihr sprechen wollen?

Das waren nur Beispiele. Ähnliche Erlebnisse hatte ich auffällig oft.
Auch etwa, dass ich alleine an einem Tisch in einem Café sitze. Es sind noch andere Plätze frei, aber eine redselige Seniorin setzt sich mit zu mir an den gleichen Tisch, und versucht ein Gespräch zu beginnen.

Sogar bei Veranstaltungen, bei denen der Geschlechteranteil einigermaßen ausgeglichen ist, ist die Wahrscheinlichkeit, von einer Frau angesprochen zu werden, deutlich größer als von einem Mann.
Aber vielleicht ist es tatsächlich ein allgemeineres Phänomen, bei dem man einen Gesprächspartner sucht, mit dem man Gemeinsamkeiten hat, über die man sprechen kann. Da im Gegensatz zum Geschlecht z.B. Hobbys, Beruf oder Heimatstadt nicht offensichtlich sind, ist vermutlich jemand mit dem gleichen Geschlecht die erste Wahl.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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10 Antworten zu (Aufdringliche) Versuche der Kontaktaufnahme

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich teile Deine Erfahrung nicht.
    Wobei ich Deine Folgerung aber für schlüssig erachte. Zu bedenken ist aber, dass Deine Beobachtungen sehr subjektiv und beeinflusst von Deinem Empfinden sind.

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    • Welche Erfahrungen hast du denn in dieser Hinsicht gemacht?

      Ich hatte ja geschrieben, dass die Beobachtung insbesondere auf persönlichen Erlebnissen beruht. Ich will das nicht unzulässig verallgemeinern, und würde es gerne mit anderen Erfahrungen abgleichen, um Schnittmengen oder auch eventuelle Unvereinbarkeiten zu finden.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Ich würde gerne helfen. Aber ich kann keine solche Situation bewusst erinnern. Auch wenn ich grundsätzlich die Gesellschaft von Männern bevorzuge, hat das weniger mit dem Geschlecht zu tun, sondern eher mit einer gemeinsamen Schnittmenge, die ich häufiger bei Männern als bei Frauen finde.

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  2. keloph schreibt:

    ich denke, jeder setzt sich dahin, wo er serwartet, sich am besten wohl zu fühlen. das heisst, jeder mensch fängt mit vermuteter gemeinsamkeit an, oder irgendwie gearteter kompatibilität.

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  3. elmardiederichs schreibt:

    Meine Erfahrung ist, daß sich – wenigstens hier in Berlin – die Geschlechter konsequent von einander fern halten: Die Männer wollen nichts mehr mit Frauen zu tun haben, denn sie sind eigentlich nur Enttäuschungen und bestenfalls Trittbrettfahrer in den Leben der Männer und die Frauen entbehren die Verehrung der Männer inzwischen im Mittel so sehr, sie sie keine Gelegenheit auslassen, um ihnen kompensatorischerweise maximale Verachtung entgegen zu schleudern. Das führt dazu, daß Frau nicht nur alleine bleibt, sondern voraussehbar auch alleine bleiben muß – was in den Augen der Frauen wiederum hochnotpeinlich ist, denn eine Frau, um die sich nicht alle reißen, scharen und drängeln, kann ja nichts wert sein. Um das in der Gesellschaft zu kaschieren, suchen Frauen – wenn sie nicht gleich fluchtartig die Veranstaltung verlassen – die Gesellschaft anderer Frauen, von denen sie glauben, daß sie in derselben Lage sind – fertig ist die Anbiederung.

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