#breakthought: Quotenfrauen

Als ich vor soundsovielen Jahren erst ein MINT-Studium begonnen, und später berufstätig war, waren Frauen in der Wissenschaft noch respektiert und angesehen. Wenn damals eine Frau beruflich erfolgreich war, dann aufgrund ihrer eigenen Leistung. Dies war allgemeiner Konsens. Durch ihre arrivierte Beteiligung an einer Männerdomäne belegte sie ihre Kompetenz. Ohne entsprechende Fähigkeiten hätte sie das nicht geschafft.
Inzwischen haben sich Frauenquoten und -förderung immer mehr in der Gesellschaft eingenistet.

Kompetente und hochqualifizierte Frauen werden häufig in dieselbe Schublade gesteckt wie Quotinnen, die ihre berufliche Position nur deshalb erreicht haben, weil sie niemals mit Männern in fairer Konkurrenz standen.

Der Anlass für den oben zitierten Tweet war (soweit ich das mitgekriegt habe), dass eine Virologin in einer Fernsehsendung auftreten sollte.
Leider muss sie in solch einer Situation damit rechnen, als Quotenfrau eingeladen zu werden. Medien und Veranstalter bevorzugen mittlerweile ziemlich offensichtlich Frauen, sofern diese einigermaßen etwas zum Thema sagen können. Ihre tatsächliche Qualifikation ist dabei zweitrangig.

Bei den Vorträgen, die ich in den letzten Jahren gehalten habe, war ich mir zwar ziemlich sicher, dass es den Veranstaltern um meine fachlichen Beiträge ging, nicht um mein Geschlecht. Trotzdem muss man als Frau damit rechnen, dass zumindest ein Teil des Publikums einen als Quotentussi sieht.
Das haben wir dem Feminismus zu verdanken.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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26 Antworten zu #breakthought: Quotenfrauen

  1. idgie13 schreibt:

    Da kann ich Dir nur zu 100% zustimmen.
    Das habe ich auch von Anfang an gesagt. Ich war und bin strikt gegen jegliche Quote.

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  2. keloph schreibt:

    wenn ich in zumeist amtlichen ausschreibungen lese, dass behinderte und frauen bei gleicher qualifikation bevorzugt werden, möchte ich am liebsten gegen diese diskriminierung vorgehen. und im ergebnis passiert eben genau, was du beschreibst. war das gewollt?! viel wichtiger wäre eine gesellschaftlicher konsens ausgedrückt in nicht diskriminierendem verhalten. das dauert halt etwas länger. umgekehrt hat ja auch die verfestigung des heutigen diskriminierenden verhaltens hunderte von jahren gedauert. das dreht man nicht in einer generation.

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    • Semikolon schreibt:

      Wem gibst/gäbst Du denn den Job bei gleicher Qualifikation? (von breakpoint ist bekannt, wie sehr sie Männer bevorzugt)

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      • Welchen Job?
        Es geht hier um Auftritte, Vorträge, mediale Präsenz.
        Es geht darum, welches miese Frauenbild durch Feministinnen vermittelt wird – von Frauen, die zu doof und unfähig sind, um etwas aus eigener Kraft zu schaffen, so dass sie gesellschaftlich umfassend gepusht, gefördert und bevorzugt werden müssen, um dennoch etwas erreichen zu können.

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      • keloph schreibt:

        es gibt so wichtige andere dinge wie zum beispiel das einpassen ins team, persönlichkeit……alles weiche faktoren, die aber nach meinem kenntnisstand eher keine rolle spielen im ö.D.

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    • idgie13 schreibt:

      Ganz ehrlich:
      Wenn das in der Anzeige steht, bewerbe ich mich nicht. Und es würde mich wundern, wenn andere fähige Frauen das anders sehen würden.
      Wenn man Quotenfrauen will, bekommt man halt auch nur Quotenfrauen.

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      • keloph schreibt:

        ich bin mann und nicht behindert, weiss, hetero, 3 kinder. bei diesen anzeigen würde ich im öffentlichen dienst niemals unterkommen. trotz durchaus vorhandener hoher qualifikation. ja, diese ausschreibenden bekommen, wonach sie fragen.

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        • Plietsche Jung schreibt:

          Im Öffentlichen Dienst verdient eh man nix.
          Das ist nur ne Anerkennungsprämie.
          Aber es stimmt, es ist Diskriminierung.

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          • keloph schreibt:

            im öffentlichen dienst kann man eine menge verdienen, auch hier gilt es, den richtigen pfad zu wählen. was unbezahlbar ist, ist die hohe sicherheit. das wird gern vergessen. ich will dort aber trotzdem nicht arbeiten.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Ich kenne niemanden, der dort mehr oder gleich verdient als in der freien Wirtschaft. Ich meine nicht Politiker oder Staatsräte, die über den Nasenfaktor oder dem richtigen Parteibuch in diese Jobs gekommen sind.

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            • keloph schreibt:

              naja, schau dir mal ein lehrergehalt an. und vergiss bitte nicht, dass da im reinen gehalt noch einige benefits enthalten sind. und vergleiche das mit einem handwerker.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Das sind ziemlich ungleiche Qualifikationen. Vergleiche doch mal einen Lehrer mit einem Controller oder MBA.

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            • keloph schreibt:

              controller ist keine qualifikation, mba schon eher. der lehrer hat als gymnasial variante fachlich die qualifikation eines bachelors. und nun noch einmal von vorne…….und nicht die spitzenverdiener, sondern den durchschnitt. ich kenne keine diesbezüglichen statistiken, habe aber durchaus im umfeld vergleichsmöglichkeiten.

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            • Plietsche Jung schreibt:

              Ein Lehramt amit 2 Staatsexamen auf dem Level eine Bachelors sehe ich nicht. Aber vielleicht ist das von Bundesland zu Bundesland auch verschieden.

              Für mich bleibt der Öffentliche Dienst eine Lachnummer und ich würde es nie in Erwägung ziehen.

              Beispiel: Ordnungsamt. Träger einer Waffe. 1849€ monatlich.

              Davon kann man nicht leben und nicht sterben.

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            • keloph schreibt:

              von mindestlohn genauso wenig, und wieder greifst du (leider) an das untere ende. die fachliche ausbildung eines mathelehrers endet zumindest, was die mathematik anbelangt auf bachelor niveau. natürlich gibt es noch ein 2. fach in der regel und die pädagogik. intellektuell ist das vom master durchaus in den anforderungen entfernt (das jedenfalls würde ich erwarten). breite ist wichtiger als spitze.

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            • GOI schreibt:

              Richtig. Die Sicherheit im öffentlichen Dienst, vor allem als Beamter, sollte nicht unterschätzt werden.

              Spätestens nächsten Sommer, wenn die Corona-Wirtschaftskrise überall ankommt, werden die Leute sich daran erinnern.

              Gefällt 2 Personen

            • keloph schreibt:

              ……und jeder hat eine wahl.

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  3. Klopfer schreibt:

    Als das mit der Pandemie so richtig losging und der Drosten als Corona-Experte medial präsent wurde, jammerten Feministen landauf, landab, dass schon wieder ein alter weißer Mann uns die Welt erklären sollte. Ich kann mich erinnern, dass die damals sogar eine Liste von Frauen aufgestellt haben, die man doch als Experten in Talkshows etc. zu Wort kommen lassen sollte (zu doof, dass da keine Virologin drauf war).
    Monate später findet man dann endlich eine kompetente Frau, und dann wundern die Leute sich, dass ihr Geschlecht angesprochen wird? Wer hat denn vorher ständig wegen des Geschlechts ein Bohei gemacht?

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  4. Pingback: Gedankt | Schwerdtfegr (beta)

  5. mitm schreibt:

    „Der Anlass für den oben zitierten Tweet“

    … war dieses Interview im Spiegel:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/sandra-ciesek-ueber-corona-massnahmen-ein-gutes-beispiel-ist-daenemark-a-00000000-0002-0001-0000-000173548967

    Dort kam die Frage nach der Quotenfrau als mMn flapsig gemeinte Eingangsfrage, um das Gespräch anzuschieben. Der Twitter-Mob lief sofort zur Höchstform auf, es gab Entschuldigungen von den beiden weiblichen Interviewern des Spiegel, die natürlich zu noch mehr Entrüstung führten usw., das Übliche.

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    • Danke für den Link.
      Das hatte ich so nicht mitbekommen. Jetzt ist einiges klarer.

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    • Beweis schreibt:

      Also wer so ein Gespräch „flapsig gemeint“ anschiebt und keine Frage stellt, die irgendwas mit dem Thema zu tun hat, der ist entweder unfähig oder provokant. Wenn das nach Autorisation auch noch gedruckt oder verbreitet wird, ist das ganze Medium unfähig oder provokant.
      Da fanden sich die beiden Interviewerinnen vielleicht auch sehr intelligent und wollten die Forscherin investigativ in die Ecke drängen, indem sie den Feminismus als Einstieg der Befragung einer Virologin gewählt haben.
      Wenn Feminismus eine Viruserkrankung wäre, würde ich das sicher anders sehen.

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      • Kommentator schreibt:

        Also ich finde, dass die Frage in diesem Fall sehr wohl mit dem Thema zu tun hat. Dieses lautet ja nicht Virologie, dafür wäre der Spiegel jetzt auch nicht als Fachzeitschrift bekannt.

        Das ist eine humorige Einwandvorwegnahme. Als gelegentlicher Höhrer des Podcasts fand ich sie auch nicht weiter schlimm. Im Podcast selbst überzeugt die Dame. Das soetwas überhaupt als notwendig empfunden wird ist IMO aber durchaus auf den von der Hausherrin kritisieren Effekt zurückzuführen.

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      • mitm schreibt:

        Ich warne ja immer vor schriftlichen Diskussionen im Internet, weil man den Gesichtsausdruck der Gesprächspartner nicht sieht und die Stimme nicht hört, die gleiche Warnung gilt für verschriftlichte Interviews. Für den unbekannten Gesichtsausdruck der Fragestellerin stehen zur Auswahl:
        1. eher verzweifelt, mütterlich besorgt
        2. wutverzerrt, zum Gegenschlag bereit
        3. leicht grinsend bis feixend, gut gelaunt (den Typen geben wir es!!)
        4. verächtlich herabblickend
        Hinzu kommt die Stimmlage. Je nachdem kann die wörtliche Frage alles mögliche an Stimmung und Subtext mit sich führen und bedeuten. Beim hochfeministischen Spiegel (ich bin ja gespannt auf die Reaktion von Stokowski) ist 4. so gut wie ausgeschlossen und 3. am wahrscheinlichsten.

        Auch die protokollierte Reaktion „(lacht)“ kann verklemmt und verlegen oder gut amüsiert sein, das wissen wir auch nicht.

        Ich habe nicht das geringste für den Spiegel übrig, aber der Fairness halber würde ich auch hier in dubio pro reo argumentieren, jedenfalls keine Wutattacken gerechtfertigt sehen.

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