„Informatikstudentinnen haben ein Männerproblem“ – oder?

Ist es Zufall, oder häufen sich die jammernden Informatikstudentinnen (im Gegensatz zu Frauen in anderen MINT-Studiengängen) tatsächlich?
Nach Sina, die sich überfordert und belästigt vorkam, und Sue, die sich irgendwie unwohl und zu wenig anerkannt fühlte, berichtet jetzt Laura von einem „Männerproblem“.

Laura studierte erst Sozialwissenschaften und dann Informatik – letzteres in einem Studiengang für Frauen. Ihren Master bestreitet sie nun inhaltlich sowie menschlich in einem gemischten Umfeld.

(Hervorhebungen und Link von mir.)

Ihr länglicher Text bietet nichts wirklich originelles. Angeblich studieren nur so wenige Frauen Informatik, weil sie als Kind weniger Unterstützung dafür bekommen als Jungen. Hallo! Schon mal – beispielsweise – vom Girls‘ Day gehört?
Dann versucht sie, u.a. mit dem Stereotype Threat zu argumentieren, dessen Gültigkeit aber inzwischen als widerlegt gilt.

Was stört im Informatikstudium?
tl;dr: Aussieben statt gute Lehre, männliches Ego, Konkurrenzgehabe, Vorurteile, Genie-Denken, (Hetero-)Sexismus.

Ich habe noch nie so wenig Rückfragen an die Lehrenden erlebt wie in den Kursen, in denen hauptsächlich Männer waren. Nicht, dass es keine Fragen gegeben hätte. Es hat sie nur keiner gestellt.

Insbesondere in Informatik sollte es eigentlich selbstverständlich sein, über die Fähigkeit zu verfügen, sich notwendige Informationen selbst zu beschaffen, anstatt alle anderen aufzuhalten und sich an vielleicht unwesentlichen Details festzukauen, die den anderen Studenten längst vertraut sind.

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Wie ist das mit Beziehungen und Sex?

Wieder mal habe ich mich an einer Diskussion bei Christian auf Alles Evolution beteiligt, und wieder mal hat das mehr Fragen (die mit dem ursprünglichen Thema nur noch indirekten Bezug haben) aufgeworfen.
Es ging darum, dass ich mich darüber wunderte, dass (laut der dort durchgeführten Umfrage) fast die Hälfte aller Teilnehmer (den ersten) Sex erst in einer Beziehung hatten.
Ohne die Kommentare im Einzelnen zu wiederholen, interessieren mich persönliche Erfahrungen und Antworten auf die folgenden Fragen.

  • Was genau macht eine Beziehung (in diesem Kontext: feste Beziehung, Paarbeziehung) aus?
  • Woran macht man den Beginn einer Beziehung konkret fest? Habt ihr das ausdrücklich miteinander geklart, indem ihr gesagt habt: „Ab jetzt sind wir zusammen“ (oder entsprechende andere Formulierung)? Oder hat es sich mehr oder weniger von selbst ergeben?
  • Wie lange hat es gedauert vom ersten Kennenlernen bis zum Beginn der Beziehung?
  • Was war zuerst? Der Sex oder die Beziehung. Welcher Zeitabstand war dazwischen?
  • Wie grenzt sich eine partnerschafliche Beziehung von einer Freundschaft(+), einer reinen Sexbeziehung oder anderen denkbaren Verhältnissen ab?
  • Was macht die Essenz einer Beziehung aus? Loyalität? Gegenseitiger Beistand? Kameradschaft? ..
  • Was ich insbesondere nicht verstehe: Wie kann man genügend Vertrauen zu jemand haben, um eine Beziehung einzugehen, wenn gleichzeitig das Vertrauen für Sex nicht ausreicht? Meines Erachtens braucht es doch für eine Beziehung enorm viel Vertrauen, während das bei Sex bei weitem nicht so ist. Danach trennen sich leicht die Wege wieder, wenn es nicht gepasst hat.
    Sex erst in einer bereits bestehenden Beziehung zu haben, wäre jenseits meines Vorstellungsvermögens. Ich halte das für leichtfertig, um nicht zu sagen verantwortungslos.

Aus euren Antworten auf diese und gerne verwandte Fragen erhoffe ich mir neue Erkenntnisse.


Dann mache ich gleich mal den Anfang und erzähle vom Zustandekommen meiner Beziehung zu meinem Mann (detaillierter nachlesbar auf meinem Hauptblog zwischen Ende Juli 2011 und Mitte März 2012).

Wir lernten uns kennen, als er einen IT-Berater für seine Firma suchte. Ich bekam den Vertrag. Daraufhin sahen wir uns öfter beruflich, arbeiteten aus Termingründen insbesondere am Wochenende zusammen. Wir freundeten uns auch privat an und verbrachten allmählich einen großen Teil unserer Freizeit zusammen.

Zwar gab es eine sexuelle Anziehung, aber wir beide zögerten – aus unterschiedlichen Gründen – dem nachzugeben.
Er hielt den Altersunterschied für zu groß, und vermutlich hatte er auch Vorbehalte wegen meines lockeren Umgangs mit wechselnden Männerbekanntschaften.
Ich hatte Bedenken, dadurch unsere Freundschaft zu gefährden. Wäre der Sex enttäuschend gewesen, hätten wir vielleicht nicht zu unserem unbefangenen freundschaftlichen Verhältnis zurückfinden können. Gute Liebhaber finden sich viel leichter als gute Freunde.

Schließlich passierte es doch. Zu diesem Zeitpunkt (der sich übrigens übermorgen zum siebten Mal jährt) kannten wir uns bereits seit etwa siebeneinhalb Monaten.
Irgendwie war es danach klar, dass wir ein Paar sind. Wir haben das aber nicht thematisiert. Ich weiß gar nicht so recht, woran ich es fest machen soll. Ohne dass wir direkt darüber gesprochen hätten, wohnten wir danach zusammen (bzw. pendelten am Wochenende zwischen unseren beiden Wohnsitzen).


Jetzt seid ihr dran.

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„Zu schön, um schlau zu sein“

Zu einem schon älteren Blogeintrag erhielt ich noch einen Kommentar.
Ich möchte hier nur den letzten Abschnitt zitieren, um nicht alles wiederholen zu müssen. Für den Zusammenhang bitte obigem Link folgen und dort lesen.

Na ja und deswegen würde ich sagen, was man eigentlich diskutieren sollte, ist, ob es in Informatik dieses Sexismusproblem im Sinne von „feminine Frauen werden diskriminiert“ gibt und ob das schlimm ist oder quasi sich daraus ergibt, dass typisch weiblich zugeschriebenen Charakterzüge (das ist das was ich mit feminin meine) wie soziale Intelligenz etc. einfach eher ungeeignet sind für das Studium (also das quasi einfach eine logische Konsequenz ist). Ich persönlich würde nämlich schon sagen, dass es dieses Problem gibt und es wichtig wäre mehr Personen an Schnittstellen wie Consulting, IT-Projektmanagement/etc. zu haben, bzw. auch man auch einfach diese typischen Teamplayer und nicht nur „Nerds“ in einem Teams braucht, aber das führt denke ich zu weit, bzw. ist ja eine recht subjektive Meinung.

Kommentatorin sue stellt die zu diskutierende These auf (sh. auch vollständiger Kommentar), dass den als besonders feminin wahrgenommenen Frauen [in der Informatik, also wohl auch in anderen MINT-Berufen oder sonstigen männerdominierten Berufen] weniger fachliche Kompetenz zugetraut wird.
Sie glaubt, dass Frauen, die sich äußerlich (z.B. durch ihre Garderobe) Männern eher angleichen, leichter akzeptiert werden.
Vielleicht ist so eine Einstellungt der Grund dafür, dass manche Frauen ihre beruflichen Leistungen abgewertet sehen, wenn sie ein Kompliment über ihr Aussehen bekommen.

Nach meiner persönlichen Erfahrung kommt es vor allem auf die fachliche Kompetenz an. Wer sich mit der Thematik auskennt, wird akzeptiert. Wer dagegen nur substanzlose Äußerungen macht, oder gar herumzickt, Ansprüche stellt und Vorzugsbehandlung erwartet, muss mit Ablehnung rechnen, egal welche Kleidung er trägt.
(Erfolgreiche) Frauen in MINT-Berufen haben dagegen eher das Problem, nur auf ihre Intelligenz reduziert zu werden.

Was meint ihr?

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Girl4equality: „Nein, sorry, wir stellen keine Frauen ein“

Ein Blogpost von girl4equality widmet sich der Einstellung von Frauen.

Es ist allgemein bekannt, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

Ein feminstischer Mythos, der schon so oft widerlegt wurde.

Egal, ob sie Lehrerinnen sind, im Büro arbeiten oder Hollywood-Schauspieler.

Meines Wissens verdienen z.B. Pornodarstellerinnen mehr als Pornodarsteller.

Frauen in Deutschland verdienen im Durchschnitt 22% weniger als Männer.

Bereinigt um messbare Einflussparameter verliert sich der Unterschied im Rauschen.

Sie arbeiten mindestens genauso hart und viel

Unbelegte Behauptung.

weil ich mich für eine Ausbildung in einem Druckbetrieb bewerben wollte, aber mir von vorne herein gesagt wurde, dass ich es gar nicht zu versuchen brauche, da sie nur Männer annehmen. Bitch what? Jetzt wird mir also ein Arbeitsplatz verweigert, nur weil ich eine Frau bin? Na vielen Dank auch.

Deal with it.
Spätestens nach dem ganzen #metoo-Hype ist es kein Wunder, wenn Arbeitgeber ihren männlichen Mitarbeitern keine Zusammenarbeit mehr mit Frauen zumuten wollen.

An die Chefs hier: BEZAHLT. EURE. MITARBEITER. GERECHT. EGAL. OB. MANN. ODER. FRAU.

Unsere Mitarbeiter werden mindestens nach Tarif bezahlt. Wer sich durch besonderen Leistungsbereitschaft, Arbeitsqualität oder Engagement hervortut, erhält zusätzliche, freiwillige Zulagen. So ähnlich halten es viele Unternehmen – mit den bekannten Konsequenzen.

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Videobescheiß

Nach einem neueren Artikel der britischen Sun, hat der Feminismus weitere Fortschritte gemacht, Männer zu verunsichern und das Vertrauensverhältnis zwischen Männern und Frauen zu zerrütten.

Nach jahrelanger feministischer Hetze und Agitation sehen es manche Männer offenbar als notwendig an, als Consent-Nachweis ein Video mit der Einwilligung ihrer aktuellen Partnerin zu drehen.
Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass die Beweiskraft eines solchen Videos äußerst zweifelhaft ist. Videodateien lassen sich heute relativ einfach manipulieren. Insbesondere die Metadaten, in denen Zeit und Ort kodiert sein können, sind leicht zu verändern, und lassen so keine eindeutige Zuordnung zu.
Auch eine kurze gefilmte Zustimmung, lässt nicht ausschließen, dass die Frau diese nur unter Zwang abgegeben hat, oder z.B. unter Drogen stand.
Andererseits erzeugt eine gegebene Zustimmung erst einen gewissen Druck, die Sache jetzt durchziehen zu müssen, auch wenn man es sich später anders überlegt. Die erteilte Zustimmung könnte als Blanko-Scheck interpretiert werden, auch für Aktivitäten und Praktiken, zu denen man (momentan) nicht bereit ist.

Die Forderung, eine ausdrückliche Zustimmung geben zu müssen, damit diese zu Dokumentationszwecken aufgenommen werden kann, ist ein absoluter Stimmungstöter und Lustkiller.
Wenn mir zu meinen Schlampenzeiten so etwas passiert wäre, wäre ich wohl aufgestanden und gegangen. Hingebungsvoller, leidenschaftlicher Sex ist damit nicht vereinbar.

[Nachtrag:
Noch ein weiterer Aspekt:
Theoretisch könnte so ein Video weiterverbreitet werden. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, zu welchen Folgen dies führen könnte.]

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Die Bauleiterin

In einem neuen Blog erzählt eine Bauleiterin ihre Erlebnisse.
So beschreibt sie eine Besprechung:

Der Bauherr (nach meinem Verständnis wäre das der Kunde) erkundigt sich nach dem Verbleib der Praktikantin. Daraufhin macht ein „Bauleiterkollege“ einen harmlosen Scherz – nicht besonders witzig, aber auch nicht schlimm.
Die Bauleiterin rastet aus, beschimpt ihren Kollegen mit respektlosen, rüden Worten.
Der Bauherr greift daraufhin ein:
Sie unterbricht ihn wieder unbeherrscht, zieht aber letztendlich ab.

Ihre Ausdrucksweise und ihren Umgangston hätte ich auch nicht geduldet. Solche Personen sind Sand im Getriebe. Statt sich einfach mal gelassen zurückzuhalten, wenn sie es schon nicht über sich bringt, Humor zu zeigen, giftet sie erst ihren Kollegen, später sogar den Kunden an.
Wer will solche Personen in seinem Team? Solches unangemessenes Verhalten, das IMHO durchaus eine Abmahnung rechtfertigen würde, vergiftet das Arbeitsklima.

Ob Feministinnen jemals begreifen, dass sie mit solchem rüpelhaften Verhalten der Akzeptanz von Frauen in der Berufswelt nur schaden?

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Dürfen Wissenschaftlerinnen sexy sein? #TBBT

Kürzlich sah ich wieder die Folge „The Big Bang Theory“, in der zwei Biologinnen darüber diskutieren, ob es in Ordnung ist, sich als Wissenschaftlerin sexy darzustellen.
Eigentlich das perfekte Thema für dieses Blog. Gerne hätte ich die Szene als YouTube-Video eingebunden, fand aber kein geeignetes. Stattdessen gibt es die Beschreibung auf den Fox-News:

Is it ok for scientists to be sexy? When Bernadette is chosen to appear in a sexy magazine spread honoring California’s sexiest female scientists, Amy disapproves. She believes women in their profession work hard enough to be taken seriously as it is and posing for pictures in their lingerie won’t help their cause. Bernadette argues that women should be able to be thought of as both smart and sexy.

Vor einiger Zeit hatte ich bereits ein ähnliches Thema.
Auch wenn Wissenschaflerinnen beruflich zeitweise Schutzhelme und -brillen, Sicherheitsschuhe, Raumanzüge, .. tragen müssen, sollte man sie dennoch nicht auf ihre wissenschaftlichen Leistungen reduzieren, sondern sie in ihrer gesamten Körperlichkeit wahrnehmen.

Die Bestrebungen, junge Mädchen für MINT-Berufe zu interessieren, könnten vielleicht erfolgreicher sein, wenn Wissenschaftlerinnen als attraktive, sympathische Frauen dargestellt würden, anstatt als graue Mäuse oder gar hässliche Kampfemanzen.

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