Der ganz normale Alltagsfeminismus

Wer öfter bei mir liest, weiß, dass ich mich stets bemühe, zum gegenseitigen Verständnis zwischen Männern und Frauen beizutragen.
Durch unterschiedliche Interessen, Bedürfnissen und Fähigkeiten ergibt sich immer wieder Konfliktpotential. Mit beidseitigem guten Willen lässt sich vieles lösen. Im Grunde ergänzen sich gerade die Unterschiedlichkeiten, und wir sollten einander mehr schätzen, als uns gegenseitig zu bekämpfen.

Leider muss ich häufig beobachten, wie Feministinnen versuchen, Zwietracht zu sähen.
Dies sind einerseits prominente Feministinnen, die die Medien auf ihrer Seite haben, und nicht zu unterschätzenden Einfluss in der Politik, aber auch medial unbekannte Frauen, die sich z.B. in Blogs entsprechend äußern.

So habe ich erst kürzlich zwei Texte gelesen, von Frauen, die auf den ersten Blick erst mal halbwegs vernünftig wirkten, deren Äußerungen dann aber doch ein erschreckend einseitiges Weltbild offenbaren. (Zwar werde ich – eher exemplarisch – deren Posts verlinken, aber auf Archiv-Einträge verzichte ich. So wichtig ist das nicht.)


Der erste Text lässt eigentlich kein feministisches Klischee aus. Da wird der Gender-Pay-Gap-Mythos genauso heraufbeschworen, wie Manspreading verurteilt, oder die Farbgebung für Kinderspielzeug kritisiert.
Gleich am Anfang spricht die Autorin allen Frauen, die keine Probleme mit Männern haben, ihre Wahrnehmung und Meinung ab, und versucht sie in die Opferrolle zu drängen.
Liest man bis zum Schluss, stellt sich heraus, dass die Autorin wohl dem Intersektionellen Feminismus zuzuordnen ist.
So ziemlich der einzige Satz, dem ich zustimmen kann, ist:

Gleichberechtigung der Geschlechter ist weder rechtlich vollständig durchgesetzt, noch gesellschaftlich, und das nervt mich kolossal.

Es ist wahr, dass Männer und Frauen nicht die gleichen Rechte haben – Frauen haben deutlich mehr. (Ich warte ja immer noch auf die Nennung eines Gesetzes, bei denen Männer tatsächlich einen Vorteil hätten, aber so etwas gibt es längst nicht mehr).

Eigentlich hat jeder die Möglichkeit, sich völlig ideologiefrei über die gesetzliche Lage in unserem Land zu informieren. Warum machen das so wenige Leute?
Warum plappern Feministinnen nur kritiklos das nach, was ihnen die Medien und andere Feministinnen vorgaukeln?
Es ist unerhört dreist, immer noch mehr Rechte, Vorteile, Bevorzugungen, Privilegien und Vergünstigungen zu fordern, wenn man die andere Gruppe schon längst hinter sich gelassen hat.
Ich kann mir das nur durch eine grundsätzlich negative (zumindest aber zutiefst gleichgültige und empathielose) Einstellung gegenüber Männern erklären.


Der andere Text greift Frauen an, die sich – in Abstimmung mit ihrem Partner – dafür entschieden haben, zugunsten ihrer Familie auf eine Berufstätigkeit zu verzichten.
Der Text bezieht sich auf den 2. Gleichstellungsbericht, den ich ja auch kürzlich erst hier besprochen hatte.
Die Autorin spricht diesen Frauen komplett ab, fähig zu sein, eine eigene Entscheidung zu treffen. Selbstverständlich werden reife und bewusste Entscheidungen unter Berücksichtigung der Umgebungsbedingungen getroffen. Die Autorin „verliert“ aber gerade wegen dieser verantwortungsvollen Entscheidungen „die Geduld“, anstatt zu respektieren, dass diese Mütter (und die Väter) mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind.
Es ist ja nicht neu, dass Feminismus sich einmischen und bevormunden will, und dass Selbstbestimmung von Frauen nur dann als richtig angesehen wird, wenn sie konform mit feministischen Zielen ist.
Da wird lieber das Glück tausender Familien hintertrieben, als anderen Frauen eine andere Meinung und einen anderen Lebensentwurf zuzugestehen.
Implizit stellt diese Autorin das Dasein als Hausfrau und Mutter als minderwertig dar, und trägt dabei zum feministischen Narrativ bei, das Frauen gegeneinander ausspielt, anstatt Lebensentscheidungen jeder Frau zu würdigen und zu akzeptieren.

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Zum 2. Gleichstellungsbericht

Hier war es in den letzten paar Wochen recht ruhig. Einerseits war meine Zeit knapp, andererseits gab es kein Thema, das spannend genug war, um mir die Zeit trotzdem zu nehmen.

Jetzt wurde der 2. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung veröffentlicht.
Dazu ist in den letzten Tagen schon viel geschrieben und diskutiert worden (z.B. bei Alles Evolution). Etwas wirklich neues habe ich zur Diskussion auch nicht beizutragen. Dennoch möchte ich ein paar eigene Gedanken dazu loswerden.
Da mir die Zeit fehlt, dies ordentlich zu strukturieren, wird dies wohl eher ein Rant werden.

Soweit ich es mitgekriegt habe, ist der wichtigste Punkt des Gleichstellungsberichts die Behauptung, dass Frauen benachteiligt seien, weil sie mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten als Männer.
Als Argument wird – wieder mal – der längst widerlegte Gender Pay Gap angeführt.

Das Nicht-Männerministerium will entsprechend angeblich Frauen die Wahl zwischen Beruf und Familie erleichtern, und verweist auf (diskriminierende) Strukturen.

Dabei übersieht es völlig, dass die Wahlmöglichkeit für Frauen deutlich größer ist, als die für Männer, die i.A. nur den Beruf als Option haben.
Normalerweise entscheidet sich ein Paar gemeinsam dafür, wer beruflich kürzer tritt, und wer der Familie Priorität einräumt.

  • Es steht dem Staat nicht zu, sich in die Autonomie von Paaren und Familien einzumischen. Jedes Paar soll selbst entscheiden, wie es Erwerbs- und Sorgearbeit unter sich aufteilt. Traditionelle Aufteilungen wurden in den letzten Jahrzehnten massiv vom Feminismus bekämpft, indem Sorge- und Hausarbeit abgewertet wurden. Nur weil eine Tätigkeit nicht (durch einen Arbeitgeber) bezahlt wird, bedeutet dies nicht, dass sie sinnlos oder nicht notwendig sei.
  • Es steht dem Staat nicht zu, Eltern dazu zu drängen, die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder an Dritte auszulagern. Kinderbetreuung ist eine zeitintensive Tätigkeit, die sich kaum mit einer vollen Erwerbstätigkeit vereinbaren lässt. Kinder geplant in die Welt zu setzen, um dann ihre Betreuung outzusourcen, erschließt sich mir nicht.
  • Dem Staat steht es nicht zu, jungen Menschen in deren Berufswahl hineinzureden. Durch einseitige Initiativen sollen junge Menschen in Berufe gedrängt werden, die ihnen möglicherweise nicht liegen. Jeder sollte seinen Beruf nach seinen Begabungen und Interessen wählen, unbeeinflusst von (Gender)ideologien.
  • Es steht dem Staat nicht zu, Unternehmen vorzuschreiben, welche Mitarbeiter sie einstellen und befördern sollen. Quotenregelungen und ähnliche Maasnahmen sind Gängelungen, die niemandem nützen. Wichtige Personalentscheidungen soll der treffen, der auch die Verantwortung und das Risiko einer Fehlentscheidung trägt.
  • Es steht dem Staat auch nicht zu, Selbständige zu einer Altersvorsorge in einer gestzliche Versicherung zu zwingen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Leider ist unsere Gesetzgebung stark durch feministische Lobbygruppen geprägt.

Warum akzeptieren sie nicht einfach, dass Männer und Frauen unterschiedliche Interessen, Neigungen, Bedürfnisse und Fähigkeiten haben?
Wir wollen gleiche Chancen und Möglichkeiten. Gleiche Ergebnisse – wie sie der Gleichstellungsbericht forcieren will – sind ungerecht, wenn die Voraussetzungen und Eingangsbedingungen ungleich sind.

Im Rahmen einer Besprechung des Gleichstellungberichts las ich auch irgendwo (hab‘ den Link nicht mehr) die Frage, warum überhaupt ein Ingenieur mehr verdient, als eine Erzieherin.
Ein Ingenieur muss ein mehrjähriges, akademisches Studium absolvieren, das ihn danach befähigen soll, anspruchsvolle, technische Tätigkeiten auszuführen. Normalerweise trägt er damit zumindest indirekt zu produktiver Wertschöpfung bei.
Eine Erzieherin dagegen spielt hauptsächlich mit kleinen Kindern, bespaßt und unterhält diese. OK- zwischendurch muss sie auch mal eine Windel wechseln, oder ein Pflaster auf ein aufgeschlagenes Knie kleben. Aber im Grunde ist das eine Tätigkeit, die jeder ohne besondere Begabung ausüben kann. In der Geschichte der Menschheit haben dies vorwiegend weibliche Verwandte getan, die auch keine spezielle Ausbildung dafür hatten.
Und – Überraschung! – auch Frauen können Ingenieurin werden, oder Männer Erzieher (wobei letztere allerdings mit größeren Vorbehalten rechnen müssen).

Da es naturgegeben ist, dass nun mal Frauen Kinder austragen, gebären, und stillen, wird eine völlige „Gleichstellung“ nie erreicht werden.
Durch staatliche Zwangsmaßnahmen, kann man sich diesem Ziel der Gleichheit zwar annähern, aber dies führt nur zu Zuständen, in denen die meisten Menschen unzufrieden sind, und in denen die Gesellschaft unüberbrückbar gespalten wird, weil Genderidiologen es geschafft haben, einen Keil zwischen Männer und Frauen zu treiben und Unfrieden zu stiften.

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Hinweis: Internationaler Vatertag

Heute ist der Internationale Vatertag.

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Noch ein paar Gedanken zum Ansprechen und zur Attraktivität

Schon öfter wurden mir in Diskussionen zu Blogposts neue Aspekte bewusst.
So fiel mir kürzlich bei meinem Eintrag zum Ansprechen im Dialog mit einigen Kommentatoren noch einiges ein.

Imion schrieb:

Und ganz ehrlich, ich glaube dir in diesem Fall nicht, das bei dir ein Mann erst interessant wird, wenn er dich anspricht.

Ich antwortete:

In meinem ganzen Leben sind mir gerade mal zwei oder drei Männer über den Weg gelaufen, die ich interessant genug fand, dass ich von mir aus die Initiative ergriffen hätte.
Am deutlichsten ist mir noch in Erinnerung ein Mann, den ich zufällig in einem Kaufhaus sah .. wow! .. der war rein äußerlich schon genau mein Beuteschema ..
Allerdings war ich gerade in Begleitung unterwegs. Sonst wäre mir bestimmt versehentlich eine Ware aus dem Regal neben diesem Mann auf den Boden gefallen ..
Ach, war bestimmt ganz gut so. Vielleicht hätte er sich als strunzdumm herausgestellt .. oder als schwul .. oder als impotent ..
Gutes Aussehen alleine bedeutet bei Männern halt lange noch nicht, dass sie tatsächlich interessant sind.

Alleine vom Äußeren her lässt sich nicht darauf schließen, dass jemand auch ein sympathischer Mensch und interessanter Gesprächspartner ist.
Wenn man einen bis dahin völlig Unbekannten sieht, hat man halt nur optische Informationen. Wie er sich verhält und welche Eigenschaften er sonst noch hat, kann man nicht wissen.
Ich denke, das ist mit ein Grund, warum Frauen sich normalerweise nicht den Aufwand machen, einen fremden Mann von sich aus anzusprechen. Die Wahrscheinlichkeit ist einfach zu gering, dass man tatsächlich auf jemanden trifft, mit dem man sich auch sonst gut versteht.
Für einen ONS gilt dies weniger. Aber nur die wenigsten Frauen dürften unterwegs sein mit der Absicht, einen Mann für nur ein einmaliges Erlebnis abzuschleppen. Und selbst dann muss Aussehen nicht den Ausschlag geben.

Umgekehrt ist die Situation eine ganz andere.
Für die allermeisten Männer ist attraktives Aussehen bei ihnen unbekannten Frauen ein Sine-qua-non.
Carnofis bestätigte dies:

Der visuelle Eindruck einer Frau IST wesentlich.
Klar, es gibt Männer, die behaupten, dass das für sie nicht zuträfe und nur die inneren Werte wichtig seien, aber entweder lügen die, oder sie stufen sich selbst so niedrig ein, dass sie sich und anderen ihre „3er-Frau“ rechtfertigen müssen.
JEDER gesunde Mann wählt bei gleichen „inneren Werten“ die visuell attraktivere Frau, wenn er kann.
Wir sollten uns davon frei machen, dies zu kritisieren, weil wir letztlich nur einem archaischen präkulturellen Programm folgen.

Männer nutzen also eher ein WYSIWYG-Konzept, während für Frauen selbst die schönste Blackbox dennoch eine Blackbox bleibt. (Übrigens erklärt das auch, warum Frauen von Penisbildchen nicht angesprochen werden. Selbst wenn die Hardware supertoll ist, heißt das nicht, dass auch das Betriebssystem etwas taugt. Von den installierten Anwendungen mal ganz abgesehen.)

Auch wenn aufgrund des Aussehens nur etwa 20% der Frauen „aussortiert“ werden, bedeutet es, dass diese nicht durch den initialen Filter hindurchkommen.
Eine hässliche Frau hat also von vornherein kaum eine Chance, selbst wenn sie ein noch so liebenswertes Naturell hat.

Es ist allerdings meine persönliche Hypothese, dass unattraktive Frauen alleine aufgrund der wiederholten Abweisung und Ablehnung einige unangenehme Charaktereigenschaften entwickeln (gilt für Männer entsprechend).
Insofern dürfte es einleuchtender sein, hinter einem hübschen Gesicht auch eine freundlichere Persönlichkeit zu erwarten, als hinter einem verkniffenen.
Das mag nicht für jeden Einzelfall so zutreffen, aber in sehr vielen Fällen eben schon.
Und einige Frauen wenden sich dann auch aufgrund verletzter Eitelkeit dem Feminismus zu, während Frauen mit einem entspannten Verhältnis zu Männern überhuapt keinen Grund haben, zur Feminstin zu werden.

Irgendjemand sagte mal:

„Feminism exists only because ugly women want to integrate in the society.“

Daran erscheint einiges plausibel, und es erklärt, warum Feministinnen immer wieder versuchen, einen Keil zwischen Männer und Frauen zu treiben.

Aus der Tatsache, dass Männer schöne Frauen bevorzugen, ergibt sich, dass Frauen ihre eigene Schönheit wichtig ist, da sie vornehmlich dadurch für Männer attraktiv werden.
Es gibt zwar einzelne Frauen, die sich betont hässlich durch Frisur und Kleidung darstellen, aber IMHO haben diese wohl einfach eingesehen, dass die Trauben zu sauer sind, sprich, dass sie keine Aussicht haben, im intrasexuellen Wettbewerb Konkurrenzfähigkeit zu erreichen.
Dies ist durchaus konsistent mit der Tatsache, dass viele Frauen betonen, sich nicht für Männer zu schminken, sondern für sich selbst. Für Männer wäre der Aufwand auch gar nicht nötig, aber sich selbst für schön zu halten, gibt einer Frau ein gutes Gefühl, insbesondere, wenn sie sich als schöner empfindet als die anderen Frauen in ihrem Umfeld (oder zumindest mithalten kann).
Ein weiteres Indiz dafür ist das leider unter Frauen weitverbreitete Slimshaming.

Deshalb ist es für Frauen auch meist härter zu altern als für Männer, da sie mit zunehmendem Alter körperliche Attraktivität verlieren, während Männer durch zunehmende Lebenserfahrung noch länger an Attraktivität gewinnen.
Aber dies ist wieder ein anderes Thema, das ich nur als Untermauerung meiner sonstigen Argumentation nenne, aber hier nicht weiter diskutieren möchte.


Wie immer gilt: Aussagen beziehen sich auf statistische Gesamtheiten. Individuelle Abweichungen und Ausnahmen sind möglich, widerlegen aber die grundsätzlichen Aussagen nicht.

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Ein Dank an die Väter! //1553

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Heute ist außer Handtuch-Tag auch Christi Himmelfahrt, was traditionell als Vatertag gefeiert wird.

Wenn ich mich an meiner Kindheit erinnere, so war der Muttertag das größere Ereignis. Für meine Mutter gab es Geschenke, und wir Kinder und mein Vater versuchten an diesem Tag, ihr möglichst viel Arbeit abzunehmen.
Beim Vatertag beschränkten wir uns dagegen darauf, meinem Vater zu gratulieren. Wenn das Wetter schön war, nahm unser Vater uns Kinder dann mit zu einem Ausflug. Manchmal kam auch unsere Mutter mit.

In meiner Wahrnehmung als Kind war es die Mutter, die ihre Arbeitskraft in die Fürsorge für ihre Kinder steckte. Sie war es, die für uns kochte, die dafür sorgte, dass immer saubere Kleidung und Handtücher (!) vorhanden waren, und die sich um alle sonstigen Belange von uns Kindern kümmerte.
Der Vater war normalerweise den ganzen Tag lang weg, und wenn er abends heim kam, war er müde. Auch am Wochenende…

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(Psychische) Auswirkungen von Strafanzeigen wegen Sexualdelikten

Eine Diskussion gestern erinnerte mich daran, dass ich selbst einmal wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“, also Sex in der Öffentlichkeit angezeigt worden war.
Es gelang mir, die Angelegenheit einigermaßen locker zu sehen, denn ich dachte, dass mir als Frau eigentlich nichts allzu schlimmes passieren kann, im worst case eine Geldstrafe.
Aber der damals beteiligte Mann war davon äußerst beunruhigt und besorgt, und sah sich schon als verurteilten Sexualstraftäter mit allen denkbaren Implikationen.
Nach mehreren Wochen wurde das Verfahren dann wegen mangelndem öffentlichen Interesse und Geringfügigkeit eingestellt. (Hausverbot habe ich aber immer noch.)
Auch wenn das Verfahren im Sande verlief, und es um eine relativ harmlose Angelegenheit ging, war diese Zeit doch äußerst belastend gewesen.

Ein Freund meines Mannes hatte weniger Glück, als er vor wenigen Jahren von seiner (Ex-)Geliebten falschbeschuldigt wurde.
Da Aussage gegen Aussage stand, wurde er zwar wegen Mangel an Beweisen freigesprochen, aber bis dahin war er auch völlig am Boden zerstört.
Diese Anzeige bedeutete für ihn auch die Entfremdung von seiner Familie sowie einen beruflichen Karriereknick.
Er hat lange gebraucht, bis er wieder halbwegs darüber hinweg kam.

Gerade bei sexuell konnotierten Delikten stehen oftmals die Folgen einer Anzeige in krassem Missverhältnis zu einer eventuellen Schuld.

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Nachtrag zu „Der Staat dringt ein in unsere Betten“*

IANAL, und habe nur mangelhafte juristische Kenntnisse. So entging mir bei meinem kürzlichen Eintrag zur „Vergewaltigung in der Ehe“ eine ganz wesentliche Implikation, die mir erst später bewusst wurde.

Ich zitiere einfach mal aus einem Dokument der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages:

Die Vergewaltigung als besonders schwerer Fall der sexuellen Nötigung ist gem. § 177 Abs. 2 Nr. 1 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter 2 Jahren zu bestrafen. Es handelt sich um ein Offizialdelikt, d.h. die Vergewaltigung in der Ehe ist von Amts wegen zu verfolgen, auch wenn das Opfer kein Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung hat oder die Veranlassung einer solchen scheut.
Eine Privilegierung der Vergewaltigung in der Ehe gegenüber der außerehelichen Begehung, wie es sie in anderen europäischen Ländern gegeben hat, hat sich bei der Gesetzesreform nicht durchsetzen können. Sowohl eine „Versöhnungsklausel“ (SPD) als auch eine „Widerspruchsklausel“ (CDU/CSU), die jeweils vorsahen, von der Strafe bzw. von weiterer Strafverfolgung abzusehen, wenn das Opfer diesem widerspricht bzw. wenn dies der Aufrechterhaltung der Ehe dient, scheiterten. Es wurde befürchtet, dass diese Möglichkeit dazu genutzt werden könnte, das Opfer unter Druck zu setzen.

(Hervorhebungen von mir.)

Das heißt, jeder beliebige Beobachter kann Anzeige erstatten, und die Staatsanwaltschaft muss dem nachgehen. Dabei ist es völlig unerheblich, was das vermeintliche „Opfer“ aussagt.
Dies läuft auf eine Kriminalisierung o.B.d.A. des Ehemannes und eine Bevormundung und Entrechtung der Ehefrau hinaus.

Es ist furchtbar, wie der Staat sich erdreistet, sich in die privatesten Belange von Eheleuten einzumischen. Und das wurde 1997 auch noch als Fortschritt gefeiert.
Die autonome Selbstbestimmung eines Ehepaares ist in sexueller Hinsicht dadurch weitgehend verlorengegangen, obwohl Artikel 6 des Grundgesetzes in Absatz 1 ausdrücklich besagt:

Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Was ist das denn für ein „Schutz“, der außenstehenden Dritten mehr Zuständigkeit und Deutungshoheit zubilligt, als den Betroffenen selbst.


*Nicht auf Betten beschränkt.

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