Re: „Ist die Förderung von Frauen männerfeindlich?“

Hin und wieder diskutiere ich mit den Lesern meiner Blogs auch hinter den Kulissen.
So hatte mich vor einigen Wochen eine Feministin über mein Kontaktformular angeschrieben.
Da sie größtenteils in höflichem und scheinbar vernünftigem Ton schrieb, sah ich über einige herablassende Sticheleien, die einem konstruktiven Dialog eigentlich abträglich sind, hinweg, und beantwortete relativ ausführlich ihre Nachricht, zumal sie sich als MINT-lerin zu erkennen gegeben hatte, und ich ja auch immer wieder bereit bin, meine Ansichten zu hinterfragen.
Das ging so ein paar Mal hin und her, bis ich nichts mehr von ihr hörte.

Nun habe ich auf ihrem Blog einen Eintrag gefunden, der sich konkret auf mein Blog bezieht.
Da sie es nicht verlinkt hat (obwohl ich es ihr ausdrücklich erlaubt hatte), verlinke ich auch nicht darauf. Bei Interesse dürfte es aber keine große Kunst sein, es per Google zu finden.

Durch die Formulierung des Titels „Ist die Förderung von Frauen männerfeindlich?“ stellt sie sich gleich am Anfang als kompromiss- und gesprächsbereit dar, auch wenn sie sich später selbst – ohne für den Leser nachvollziehbare Begründung oder Belege – die Antwort gibt:

Meine Schlussfolgerung nach etlichen Pro-/Kontra-Gedanken und Erinnerungen an meine Studienzeit: Nein! Frauenförderung ist nicht männerfeindlich! Vielmehr ist Antifeminismus frauenfeindlich. Und obwohl ich das denke, habe ich durchweg ein positives Männerbild.

Ich lasse das einfach mal so stehen, und springe an den Anfang ihres Eintrags:

bin ich letztens auf einen Feminismus-kritischen (meiner Meinung nach frauenfeindlichen) Blog gestoßen

Ihre persönliche Meinung, die ich nicht teile. Frauenfeindlich ist beispielsweise Bevormundungsfeminismus.

Dort wird geschrieben, dass Feminismus die Botschaft vermittele, Männer seien böse.

Und ob er diese Botschaft vermittelt!

Feministinnen hätten durchweg ein negatives Männerbild

„Durchweg“ habe ich nie geschrieben, sondern immer wieder darauf hingewiesen, dass dies zwar in den meisten Fällen, aber nicht generell gilt.

aufgrund unbefriedigter sexueller Bedürfnisse

Einer der möglichen Gründe. Auch hier habe ich keine Allgemeingültigkeit beansprucht.

und es gäbe ja keine Probleme mehr,

Etwas sehr verkürzt, aber ja. Man kann natürlich auch z.B. in Manspreading Probleme sehen.

da wir inzwischen gleichberechtigt sind. Deswegen würden die heutigen Feministinnen männerfeindlich agieren und es gäbe inzwischen eine Reihe von Gesetzen, die Frauen bevorzugen. Dazu zähle die Förderung von Frauen.

„Gleichberechtigung“ gibt es eben aufgrund überzogener feministischer Forderungen nicht. Frauen haben inzwischen weit mehr Rechte als Männer.

Angeblich ist der Blog von einer Frau geschrieben

Die übliche feministische Vorgehensweise, unliebsamen Geschlechtsgenossinnen ihre Weiblichkeit abzusprechen. Kennen wir schon.

Der Rest ihres Blogeintrags beschäftigt sich hauptsächlich mit anderen Themen, auf die ich keine Veranlassung habe, einzugehen, und mir die Zeit erspare.

Aber um noch einmal die Ausgangsfrage zu beantworten:
Ja – ich halte einseitige Frauenförderung für männerfeindlich und sexistisch, da dadurch Männer – alleine aufgrund ihres Geschlechts – benachteiligt und diskriminiert werden. Dafür muss man schon eine im Grunde negative, oder zumindest völlig gleichgültige Einstellung, die Ungerechtigkeiten billigend in Kauf nimmt, gegenüber Männern haben, um dies gutzuheißen.
Dass Frauenförderung sich gerade für hochqualifizierte, kompetente Frauen ebenfalls negativ auswirkt, hatte ich ebenfalls schon mehrmals geschrieben. Aber das ist jetzt wieder ein anderes Thema.

[Nachtrag:
Als ich einmal aus Rücksichtnahme, weil ich nicht eskalieren oder unbeteiligte Dritte mithineinziehen wollte, nicht auf ein feministisches Blog verlinkt hatte, wurde mir das als Feigheit uns Schwäche ausgelegt.
Da die o.g. Bloggerin mittlerweile doch einen Link auf mein Blog gesetzt hat (wovon ich allerdings nichts bemerkt habe, da ihr Blog nicht in meinen Referrer-Statistiken auftaucht – d.h. 1 einziges Mal, das ich wohl übersehen hatte), verlinke ich jetzt: https://frauensegelflug.blog/2017/03/05/ist-die-foerderung-von-frauen-maennerfeindlich/
Bin gespannt, ob sie meinen Pingback freischaltet.
]

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Artikel der SZ über lügende Mütter

Ein aktueller Artikel der SZ beschäftigt sich mit der Jobsuche von Müttern.

Der Artikel thematisiert, dass Mütter bei Vorstellungsgesprächen gefragt werden, wie sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren.
IMHO eine völlig legitime Frage. Der potentielle Arbeitgeber hat ein gerechtfertigtes Interesse daran, dass seine Arbeitnehmer zuverlässig zur Arbeit erscheinen.

Der Text nennt ein Beispiel, in dem eine Bewerberin (auf eine Teilzeitstelle) vorab einen Fragebogen bekam, in dem einige konkrete Fragen gestellt wurde.
Dies zeigt meines Erachtens, dass das Unternehmen tatsächliches Interesse an der Bewerberin hatte (indem es sich die Mühe und den Aufwand machte, einen Fragebogen zu erstellen und auszuwerten) und bereit war, ihr eine Chance zu geben. Dieses Unternehmen hätte es auch ganz sein lassen können.
Die Geschäftsführerin des Unternehmens begründete ihre Art des Vorgehens absolut nachvollziehbar und schlüssig:

Ihre Firma sei klein, sie sei keine Personalerin und habe – um Zeit zu sparen – im Vorhinein aussortieren müssen, wer wirklich in Frage komme. Da sei die Frage nach der Kinderbetreuung zentral. „Ich will eine Sicherheit, muss wissen, ob die ein Konzept haben.“

Sogar die SZ bestätigt dies:

Dass ein Arbeitgeber einen zuverlässigen Arbeitnehmer einstellen will, versteht sich von selbst.

Jedoch behaupten zwei namentlich genannte Fachanwältinnen für Arbeitsrecht, dass Fragen nach der Kinderbetreuung „rechtlich unzulässig“ seien, und sogar gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstießen.
Mütter haben also rein juristisch das Recht, bei solchen Fragen zu lügen.
Auch wenn in diesen Fällen unwahre Angaben rechtlich erlaubt sind, halte ich es für wenig zielführend, ein neues Arbeitsverhältnis mit Unehrlichkeit zu beginnen. Dies belastet von Vornherein das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmerin.
Und wenn es – früher oder später – tatsächlich zu Problemen wegen fehlender Kinderbetreuung kommt, so wird der Arbeitgeber zu recht ärgerlich sein.

Die Behauptung, dass nur Mütter, und niemals Väter von solchen kritisierten Fragen betroffen seien, lässt sich leicht entkräften.
Sobald der Eindruck besteht, dass der befragte Elternteil einen wesentlichen Anteil an der Kinderbetreuung übernimmt, sollte man in jedem Fall nachhaken.

In unserem Unternehmen haben wir eigentlich im Wesentlichen gute Erfahrungen mit Müttern gemacht, zumindest, wenn deren Familienplanung abgeschlossen ist.
Im Sekretariat etwa arbeiten nur Mütter, wenn auch jeweils nur Teilzeit.
Freistellungen wegen erkrankter Kinder sind die Ausnahmen und halten sich allgemein in Grenzen.

/* Sogar unsere alleinerziehende Praktikantin schafft es, dreieinhalb Tage in der Woche bei uns zu arbeiten – dank zweier Großtanten, die die Kinderbetreuung zeitweise übernehmen. Von vier Großeltern stehen drei nicht zur Verfügung. Ein Großvater wohnt zwar in der Nähe, hat aber weder die Absicht noch Zeit, sich selbst um die Betreuung seiner Enkel zu kümmern. Die Stiefoma erst recht nicht. 😎 */
Die Existenz von Großeltern in der Nähe garantiert also eine ausreichende Betreuung nicht in jedem Fall.

Trotzdem werden wir in Zukunft bei der Einstellung von Müttern vorsichtiger sein. Es ist nicht hinzunehmen, dass diese einfach ihren zukünftigen Arbeitgeber belügen dürfen, ohne eventuelle Konsequenzen befürchten zu müssen.

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Die FAZ zu Frauen in der IT: „Her mit den weiblichen Nerds!“

Her mit den weiblichen Nerds“ lautet die Überschrift eines aktuellen Artikels in der FAZ.
Trotz Zeitmangels gebe ich jetzt schnell meine wichtigsten paar Cents dazu. (Wenn ich dabei besonders grantig rüberkomme, so liegt das an einem aktuellen Problem, mit dem ich mich gerade herumschlagen muss – sorry.)

Die FAZ verweist auf eine Studie, die besagt, dass der Anteil der Bewerberinnen auf IT-Stellen in der Größenordnung von 13 bis etwa 17 Prozent liegt.
Die befragten Unternehmen gaben mehrere Gründe für die Einstellung von Frauen an. Leider scheint nicht abgefragt worden zu sein, welche Gründe dagegen sprechen.

Was (Informatik-)Studiengänge angeht (bei denen der Frauenanteil derzeit bei ca. 20% liegt) so

ist davon auszugehen, dass schon das Wording entscheidend ist. Wenn ich den Studiengang so benenne, dass beispielsweise Communications drin vorkommt, steigert das schon die Attraktivität

Na, dann viel Spaß beim OSI-Modell.

Es fehle an Vorbildern und viele Mädchen hätten noch ein falsches Bild des Berufs.

Viele Jungen ebenfalls.

Immerhin 44 Prozent der befragten IT-Expertinnen der Studie „Recruiting Trends 2017“ gaben an, häufig den Eindruck zu haben, Unternehmen würden nur aus Imagezwecken kommunizieren, dass Frauen in ihrem Unternehmen willkommen sind.

Ich gebe zu Protokoll, dass ich nicht befragt wurde, aber die Einschätzung teile: Viele Unternehmen machen das lediglich zu Imagezwecken.

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Zur Dokumentation: „Neues aus der Gleichstellungsstelle“

Eine Mail mit ca. 2MB großen Anhängen erreichte mich.
Meine Adresse steht wohl immer noch auf dem Verteiler, und ich sehe keinen Grund, sie dort löschen zu lassen. Ich lasse mich ganz gerne auf dem Laufenden halten.

Für alle, die es interessiert, hier der Text, bei dem ich konkrete Namen und Daten unkenntlich gemacht habe:

Liebe Frauen,

wie Sie vielleicht wissen, gab es in der Gleichstellungsstelle der Stadt $Stadt1 einen personellen Wechsel. Darum schreiben wir Ihnen heute, um uns bei Ihnen vorzustellen:

Wir sind $Name1 und $Name2, beide neu in $Stadt1, beide begeistert davon, die kompetente Arbeit unserer Vorgängerinnen fortsetzen zu dürfen und auf Geschlechtergerechtigkeit, Antidiskriminierung und Chancengleichheit hinzuwirken. $Name1 ist katholische Theologin und erfahrene Gleichstellungsbeauftragte. $Name2 ist Ethnologin und hat u.a. als Werbetexterin und Frauenrechtsreferentin gearbeitet.
Wir freuen uns sehr darauf, Sie persönlich bei frauenrechtlichen Veranstaltungen zu treffen oder Sie in unserem Beratungs- und Besprechungszimmer begrüßen zu dürfen.

Weil personelle Änderungen ja immer auch einige Neuerungen mit sich bringen (sollen), möchten wir Sie darauf hinweisen, dass es in unregelmäßigen Abständen einen Newsletter mit Veranstaltungshinweisen, Lesetipps und frauenrechtlichen Neuigkeiten geben wird. Themenvorschläge nehmen wir sehr gerne entgegen!
Wenn Sie diesen Newsletter nicht empfangen möchten, teilen Sie uns das bitte durch eine Mail mit dem Betreff „Abmeldung Newsletter“ mit.

Die Veranstaltungsreihe „Existenzgründerinnennetzwerk“ wurde aufgrund der geringen Teilnehmerinnenzahl vorerst eingestellt. Das Thema „Frauen als Existenzgründerinnen“ wird in den letzten Jahren auch immer populärer und es gibt lokale und regionale Angebote für Interessierte. Kennen Sie z.B. die Veranstaltung http://$domain1.de/ oder das Netzwerk http://www.$domain2.de/ ?

Außerdem möchten wir Sie auf drei Veranstaltungen aufmerksam machen:
Der $Stadt1.Genitiv() Frauennotruf feiert sein $Jahre-jähriges Bestehen ab dem $Datum1 mit einer Ausstellung und mehreren Veranstaltungen. Siehe Anhang „Einladung-$Stadt1-4“
Die $Partei lädt zum Frauenempfang am $Datum2 um $Uhrzeit. Siehe Anhang „2017 Flyer Einladung $Partei Frauenempfang“
$Name3 spielt ihr Programm „unverschämt weiblich“ am $Datum3 in $Stadt2. Siehe Anhang „din-lang web3“.

Das Landratsamt $Landkreis lädt Unternehmer(innen) zum Thema Kommunikation ein. Siehe Anhang „Einladung“

Mit freundlichen Grüßen
$Name2 und $Name1

Stadt $Stadt1

Büro für Chancengleichheit und Vielfalt

Gleichstellungsbeauftragte

$Adresse
$PLZ $Stadt1
gleichstellungsstelle@stadt.$Stadt1.de
http://www.$Stadt1.de/Gleichstellungsstelle

Diese E-Mail könnte vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen enthalten. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese Mail. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser Mail sind nicht gestattet.

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Blogstatistik: 2500 Kommentare

Es geht hier zwar am eigentlichen Blogthema vorbei, aber zwecks Vernetzung der Kommentatoren untereinander, und weil ich nun mal ein Statistik-Freak bin, veröffentliche ich anlässlich des Kommentarjubiläums aktuelle Statistikdaten zur Information für alle, die es vielleicht interessiert.

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Wie #aufschrei mir die Augen öffnete

Gut vier Jahre ist inzwischen der Medienhype um #aufschrei her.
Vorher war ich Femimismus ziemlich indifferent und neutral gegenübergestanden, vielleicht mit einer leicht negativen Tendenz, aber im Grunde war er mir zu egal, um mir eine Meinung dazu zu bilden.

Doch dann – aus nichtigem Anlass – dieser Rummel.
Was war geschehen? Es wurde berichtet, dass der Politiker Rainer Brüderle der Journalistin Laura Himmelreich abends an einer Bar gesagt haben soll, sie könne ein Dirndl gut ausfüllen.
Meines Wissens hat Herr Brüderle diese angebliche Äußerung niemals bestätigt oder dementiert. Er dachte wohl, er könne es aussitzen, aber dieser „Skandal“ hat ihm dann doch die Karriere gekostet.
Es ist also nicht gesichert, dass er dieses ungeschickte, und zugegeben geschmacklose (Dirndl sind scheußlich) Kompliment tatsächlich gemacht hat. Ganz egal, was man sonst von ihm hält – mir kam er immer wie ein harmloser, freundlicher, alter Mann vor – dieser Rufmord war mehr als überzogen.

In der Folge sprangen Netzfeministinnen wie Frau Wizorek und Frau Strick auf den fahrenden Zug auf, und steckten mit ihrer Hysterie weitere Frauen auf Twitter an, die dann wiederholt und nervig meist banale Kleinigkeit dramatisierten und hochstilisierten, indem sie über irgendwelche angeblichen, teilweise lächerlich aufgebauschten Erlebnisse twitterten:

  • In der Öffentlichkeit hat mich ein Mann angesprochen. 😯
    Mich sprechen höchstens redselige Rentnerinnen an, die mich dann beharrlich über ihre Enkel volllabern.
  • Da hat sich ein Mann im vollgestopten Bus an mich gedrückt.
    Tja – wenn der Bus voll ist, ist er voll. An mich drücken sich dann am ehesten fettleibige Frauen oder rotzverschmierte Kinder. Von japanischen Zuständen sind wir noch weit entfernt.
  • Ein Kollege hat einen zotigen Witz erzählt.
    Hör nicht hin, wenn es dich stört. Andere amüsiert so etwas.
  • Ein Mann hat mich angetatscht. [sh. Anmerkung unten]
    Freu‘ dich über die Anerkennung und bewundernde Aufmerksamkeit. In zwanzig Jahren tatscht keiner mehr.
    Und wie soll der Mann denn sonst wissen, ob das erwünscht ist oder nicht? Das ist genauso wie mit der Schödinger-Katze: Man muss die Kiste schon öffnen, um ihren Zustand zu erkennen.
    Wenn die Berührung unwillkommen ist, kann man sie sich danach immer noch deutlich verbitten.
  • Ein Mann hat mich so gierig angeguckt.
    Wenn du lüsterne Blicke vermeiden willst, dann zieh dich halt nicht figurbetont oder freizügig an, und überlasse sexy Kleidung den Frauen, die damit Männern ihre Aufgeschlossenheit und Zugänglichkeit signalisieren wollen.

So einfach ist das!
Stattdessen werden die Männer geblamet, bloß weil ihr limbisches System quasi reflexartig unwillkürlich auf einen visuellen Reiz reagiert, noch bevor das Großhirn dagegensteuern kann.

Diese bigotte Heuchelei, kombiniert mit hysterischer Larmoyanz hat mich damals dermaßen abgestoßen – wie man nur aus solch einer winzigen Mücke eine riesigen Elefanten im Porzellanladen machen kann! – dass ich ganz bewusst nichts mehr mit Feminismus zu tun haben wollte.
Es gab durchaus noch andere Ursachen und Anlässe, aber, soweit ich mich erinnere, war #aufschrei damals einer der Trigger, der mich die Männerfeindlichkeit (bzw. Aspekte davon) in unserer Gesellschaft erkennen ließ.

Mit Aktionen wie #aufschrei wird ganz natürliche und beliebte Sexualität immer weiter tabuisiert und kriminalisiert. Einige wenige (Auf-)Schreihälse genügen, um alle anderen Frauen zu übertönen, die eine ganz andere Einstellung haben, und auch einen kleinen Fauxpas nicht übel, sondern mit Gelassenheit und Humor nehmen.

[Nachträgliche Anmerkung am 17. Februar 2017
„Antatschen“ ist ein weitgefasster Begriff.
Bei #aufschrei handelte es sich in den weitaus meisten Fällen um ganz harmlose, unaufdringliche Berührungen durch einen Mann, mit dem bereits eine persönliche Bekanntschaft bestand.]

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Der Schneckenritt

Nur ganz kurz möchte ich auf zwei Artikel in den aktuellen VDI-Nachrichten hinweisen.

Bei „Professorenritt auf einer Schnecke“ geht es um den geringen Frauenanteil bei Professorinnen.

Der Kommentar „Und junge Frauen wollen doch ..“ setzt sich damit auseinander, dass die meisten Mädchen keine Ingenieurberufe ergreifen wollen.

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