Reaktion auf sichtbare Verletzungen

Vor ein paar Tagen habe ich mir bei einem kleinen Unfall ein blaues Auge zugezogen.
Seither wurde ich schon mehrfach darauf angesprochen, unter dem Vorwand, mir helfen zu wollen.

Als mein Mann vor einigen Wochen ebenfalls ein – deutlich schlimmeres – blaues Auge hatte, wurde ihm keine Aufmerksamkeit deshalb zuteil.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Reaktion auf sichtbare Verletzungen

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Die Gutmenschen sind unter uns und die Frauen ja so schwach.

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  2. Mike schreibt:

    Antwortvorschlag: „Problem ist gelöst, darum hat sich schon mein Mann gekümmert“
    (Ist ja nicht gelogen 🙂 )

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    • Dass ich wildfremden Leuten gegenüber so eine Aussage mache, sehe ich gar nicht ein. Das ist meine Privatsache und geht niemanden etwas an.

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      • Mike schreibt:

        Ich glaube, ich habe die kleinen Ironietags vergessen…
        Das Problem ist offensichtlich und vermutlich seit unserer Steinzeitvergangenheit fest verkabelt.
        These: Frauen kümmern sich im Falle eines Angriffes von aussen (!) mehr umeinander als Männer. (Frauen sind physisch schwächer, also macht ein Zusammenschluss Sinn).
        Männer wollen gerne Helden sein, (Die meisten Gesetze der Ritterlichkeit sind darauf zurückzuführen, dass die Männer den ganzen Spass haben wollen *schiefgrins*) und das „Damsel in Distress“-Motiv ist scheinbar ebenfalls hardcoded.

        Natürlich wäre in einer idealen Welt, in der alle frei, selbstbewusst und selbstbestimmt sind, eine Reaktion wie Du sie erlebt hast, völlig überzogen. Aber die Welt ist nun mal, wie sie ist :-/
        Wie man das ändert? keine Ahnung…
        Allerdings hätte ich mit meiner praktischen Veranlagung eher gefragt, ob Du eine kalte Kompresse brauchst. 🙂

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        • Deine These zum Zusammenhalt von Frauen bei äußeren Angriffen ist nachvollziehbar für Frauen, die in der gleichen Gruppe sind, bzw. sich gut kennen.
          Für Frauen außerhalb des Stammes oder der Gemeinschaft macht sie aber weniger Sinn.

          Es mag nicht repräsentativ sein (zumal ich die Zeit hauptsächlich daheim verbracht habe), aber mich haben nur Frauen angesprochen. Keine Chance für Helden.

          Für eine kalte Kompresse hätte ich zu dem Zeitpunkt keinen Bedarf mehr gehabt. Schmerz und Schwellung weg, nur noch sichtbares Hämatom vorhanden.

          Meinen Mann habe ich nochmal ausdrücklich gefragt, ob es bei ihm nicht doch Reaktionen gab.
          Ein Freund fragte ihn, wo er das Veilchen her hätte, woraufhin er grinsend antwortete, dass seine Frau manchmal eine ziemliche Wildkatze sei. Beiderseitiges Gelächter. Nun, ja. 😎

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          • Irenicus schreibt:

            Spannend: Die Antwort mit der Wildkatze erzeugt also Gelächter.
            Sie ist ja durchaus interpretierbar. Das Veilchen könnte so entstanden sein, wie du es damals beschrieben hast, oder aber es heißt, dass du in Wut schonmal zuschlägst. Dann wäre das Gelächter irgendwie nicht so angebracht. Die Gewaltversion wurde also von vornherein ausgeschlossen.Weil Männer halt nicht von häuslicher Gewalt betroffen sind (oh halt doch? Na sowas!)
            Zum Vergleich, hättest du der Kellnerin erklärt, dass dein Mann schon mal ein echter Hengst ist… Ich will mir die Reaktion lieber nicht ausmalen. Allerdings hinkt der Vergleich natürlich, weil dich eine wildfremde Person gefragt hat.

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            • Vermutlich war der Kontext schon eindeutig. Wenn so eine Aussage mit anzüglichem Grinsen gemacht wird, kommt es ganz anders rüber, als verlegen und beschämt auf den Boden zu schauen.
              Dieser Freund kennt mich wohl auch genügend, um mir aggressive Gewalt nicht zu unterstellen.

              Ich bin auch in meinem ganzen Leben noch nie aus eigenem Antrieb handgreiflich geworden (hab lediglich zweimal Fingernägel zur Abwehr einsetzen müssen).

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  5. Irenicus schreibt:

    Einer meiner Kollegen hat derzeit ein blaues Auge. Da er im gleichen Büro sitzt, wie ich, habe ich die meisten Fragen mitbekommen, und interessehalber Strichliste geführt, wann immer ein Kollege das Auge angesprochen hat.

    Jetzt wo es fast abgeheilt ist, sind wir bei 27 Strichen. Ich kann also nicht bestätigen, dass bei Männern nicht nachgefragt wird.
    Was wirklich passiert ist, weiß übrigens keiner, weil immer nur ein „Spruch“ als Antwort kam. Werde morgen mal nachfragen, wie er einschätzt, wie oft jemand nachgefragt hat.

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    • Das ist interessant.
      Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass unter Kollegen die Hemmung nachzufragen geringer ist, als in der Hierarchie nach oben.
      Und insbesondere, wie Personen reagieren, die ihn nicht oder nur flüchtig als Kunde (Supermarkt, Restaurant, ..) kennen.

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      • Irenicus schreibt:

        Ja, das hatte ich ja damals schon geschrieben, dass das beim Boss natürlich was anderes ist.
        Dazu kommt, dass das bei uns ein relativ beliebter Kollege ist, der eigentlich von allen gemocht wird.

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