„Deckel hoch, der Kaffee kocht“

Ein Schulhof. Eine Gruppe etwa 10- bis 12-jähriger Mädchen spielt Gummitwist oder Hüpfkasten.
Die meisten tragen Hosen, nur ein oder zwei Röcke.
Ein Mädchen in langer Hose schleicht sich von hinten an eines mit Rock, hebt blitzschnell den Rocksaum hoch, und schreit: „Deckel hoch, der Kaffee kocht“.
Das Mädchen im Rock schweigt betreten, die anderen lachen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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35 Antworten zu „Deckel hoch, der Kaffee kocht“

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Das dürfte aber schon 20 Jahre her sein, oder?

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    • Auch wenn sich die Pausenhofspiele inzwischen vielleicht geändert haben, sind solche Übergriffigkeiten dennoch aktuell.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Ich hab meine Tochter gefragt. Hat sie so oder in anderer Form noch nie mitbekommen. Man würde sich nur gegenseitig „dissen“. Abgesehen davon tragen die Mädels keine Röcke mehr, sagt sie.

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        • Meine Nichte habe ich vor nicht allzu langer Zeit Gummitwist spielen sehen, und zumindest sie trägt schon ab und zu einen Rock.

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        • Wobei meine Frage ja eigentlich ist, wieso Mädchen so etwas wie Rockheben bei anderen überhaupt machen.

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          • blindfoldedwoman schreibt:

            Wieso klauen sie sich die Mützen und werfen damit? Das sind Kinder. Die ärgern sich halt gegenseitig.

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            • Das mit den Mützen findet aber mindestens genauso auch zwischen Jungen und Mädchen statt.

              Rocklupfen machen ausschließlich Mädchen, die dadruch die andere in eine peinliche, demütigende Situation bringen.

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            • blindfoldedwoman schreibt:

              Ist das so? Ich hatte früher eine Bekannte, die hat das auch noch als Erwachsene gemacht. Ich fand das immer prollig. Schon als Kind hab ich bei so Sachen nie mitgemacht.

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            • Erwachsene, die so etwas machen, kenne ich jetzt nicht.
              Ganz zurecht wirkt das nämlich niveaulos und ordinär. Mich hat es als Kind auch schon abgestoßen.

              Dafür haben erwachsene Frauen aber subtilere Methoden, andere so öffentlich bloß zu stellen.

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            • blindfoldedwoman schreibt:

              Ich hab noch nie was auf das Geschwätz der Leute gegeben. Also bekomme ich so etwas erst gar nicht mit.
              Wie ist das bei den Trollen? Sind die nicht meistens weiblich?

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            • Es geht nicht nur um Geschwätz, sondern auch um unerwünschtes Anfassen.

              Zumindest bei mir gab es bisher nur weibliche Trolle.

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            • Das kann ich nur zu einem geringen Teil mit meinen eigenen Erfahrungen in Einklang bringen.

              Grundsätzlich hat die Interaktion von Jungen zu Mädchen doch etwas spielerisches, oder ist eine Vorform sexuellen Interesses – zumindest also ohne bösartige Motivation (auch wenn es durchaus nervig sein kann).

              Dagegen haben solche Aktionen von Mädchen (einzelnen, nicht allen!) gegenüber anderen Mädchen etwas Destruktives an sich. Das ist die Herabsetzung von Körperlichkeit, um nicht zu sagen Abwertung des Weiblichen (was vermutlich überinterpretiert wäre).

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            • only_me schreibt:

              Aus dem Artikel, gleich im ersten Absatz:

              Die Jungen urteilen unisono: Der Wandertag war ziemlich langweilig. Das einzige, was so richtig Spaß gemacht hat, war, die Mädchen einzuseifen. Die Mädchen schreiben übereinstimmend: Das war ein ganz toller Ausflug. Nur daß die Jungen uns mit Schneebällen bewarfen und uns wehgetan haben, war ganz blöd.

              Da macht also der Lehrer eine Veranstaltung, die komplett an den Interessen und Bedürfnissen der Jungs vorbeigeht und ausschließlich die Mädchen adressiert.
              Und dann geht die Empörungstrommel los, wenn die Jungs in ihrem Frust andere Wege finden, die Zeit rum zu kriegen.

              Pädagogik heute

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            • Aus diesem Textschnipsel schließt du, dass der Lehrer von vornherein nur die Interessen der Mädchen im Blickfeld hatte?
              Ich würde ihm schon zugestehen, dass die Veranstaltung unvorhergesehen so aus dem Ruder gelaufen ist.

              Wenn die Jungen älter sind, finden sie bestimmt angenehmere Tätigkeiten, die sie mit Frauen ausüben können.

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            • only_me schreibt:

              „Aus diesem Textschnipsel schließt du, dass der Lehrer von vornherein nur die Interessen der Mädchen im Blickfeld hatte?“

              Ich schließe daraus nicht, dass er das so geplant hat. „Heute werde ich die Jungs mal so richtig langweilen“. Das nicht.

              Aber es steht außer Frage, DASS er die Jungs so richtig gelangweilt hat.

              Wenn das nicht der Plan war, und hinterher auch keine Erkenntnis („Der Ausflug war schlecht geplant“) einsetzt, ist es eigentlich noch viel schlimmer.
              Denn dann bleibt eigentlich nur die Erklärung, dass auch dieser Lehrer Jungs für kaputte Mädchen hält.
              Sie sollten sich benehmen und interessieren wie Mädchen, tun es aber nicht, also sind sie kaputt.

              Wie erklärst du einen Ausflug, der alle Jungs zu Tode langweilt, aber beim Lehrer keine Selbstkritik auslöst?

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            • Wir wissen nicht, ob die Planung dieses Ausflugs auf der Idee des Lehrers beruhte.
              Vielleicht war es der ausdrückliche Wunsch der Klasse gewesen, vielleicht gab es von der Schulleitung die Vorgabe, ..
              Möglicherweise wollte er auch erst einmal ausprobieren, wie der Ausflug ankommt, und wird sich in Zukunft besser überlegen, ein Ziel – im Rahmen der eventuell begrenzten Optionen – zu wählen, das auch Jungen besser anspricht.

              Ausschließen würde ich auch nicht, dass der Textschnipsel hier die Resonanz zu einseitig und tendenziös darstellt, und tatsächlich nicht so eindeutig war.
              Und letztendlich halte ich die Selbstkritikfähigkeit (nicht nur) von Lehrern für begrenzt.

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            • only_me schreibt:

              Alle deine Mutmaßung werden von dem Artikel nicht gerechtfertigt.
              Die Anekdote ist Auftakt eines Artikels, der Jungs als irgendwie scheiße und destruktiv inszeniert, während es Mädchen sind, die irgendwie die Zivilisation retten müssen (unter „Aufbringung ungeheurer Leistungen“).

              Es ist sogar sehr gut möglich, dass die Anekdote so nie statt gefunden hat.

              Wir haben also als Diskussionsgrundlage nur einen Ausflug, der die Jungs unglaublich gelangweilt hat. Und das Fazit dieser Anekdote ist, dass Jungs halt gewalttätig sind. Lernprozesse, Selbstkritik, Experimente kommen in der Erzählung schlichtweg nicht vor. Nur ein über Jungs gebrochener Stab.

              Wenn es nur diese Anekdote wäre, hätte ich vermutlich nichts gesagt. Es ist aber symptomatisch.

              Mit ihrem Bemühen, in den Köpfen der Bevölkerung ein einseitig negatives Männerbild zu verankern, haben radikale Feministinnen nicht nur auf dem Buchmarkt, im Fernsehen sowie in Publikumszeitschriften Erfolg. Auch Lehrerinnen und Erzieherinnen wurden und werden im Rahmen ihrer Ausbildung oft genug feministisch infiltriert. Sie lernen, dass Jungen aggressiv, unsozial und potenziell gefährlich sind und übertragen das Gelernte dann in die tägliche Unterrichtspraxis, wo sie Jungen häufiger tadeln als Mädchen und ihnen schlechtere Noten geben. Sie tragen somit auf ihre Weise mit zu den beträchtlichen Problemen von Jungen in der Schule bei.

              Der Arikel und gerade auch die Anekdote sind gute Belege dafür, dass Manndat hier richtig liegt.

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            • Grundsätzlich stimme ich dir ja zu, auch wenn ich über diese fragwürdige Ausfluggeschichte, die BTW Mädchen als langweilige Mimosen darstellt, nicht weiter spekulieren möchte.

              An dem Zeit-Artikel ließe sich auch noch weit mehr kritisieren.

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            • only_me schreibt:

              „An dem Zeit-Artikel ließe sich auch noch weit mehr kritisieren.“
              Da wiederum stimme ich dir zu.

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            • blindfoldedwoman schreibt:

              Es scheint so, als ob Deine Erfahrungen recht prägend waren und Deine Betrachtungsweise daher subjektiv. Jungs können genau so bösartig sein wie Mädchen. Auch beim Mobbing gibt es keine Unterschiede, außer das Jungs öfter gewalttätig werden.

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            • Prägend eigentlich nicht. Das waren ja nur einzelne Mädchen, die sich so doof benommen haben. Der Typ halt, der später zur Trollin o.ä. wird.

              Mir Jungen hatte ich nur wenig zu tun.
              Sicher werden da auch einzelne bösartig sein, aber das geht normalerweise gegen andere Jungen, nur sehr selten werden sie gegen Mädchen gewalttätig.
              Ausnahmen gibt es.

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            • sevens2 schreibt:

              Wir haben im Sportunterricht vereinzelt Sporthosen runtergezogen. Die von anderen.

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            • Wie unartig, Stephan!
              Und wie alt warst du damals?

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            • sevens2 schreibt:

              Das war kein Massenphänomen, und ich hab‘ mich nicht sonderlich dazu veranlasst gesehen (~2 mal). Die Lösung ist ohnehin einfach: binde deine Hose, dann löst sie sich nicht mehr einfach.
              Das wurde auch kaum als große Bösartigkeit aufgefasst; eher als eine beiläufige Beschäftigung, mit einem amüsanten Touch. Selten vorgekommen. (X – 18; gegen Ende als beiläufiger hat-tip an kindisches Verhalten.)

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            • Das wurde auch kaum als große Bösartigkeit aufgefasst

              Für die Akteure war es sicherlich nur ein vermeintlich harmloser Scherz.
              Aber haben diejenigen, die in Unterhosen dastanden, das genauso aufgefasst?

              Soweit ich es beurteilen kann, haben Jungen da untereinander auch ein lockereres Verhältnis.
              Zudem sind sie im Sportunterricht normalerweise unter sich. Da ist eine Bloßstellung auch nicht so erniedrigend.
              Aber was auf dem Schulhof passiert, kann jeder sehen, der sich dort zufällig aufhält.

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            • sevens2 schreibt:

              Du hast Recht, der weitere Kreis macht einen Unterschied. Wir haben einander ohnehin kurz zuvor in Unterhosen gesehen, in der Umkleide. Und man war in der Tat bedacht darauf, nur die Sport-, und nicht die Unterhosen runterzuziehen. Zudem ist das Sport-Setting an sich schon rauer, die Höflichkeitsregeln anders — als auf dem Pausenhof.

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            • Ja, das ist wohl eher vergleichbar mit dem Schwimmunterricht, bei der die Mädchen unter sich sind.
              Da kam es – selten – vor, dass mal eine das Bikinioberteil von einer anderen hinten schnalzen ließ.
              Ist zwar leicht unangenehm, aber nicht weiter bemerkenswert.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Mädchen sind halt so wie es scheint.

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  3. Molly L. schreibt:

    Bei uns haben das gleichaltrige Jungs oder ältere Mädchen gemacht. Hab gerne Röcke getragen, bis dahin. Irgendwann hatte ich keinen Bock mehr auf die Scheiße und trug in der Schule nur noch Hosen.
    Wer dann allerdings Pech hatte und Zöpfe zum dran ziehen trug, bekam trotzdem noch was ab.

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    • Bei uns gab es das ausschließlich unter etwa gleichaltrigen Mädchen. IIRC höre es so mit 14 oder 15 auf.

      Zöpfe hatte ich auch zeitweise, kann mich aber nicht erinnern, jemals daran gezogen worden zu sein. Auch bei anderen ist mir das nie aufgefallen.

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  4. Pingback: Dreizehnhundertfünfundneunzig | breakpoint

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