Wo sind die missbrauchenden Väter?

Vor wenigen Tagen erreiche mich eine Nachricht:

Hallo Anne,
Mein Name ist $Vorname $Name. Ich führe am Royal Institute of Mental Health Research und der Universität Ottawa ein Forschungsprojekt

Forschung stehe ich grundsätzlich positiv gegenüber.

mit Lesleigh Pullman, Dr. Michael Seto und Dr. Kelly Babchishin durch.

Die Namen sagen mir alle nichts, und ich habe keine Lust zu googeln.

Das Forschungsprojekt untersucht Väter mit Töchtern und wird finanziert vom Forschungsrat für Sozial- und Geisteswissenschaften der kanadischen Regierung. Untersucht werden Zufriedenheit in der Partnerschaft, Erfahrungen als Vater, vergangene Verhaltensweisen und Fragen zu Überzeugungen und Interessen.

Soweit, so gut. Die Fragen kann man stellen. Aber warum nicht auch Müttern mit Töchtern, Vätern mit Söhnen oder Müttern mit Söhnen?

Darüber hinaus werden Meinung und Erfahrungen hinsichtlich sexuellen Verhaltens untersucht (z.B. sexuelle Übergriffe).

Meine inneren Alarmglocken gingen los.

Um dies zu untersuchen haben wir eine Online-Umfrage erstellt und suchen Väter von Töchtern, die an dieser teilnehmen möchten. Wir würden uns sehr freuen, wenn du diese Studie unterstützt und den Umfragelink auf deinem Blog postest. Die Ankündigung habe ich angehängt.

Ich fand weder einen Umfragelink noch einen Anhang.

Die Umfrage ist anonym. Wir speichern keine IP-Adressen, sodass wir keinen Teilnehmer identifizieren können. Des Weiteren fragen wir weitere Blogs und Webseiten an, diese Umfrage zu verbreiten. So wird es uns nicht möglich sein zu sehen, welche Teilnehmer über deinen Blog zur Umfrage gekommen sind.

Das kann man glauben, oder auch nicht. Es schadet bestimmt nicht, Umfragen generell über Tor oder sonst einen Anonymisierungsdienst laufen zu lassen.

Teilnehmende Väter haben die Möglichkeit, einen von 20 50€-Geschenkgutscheinen für Amazon zu gewinnen.

Naja, wer das will.

Für Fragen zum Forschungsprojekt stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.
[..]

Da kein Link in der Nachricht vorhanden war, schrieb ich am Samstag früh zurück und fragte nach diesem, sowie nach den Zielen der Umfrage.
Bislang noch keine Antwort, aber es ist ja das Wochenende.

Inzwischen wurde der Umfragelink auf Genderama veröffentlicht.
Um einen Eindruck von der Umfrage zu bekommen, beantwortete ich die Fragen, indem ich Dummy-Antworten gab. Es waren auch einige Kontrollfragen eingestreut, um zufällige Antworten auszuschließen. Ich schickte meine Antworten nicht endgültig ab.

Was soll ich sagen? Meine Alarmglocken hatten zurecht angeschlagen.
In der Umfrage geht es nur darum, Ergebnisse zu bekommen, die auf gewalttätiges, missbräuchliches oder pädophiles Verhalten schließen lassen. Es wird ausführlichst gefragt, ob der Teilnehmer bereits straffällig wurde, oder gegenüber seinen Geschwistern sexuell angezogen war, und dgl. mehr.
Eine tatsächlich seriöse, ergebnisoffene, um Objektivität und Wissenschaftlichkeit bemühte Studie hätte auch unverfängliche Fragen gestellt, z.B. ob der Vater seine Kinder von der Schule abholt, mit ihnen einkauft, oder ihnen bei den Hausaufgaben hilft.
So bekommt man den Eindruck, als ob auch eigentlich harmlose Fragen (z.B. nach dem Baden der Kinder oder Hilfe beim Anziehen) nur darauf abzielen, den Vätern unangemessenes Verhalten zu unterstellen.

Als ich mit den Fragen durch war, war mir fast ein wenig schlecht. Dabei bin ich nun wirklich nicht empfindlich.

Ich bin selbst Tochter. Mein Mann hat zwei Töchter. Ich kenne IRL etliche fürsorgliche, liebevolle Väter. Die haben alle solche Unterstellungen nicht verdient.
Wie leicht es ist, von ungerechtfertigten Verdächtigung und Anschuldigungen betroffen zu sein, musste erst letztes Jahr z.B. mein Neffe erleben, als er mit meiner Stiefenkelin auf dem Spielplatz war.
Die allermeisten Väter gehen mit ihren Kindern freundlich um, und sind um deren Wohlergehen bemüht. Im derzeitigen gesellschaftlichen Klima müssen sie aber bereits mit Misstrauen rechnen, wenn sie – in aller Unschuld und nur mit den besten Absichten – ihre kleinen Kinder baden oder die Windel wechseln. Die Zeit unbeschwerten Familienlebens ist vorbei.

Meines Erachtens ist diese Umfrage voreingenommen, und versucht Ergebnisse zu provozieren, die Väter in ein schlechtes Licht stellen. Wenn nur wenige den Fragebogen letztendlich abschicken, wird man dies ebenso interpretieren.

Nach all den Warnungen poste ich jetzt trotzdem den Umfragelink, damit sich jeder Interessierte selbst ein Bild machen kann.

[Nachtrag 14. Februar 2018:
Mittlerweile erreichte mich doch noch eine Antwort:

Hier ist der Link http://ifpresearch.rohcg.on.ca/FatherSurveyGerman.aspx?W=4

Im Anhang ist der Ankündigungstext für die Umfrage.

Sexueller Missbrauch ist leider keine Seltenheit in unserer Gesellschaft. Fünfzehn Prozent aller Frauen werden Opfer sexuellen Missbrauchs vor Ihrem 18. Lebensjahr. Die Opfer leiden meist ein Leben lang unter diesen Erfahrungen. Ein Grossteil dieser Missbrauchsfälle wird durch Täter aus dem engeren familiären Umfeld begangen.

Der Zweck dieser Studie liegt darin, besser zu verstehen, warum manche Männer Inzest begehen. Wir versuchen herauszufinden, ob Väter, die sexuellen Kontakt mit eigenen Kindern hatten, hinsichtlich verschiedener Faktoren anders sind als Väter, die niemals solchen Kontakt hatten. Mögliche Erklärungen von Inzest herauszufinden kann uns helfen, die dahinterliegenden Motivationen für diese Verhaltensweisen zu verstehen, und letztendlich, wie sie durch Feststellung und Behandlung reduziert werden können. Wir erhoffen mit unserer Forschung Strategien zu entwickeln, um weitere dieser Übergriffe zu verhindern.

Da unter deinen Lesern bestimmt auch einige Väter sind, wir würden uns sehr freuen, wenn du diese Umfrage unterstützt.

Der Anhang war ein Word-Dokument mit folgendem Wortlaut:

Umfrage-Ankündigung
Väter Studie
Voraussetzungen:

  • Männliche Teilnehmer,
  • Die Deutsch sprechen, lesen und verstehen,
  • 18 Jahre alt oder älter sind
  • Väter mindestens einer Tochter (d.h. biologische Tochter, Stieftochter, Ziehtochter oder
  • Adoptivtochter) sind.

Die Forscher des Royal Institute of Mental Health Research und der Universität Ottawa sind an Ihrer Meinung interessiert! Wir führen eine Umfrage durch und bitten Sie um Ihre Meinung und Erfahrungen bezüglich mehrerer Verhaltensweisen. Die Untersuchungen beinhalten Fragen über Ihre Zufriedenheit in der Partnerschaft, Ihre Erfahrungen als Vater, vergangene Verhaltensweisen und Fragen zu Ihren Überzeugungen und Interessen. Darüber hinaus werden Sie gebeten, Angaben zur Ihrer Meinung und Ihren Erfahrungen hinsichtlich sexuellen Verhaltens zu machen (z.B. sexuelle Übergriffe). Ihre Angaben in dieser Umfrage werden vollständig anonymisiert.

Um Ihnen für Ihre Teilnahme zu danken, können Sie einen von 20 50€-Geschenkgutscheinen für Amazon gewinnen.

Mögliche negative Konsequenzen einer Teilnahme: Sie könnten Angst, emotionale Belastung oder Verlegenheit aufgrund der der Untersuchung zugrundeliegenden sensiblen Themenbereiche empfinden.

Um teilzunehmen oder mehr Informationen zu erhalten, klicken Sie bitte auf den folgenden Link:

http://ifpresearch.rohcg.on.ca/FatherSurveyGerman.aspx?W=4

Diese Studie wurde von der Ethikkommission der Royal Ottawa Health Care Group genehmigt (Referenznummer 2015016).

]

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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33 Antworten zu Wo sind die missbrauchenden Väter?

  1. luisman schreibt:

    Hat dies auf Nicht-Linke Blogs rebloggt.

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  2. Fiete schreibt:

    Bei Anfragen aus Ottawa ( so das denn stimmt ) wäre ich schon mal per se, sehr vorsichtig. Krawallartige „Protheste“ gegen vermeintliche „Männerrechtler“ scheinen dort an der Uni ziemlich alltäglich zu sein. Dazu das Lockangebot mit einen Amazon-Gutschein und die strickte Zusage der überkonsequenten Anonymisierung.
    Das lockt Fakes massiv an.

    Natürlich habe ich den Link zu dieser Umfrage angeklickt und ein Lesezeichen angelegt und werde da mal ein wenig hinterhergooglen. Was mir auffällt am Einleitungstext ist, daß es keinerlei Hinweis auf konkrete Forschungsziele gibt.
    Das scheint mir bestenfalls das Niveau von Umfragen zu sein, wie sie immer mal von „FUNK“, Bento o. ZE.TT im Netz o.ä. auftauchen.
    Ergo: Mit hoher Wahrscheinlichkeit „ergebnisorientierte Zielforschung“ aka manipulativer Mist.

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  3. uepsilonniks schreibt:

    Wieder eine Empathin, der es am Allerwertesten vorbeigeht, wenn Mütter ihre Kinder vergewaltigen. Gibt es auch nur einen einzigen rationalen Grunde, warum man nicht direkt nach Eltern fragt, die u.U. missbraucht haben? Warum der Fokus allein auf Väter?

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  4. upsalla schreibt:

    guck mal bitte in den Spam, da müsste ein Kommentar von hängengeblieben sein, danke!

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  5. Ralf schreibt:

    Um was es geht, kann man gleich auf der ersten Seite nachlesen:
    „Wir führen derzeit eine Studie durch, die das Verständnis von Sexualstraftaten verbessern soll.“
    Wobei unter Sexualstraftaten wohl ausschließlich Vater = Täter, Opfer = Tochter angedacht ist.

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  6. Plietsche Jung schreibt:

    Einfach ignorieren.
    Ich halte derzeit keine Umfrage weder für dieses Thema noch für +me, too für annähernd seriös.

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  7. breezeless2014 schreibt:

    Diese „Studie“ ist nichts als der billige Versuch Männer zu Tätern zu machen. Die Umfrage wird sofort beendet wenn man keine weiblichen Kinder angeben kann will man keine hat. Somit werden die Antworten in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt um das von den Machern der „Studie“ gewünschte Ergebniss zu erhalten. Und sowas wird von der Ethik-Kommission abgenickt??? Unfassbar!

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  8. Gerhard schreibt:

    Danke für die Warnung! Ich finde solch eine Umfrage jetzt nicht für per se unseriös nur weil nach Missbrauchern gesucht wird. Auch nicht unbedingt weil Mütter ausgeklammert werden, denn Mütter und Väter sind ja unterschiedlich. Natürlich ist es bedrückend, wenn hier eine Seite nicht beachtet wird, denn schlußendlich wird hier eine Chance vertan, Kinder zu schützen aber das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, nicht das von irgendeiner Uniwissenschaftlerin.

    Aber es ist doch sehr unseriös und ich kann mich Deiner Warnung nur anschließen: Beim Start geht es darum (wie von Dir bereits zitiert):

    „Untersucht werden Zufriedenheit in der Partnerschaft, Erfahrungen als Vater, vergangene Verhaltensweisen und Fragen zu Überzeugungen und Interessen.“

    Stimmt man den Bedingungen nicht zu und klickt auf Weiter (was natürlich eigentlich Schwachsinn ist, denn man macht normalerweise das Fenster einfach zu) kommt das:

    „Der Zweck dieser Studie liegt darin, besser zu verstehen, warum manche Männer Inzest begehen. Wir versuchen herauszufinden, ob Väter, die sexuellen Kontakt mit eigenen Kindern hatten, hinsichtlich verschiedener Faktoren anders sind als Väter, die niemals solchen Kontakt hatten.“

    Ich halte den Etikettenschwindel für bösartig.

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    • Das Anschreiben erweckte einen ganz anderen Eindruck als das tatsächliche Ziel der Studie.
      Es fällt mir schwer, da keine bewusste Täuschungsabsicht zu sehen.

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    • Jonas schreibt:

      warum Etikettenschwindel? hätten sie gleich von Anfang an rausposaunen sollen, worum genau es geht? das hätte eventuell die Ergebnisse verfälscht! Also haben sie nur angedeutet, dass es auch um sexuellen Missbrauch etc. geht. Ich finde diese Vorgehensweise legitim und wissenschaftlich vertretbar

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      • Ja, das hätten sie.
        So wird sich jeder ernsthafte Teilnehmer – zurecht – als instrumentalisiert oder hinters Licht geführt vorkommen.

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      • Martin H. schreibt:

        Jonas, deine Aussagen halte ich alle für sachlich gerechtfertigt, komme aber für mich zu einer anderen (Risiko-) Beurteilung. Die Vorgehensweise der Wissenschaftler mag legitim und wissenschaftlich vertretbar sein, ich halte sie trotzdem für bedenklich.

        Die Datenverwerter sind für mich letztlich nicht identifizierte Personen; der um Auskunft Gebetene hat nur das Wort, er werde nicht identifiziert; der verantwortungsvolle Umgang mit den Daten ist ungewiss; sowohl der Auskunftgebende als auch die Bloggerin trägt das Risiko diffamiert zu werden.

        Das Risikopotential und der Nutzen sind ungleich verteilt. Auch die Vorauswahl lässt die Vermutung zu, hier könne gezielt die Möglichkeit gesucht werden, Aussagen bezogen auf die Gruppe von Maskulisten zu treffen. Für mich klingt das wie ein Honeypot.

        In dem Klima der medialen Vorverurteilung und nach den einseitigen Studien mit politischer Agenda gibt es von mir daher keinen Vertrauensvorschuss. Täuschung ist für mich kein vertrauensbildender Faktor. Wer Verantwortung für eine Familie trägt, sollte sich m.E. nicht unnötig von dem Goodwill Fremder abhängig machen.

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  9. Jonas schreibt:

    hab mich auch mal probehalber durch die fragen geklickt und kann deine kritik nicht ganz nachvollziehen.

    „Aber warum nicht auch Müttern mit Töchtern, Vätern mit Söhnen oder Müttern mit Söhnen?“

    ich denke mal weil es eben nur um vater-tochter beziehungen geht. warum auch nicht?

    „In der Umfrage geht es nur darum, Ergebnisse zu bekommen, die auf gewalttätiges, missbräuchliches oder pädophiles Verhalten schließen lassen. Es wird ausführlichst gefragt, ob der Teilnehmer bereits straffällig wurde, oder gegenüber seinen Geschwistern sexuell angezogen war, und dgl. mehr.“

    ja in erster linie geht es der Umfrage darum, herauszufinden, wie weit verbreitet Sex zwischen Vätern und Töchtern ist und welchen statistischen Zusammenhang es mit anderweitigen sexuellen und familiären Beziehungen und Gewalt gibt und dergleichen. aber was ist so schlecht an diesem Fokus?

    „Eine tatsächlich seriöse, ergebnisoffene, um Objektivität und Wissenschaftlichkeit bemühte Studie hätte auch unverfängliche Fragen gestellt, z.B. ob der Vater seine Kinder von der Schule abholt, mit ihnen einkauft, oder ihnen bei den Hausaufgaben hilft.“

    Unverfängliche Fragen wurden da sehr viele gestellt. Aber in der Tat sind die Fragen zu den Familienverhältnissen seltsam lückenhaft und wirken eher willkürlich.

    „So bekommt man den Eindruck, als ob auch eigentlich harmlose Fragen (z.B. nach dem Baden der Kinder oder Hilfe beim Anziehen) nur darauf abzielen, den Vätern unangemessenes Verhalten zu unterstellen.“

    den eindruck hatte ich nicht. diese fragen sollten nur messen, wie intensiv sich der vater um das Kind gekümmert hat; so wie wie viele weitere Fragen auch.

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    • Was mich an der Angelegenheit missfällt, ist diese Diskrepanz zwischen Anschreiben („Untersucht werden Zufriedenheit in der Partnerschaft, Erfahrungen als Vater, vergangene Verhaltensweisen und Fragen zu Überzeugungen und Interessen“) und den tatsächlichen Zielen der Studie.
      Wenn der Zweck der Studie ist, Ursachenforschung von Kindesmissbrauch zu betreiben, warum schreibt man das nicht ganz eindeutig, statt dies en passant so („Darüber hinaus werden Meinung und Erfahrungen hinsichtlich sexuellen Verhaltens untersucht (z.B. sexuelle Übergriffe)“) zu verschleiern?
      Von einer wissenschaftlichen, redlichen Studie erwarte ich u.a. Transparenz und wahrheitsgemäße Darstellung. Wenn dies schon nicht gegeben ist, traue ich dem Rest auch nicht mehr.

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  10. Fiete schreibt:

    Ich bleibe dabei, das Ding riecht reichlich verdächtig!
    Zumal ich diese „Studie“ auf der Seite des IMHR auch nirgendwo erwähnt finde.
    Auch passt der Link nicht zur Adresse des IMHR.
    Hier die Unterseite „Studien“:
    http://www.theroyal.ca/research/clinical-studies/
    Auf der man unten den Link zum PDF mit den aktuellen aktiven Studien findet, welches seit Okt. 17 keinen neuen Eintrag hat:
    http://www.theroyal.ca/wp-content/uploads/2017/11/Actively-recruiting-Royal-studies-FINAL-October-2017.pdf
    Alle vorhandenen Einträge verweisen auf „theroyal“. Keiner auf „ifpresearch.rohcg.on.ca“.
    Die dortige Seite „Checkbox“ ist ein kommerzielles Angebot und offenbar frei für jeden verfügbar. Unter den Geschäftspartnern findet sich das IMHR nicht. Auch auf der verlinkten Umfrage ist noch nicht mal ein Logo, oder überhaupt irgendetwas zur Identifikation der Umfragenden zu finden. Lediglich ein anonymes Anmeldeformular.

    @ Anne: Kannst Du mal nachhaken, wer diese Person überhaupt ist, welche da behauptet, am IMHR ein „Projekt“ zu „führen“?
    Google wirft das hier aus:
    https://www.google.de/search?q=Julia+Albrecht++Lesleigh+Pullman++Dr.+Michael+Seto++Dr.+Kelly+Babchishin&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&dcr=0&ei=fBmBWuSyGcnSsAfUvozYAw

    Alle vier waren letztes Jahr auf einem Congress in Kansas, eine direkte Verbindung von J. Albrecht zu den anderen dreien ist nicht erkennbar.
    Die erforschen innerfamiliäre sexuelle Gewalt und zwar ganz konkret auf Fälle/Täter bezogen.
    Was bringt die Frau Albrecht dazu, ausgerechnet bei Leuten, die sich u.a. mit Gleichberechtigung, männer-/väterrechtlichen Thematiken u.s.w. bloggenderweise befassen, anzufragen, ob sie ihre seltsame Umfrage mal eben an „irgendwelche Sexualstraftäter“ weitergeben können? Die dafür dann mit 50$-Coupons belohnt werden?
    Und warum sollte das Forschertrio irgendeine Hilfskraft mit so einer merkwürdigen Umfrage beauftragen?
    Handhabt man sowas heutzutage in der akademischen/klinischen Forschung so?

    Normalerweise forschen solche Leute logischerweise im Metabereich, was sich beim Querlesen unter den gefundenen Links auf die drei oben genannten ( Pullman, Seto, Babschishin ) eben auch explizit bestätigt hat. Da werden dann locker an die 80 Datensätze mit 5000 – 10000 Einzelfällen durchforstet ( vermutlich aus Kliniken o. Therapiepraxen o.ä. ).

    Ich oller Bildungsferner mag ja blöd sein, aber einer der hier mitlesenden Akademiker sollte dann doch wohl in der Lage sein, diese Diskrepanzen zu erklären, hmm?

    Und wieso befragen die speziell deutsche Väter?
    Und wieso in der bizarren Kombination:
    „Untersucht werden Zufriedenheit in der Partnerschaft, Erfahrungen als Vater, vergangene Verhaltensweisen und Fragen zu Überzeugungen und Interessen.

    Darüber hinaus werden Meinung und Erfahrungen hinsichtlich sexuellen Verhaltens untersucht (z.B. sexuelle Übergriffe).“?

    Bei einem derart sensiblen „Nebenthema“ wie sexuelle Übergriffe ( nur gegen Töchter, in einer Partnerschaftszufriedenheitsumfrage ), sollte man doch wohl erwarten können, daß das Ding nicht als Blitzumfrage wie bei Stiftung Vasentest gestaltet ist, sondern zumindest als herunterladbares PDF und, daß die E-Mail-Adresse der Rücksendung verfiziert wird, oder?
    Bei den sonstigen Studien des IMHR steht in der allg. Info ( PDF ) schon ganz klar worum es geht. Und es tauchen in der Liste überhaupt keine Internetumfragen auf, da es offenbar ein klinisches Forschungsinstitut ist.

    Das passt m.E alles vorn und hinten nicht ….
    Ist das ’ne neue Spielart von Gender Studies?
    Soll da am Ende rauskommen: „Väter sind Täter und vergewaltigen ihre Töchter, weil sie mit der Mutter nicht mehr zufrieden sind, finden das aber gar nicht so schlimm, weil sie gute Erfahrungen damit gemacht haben“?

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    • Bei soziologischen Studien gelten wohl andere Standards, Gepflogenheiten und Vorgehensweisen als in den Naturwissenschaften.
      Inwieweit solche Kooperationen dort üblich sind, kann ich nicht beurteilen.

      Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus bleibt nur ein mehr als saurer Nachgeschmack.

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    • GOI schreibt:

      Ich schließe mich Fietes Meinung an: die Sache stinkt zum Himmel!
      Über die oben verlinkte Google-Suche kommt bei mir auch der blog von Wollepelz. Mit Anne und Arne Hoffmann sind das jetzt schon drei „böse Antifeministen“, die gezielt angeschrieben (oder angebottet?) wurden.
      Wäre interessant, sich mal in der feminismuskritischen Szene umzuhören, ob es da noch mehr Anfragen gibt. Ebenso in der feministischen Blogosphäre (wie auch immer das gehen soll)…
      Der paranoide Nerd in mir wittert folgendes Ziel: einen Beweis finden, dass die pöse Masku-Szene mit vergewaltigenden Vätern „verkehrt“…

      Gefällt 2 Personen

      • Ganz so weit würde ich nicht gehen.
        Sie hat wohl einfach ein paar Blogger angeschrieben, die sich mit männerrechtlichen Themen befassen, weil der Link dann die Zielgruppe besser erreicht, als z.B. bei Reisebloggern oder Produkttestern.

        Es würde mich aber dennoch interessieren, wer sonst noch von ihr angeschrieben wurde.

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  11. Daniel schreibt:

    Hmmm, welche Aussagen möchte man aus einer solchen Umfrage ziehen? Bei einer Verbreitung über das Internet wird es aufgrund der selektiven Verbreitung und der Selbstselektion schwer zu generalisieren sein. Es wäre vermutlich hilfreicher, eine solche Umfrage in eine allgemeine Umfrage unterzubringen, und dort eben nur als Teil, nicht als Hauptfokus.

    Mag sich lohnen einen Termin in 6-12 Monaten in den Kalender zu setzen, um mal nachzuschauen, was dazu veröffentlicht wurde — und wie die Ergebnisse bereinigt, ausgewertet und interpretiert wurden.

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    • Eine Online-Umfrage, bei der sich beteiligen kann, wer mag, und bei der sich auch die angegebenen Daten (z.B. Alter) nicht überprüfen lassen, ist schon mal von vornherein nicht repräsentativ.

      Veröffentlicht werden Studienergebnisse oft nur dann, wenn sie das erwünschte Ergebnis erbracht haben.

      Gefällt 2 Personen

  12. rano64 schreibt:

    Vermutung meinerseits: Selbst wenn es sich um eine seriöse Erhebung unter Einhaltung anerkannter wissenschaftlicher Standards handeln sollte (was ich nicht glaube), besteht eine erhebliche Gefahr, aufgrund unterschiedlicher kultureller Ansichten als pädophiler Straftäter in die Ecke gestellt zu werden. Ohne je in Nordamerika gelebt zu haben, habe ich trotzdem den Eindruck, dass sich dort die Grenzen für akzeptables Verhalten (z.B. Nacktheit im privaten Raum) massiv von den unsrigen unterscheiden.

    Ich habe zwar eine Tochter und mir nie etwas zuschulden kommen lassen, aber ich werde mich hüten, an so etwas teilzunehmen. Alleine schon wegen dem Bias Vater = (potentieller) Täter, Tochter = (potentielles Opfer)

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  13. gripseljagd schreibt:

    Unabhängig davon warum und wofür usw. glaube ich nicht, dass es von Tätern ehrliche Antworten gibt bzw. , dass die freiwilligen Teilnehmer repräsentativ selbst für diesen selektiven Ansatz sind. Eine Studie selektiv unter Tätern kann für die Ursachenforschung natürlich interessant sein. Ich traue der Zielsetzung und den Durchführenden auch nicht. Ich bemängel regelmäßig wenn Männer als Täter und Frauen als Opfer auf Flyern dargestellt werden und selektiv Notrufnummern nur für Frauen angeboten werden. Das halte ich für unnötig und ein geschlechtsneutrales Hilfeangebot für möglich und geboten.
    Trotzdem spricht nicht wirklich etwas dagegen, entsprechend den Fallzahlen geschlechtsselektiv nach Ursachen zu suchen und sich dabei auf die Gruppe zu konzentrieren die am häufigsten Täter sind. Solange diese Taten als individuelle Taten betrachtet werden und es keine kollektive Vorverurteilung gibt.
    Es muss gelingen die Opfer zu schützen. Da bedarf es eben auch Fragen zu klären die dabei helfen können. Wenn diese Fragen seriös gestellt und ausgewertet werden spricht auch nichts dagegen diese zu stellen ohne einen Generalverdacht auszulösen.

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  14. Mon schreibt:

    Jedenfalls ist es kein fake: https://twitter.com/MCSeto/status/964508514344464385

    Die Studie gibt es auch auf Englisch.

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