Rechte: 14. Renten- und Riesterversicherung

Die Liste mit den unterschiedlichen Rechten von Männern und Frauen wird als lose Folge von einzelnen Einträgen für jeden Punkt fortgeführt. Die Reihenfolge bedeutet keine Priorisierung oder Gewichtung, sondern ergibt sich aus der ursprünglich eher zufälligen Reihenfolge, wie ich sie in der Liste aufgeführt habe.
Da ich mich selbst nicht mit jedem Thema auskenne, werde ich mich nicht unbedingt an der Diskussion beteiligen.


14. Renten- und Riesterversicherung

Bei den gesetzlichen Vorgaben für die Altersversorgung werden Männer und Frauen teilweise unterschiedlich behandelt, soweit es um die gemeinsamen Kinder geht.

Der Default ist, dass Rentenzeiten für die Kindererziehung auf die Mutter angerechnet werden.

Erziehen Mutter und Vater das Kind gemeinsam, erhält grundsätzlich die Mutter die Zeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, müssen die Eltern eine gemeinsame Erklärung bei der Rentenversicherung abgeben.

Diese gemeinsame Erklärung muss von der Mutter unterschrieben, um dem Vater zugute zu kommen.

Nach §85 des Einkommenssteuergesetzes gilt dies in ähnlicher Form auch für die Kinderzulage der Riesterversicherung.

Bei Eltern, die miteinander verheiratet sind, nicht dauernd getrennt leben (§ 26 Absatz 1) und ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Staat haben, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen) anwendbar ist, wird die Kinderzulage der Mutter zugeordnet, auf Antrag beider Eltern dem Vater.


Im Zusammenhang mit der Rentenversicherung soll der Renten Gap nicht unerwähnt bleiben.
Männer zahlen etwa 60% (hab‘ ich kürzlich irgendwo gelesen, habe aber leider keine Quelle) in die gesetzliche Rentenversicherung ein, erhalten aber aufgrund der geringeren Lebenserwartung deutlich weniger Rente ausbezahlt als Frauen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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12 Antworten zu Rechte: 14. Renten- und Riesterversicherung

  1. Irenicus schreibt:

    Da Frauen im Schnitt 45 Prozent weniger rente bekommen *, heißt das im Umkehrschluss, dass sie auch 45 Prozent weniger eingezahlt haben. => Männer zahlten ca. 65 Prozent der Rente.
    Wobei leider nicht ersichtlich ist, wo die eigentliche Quelle ist. Und ob zum Beispiel Witwenrente etc. mit einfließt. Außerdem bezieht sich das halt auf Leute die jetzt in Rente sind. Das heißt leute die bereits vor 40 und mehr Jahren eingezahlt haben. => nicht sehr aussagekrätig

    Da der „offizielle“ Gender-Pay-Gap bei 23 Prozent liegt, wird wohl auch der Renteneinzahlungs-Gap ähnlich liegen. sprich im Schnitt zahlen Männer derzeit wohl ca. 56,5% und Frauen 44,5 % ein.

    Das der Mann die Einwilligung der Mutter braucht ist heftig, vor allem wenn der Vater das alleinige Umgangsrecht hat und die Hauptlast der Erziehungszeit trägt.. Ob es in diesem Fall aber wirklich so ist, weiß ich nicht.
    Egal wie, es ist eine komische Regelung. Warum nciht einfach beiden Elternteilen einen Anteil geben, wenn man schon Anreize für mehr Kinder schaffen will.

    * http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-03/grafik-vergleich-rentengefaelle-maenner-frauen

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    • Aus dem GPG folgt zwingend auch ein Renten-Gap, wobei Frauen zusätzlich durch Kindererziehungszeiten profitieren, die von der Gemeinschaft der Versicherten (also überwiegend Männer) mitfinanziert werden müssen.

      Die Renten-/Riesterversicherung geht defaultmäßig davon aus, dass die Mutter die Erziehungsarbeit (allein) leistet.
      Sinnvoller wäre sicher Halbe-Halbe als Default, und auf Antrag beider Eltern kann dies auch (zeitweise oder permanent) einem Elternteil zugeordnet werden – wobei man aber die bürokratischen Hürden nicht allzu hoch ansetzen sollte.

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  2. Irenicus schreibt:

    Korrektur:
    „sprich im Schnitt zahlen Männer derzeit wohl ca. 56,5% und Frauen 44,5 % ein. “

    muss natürlich 56,5 und 43,5 sein.

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  3. Pingback: Rechte: 18. Schutz und Fürsorge | ☨auschfrei

  4. Molly schreibt:

    Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich Folgendes beisteuern:
    Situation: Mein Mann arbeitet Vollzeit, ich bin Hausfrau.
    Wir schlossen eine Riesterrente ab, bei der mein Mann einen bestimmten Prozentsatz seines Gehalts bezahlt, ich dagegen als „nur“ Hausfrau einen Mindestbetrag von 5 Euro/Monat.
    Wir beschlossen daher, dass das Kind bzw. später die Kinder auf mich laufen werden. Einfach, weil es uns vom Gefühl her stimmig war. HAben wir auch beide so unterschrieben.
    Ende vom Lied?
    Ich bekam jahrelang (!) immer schön-feini Post zum Jahresanfang, die Kinderzuschläge von Vatermutter Staat brav aufgelistet. Meine 60 Euro im Jahr sind natürlich lächerlich, aber die Kinderzuschläge … das ist eine feini Sache!
    Dann: Bööööser Brief! Auf einmal hieß es in der Aufstellung, mir wür für das Jahr XY der Kinderzuschlag rückwirkend wieder weggenommen werden!
    Ich fragte nach und es kam heraus: Ich hätte – als Mutter (!) – Erziehungszeit anmelden müssen!
    Gut, ich gebe es zu: Da kam mal so ein Schrieb. Ich solle bitteschön unter Link Schlagmichtot Erziehungszeit anmelden. Jetzt bin ich aber naiv und dachte 1., dass ich das nicht extra machen bräcuhte, wenn ich das schon dem Finanzamt gesagt habe, der Agentur für Arbeit und der Frau Wiesner beim Metzger.
    2. dachte ich, wenn ich Elterngeld bekomme, also das beantragt und bewilligt bekommen habe und alles, dass das dann „offiziell“ ist; schließlich beißen sich Erwerbstätigkeit und Elterngeld zumeist oder prozentualisieren einenander im negativen Sinne.
    Und 3. hat besagter Schrieb in keinster (!) Weiser durchblicken lassen, dass die Anmeldung der Erziehungszeit a) etwas WICHTIGES ist oder sich b) auf die Riester-Rente und deren Kinderzuschläge von Vatermutterstaat auswirken kann.
    Denn die Sache ist wohl so: Anspruch auf einen Kinderzuschlag zur Riesterrente hat nur entweder derjenige Elternteil, der einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht ODER eben besagte Erziehungszeit angemeldet hat.
    Oder anders gesagt: Hätten wir das von Anfan ganz so gemacht, dass die Kinderzuschläge auf Herrn L. laufen, hätten wir kein Problem gehabt.
    Unser „Ende vom Lied“ sieht folgendermaßen aus:
    Wir bekamen einen hübschen Brief von der Rentenanstalt mit der Auffoderung, dass ich doch bitteschön 7 (!) angebliche Lücken in meinem Lebensaluf inklusive Nachweisen erklären soll. Darunter übrigens auch Zeiten, zu denen ich noch Gymnasialschülerin war – einfach nur lächerlich!
    Zu meinem eigentlichen Anliegen – Anmeldung der Erziehungszeit – wurde nichts gesagt.
    Der R-Rentenabieter dagegen teilte uns ganz offen mit, dass eine Änderung der Kinderzuschläge auf Hern L. rückwirkend nur bis dann und dann geschenen könnten (= das Geld wäre weg) und eine Untersuchung des Sachverhaltes (= die Erziehungszeit wurde von mir angemeldet) 2 (!!!!!!) Jahre in Anspruch nehmen wird.
    ????
    Ja, ich gebe zu: Ich habe das mit der Erziehungszeitanmeldung erstmal verschludert. Wusste ich nicht beim ersten Kind, auch nicht beim zweiten. Beim dritten Kind dann, nachdem wir schon seit Jahren (!) Riester-Rente haben (Was übrigens auch dem Finanzamt bekannt ist inkl. aller Daten, denn die werden weitergeleitet, ob man will oder nicht, aber erwarte doch bitteschön niemand, dass man ein Kind anrechnen lassen kann, wenn man die Anlage N einmal vergessen hat, das ist ja was ganz anderes und hat mit gesundem Menschenverstand nichts mehr zu tun!) kam besagter Brief.
    Den habe ich nicht so ernst genommen, ehrlich, ich dachte eher, die wollen das aus statistischen Datenerhebungsgründen haben oder weiß der Geier, was.
    Ich finde es eine Frechheit, dass ich als leiblicher Elternteil, der zudem jedes Jahr (!) dem Finanzamt ausführlichst über Herrn L.s und meine Einkünfte Auskunft geben MUSS, um die Kindergartenbeiträge zu berechnen, leer ausgehe, wenn ich vergesse, mir hochoffiziell ein ominöses Formblatt auszudrucken und auszufüllen und es amtlich zu machen, dass ICH unsere Kinder erziehe.
    Für mich mal wieder eines der typischen Beispiele, bei denen Ämter ganz bewusst den Mann-Frau-Konflikt schüren, erst entstehen lassen oder ausnützen.
    Ich denke doch – zumindest in meinem Bekanntenkreis ist das so – dass es heutzutage oft so ist, dass die Hausfrau im Falle einer Riesterrente diesen „Hausfrauentarif“ nimmt und dass dann die Kinderzuschläge auf sie laufen. Das machen die sich zunutze, diese ****** *********** ********, ehrlich, da habe ich keine Worte mehr für!

    Nein, das sehe ich NICHT als Diskrimimierung der Frau an! Aber es zeigt mir einmal mehr, dass Unstimigkeit in den eigenen Reihen immer denen schadet, die sich nicht zu gut sind, mit fiesen Mitteln Profit zu machen.

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    • Molly schreibt:

      PS: Sorry für den langen Kommentar – merkt man, dass die mich nerven? 😀

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    • Ui, Molly, über das Bürokratiemonster Riesterrente habe ich auch schon einiges gehört, das ich jetzt aber nicht im Einzelnen wiedergeben kann.
      Meine Schwester etwa hatte ebenfalls Probleme damit. Ich weiß nicht, ob die inzwischen bereinigt sind.

      Dass Finanzamt, Rentenversicherung und andere Behörden nicht so eng miteinander zusammenarbeiten, und Daten austauschen, halte ich allerdings für gut.
      Ich möchte kein gläserner Bürger sein, bei dem sämtliche öffentlichen Institutionen meine vollständigen Daten einsehen können, hin- und herjonglieren, miteinander abgleichen, und daraus Schlüsse zihen, ohne dass ich es kontrollieren kann.

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      • Molly schreibt:

        Schon richtig. Wunderbarer Weise klappt sowas aber immer, wenn es darum geht, dass ICH Geld abdrücken muss. 😛

        BTW: Ich habe über Deine Kommentare in diesem Blog keine Meldung erhalten. Keine Ahnung, warum. Also falls ich mal nicht antworte: WP ist schuld!

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