Forschung zu Ingenieurinnen in den USA

Die FAZ stellt eine Studie zu Ingenieurstudentinnen in den USA vor.
Es geht im wesentlichen darum, warum so viele Studienanfängerinnen später nicht beruflich als Ingenieurinnen tätig sind.
Inwieweit die Ergebnisse auf Deutschland oder andere Länder übertragbar sind, sei mal dahingestellt.

Mir sind besonders die folgenden Passagen aufgefallen:

Es sind die männlichen Kommilitonen, die die Frauen in den Gruppenprojekten an der Uni diskriminieren und die männlichen Kollegen in Berufspraktika.

Da haben wir also mal wieder den Sündenbock.
Im einzelnen läuft das nämlich so:

Die Frauen landen überdurchschnittlich oft in der Rolle der Teammanagerin.

Das ist natürlich unverzeihlich, dass sie bereits verantwortungsvolle Projektleitungsaufgaben ausführen müssen, die später in der Wirtschaft deutlich höher bezahlt werden, als reine Sachbearbeitung.

Sie haben dadurch das Gefühl, dass sie nicht dieselben technischen Fertigkeiten erlernen wie die Männer.

Das Gefühl, so, so .. was spricht dagegen, auch mal autodidaktisch zu üben?

Sie besorgen nur Material, organisieren Treffen und Präsentationen. Aber sie messen und rechnen nicht so intensiv wie die Männer. Das raubt den Frauen das Zutrauen, dass sie später im Job erfolgreich sein werden.

Das kommt mir vor wie Ausreden und Vorwände.

In den Praktika

Ist es noch schlimmer. Da müssen sie Sekretärinnenarbeit machen.

Das bricht natürlich sämtliche Zacken aus der Krone.

Oder sie werden einfach nicht beachtet.

Schlimm, schlimm. Dagegen hilft Eigeninitiative.

Manchmal gibt es auch sexistische Kommentare.

Das Argument musste natürlich kommen. Offenbar ist es jedoch nicht verbreitet genug, um noch mehr ausgewalzt zu werden.

Viele Frauen sind am Ende des Studiums nicht mehr überzeugt davon, dass sie eine interessante Karriere haben werden. Viele glauben, dass die Arbeit inhaltlich langweilig sei. Nicht relevant genug.

Dies geht IMHO auch vielen Männern so. Nach dem Studium sieht man halt einiges klarer und realistischer.

Als Lösung des Dilemmas wird letztlich vorgeschlagen,

die Studenten selbst ein paar sozialwissenschaftliche Fächer besuchen zu lassen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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16 Antworten zu Forschung zu Ingenieurinnen in den USA

  1. idgie13 schreibt:

    Ich hatte ein Mal im Nachbarteam eine Kollegin aus USA. Das Püppchen war schlichtweg unfähig. Nach einiger Zeit haben Kunden Aufträge an das Nachbarteam nur noch unter der Auflage, dass die Tante nicht dran mitarbeitet, vergeben.

    Und nicht wegen des Geschlechts, sondern schlicht wegen Unfähigkeit.

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  2. elmardiederichs schreibt:

    Nach eigener Erfahrung nach erfolgt die Ausbildung in den USA oft sehr rezeptartig i.S.e. problem-matching und wissen, was in diesem Fall zu tun ist. Das ist umso schlimmer, je weiter man vom Niveau der Ivy-league entfernt ist. Diese Tendenz ist an deutschen Unis sehr viel weniger verbreitet.

    Der Haken daran ist, daß die Ingenieursarbeit weniger ein wissen-daß, sondern vielmehr ein Können erfordert, nämlich die Fähigkeit, mit dem erlernten Wissen zu improvisieren, weil man eben an der Uni nur auf die wenigsten, praktisch vorkommenden Fälle vorbereitet wird.

    Für die vorgestellten Studien ist das natürlich ein wichtiger Punkt, denn das Gesagte bedeutet, daß sich beim Übergang in die praktische Arbeit als Ingenieur gerade diejenigen Fähigkeiten auszahlen, die an der Uni tendentiell NICHT abgerufen und geschult werden.

    Um die Stärke dieses Effektes zu überprüfen, müßte man mal schauen, ob sich Unterschiede ergeben, wenn man nach der Qualität der Ausbildung sortiert. Denn die müßte es geben, wenn ich Recht habe und sie müßten fehlen, wenn ich Unrecht habe.

    Leider werden im Interview keine Quellenngaben gemacht.

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    • Ja, stimmt.
      Es ist ganz wichtig, im Studium Problemlösungskompetenz zu erwerben.
      Das Ingenieurwesen ist ein kreatives Aufgabenfeld. Da reicht es nicht, bereits bekannte Lösungen abrufen zu können.

      Inwieweit dies in den USA weniger geschult wird als hier, kann ich nicht beurteilen.
      Ich glaube aber, dass die Bologna-Reform nicht gerade dazu beiträgt, dass die Studenten Know-How erlernen, sondern Auswendiglernen mehr trainieren. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

      Um die Stärke dieses Effektes zu überprüfen, müßte man mal schauen, ob sich Unterschiede ergeben, wenn man nach der Qualität der Ausbildung sortiert.

      Dazu müsste es erst einmal allgemeine, verbindliche Kriterien für die „Qualität“ geben. Je nach Gewichtung und Priorisierung könnte diese Sortierung völlig unterschiedlich ausfallen.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Das ist wenig überraschend.
    Emanzen-Blödsinn eben.

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  4. luisman schreibt:

    Es ist doch wieder so ein hirnverbrannter Wahnsinn, dass Frauen politisch zu einem Ingenieurstudium gedraengt werden, die sich eigentlich gar nicht dafuer interessieren. Gute Ingenieure sind handwerklich gepraegt und das lernt man meist in Papa’s Bastelkeller/scheune oder eben nie. Am frustrierendsten waren fuer mich chinesische Ingenieure, die meist ohne jegliche praktischen Beruehrungspunkte das Wissen einfach auswendig gelernt haben und nur gut darin waren Tests richtig anzukreuzen. Was haben Leute die sich beim Loeten laufend die Finger anbrennen oder bei der Benutzung einer Ratsche die Finger blutig schlagen im Ingenieurwesen zu suchen; oder solche die einen PC nicht selbst zusammenbauen koennen und einen Druckertreiber nicht verstehen im IT-Wesen?

    Die Schnarchnasen die in der Entwicklungsabteilung nix auf die Reihe gekriegt haben, hab ich immer erst mal in den technischen Support abgeschoben. Da reicht das mit dem auswendig lernen. Wer sich fuer Dinge nicht interessiert, hat i.d.R. mehr Interesse fuer Menschen.

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    • Ingenieure sind ein besonderer Typus, der sich nicht nur durch technisches Verständnis auszeichnet.
      Auch Eigenschaften wie z.B. Zielorientierung, Pragmatismus, Durchhaltevermögen oder Kreativität sind stärker ausgeprägt.
      Diesen Typus findet man häufiger unter Männern als unter Frauen (was nicht bedeutet, dass alle Männer geeignet wären, oder Frauen gar nicht).

      Es verwundert mich nicht, dass Personen, die sich z.B. leicht verunsichern lassen, eher geneigt sind, ein Ingeneurstudium aufzugeben.
      IMHO ist es völlig verfehlt, Personen in Berufe zu drängen, für die sie sich nicht von vornherein interessieren.
      Jeder sollte sich bei seiner Berufsentscheidung umfassend informieren, und auf dieser Basis eine Entscheidung treffen. Dann gibt es weniger Enttäuschungen oder Abbrüche, weil Vorstellungen und Realität nicht konform sind.

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      • Carnofis schreibt:

        „Ingenieure sind ein besonderer Typus, der sich nicht nur durch technisches Verständnis auszeichnet.“

        Technisches Verständnis ist nur die Grundlage. Die können Frauen auch haben, bzw. entwickeln. Aber wo es im praktischen Ablauf oft hapert, das sind Werkzeugkenntnisse.
        Wenn ich als MaschBau-Student im Praktikum mit drei Kommilitonen was zusammenbasteln soll, dann wissen die zwei Jungs sofort, was ich haben will, wenn ich nach nem „19er Ringmaul“ frag.
        Die Frau versteht nur Bahnhof.
        Jetzt hat sie die Optionen, durch Zugucken zu lernen – was die Jungs bei Papa die ersten 10 Jahre ihres Lebens auch machten – , oder sich auszuklinken und anzubieten, die Protokolle zu schreiben. Leider beschränken sich viele Frauen mit Letzterem.

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        • Ingenieurwesen ist ja nicht nur Maschinenbau.
          Davon abgesehen – wer wirkliches Interesse hat, findet schon vor Studienbeginn Gelegenheit, sich zu informieren, welche Werkzeuge, Tools oder sonstige Hilfsmittel gebräuchlich sind.
          Löten etwa ist auch keine Kunst. Das bringt man innerhalb weniger Stunden Übung zur Perfektion (insbesondere wenn man bereits mit Bügeleisen und Tortenspritze vertraut ist).

          Und BTW bieten längst nicht alle Väter ein Vorbild, was Basteln und Schrauben anbelangt.

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          • Carnofis schreibt:

            Ja, ja und ja.

            „Ingenieurwesen ist ja nicht nur Maschinenbau.“

            Ich bin Verfahrenstechniker, wollte anhand des Stereotyps „Maschbau“ nur das Problem aufzeigen.

            „Davon abgesehen – wer wirkliches Interesse hat, …“

            Kann man von wirklichem Interesse reden, wenn eine junge Frau Ing-Wesen studiert, weil sie irgendwas studieren will, aber nicht wie Mama Soziologie oder Bib-Wesen?
            Ich kenne allein zwei Frauen, die ihre Berufswahl so trafen. Das ist natürlich keine quantitative Aussage, aber ein Beleg, dass es solche Frauen und solche Entscheidungen gibt.

            „Löten etwa ist auch keine Kunst.“

            Nein, natürlich nicht. Aber Wäschewaschen ist es genauso wenig. Wenn Du aber nie eine Waschmaschine aus der Nähe gesehen hast, würdest Du wahrscheinlich bei einer modernen Waschmaschine nicht einmal die Tür ohne Hilfe aufkriegen.
            Es geht um den routinierten Umgang mit Dingen, denen man schon in der Vergangenheit begegnet war. Und da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Jungs passiert ist, nicht zu bestreiten.

            „Und BTW bieten längst nicht alle Väter ein Vorbild, was Basteln und Schrauben anbelangt.“

            Da sprichst Du leider einen wirklich wunden Punkt in meinem (dem männlichen) Selbstverständnis an. Es ist erschreckend, wie schnell handwerkliches Geschick unter den Jugendlichen und jungen Männern erodiert.
            Ich fürchte, es braucht maximal noch eine Generation, dann stehen Männlein und Weiblein gleichermaßen ratlos vor einem „19er Ringmaul“. 🙂

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            • Kann man von wirklichem Interesse reden, wenn eine junge Frau Ing-Wesen studiert, weil sie irgendwas studieren will, aber nicht wie Mama Soziologie oder Bib-Wesen?

              Kommt darauf an, wie diese Frauen damit umgehen. Ob sie sich wirklich anstrengen, um Defizite auszugleichen.
              Oder das nicht für nötig halten.

              Wenn Du aber nie eine Waschmaschine aus der Nähe gesehen hast, würdest Du wahrscheinlich bei einer modernen Waschmaschine nicht einmal die Tür ohne Hilfe aufkriegen.

              Das ist ja nicht ungewähnlich bei neuen Dingen. Auch ein anderes Modell, vielleicht noch von einem anderen Hersteller, kann da Probleme machen.
              Als ich das erste Mal vor einem Computer saß, brauchte ich auch einige Zeit, den Netzschalter zu finden.
              Wichtig ist, dass man bereit ist, fehlende Kenntnisse zügig zu ergänzen.

              Ich fürchte, es braucht maximal noch eine Generation, dann stehen Männlein und Weiblein gleichermaßen ratlos vor einem „19er Ringmaul“

              Dafür haben sie dann mindestens eine Äpp, die ihnen durch Gedankensteuerung alles erklärt.

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